Michigan

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Michigan (Begriffsklärung) aufgeführt.
Michigan
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Über dieses Bild
Liste der Bundesstaaten
Hauptstadt: Lansing
Staatsmotto: Si quaeris peninsulam amoenam, circumspice
(lat.: Wenn du eine liebliche Halbinsel suchst, schau dich um)
Fläche: 250.494 (Land = 147.121, Wasser = 103.372)[1] km²
Einwohner: 9.883.640 (Zensus 2010) (39,4 E./km²)
Mitglied seit: 26. Januar 1837
Zeitzone: Eastern: UTC−5/−4
Höchster Punkt: 603 m (Mount Arvon)
Durchsch. Höhe: 275 m
Tiefster Punkt: 174 m Eriesee
Gouverneur: Rick Snyder (R)
Post / Amt / ISO MI / / US-MI
Karte von Michigan
Karte von Michigan

Michigan (engl. Aussprache Zum Anhören bitte klicken! [ˈmɪʃɪgən]a a, indian. großer See) ist ein Bundesstaat der Vereinigten Staaten. Er ist als Geburtsort der Automobilindustrie bekannt, besitzt aber auch eine große Tourismusbranche. Reiseziele wie Traverse City, Mackinac Island und die gesamte Obere Halbinsel ziehen Sportler und Naturliebhaber aus den ganzen Vereinigten Staaten und Kanada an. Michigan (bestehend aus zwei großen Halbinseln) hat durch die Lage an den Großen Seen die längste Süßwasserküste eines US-Bundesstaates und ist der Bundesstaat mit den meisten Sportbooten. Michigan hat den Beinamen „Great Lakes State“ (Staat der Großen Seen).

Geografie[Bearbeiten]

Relief[Bearbeiten]

Michigan ist der einzige Bundesstaat der USA, dessen Festland in zwei Teile geteilt ist. Zwischen den Teilen erstreckt sich der Michigansee. Ober-Michigan, der nördliche Teil, ist zwischen Michigansee im Süden und Oberem See im Norden gelegen. Der westliche Teil wird geprägt durch das Superior Upland, ein Hochland mit granitischem Felsuntergrund. Das Upland besteht aus mehreren von Nordost nach Südwest verlaufenden Gebirgsketten, die sich im Westen bis nach Wisconsin und Minnesota hinein erstrecken. Einzelne Gebirgszüge im Upland sind die Porcupine Mountains und die Gebirgsketten Gogebic Range und Copper Range. Das Superior Upland weist wesentlich größere Höhenunterschiede als die restliche Fläche des Staates auf. Die höchste Erhebung Michigans ist der Mount Arvon mit 603 m. Die Isle Royale im Oberen See gehört, obwohl sowohl die kanadische Provinz Ontario als auch der US-Bundesstaat Minnesota deutlich näher zu der Insel liegen, ebenfalls zu Michigan.

Der südliche Teil, Unter-Michigan, ist zwischen Michigansee (Westen) und Huronsee (Osten) gelegen. Flächenmäßig ist dies der größere Teil des Staates. Die überwiegende Mehrzahl der Bevölkerung des Staates lebt im südlichsten Drittel Unter-Michigans. Ganz Unter-Michigan und der östliche Teil Ober-Michigans gehören zum Eastern Great Lakes Lowland. Dies ist ein flaches bis hügeliges Tiefland und entstand infolge der Gletscher, die in der Eiszeit das Land bedeckten. Die Durchschnittshöhe liegt bei 274 m und der tiefste Punkt bei ca. 173 m. Es gibt folglich kaum merkliche Höhenunterschiede innerhalb Unter-Michigans.

Boden[Bearbeiten]

Der Boden in Ober-Michigan ist grau-bräunlich und sauer. Er ging aus Gletscherablagerungen hervor und ist teilweise wenig bis gar nicht fruchtbar. Dadurch und bedingt durch das Klima gibt es dort kaum Landwirtschaft. Im Südosten Michigans, an der Saginaw Bay, herrscht ein schwerer, lehmiger Boden vor. Der Großteil Unter-Michigans jedoch verfügt über sehr fruchtbaren Boden, welcher auch landwirtschaftlich genutzt wird.

Flüsse und Seen[Bearbeiten]

Michigan hat Anteil an vier der fünf Großen Seen. Dieses sind der Michigansee, der Huronsee, der Obere See und der Eriesee. Dadurch verfügt es über eine Gesamtküstenlänge von 5310 km. Außerdem gibt es mehr als 11 000 kleinere Seen, von denen der Größte der Houghton Lake im Norden Unter-Michigans ist.

Der längste Fluss des Bundesstaates ist der Grand River. Weitere wichtige Flüsse sind der Kalamazoo, Manistee, Saint Clair, Detroit und Saint Joseph. Durch die Wasserstraßen können Güter in alle Welt verschifft werden, denn über den Eriesee und den Sankt-Lorenz-Strom existiert eine Verbindung zum Atlantik. In Obermichigan gibt es einige Wasserfälle, beispielsweise die Tahquamenon Falls.

Klima[Bearbeiten]

Das Klima in Michigan hat eine Sonderstellung im Vergleich zu den restlichen Vereinigten Staaten. Dies liegt an der Nähe zu den Großen Seen. Diese geben Michigan ein milderes Klima im Vergleich zu anderen Staaten derselben geographischen Breite. Es ist feucht und kontinental (weltweit eine recht seltene Kombination) und liegt in der kühlgemäßigten Klimazone. Das Klima von Ober- und Unter-Michigan ist jedoch gesondert zu betrachten.

Ober-Michigan ist deutlich kühler und weist ein nordisches Klima auf. Die durchschnittliche frostfreie Zeit beträgt nur 60 bis 120 Tage pro Jahr. Die Winter sind sehr streng und die Sommer mild. Die durchschnittliche Jahrestemperatur in Sault Ste. Marie nahe der Grenze zu Kanada im Nordosten Ober-Michigans beträgt 4,3 °C. Wärmster Monat ist der Juli mit 18 °C, die kältesten sind Januar und Februar mit −10 °C. Der durchschnittliche Jahresniederschlag liegt bei 869 mm und verteilt sich über das gesamte Jahr.

Das Klima in Unter-Michigan hingegen ist mild. Die durchschnittliche frostfreie Zeit beträgt 180 bis 240 Tage, ist also deutlich länger als in Ober-Michigan. In Detroit (im Südosten Unter-Michigans) liegt die Durchschnittstemperatur bei 10 °C. Wärmster Monat ist der Juli mit 24 °C, kältester der Januar mit −5 °C. Es wird deutlich, dass die Temperaturen um 5 °C höher sind als in Ober-Michigan. Die Temperaturdifferenz ist mit 18 °C gering für einen Kontinentalstaat. Dies liegt an dem Einfluss der Großen Seen. Im Sommer kühlen sie die Luft ab und im Winter speichern sie Wärme und erwärmen die Luft. Allerdings ist die Temperaturdifferenz immer noch deutlich höher als etwa an Meeresküsten, weshalb das Michigan-Klima trotz des Einflusses der Seen zum kontinentalen Typ gerechnet wird. Der Niederschlag ist auch hier ganzjährig, jedoch mit 691 mm etwas geringer.

Nachbarstaaten[Bearbeiten]

Michigan hat im Süden Landgrenzen zu Ohio und Indiana. Zudem hat die Obere Halbinsel in ihrem Südwesten eine Landgrenze zu Wisconsin. Über den Michigansee besteht auch eine Grenze zu Illinois und über den Oberen See eine Grenze zu Minnesota. Die Grenze zur kanadischen Provinz Ontario verläuft durch den Oberen See, Huronsee, Eriesee und deren Verbindungsgewässer.

Zwar gibt es keine Landgrenze zu Illinois, dennoch gehört der Südwesten des Staates noch zum Großraum Chicago, welches von dort schneller zu erreichen ist als Detroit.

Größte Städte[Bearbeiten]

Westland (Michigan) Westland (Michigan) Livonia (Michigan) Livonia (Michigan) Dearborn Dearborn Flint (Michigan) Flint (Michigan) Ann Arbor Ann Arbor Lansing Lansing Sterling Heights (Michigan) Sterling Heights (Michigan) Warren (Michigan) Warren (Michigan) Grand Rapids (Michigan) Grand Rapids (Michigan) Detroit Detroit

Gliederung[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Wirtschaftszweige[Bearbeiten]

Michigan verfügt über eine vielseitige Wirtschaft. Der primäre (Landwirtschaft/Bergbau) und der sekundäre (Industrie) Sektor sind von größter Bedeutung für den Wirtschaftsraum. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts gewann die Landwirtschaft in Michigan an großer Bedeutung, die bis heute anhält. Wichtigste landwirtschaftliche Erzeugnisse sind Milchprodukte, Mais, Sojabohnen und Rinder. Außerdem ist Michigan führend für die Produktion von Kirschen und Äpfeln. Etwa 3 Milliarden US-Dollar werden durch Nutzpflanzen eingenommen. Die Holzwirtschaft spielt keine wesentliche Rolle. Sie wird hauptsächlich nur im Westen Ober-Michigans betrieben und das Holz dient meist der Papierherstellung. Die Fischerei trägt ebenfalls wenig zur Wirtschaft bei. Der Wert des jährlichen Fangs liegt bei nur 11 Millionen US-Dollar.

Der Bergbau spielt eine tragende Rolle für Michigan. Er ist ein wichtiges Standbein für die Industrie. Es gibt reichliche Vorkommen an Erzen und auch Erdgas und Erdöl werden im mittleren Norden und Süden gefördert. Die wichtigsten Rohstoffe sind Eisenerz, Petroleum, Erdgas, Zement und Kupfer. Die Förderung von Salz ist ebenfalls sehr bedeutend. Außerdem ist Michigan wichtiger Exporteur von Kies, Torf, Silber und Pottasche, welche aus den zahlreichen Sümpfen gewonnen werden.

Das wichtigste Standbein der Wirtschaft ist die Industrie. Michigan ist einer der führenden Industriestaaten der USA. Es ist führend bei der Herstellung von Personenkraftwagen. Detroit ist dabei eines der wichtigsten Zentren. Hier befinden sich die Firmensitze der drei großen Automobilhersteller Chrysler, General Motors und Ford. Weitere Zentren der Automobilindustrie sind Flint, Lansing und Pontiac. Andere wichtige industrielle Erzeugnisse sind Motoren und Baumaschinen. Außerdem werden Metalllegierungen wie Stahl, vorrangig in Detroit, hergestellt. Nahrungsmittelindustrie und chemische, pharmazeutische Erzeugnisse sind ebenfalls bedeutsam. Die Industrie in Michigan macht 27 % des Bruttosozialprodukts aus.

Der größte Dienstleistungsbereich ist der Tourismus. Dieser Wirtschaftszweig bringt jährlich 6,3 Milliarden US-Dollar ein. Dies liegt vor allem an der landschaftlichen Attraktivität des Staates. Außerdem gibt es weit reichende Erholungsmöglichkeiten, beispielsweise Wassersport und einen sommerlichen Badebetrieb an vielen Küstenbereichen der Großen Seen. In den kalten und relativ schneereichen Wintern ziehen die Wintersportmöglichkeiten Touristen an.

Infrastruktur[Bearbeiten]

Michigan verfügt über eine gut ausgebildete Infrastruktur. Es gibt ein weites Netz von Highways in einer Gesamtlänge von 189.000 km, von denen 1890 km Interstate-Highways sind.

An Land werden Güter meist über das heute noch ca. 4000 km lange und im Vergleich zu anderen Bundesstaaten gut ausgebaute Schienennetz transportiert, denn viele Flüsse sind nicht schiffbar. Allerdings sind auch hier viele Eisenbahn-Nebenstrecken in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts stillgelegt worden. An den Küsten zu den Großen Seen gibt es große Hafenstädte für Im- und Export wie Calcite und Escanaba. Auf den Großen Seen sind die Sault-Saint-Marie-Kanäle und die Flüsse Saint-Clair und Detroit River von Bedeutung, da sie den Huronsee und den Eriesee verbinden und somit eine Verbindung zum Atlantischen Ozean herstellen. Weiterhin wichtig ist der Saint Mary’s. Dieser verbindet den Oberen See mit dem Huronsee.

Mit dem Detroit Metropolitan Wayne County Airport existiert ein internationaler Flughafen, der einer der größten der USA ist.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Census Einwohner ± in %
1800 3757
1810 4762 30 %
1820 7452 60 %
1830 28.004 300 %
1840 212.267 700 %
1850 397.654 90 %
1860 749.113 90 %
1870 1.184.059 60 %
1880 1.636.937 40 %
1890 2.093.890 30 %
1900 2.420.982 20 %
1910 2.810.173 20 %
1920 3.668.412 30 %
1930 4.842.325 30 %
1940 5.256.106 9 %
1950 6.371.766 20 %
1960 7.823.194 20 %
1970 8.875.083 10 %
1980 9.262.078 4 %
1990 9.295.297 0,4 %
2000 9.938.444 7 %
2010 9.883.640 -0,6 %
Vor 1900[2]

1900–1990[3] 2000 + 2010[4]

Michigan hat 10.095.643 Einwohner (Stand: Census 2006), davon sind 79,5 % Weiße, 14,1 % Afro-Amerikaner, 0,5 % Indianer, 2,3 % Asiaten, 3,9 % Hispanier.[5] Die landesweite Volkszählung 2010 ergab eine Einwohnerzahl von 9.883.640, damit ist Michigan der einzige der 50 US-Bundesstaaten, in dem die Bevölkerungszahl seit der letzten Volkszählung im Jahr 2000 gesunken ist. Lediglich im US-Außengebiet Puerto Rico war sie ebenfalls rückläufig.

Religionen[Bearbeiten]

Die mitgliederstärksten Religionsgemeinschaften waren im Jahr 2000 die Katholische Kirche mit 2.019.926, die Lutheran Church – Missouri Synod mit 244.231, die United Methodist Church mit 222.269 und die Evangelical Lutheran Church in America mit 160.836 Anhängern.[6]

Geschichte[Bearbeiten]

Einst ein bedeutender Lieferant von Holz, Eisen und Kupfer, wurde Michigan nach Abnahme der natürlichen Ressourcen zu Beginn des 20. Jahrhunderts zum Geburtsort der Autoindustrie. Henry Fords erste Niederlassung in Highland Park, einer Vorstadt von Detroit, kennzeichnete den Beginn einer neuen Ära im Personentransport und änderte das gesellschaftliche Klima der USA dauerhaft. Obwohl noch immer viele Autohersteller ihre Niederlassungen in Detroit haben, hat die Stadt nach dem Zweiten Weltkrieg ihre Vorherrschaft auf diesem Gebiet verloren, da viele Autohersteller die großen Gewerbegebiete verließen und wegen der niedrigeren Löhne neue Niederlassungen in den Südstaaten und im Ausland gründeten.

Frühe europäische Geschichte[Bearbeiten]

US-amerikanische Geschichte[Bearbeiten]

  • 1805: Aus dem Indiana-Territorium wurde das Michigan-Territorium geschaffen, mit Detroit als Regierungssitz und William Hull als Gouverneur. Detroit wurde durch einen Brand zerstört.
  • 1812: Nach Ausbruch des Kriegs von 1812 zwangen britische Truppen unter Sir Isaac Brock Brigadegeneral Hulls Armee in Detroit zur Kapitulation und hielten Teile Michigans besetzt, bis sie durch den amerikanischen Sieg in der Schlacht auf dem Eriesee im Herbst 1813 zum Rückzug gezwungen wurden. Durch die Schlacht am Thames River wurde auch die Widerstandskraft der Indianer gebrochen.
  • 1835: Erste Verfassunggebende Versammlung. Der Gouverneur, Stevens Mason, förderte einen Streit mit Ohio über die Zugehörigkeit der Stadt Toledo, der später als Toledo-Krieg bezeichnet wurde. Ohio, das als Bundesstaat bereits im US-Kongress vertreten war, erreichte die Absetzung Masons und die Anerkennung des Anspruchs auf Toledo, aber Michigan erhielt als Entschädigung den westlichen Teil der Oberen Halbinsel, das bislang zum Wisconsin-Territorium gehörte. Unter der neuen Verfassung, die vom Kongress gebilligt wurde, wurde Mason erneut Gouverneur, nachdem er die Wahl gewann. (Die Gouverneure wurden bisher von der Bundesregierung ernannt.)

Infolge der Indianer-Umsiedlung erlebte Michigan in den 1830er Jahren einen Wirtschaftsboom. Dieser wurde zusätzlich noch durch den schuldenfinanzierten Ausbau der Verkehrswege befördert. 1840 war die Staatsverschuldung Michigan daher deutlich angestiegen. Michigan erklärte in der Folge der Wirtschaftskrise von 1837 1840 den Staatsbankrott und bediente seine Staatsanleihen nur noch teilweise weiter.

Weitere wichtige geschichtliche Ereignisse[Bearbeiten]

Politik[Bearbeiten]

Der Staat Michigan ist geprägt von einer Spannung zwischen dem industrialisierten Ballungsraum um Detroit und Flint herum, dem ländlichen Gebiet im Norden und Westen der Unteren Halbinsel, und der Oberen Halbinsel mit Wildnis und Bergbau; jede dieser Regionen hat eine eigene politische Kultur. Nur durch das Zusammenspiel dieser Regionen entsteht das Gesamtbild der Politik Michigans, in der sowohl die Demokratische als auch die Republikanische Partei ihren Platz hat. Unterstützung für die Demokraten kam historisch aus dem Migrantenmilieu und den Gewerkschaften – beide haben in und um Detroit ihre Hochburgen. Republikaner wiederum, die Mitte des 19. Jahrhunderts insbesondere wegen ihrer Anti-Sklaverei-Haltung als Regionalpartei des Nordens galten (die Partei wurde sogar in Michigan gegründet), haben heute ihre Hochburgen einerseits in den wohlhabenden Vororten von Detroit, andererseits aber im Westen des Staates um Grand Rapids herum, wo u. a. durch die bedeutende Zahl niederländischer Einwanderer die streng calvinistische Christian Reformed Church in North America großen Einfluss hat. Die Bergbau-Regionen der Oberen Halbinsel wiederum neigen den Demokraten zu.

Während zwischen 1932 und 1976 sowohl Demokraten (wie z. B. Franklin D. Roosevelt) als auch Republikaner die Präsidentschaftswahlen je sechs mal gewonnen haben, stimmte Michigan in den 1980er Jahren konsequent für die republikanischen Präsidentschaftskandidaten. Politikwissenschaftler interessieren sich dabei besonders für den Fall von Macomb County als klassisches Beispiel für sogenannte Reagan Democrats. Ab 1992 hat Michigan jedoch immer für den demokratischen Kandidaten gestimmt; als die Republikanische Partei zunehmend religiös-kulturelle Themen betonte, fiel ihre Unterstützung in bislang republikanischen Hochburgen in den wohlhabenden Vororten (wie in Oakland County) entsprechend ab, deren religiös gemäßigte Wählerschaft sich eher mit klassischen wirtschaftlichen und steuerpolitischen Positionen der Republikaner als mit deren Positionen zu Schwangerschaftsabbruch oder gleichgeschlechtlicher Ehe identifizierte.

Im Electoral College stellte Michigan in den 1980er Jahren noch 20, in den 1990er Jahren dann 18 und nach der Volkszählung des Jahres 2010 nur noch 16 Wahlmänner.[7] Diese Abnahme spiegelt die Tatsache wider, dass die Bevölkerung in Michigan deutlich langsamer gewachsen ist als im nationalen Durchschnitt; dennoch bleibt Michigan einer der größten Bundesstaaten (Platz 8 nach Einwohnerzahl), mit entsprechendem politischem Gewicht.

Im 113. Kongress wird Michigan von den demokratischen Senatoren Carl Levin und Debbie Stabenow vertreten. Im Repräsentantenhaus stellt die Republikanische Partei mit neun von 14 Abgeordneten den größeren Teil der Staatsdelegation. Bei den Kongresswahlen 2010 verloren die Demokraten zwei Mandate. Kongresswahlen 2012 ging der Verlust eines Mandates zu Lasten der Republikaner.

Staatsregierung[Bearbeiten]

Kongress[Bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Parks[Bearbeiten]

Nationalpark Lage Ansicht
Isle-Royale-Nationalpark
  • Michigan
  • 17.276 Besucher (2004)
  • gegründet 3. April 1940
Isle-Royale-Nationalpark
Karte der Vereinigten Staaten
ISRO2829.jpg

Naturdenkmäler[Bearbeiten]

National Lakeshore Lage Ansicht
Sleeping Bear Dunes National Lakeshore
  • Michigan
  • 1.222.313 Besucher (2005)
  • gegründet 21. Oktober 1970
Sleeping Bear Dunes National Lakeshore
Karte der Vereinigten Staaten
Sleeping Baer Dunes1.jpg

Bildung[Bearbeiten]

Die wichtigsten staatlichen Hochschulen sind die drei Standorte des University of Michigan System mit Hauptstandort in Ann Arbor und weitere Standorten in Flint und Dearborn, die Michigan State University, die Central Michigan University, die Eastern Michigan University, die Northern Michigan University, die Western Michigan University, die Ferris State University, die Grand Valley State University und die Wayne State University. Zu den bekanntesten privaten Hochschulen gehört die University of Detroit Mercy. Weitere Hochschulen sind in der Liste der Universitäten in Michigan verzeichnet.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Michigan – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Michigan – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Michigan – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Density Using Land Area
  2. U.S. Census Bureau _ Census of Population and Housing. Abgerufen am 28. Februar 2011
  3. Auszug aus Census.gov. Abgerufen am 28. Februar 2011
  4. Auszug aus census.gov (2000+2010) Abgerufen am 4. April 2012
  5. factfinder.census.gov
  6. The Association of Religion Data Archives | Maps & Reports
  7. www.270towin.com

44.233333333333-84.833333333333Koordinaten: 44° N, 85° W