Armillarsphäre

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Moderne Armillarsphäre
Armillarsphäre zur Winkelmessung
Armillarsphäre
Die Armillarsphäre in Genf

Eine Armillarsphäre (lat. armillaris (Reifen/Ring) und sphaera (Kugel)) oder Weltmaschine ist ein astronomisches Gerät. Es dient der Darstellung der Bewegung von Himmelskörpern.[1] Eine Armillarsphäre besteht aus mehreren, gegeneinander drehbaren Metallringen, die insgesamt die Form einer Kugel bilden. Dieses Gebilde ist in der Regel in einem Gestell montiert.

Der gedachte Beobachter befindet sich im Mittelpunkt der Kugel. Falls das Gerät das geozentrische Weltbild abbildet, befindet sich dort im Zentrum der Armillarsphäre die Erde. Solche Armillarsphären sind bereits in primitiven Versionen für das alte Babylonien nachgewiesen. Das kopernikanische Weltbild wird in der 1657 von Andreas Bösch geschaffenen Sphaera Copernicana dargestellt.

Als Armille wird ein der Armillarsphäre ähnliches astronomisches Winkelmessinstrument mit Absehen bezeichnet, mit dem Koordinaten an der Himmelskugel bestimmt und umgewandelt wurden. Es taugte auch zur Ortsbestimmung und Zeitmessung.[2] Es wurde von Eratosthenes noch unter der Bezeichnung Astrolab eingeführt. Ptolemäus beschreibt in Kapitel 5,1 seines Hauptwerkes Almagest den Bau einer Armillarsphäre. Das Instrument blieb über das gesamte Mittelalter hauptsächlich im islamischen Raum in Gebrauch. In Mitteleuropa wurde sie erst Mitte des 15. Jahrhundert durch den fränkischen Astronomen Regiomontanus wieder bekannt und erreichte Ende des 16. Jahrhunderts mit dem dänischen Astronomen Tycho Brahe ihre Perfektionierung, der ebenso das Gerät ersann, das sie als präzises Positionsmessinstrument ersetzte: den Mauerquadranten.

Nach der Einführung des Teleskops in die Astronomie durch Galileo Galilei zu Beginn des 17. Jahrhunderts trat die Armillarsphäre als Beobachtungsinstrument immer mehr in den Hintergrund, da sie aufgrund ihrer Bauweise nur schlecht mit einem Teleskop bestückt werden konnte, anders als ein Quadrant , der hierfür wesentlich besser geeignet war. In den folgenden Jahrhunderten wird die Armillarsphäre zu einem Gegenstand künstlerischer Darstellung und einem reinem Insignium der Astronomie. Zum Beispiel ist auf der portugiesischen Nationalflagge eine Armillarsphäre abgebildet als Symbol für die große Verbundenheit Portugals mit der Seefahrt.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Siehe auch

Darstellende Armillarsphäre

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Ralf Kern. Wissenschaftliche Instrumente in ihrer Zeit. Band 1: Vom Astrolab zum mathematischen Besteck. Köln, 2010. S. 227.
  2. Ralf Kern. Wissenschaftliche Instrumente in ihrer Zeit. Band 1: Vom Astrolab zum mathematischen Besteck. Köln, 2010. S. 227.

[Bearbeiten] Literatur

  • Friedrich Nolte: Die Armillarsphäre. Mencke, Erlangen 1922 (Abhandlungen zur Geschichte der Naturwissenschaften und der Medizin. 2, ZDB-ID 537096-6), (Philosophische Dissertation, Erlangen 1922).
  • Peter E. Allmayer-Beck (Hrsg.): Modelle der Welt. Erd- und Himmelsgloben. Brandstätter, Wien 1997, ISBN 3-85447-733-3.

[Bearbeiten] Weblinks

Wiktionary Wiktionary: Armillarsphäre – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Armillarsphäre – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien
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