Arturo Prat

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Arturo Prat
Arturo Prat
Arturo Prats Tod, Bild von Thomas Somerscales (1886)
Arturo Prats Tod, Bild von Thomas Somerscales (1886)

Arturo Prat Chacón (* 4. April 1848 auf der heute in ein Museum umgewandelten Hazienda Puñual bei Ninhue in der Provinz Ñuble am Bío-Bío-Fluss; † 21. Mai 1879 in Iquique, Peru, an Bord der Huáscar) war ein chilenischer Fregattenkapitän und Seeheld. Im Zivilberuf war er Rechtsanwalt. Er nahm im Spanisch-Südamerikanischen Krieg an den Seegefechten von Papudo (1865) nördlich von Valparaíso und Abtao (1866) vor der Insel Chiloé gegen die spanische Flotte teil.

Im Salpeterkrieg 1879 übernahm er unmittelbar vor dem Seegefecht von Iquique selbst das Kommando auf der veralteten Korvette Esmeralda (die bis dahin von dem schwedischstämmigen Kapitän Manuel Thomson kommandiert worden war, dem späteren chilenischen Kommandanten der Huáscar) und leitete die Blockade des damals peruanischen Hafens Iquique. Die Esmeralda wurde im Verlauf des fast vierstündigen Gefechts von dem peruanischen Rammmonitor Huáscar unter dem Kommando des damaligen Konteradmirals Miguel Grau Seminario gerammt und versenkt. Prat war zuvor bei dem misslungenen Versuch gefallen, die Huáscar zu entern.

Einige Wochen nach dem Kampf sandte Admiral Grau den Degen des gefallenen Arturo Prat zusammen mit einem Beileidsschreiben an dessen Witwe, wobei er den Mut und die Tapferkeit seines Kontrahenten mit anerkennenden Worten lobte und sich bedauernd über die Schrecken des Krieges äußerte. Prats Witwe nannte Grau daraufhin einen Ritter der Meere, eine Ehrenbezeichnung, die bis heute für Prat und Grau verwendet wird.

Nach sechsmonatiger erbarmungsloser Jagd auf die Huáscar und den inzwischen zum Admiral beförderten Miguel Grau gelang es der chilenischen Marine im Seegefecht von Angamos schließlich, das peruanische Panzerschiff zu erbeuten. Miguel Grau, der in Peru seinerseits bis heute als Seeheld verehrt wird, kam dabei zu Tode. Das Kriegsschiff wurde danach unter Thomsons Kommando erfolgreich gegen die Peruaner eingesetzt und leitete die Blockade des letzten befestigten peruanischen Hafens Arica.

Thomson selbst wurde am 27. Februar 1880 während der Blockade bei einem Seegefecht mit der Manco Cápac auf dem Deck der Huáscar angeblich exakt an der Stelle von einem Volltreffer zerfetzt, an der auch Arturo Prat gestorben war. Mit Prat, Grau und Thomson sind im Verlauf des Salpeterkrieges somit insgesamt drei führende Kommandeure an Bord der Huáscar gefallen.

Der Tod Prats spielte während der Jagd auf die Huáscar und im weiteren Kriegsverlauf eine große propagandistische Rolle. Obwohl Prat an den Kampfhandlungen, welche die eigentlichen Voraussetzungen für den Sieg Chiles schufen, nämlich an den Gefechten von Punta Gruesa wenige Stunden nach seinem Tod (Untergang der peruanischen Fregatte Independencia) und von Angamos sechs Monate später (Eroberung der Huáscar) überhaupt nicht beteiligt war, gilt das Gefecht von Iquique, bei dem er zu Tode kam, im öffentlichen Bewusstsein als der entscheidende Wendepunkt des Krieges. Nach Prat sind in Chile zahlreiche öffentliche Plätze, Straßen und andere Einrichtungen benannt. Auch die wissenschaftliche Forschungsstation Arturo Prat im Chilenischen Antarktisterritorium trägt seinen Namen. Der Jahrestag seines Todes wird in der seit dem Salpeterkrieg zu Chile gehörenden Stadt Iquique jedes Jahr mit viel Pomp begangen.

Prat und Grau, deren Lebensläufe gewisse Parallelen aufweisen und die 13 Jahre vor Iquique Seite an Seite bei Abtao gegen die spanische Flotte gefochten hatten, gelten in ihren jeweiligen Ländern als Symbolfiguren der Ritterlichkeit, der vaterländischen Opferbereitschaft und des Edelmutes. Dass Bolivien, welches am Salpeterkrieg ebenfalls beteiligt war, keinen solch bekannten Kriegshelden hervorbringen konnte, bietet in Chile und Peru immer noch Anlass für höhnischen Spott, der die Bolivianer als angebliche „Feiglinge“ verunglimpft.

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