Asclepias tuberosa

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Asclepias tuberosa
Asclepias tuberosa

Asclepias tuberosa

Systematik
Familie: Hundsgiftgewächse (Apocynaceae)
Unterfamilie: Seidenpflanzengewächse (Asclepiadoideae)
Tribus: Asclepiadeae
Untertribus: Asclepiadinae
Gattung: Seidenpflanzen (Asclepias)
Art: Asclepias tuberosa
Wissenschaftlicher Name
Asclepias tuberosa
L.

Asclepias tuberosa, auch Knollige Seidenpflanze oder Orange Seidenpflanze genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Seidenpflanzen (Asclepias) in der Unterfamilie Asclepiadoideae innerhalb der Familie der Hundsgiftgewächse (Apocynaceae). Das weite Verbreitungsgebiet reicht von Alaska bis ins nördliche Mexiko.

Beschreibung[Bearbeiten]

Behaarter Stängel mit wechselständigen Laubblättern

Vegetative Merkmale[Bearbeiten]

Asclepias tuberosa wächst als ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von bis etwa 90 cm. Der Milchsaft ist klar[1]. Sie bildet eine tiefreichende Pfahlwurzel aus der jedes Jahr im Frühjahr ein bis etwa 100 starke Stängel wachsen. Die sich nur am Blütenstand verzweigenden Stängel sind mit dünnen weichen oder auch steifen Härchen (Trichome) besetzt.

Die unregelmäßig, gewöhnlich wechselständig am Stängel angeordneten Laubblätter besitzen kurze, 1 bis 5 mm lange Stielen. Die dünne, feste und gelegentlich gekräuselte Blattspreite ist bei einer Länge von 3 bis 11 cm und einer Breite von 0,3 bis 3,0 cm schmal bis breit lanzettförmig mit zugespitztem oder auch gerundetem Ende. Vor allem die Blattunterseite ist mit dünnen Härchen besetzt.

Ausschnitt eines Blütenstandes

Generative Merkmale[Bearbeiten]

Die Blütezeit reicht von Mai bis Juli. Der Blütenstand trägt wenige bis viele, terminale bis subterminale, wenig- bis vielblütige, doldenförmige Cymoide. Die Blütenkrone besitzt einen Durchmesser von bis zu 1 cm, je nachdem wie stark die Kronzipfel umgebogen sind. Die 7 bis 8 mm langen Kronzipfel sind stark zurückgebogen und variieren in der Farbe von gelblich, meist orange bis rot. Das gestielte Gynostegium ist meist orange, seltener gelb. Der Stiel weist eine Länge von etwa 2 mm lang und einen Durchmesser von etwa 1,5 mm auf. Die Nebenkronenzipfel sind aufrecht länglich-lanzettförmig, kapuzenförmig und 4 bis 5 mm lang. Der hornförmige Sekundärfortsatz ist länger als die Zipfel und biegt sich über dem Gripfelkopf ein. Der Griffelkopf ist zylindrisch und misst etwa 2 mm in der Höhe und 2 mm im Durchmesser.

Balgfrüchte und Samen

Die aufrecht auf einem kurzen Stiel stehenden Balgfrüchte sind bei einer Länge von 8 bis 15 cm sowie einem Durchmesser von 1,0 bis 1,5 cm relativ lang und schlank. Ihre Oberfläche ist kahl und mit Warzen besetzt. Die bei einer Länge und Breite von 5 bis 7 mm breit-eiförmigen, flachen Samen besitzen einen 3 bis 4 cm langen, weißen Haarschopf.

Die Chromosomengrundzahl beträgt n = 11.

Ökologie[Bearbeiten]

Die Bestäubung erfolgt gewöhnlich durch große Bienen und Wespen, weniger häufig auch durch Schmetterlinge. Asclepias tuberosa ist eine wichtige Nahrungspflanze für die Raupen des Monarchfalters (Danaus plexippus).

Habitus von Asclepias tuberosa am Straßenrand

Vorkommen[Bearbeiten]

Asclepias tuberosa kommt in fast allen kontinentalen Staaten der USA mit Ausnahme von Washington, Oregon, Idaho, Nebraska, Montana, North Dakota und Alaska vor sowie im südöstlichen Kanada (Quebec und Ontario) und Nordmexiko.

Asclepias tuberosa ist eine verbreitete Wildpflanze entlang Straßen und anderen vom Menschen beeinflussten Habitaten. Sie bevorzugt, steinige, relativ trockene Böden und sonnige Standorte.

Nutzung[Bearbeiten]

Auf Grund ihrer gelben bis leuchtend orangeroten Blütenstände verwendet man Asclepias tuberosa als Zierpflanze. In Mitteleuropa braucht sie allerdings meist einen leichten Winterschutz.

Medizinische Bedeutung[Bearbeiten]

Im 19. Jahrhundert wurden Pflanzenteile bei Lungenproblemen wie Asthma und Bronchitis eingesetzt. Asclepias tuberosa wird in der Homöopathie immer noch als Heilmittel eingesetzt[2].

Systematik[Bearbeiten]

Die Art Asclepias tuberosa wird von Woodson (1954) in vier Unterarten unterteilt:

  • Asclepias tuberosa subsp. tuberosa: Die Blätter sind typischerweise eiförmig bis lanzettförmig und keilförmig an der Basis, die Ränder sind gewöhnlich glatt. Verbreitung: New Hampshire bis nördliches Florida (dort in die subsp. rolfsii übergehend), westwärts bis zu den Alleghenies (dort in die subsp. interior übergehend)
  • Asclepias tuberosa subsp. rolfsii: Die Blätter typischerweise lanzettförmig mit gekräuselten Rändern. Florida bis Georgia (dort geht sie in die subsp. tuberosa über) und westwärts entlang der Küste des Golfs von Mexiko bis Alabama (dort geht sie in die sspp. tuberosa und interior über)
  • Asclepias tuberosa subsp. interior: Die Blätter sind typischerweise herzförmig. Verbreitung: Ozark-Hochfläche ostwärts bis zu den Alleghenies (dort in die subsp. tuberosa übergehend), südwärts bis zur Ebene des Golfs von Mexiko (dort in die subsp. rolfsii übergehend), und sich in einem Bogen westwärts und nordwärts von Texas bis in den Norden von Michigan erstreckend (dort geht sie in die subsp. terminalis über).
  • Asclepias tuberosa subsp. terminalis: Die Blätter lanzettförmig, eiförmig, länglich bis elliptisch mit glatten Rändern. An der Basis sind sie typischerweise abgestumpft oder trunkiert bis herzförmig. Diese Unterart kommt am westlichen Rand des Verbreitungsgebietes der Art vor, von Tamaulipas nordwestwärts bis in das südliche Utah, und ostwärts bis nach Colorado, South Dakota, das südliche Minnesota, Wisconsin und in den Norden von Michigan (dort in einem Bogen ostwärts und südwärts in die subsp. interior übergehend).

Quellen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Robert E. Woodson, Jr.: The North American Species of Asclepias L., Annals of the Missouri Botanical Garden, 41 (1), St. Louis, Mo., 1954, S. 1-211: URL
  • Robert Wyatt: The Reproductive Biology of Asclepias tuberosa: I. Flower Number, Arrangement, and Fruit-Set., In: New Phytologist, 85 (1), Oxford 1980, S. 119-131: URL
  • Robert Wyatt: The Reproductive Biology of Asclepias tuberosa. II. Factors Determining Fruit-Set., In: New Phytologist, 88 (2), Oxford 1981, S. 375-385: URL

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ontario Wildflowers.
  2. William Boericke: Handbuch der homöopathischen materia Medica, 845 S., Heidelberg, Haug, 1992 ISBN 3-7760-1193-9.

Weblinks[Bearbeiten]