Arianna Huffington

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Arianna Huffington (2011)
Arianna Huffington (2003)

Arianna Huffington (Geburtsname: griechisch Αριάννα Στασινόπουλος, Arianna Stassinopoulos; * 15. Juli 1950 in Athen) ist eine US-amerikanische Sachbuchautorin und Journalistin griechischer Herkunft. Sie ist Mitbegründerin und Chefredakteurin der Online-Zeitung The Huffington Post. Aufgrund ihres Einflusses als politische Blog-Autorin wurde sie als „Citizen Huff“[1] und „die Königin der Blogger“[2] bezeichnet.

Leben[Bearbeiten]

Ihre Mutter trennte sich von ihrem Vater, einem Zeitungsverleger,[3] wegen dessen Untreue, als Arianna elf Jahre alt war.[4][5] 1969 zog sie nach England, um am Girton College der University of Cambridge zu studieren, für das sie ein Stipendium gewonnen hatte.[5] Mit 21 Jahren wurde sie Präsidentin der Debattiergesellschaft Cambridge Union; ihr Studium der Ökonomie beendete sie als Magister. Danach zog sie nach London, wo sie bis 1980 mit ihrem Partner, dem Journalisten Bernard Levin, lebte.[6] Nachdem die Beziehung zerbrochen war, zog sie nach New York City. In den 1980er Jahren verfasste sie Biographien über Maria Callas und Pablo Picasso.[7]

1986 heiratete sie Michael Huffington, einen Öl-Millionär, Filmproduzenten und republikanischen Politiker. Die Ehe, aus der zwei Töchter hervorgingen, wurde 1997 geschieden, ein Jahr bevor Michael Huffington sich als bisexuell outete.[5]

Ende der 1990er Jahre veränderten sich ihre politischen Positionen. Huffington sagt von sich, sie sei eine „ehemalige Rechte, die sich zu einer progressiven und mitfühlenden Populistin entwickelt“ habe („former Right-winger who has evolved into a compassionate and progressive populist“).[8] 2003 trat sie in Kalifornien als unabhängige Kandidatin beim Recall von Gouverneur Gray Davis an mit der Parole „The Hybrid versus the Hummer“, womit sie auf die Vorliebe des letztendlich siegreichen Arnold Schwarzenegger für Sport Utility Vehicles anspielte.[9][10] Sie zog sich eine Woche vor der Wahl zurück und rief die Wähler auf, gegen den Recall zu stimmen;[11][12] mit 0,55 % erhielt sie das fünftbeste Ergebnis.

Im Präsidentschaftswahlkampf 2004 erklärte sie in der Daily Show ihre Unterstützung für John Kerry.[13]

2006, ein Jahr nachdem sie zusammen mit Kenneth Lerer die Huffington Post gegründet hatte,[14][15] setzte das Magazin Time Huffington auf die Liste der 100 einflussreichsten Personen.[16] 2007 bis 2008 erschien eine Auswahl ihrer Kolumnen in deutscher Übersetzung auf der Website von Focus.[17] 2008 erschienen ihre Beiträge in Form einer eigenen Kolumne in der Zeitschrift Focus.[18]

Arianna Huffington lebt mit ihrer Schwester und ihren beiden Töchtern in Brentwood, einem Stadtteil von Los Angeles.[5][19]

Kritik[Bearbeiten]

Huffington wurde 1981 für ihr Buch Maria Callas des Plagiats beschuldigt; die Ansprüche wurden außergerichtlich im selben Jahr beigelegt. Dem Callas-Biographen Gerald Fitzgerald sei eine Summe im niedrigen fünfstelligen Bereich gezahlt worden (in the low five figures).[20][21][22]

Lydia Gasman, Professor für Kunstgeschichte an der University of Virginia, behauptet, dass Huffingtons Picasso-Biographie von 1988 (Picasso: Schöpfer und Zerstörer) Themen behandelt, die denen in ihrer unveröffentlichten vierbändigen Doktorarbeit ähneln. „Sie hat mir zwanzig Jahre meiner Arbeit gestohlen“, sagte Gasman im Jahr 1994 (“What she did was steal twenty years of my work”). Gasman verklagte Huffington jedoch nicht.[23] Maureen Orth berichtete ebenfalls, dass Huffington sich stark bei ihrem 1993 erschienenen Buch Die Götter Griechenlands bedient habe (borrowed heavily).[24]

Die Picasso-Biografie beruht nach Aussage der Autorin auf Literaturstudium, Interviews mit allen Menschen, die ihn kannten und derer die Autorin habhaft werden konnte, insbesondere mit Picassos ehemaliger Lebensgefährtin Françoise Gilot, sowie dem Besuch einiger Museen und Ausstellungen. Die Autorin legt den Schwerpunkt auf Picassos Beziehungen zu seinen Frauen und beschäftigt sich weniger mit seinem Werk und dessen Bedeutung. Die Biografie gilt daher als unausgewogen; sie reite, so die Kritik, ausführlich auf seinen Schwächen herum und solidarisiere sich vornehmlich mit Picassos Frauen. Die Ansicht der Autorin, Picasso könne nicht den Rang eines Jahrhundertkünstlers beanspruchen, provozierte den Widerspruch seiner Anhänger. Sein Enkel Olivier Widmaier Picasso behauptet in seiner Picasso-Biografie, die Autorin habe auf der Suche nach Sensationen sogar die Wahrheit verfälscht, um das Andenken seines Großvaters zu beschmutzen. Dabei bezieht er sich auf die Vermutung homosexueller Aktivität zumindest in der Jugend, die die Autorin allerdings lediglich mit einer Zeichnung und ungesicherten Äußerungen begründen kann.[25]

Verfilmung[Bearbeiten]

Der Film Mein Mann Picasso sollte zunächst nach der Biografie von Françoise Gilot[26] gedreht werden; diese zog ihre Zustimmung jedoch zurück. Daraufhin wurde die Biografie von Huffington zugrundegelegt, die bezüglich dieser Zeit ihrerseits im Wesentlichen auf der Biografie von Gilot und Gesprächen mit ihr beruht.

Trivia[Bearbeiten]

Im Mai 2010 hatte Huffington einen Gastauftritt in einer Episode der CBS-Sitcom How I Met Your Mother[27] in der sie sich selbst spielt.

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

  • The Female Woman. 1974
  • After Reason. 1978
  • Maria: Beyond the Callas Legend. 1980
  • The Gods of Greece. 1983
  • Picasso: Creator and Destroyer. 1988
  • The Fourth Instinct. 1994
  • Greetings from the Lincoln Bedroom. 1998
  • How to Overthrow the Government. 2000
  • Pigs at the Trough: How Corporate Greed and Political Corruption are Undermining America. 2003
  • Fanatics and Fools: The Game Plan for Winning Back America. 2004
  • On Becoming Fearless … in Love, Work and Life. 2007
  • Right Is Wrong: How the Lunatic Fringe Hijacked America, Shredded the Constitution, and Made Us All Less Safe. 2008
  • Third World America. 2010

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Arianna Huffington – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. The New York Times: Citizen Huff. 31. März 2008 (Anspielung auf den Film Citizen Kane)
  2.  Der Sieg der Straße. In: Der Spiegel. Nr. 38, 2008 (online).
  3. The Washingtonian: From the Archives: Arianna Huffington. 2. April 2008 (ursprünglich im Mai 1994 erschienen)
  4. The Observer: Hurricane Arianna. 10. Dezember 2006
  5. a b c d The New Yorker: The Oracle. 13. Oktober 2008
  6. Arianna Huffington in AlterNet: Bernard Levin Remembered. 17. August 2004
  7. Der Spiegel: Du kennst die Grenzen meiner Liebe. Der Frauenheld und Frauenverächter Pablo Picasso in einer neuen Biographie. Rezension 18. Juli 1988
  8. The Daily Telegraph: The most influential US liberals: 16. Ariana Huffington. 14. Oktober 2008
  9. www.votearianna.com (Version vom 27. November 2003 im Internet Archive)
  10. The New York Times: The Nation; Arnold the Hummer Lover Revs Up a Green State. 24. August 2003
  11. Sacramento Bee: Huffington Quits Race but Will Fight Recall (Version vom 4. Dezember 2003 im Internet Archive). 1. Oktober 2003
  12. CNN: Huffington withdraws from recall race. 1. Oktober 2003
  13. MarketWatch: Huffington is a liberal’s best hope. 29. September 2006
  14. The New York Times: A Boldface Name Invites Others to Blog With Her. 25. April 2005
  15. Fortune: Meet Arianna Huffington 2.0. 29. Oktober 2007
  16. Time: The TIME 100. The people who shape our world. 2006
  17. Focus: In eigener Sache: US-Bloggerin Arianna Huffington kooperiert mit FOCUS Online. 11. Dezember 2007
  18. Huffington Kolumne: „Clinton, Obama und die Zauberkraft der Worte“, Focus, 28. Februar 2008
  19. Time: Arianna Huffington: The Web’s New Oracle. 19. März 2009
  20. Orth, Maureen (2005) The Importance of Being Famous. MacMillon. Seite 117.
  21. Oney, Steve (October 2004) The Many Faces of Arianna. In: Los Angeles Magazine, Seite 81.
  22. Emily Nussbaum: The Human Blog. In: New York Magazine, 9. Oktober 2006. Abgerufen 7. September 2010
  23. Lauren Collins: The Many Lives of Arianna Huffington. In: New Yorker. Page 10. 13. Oktober 2008
  24. Orth, Maureen (2005) The Importance of Being Famous. MacMillon. Page 117.
  25. Olivier Widmaier Picasso: Picasso – Porträt der Familie. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2005, ISBN 3-423-34135-1. (Einleitung, Seite 12-13 der englischen Ausgabe Picasso. The Real Family Story. Prestel Publishing, Munich 2004, ISBN 3-7913-3149-3)
  26. Francoise Gilot, Carlton Lake: Leben mit Picasso. Diogenes Verlag, Zürich 1987, ISBN 978-3-257-21584-7
  27. How I Met Your Mother (TV series 2005– ) Robots Vs. Wrestlers. Abgerufen am 4. Oktober 2010.