Arrecife

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Gemeinde Arrecife
Luftbild 2011, Blickrichtung Nordosten
Luftbild 2011, Blickrichtung Nordosten
Wappen Karte der Kanarischen Inseln
Wappen von Arrecife
Arrecife (Kanarische Inseln)
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Basisdaten
Autonome Gemeinschaft: Kanarische Inseln
Provinz: Las Palmas
Insel: Lanzarote
Koordinaten 28° 58′ N, 13° 33′ W28.962222222222-13.5530Koordinaten: 28° 58′ N, 13° 33′ W
Höhe: 30 msnm
Fläche: 22,72 km²
Einwohner: 55.673 (1. Jan. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 2.450,4 Einw./km²
Postleitzahl: E–35500
Gemeindenummer (INE): 35004 Vorlage:Infobox Gemeinde in Spanien/Wartung/cod_ine
Verwaltung
Bürgermeister: Cándido Reguera (PP) (2010)
Adresse der Gemeindeverwaltung: Avda. de Vargas, 1
35500 - Arrecife
Webpräsenz der Gemeinde
Lage der Gemeinde
LZ Arrecife.png

Arrecife ist die politische und wirtschaftliche Hauptstadt der Kanareninsel Lanzarote. Sie löste 1852 die alte Hauptstadt Teguise im Landesinneren ab. Arrecife bildet auch eine der sieben Gemeinden der Insel und beherbergt mit 55.673 Einwohnern (1. Januar 2013) knapp die Hälfte aller Lanzaroteños.

Geschichte[Bearbeiten]

Arrecife wurde erstmals im 15. Jahrhundert als kleiner Fischerort erwähnt. Ihren Namen verdankt die Stadt den Arrecifes, schwarzen vulkanischen Riffs, hinter denen sich die Boote schützend vor Piratenüberfällen verstecken konnten.

Gegen Ende des 16. Jahrhunderts begann Arrecife zu wachsen, denn es war notwendig geworden, für die Hafenarbeiter und Angestellten Wohnhäuser und Lagerhallen für den Handelsverkehr zwischen der Alten und der Neuen Welt zu errichten. Als Folge wurde der Ort ein begehrtes Piratenziel. 1571 plünderte und zerstörte der Seeräuber Dogan das Hafenstädtchen fast völlig.

Wenige Jahre später begannen die Arbeiten am Castillo de San Gabriel auf der vorgelagerten, kleinen Insel Islote de Fermina, von dem man sich eine hohe Schutzfunktion vor Piratenüberfällen versprach. Doch bereits 1586 landete der Pirat Morato Arraez in der Stadt, machte ihr praktisch den Garaus und zerstörte dabei an dieser Stelle die erste schon 1574 erbaute Festung. Das heutige Castillo de San Gabriel, mit Glockentürmchen und Wachhäuschen, wurde im Auftrag des spanischen Königs Philipp II. von Spanien, und nach Plänen von Leonardo Torriani um 1590 erbaut. Er entwarf auch das Castillo de Santa Bárbara in Teguise. Im Castillo de San Gabriel befindet sich das heutige Archäologische Inselmuseum (Museo Arqueológico), in dem Fundstücke aus altkanarischen Epochen gezeigt werden, zu denen ein Monolith aus dem Guanchenpalast Zonzamas, einige Grabbeilagen und Lehmfiguren gehören. Des Weiteren zeigen Götzendarstellungen modellhaft, wie die Guanchen ausgesehen haben könnten, und wie sie sich ihre Götter vorstellten. Ein Wahrzeichen Arrecifes ist die zugehörige Zugbrücke Puente de las Bolas.

Etwas nördlich außerhalb steht das 1776 auf Veranlassung König Karl III. von Spanien erbaute Castillo de San José. Es befindet sich auf der acht Meter über der Steilküste liegenden Halbinsel, der Cueva de Inés, und wird von Einheimischen auch Hungerburg genannt, da die Bevölkerung nach den gewaltigen Vulkanausbrüchen auf der Insel Mitte des 18. Jahrhunderts Hunger litt. Arbeit und Schutz vor Piratenüberfällen sollte der Bau nach Plänen des Bauingenieurs Alfonso Ochando bieten. Da diese aber nicht mehr stattfanden, verlor die Hungerburg an Bedeutung.

1974 wurde das Castillo de San José vom Künstler und Umweltschützer César Manrique (1919–1992) in das Haus des Museums für zeitgenössische Kunst (Museo Internacional de Arte Contemporáneo) umgewandelt. Dazu gehören ein Restaurant mit Panoramablick zum Meer und ein neu geformter, großer Saal für Konzerte und Tagungen. Die Galerie beherbergt heute Gemälde spanischer Künstler. Zu sehen sind Werke von Joan Miró und Manolo Millares, Óscar Domínguez und Gerardo Rueda, Eusebio Sempérez, Augustín Cárdena und natürlich von Manrique selbst.

1792 entstand die Muelle de las Cebollas (die Mole der Zwiebeln) als Teil des neuen Hafens. Sie gewährte Schutz vor den Wellen des Atlantiks und diente den Schiffen als Anleger.

Kirche San Ginés[Bearbeiten]

Ende des 16. Jahrhunderts entstand eine erste Kirche, diese man dem ersten Bischof Arrecifes, San Ginés, weihte. Anlässlich der Eröffnung des Hafens, am 25. Juni 1798, wurde die erste Messe in der umgestalteten und zur unabhängigen Pfarrei erklärten Iglesia San Ginés gehalten. Sie erhielt erst hier ihr heutiges aussehen. Mit ihrem dreischiffigem Innenraum und holzgeschnitzter Decke ist die Iglesia de San Ginés an der Plaza de las Palmas die älteste Kirche auf Lanzarote.

Verkehr[Bearbeiten]

Etwas südlich der Stadt liegt der Flughafen von Arrecife. Hier werden Charter- und Linienflüge aus ganz Europa und die regionalen Flüge zu den anderen Kanarischen Inseln abgefertigt.

Arrecife besitzt den für Lanzarote wichtigen Seehafen Los Mármoles. Er ist Umschlagplatz wichtiger Güter für die Insel. Außerdem verkehren von hier einige Fähren zu den Nachbarinseln und nach Cádiz auf dem spanischen Festland.

Öffentliche Linienbusse fahren von der Promenade zu den größten Orten der Insel.

Weitere Informationen[Bearbeiten]

Arrecife ist keine klassische Schönheit im Kolonialstil, wer allerdings die kanarische Lebensart sucht, wird dort fündig. In den vielen kleinen Gässchen spielt sich das typisch kanarische Leben ab. Touristen bestimmen nicht das Stadtbild, da sie sich hauptsächlich in den drei Touristenzentren Playa Blanca, Puerto del Carmen und Costa Teguise aufhalten.

1964 entsteht die erste Meerwasserentsalzungsanlage Lanzarotes in Arrecife, welche heute noch in Betrieb ist.

1974 eröffnete César Manrique das Mehrzweckkulturzentrum El Almacén um die Kultur in der Inselhauptstadt zu fördern. Es sollte ein Treffpunkt für Künstler aller Nationalitäten werden. In der darin befindlichen El Aljibe-Kunstgalerie wurde auf der Insel Lanzarote die erste Möglichkeit zur Ausstellung geboten. Zu El Almacén gehört auch das nach dem Freund Manriques benannte Restaurant Pablo Ruíz Picásso und später noch ein Kino. 1989 erwarb die Inselregierung, das Cabildo Insular de Lanzarote mit Sitz in Arrecife, das mit Verlusten arbeitende Zentrum und brachte eine Kulturabteilung dort unter.

In den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts entstand in Arrecife das höchste Gebäude der Insel, das Gran Hotel, das jedoch aus wirtschaftlichen Gründen 1991 geschlossen wurde und 1994 völlig ausbrannte. Im Juli 2004 wurde es wiedereröffnet.

Bildergalerie[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

  • César Manrique (1919–1992), Künstler, Architekt, Bildhauer und Umweltschützer
  • Goya Toledo (* 1969), Schauspielerin und Fotomodell

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Cifras oficiales de población resultantes de la revisión del Padrón municipal a 1 de enero de 2013. Bevölkerungsstatistiken des Instituto Nacional de Estadística (Bevölkerungsfortschreibung).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Arrecife – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien