Attentat von Volkhoven

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Gedenktafel an dem ehemaligen Schulgebäude
Grab von Ursula Kuhr, eine der beiden getöteten Lehrerinnen, auf dem Kölner Südfriedhof

Das Attentat von Volkhoven ereignete sich am 11. Juni 1964 an einer Grundschule im Kölner Stadtteil Volkhoven. Der 42-jährige Kölner Frührentner Walter Seifert tötete mit einem selbstgebauten Flammenwerfer und einer Lanze zwei Lehrerinnen sowie acht Kinder, 20 Kinder wurden durch Brandwunden zum Teil schwer verletzt. Der Täter beging anschließend durch die Einnahme des hochgiftigen Pflanzenschutzgiftes E605 Suizid.

Inhaltsverzeichnis

Tathergang [Bearbeiten]

Seifert betrat gegen 9 Uhr mit einem selbstgebauten Flammenwerfer und einer Lanze bewaffnet seine ehemalige Grundschule im Kölner Stadtteil Volkhoven. Er überfiel mehrere Klassen im Unterricht mit seinem Flammenwerfer. Als dieser keinen Druck mehr hatte, setzte er mit der Lanze seinen Amoklauf fort. Bei dem Anschlag tötete er zwei Lehrerinnen, darunter seine ehemalige Klassenlehrerin. Von 28 durch Brandwunden zum Teil schwer verletzten Kindern starben acht.

Der Attentäter wurde bei der Verfolgung vom Pistolenschuss eines Kriminalbeamten verletzt. Er wurde in die Universitätsklinik („Lindenburg“) eingeliefert. Dort verstarb er wenige Stunden später an den Folgen des auf der Flucht eingenommenen hochgiftigen Pflanzenschutzgiftes E605.

Täter [Bearbeiten]

Hauptartikel: Walter Seifert

Walter Seifert (* 1922; † 11. Juni 1964) zog sich als Wehrmachtssoldat im Zweiten Weltkrieg eine Tuberkuloseerkrankung zu. Nach Kriegsende verbrachte Seifert ein Jahr im Polizeidienst, wurde allerdings als untauglich entlassen. Drei Jahre vor dem Amoklauf, 1961, starb seine Frau bei einer Geburt. In den letzten Lebensjahren versuchte er, die Tuberkuloseerkrankung als Kriegsleiden anerkennen zu lassen, was misslang. Er fühlte sich von den Behörden ungerecht behandelt, wurde mehrfach untersucht und sein Geisteszustand zum Teil als paranoid beschrieben. Er wurde allerdings nicht als gewalttätig eingestuft.

Reaktionen [Bearbeiten]

Für die Opfer setzte in Köln eine Welle der Hilfsbereitschaft ein. Nach den getöteten Lehrerinnen Ursula Kuhr und Gertrud Bollenrath wurden zwei neue Schulen in dem Bezirk benannt. Die acht verstorbenen Kinder erhielten auf dem alten Friedhof in Weiler eine gemeinsame Ruhe- und Gedenkstätte.

Literatur [Bearbeiten]

  • Anja Bach: Das Attentat von Köln-Volkhoven. In: Heimersdorf – Vom Hof zum Kölner Stadtteil. Herausgeber Geschichtswerkstadt des Bürgerzentrums Chorweiler, 1997 (Online)
  • Barbara Peter: Das Herz der Stadt stand still. Das Flammenwerfer-Attentat von Köln-Volkhoven. SH-Verlag, Köln 2004, ISBN 3-89498-144-X

Weblinks [Bearbeiten]