Bahnstrecke Neusäß–Welden

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Neusäß–Welden
Strecke der Bahnstrecke Neusäß–Welden
Kursbuchstrecke (DB): zuletzt 913, ehemals 411a
Streckennummer (DB): 5301
Streckenlänge: bis 1933: 19,2 km
ab 1933: 20,571 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
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Hauptstrecke von Augsburg
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4,664 Abzweig von der Hauptstrecke seit 1933
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4,700 Neusäß (bis 1933)
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6,400 Neusäß (seit 1933)
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5,700
7,000
Ende der Neutrassierung von 1933
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Hauptstrecke nach Ulm
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7,900 Lohwald
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9,000 Hammel
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11,500 Aystetten
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16,600 Horgau
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19,500 Adelsried
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21,200 Bonstetten
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23,500 Streitheim
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25,235 Welden

Die Bahnstrecke Neusäß–Welden, auch Weldenbahn genannt, führte von Neusäß bei Augsburg nach Welden. Die Stichbahn war durchgehend eingleisig und als Nebenbahn klassifiziert. Sie zweigte zunächst im alten Neusäßer Bahnhof von der Hauptstrecke Augsburg–Ulm ab. Nachdem diese 1933 neu trassiert wurde, erfolgte die betriebliche Trennung kurz hinter dem – allerdings erst 1940 eröffneten – Bahnhof Augsburg Hirblinger Straße.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Königlich Bayerischen Staats-Eisenbahnen eröffneten die ab Neusäß ursprünglich 19,2 Kilometer lange Strecke am 5. Dezember 1903. Alle Züge begannen und endeten im Augsburger Hauptbahnhof wo die Kilometrierung ihren Nullpunkt hatte. Das Verkehrsaufkommen der Strecke erfüllte die Erwartungen des Betreibers, der die Strecke 1909 als zweitrentabelste Lokalbahn in Schwaben einstufte.[1] Ab Aystetten nahm die Strecke dabei nicht den direkten Weg nach Aretsried, sondern wurde zunächst weit nach Westen gebaut. Dieser Umweg war der Gemeinde Horgau geschuldet, weil auch dort der Wunsch nach einem Bahnanschluss bestand.

Zwischen 1929 und 1933 wurde die Hauptstrecke Augsburg–Ulm im Zuge der Elektrifizierung westlich von Augsburg-Oberhausen neu trassiert, wodurch sich der Abzweig der Weldenbahn etwas nach Norden verschob. Ab der betrieblichen Trennung beim Kilometer 4,633 bildeten die beiden Strecken auch noch im weiteren Verlauf eine bauliche Einheit. Die Züge von nach Welden fuhren dabei zwischen den beiden Gleisen der Hauptstrecke bis zum neuen Haltepunkt Neusäß, bevor einige hundert Meter weiter die bisherige Trasse erreicht wurde. Die neue Streckenführung ging am 31. Mai 1933 in Betrieb.

Durch die Bahnstrecke an Augsburg angebunden, wurde im März 1945 in Horgau ein Außenlager des KZ Dachau, das KZ-Außenlager Horgau, als Waldfabrik der Messerschmitt-Werke in Betrieb genommen. Anfang April 1945 wurde es wieder aufgelöst.

Seit 1949 bestand parallel zur Bahnstrecke eine Bahnbus-Verbindung von Augsburg nach Welden. Diese und der wachsende motorisierten Individualverkehr hatte einen Rückgang der Verkehrsleistung auf der Schiene zur Folge. Ab 1. Juni 1975 war am Samstagnachmittag sowie an Sonn- und Feiertagen Betriebsruhe. Am 21. Januar 1986 wurde der Personenverkehr schließlich aufgrund eines am 17. Juli 1985 im Verwaltungsrat der Deutschen Bundesbahn gefällten Beschlusses eingestellt.[1]

Auch der stets geringe Güterverkehr nach Welden folgte bald darauf. Dieser wurde am 31. Mai 1986 offiziell eingestellt und am neuen Streckenende in Lohwald ein Prellbock montiert. Da der BASF dies entging, schickte sie noch im Oktober 1986 einen mit Dünger beladenen Güterzug an BayWa. Daraufhin bauten die örtlichen Verantwortlichen – ohne Wissen der Bundesbahndirektion München – den Prellbock kurzfristig wieder ab um ein Umladen der Fracht auf Lastkraftwagen zu vermeiden. Darüber hinaus beschaffte ein Eisenbahnverein damals eigens einen kurzen Güterzug und stationierte diesen in Welden. Der Verein hoffte dadurch die endgültige Stilllegung abwenden und einen Museumsbetrieb eröffnen zu können. Dazu kam es jedoch nicht, da die Deutsche Bundesbahn eine Konkurrenz zu ihrem Bahnbusverkehr fürchtete.

Der Rückbau der Schienen im Abschnitt Lohwald–Welden erfolgte schließlich zwischen Frühjahr und Sommer 1987. Die Farbenfabrik Keim in Lohwald wurde noch bis zum 31. Juli 1989 per Bahn beliefert; nach der Verlagerung des Unternehmens nach Diedorf konnte auch der Restabschnitt noch im gleichen Jahr stillgelegt und abgebaut werden. Lediglich zwischen Augsburg Hirblinger Straße und Neusäß blieb das Gleis bis heute erhalten, wird aber nicht mehr genutzt. Die Weichen wurden mit der Reststillegung 1989 ausgebaut. Aufgrund des erforderlichen Baus einer Umgehungsstraßenbrücke, mussten im heutigen Brückenbereich die Gleise ausgebaut werden. Die ausgebauten Gleisstücke sind aber heute noch vor Ort vorhanden. Auch im Bereich der Ausfahrt zur Strecke nach Ulm ist das Gleis noch vorhanden, wird aber ebenfalls nicht mehr genutzt. Ferner liegen auch beim Bahnhof Adelsried noch einige ausgebaute, aber nie abtransportierte Gleisreste.[2][3][4]

Heutige Situation[Bearbeiten]

Die Trasse der Weldenbahn blieb in Form eines asphaltierten Radwanderweges weitgehend erhalten. Dieser wird als Landrat-Dr.-Frey-Radweg bezeichnet und auch von Inline-Skatern genutzt. Die Bahnhofsbereiche von Neusäß-Lohwald, Aystetten und Welden wurden hingegen überbaut. Statt der Bahn verkehren heute die Buslinien 500 (Augsburg – Aystetten) und 501 (Augsburg – Welden) der Regionalbus Augsburg GmbH (RBA).

Medien[Bearbeiten]

  •  Michael Baumgärtner, Jürgen Fiedler: Die Weldenbahn – Geschichte einer bayerischen Lokalbahn. Holzwinkler Modell-Bahn-Club e. V., Welden 1993.
  • Franz Schaffer, Jürgen Schiffler, Gerd Peykel: Streckenstillegung in Verdichtungsräumen, Argumente für eine Reaktivierung der Bahnlinie Augsburg–Welden; in: Augsburger Sozialgeographische Hefte Nr. 3; Paul Kieser Verlag Neusäß/Augsburg 1979
  • Video DVD: Die Weldenbahn – Geschichte einer bayerischen Lokalbahn, Autorenverband Helmut Fuchs, Elmar Kretz, Klaus Böhme und Rolf Mühler und Foto Optik Mayer, 2011

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b  Siegfried Baum: Augsburg–Welden. In: Neben- und Schmalspurbahnen in Deutschland (Sammelwerk als Loseblattausgabe). Weltbild Verlag GmbH, Augsburg 1994, ISSN 0949-2143.
  2. Video DVD: Die Weldenbahn – Geschichte einer bayerischen Lokalbahn, Autorenverband Helmut Fuchs, Elmar Kretz, Klaus Böhme und Rolf Mühler und Foto Optik Mayer, 2011
  3. Augsburg – Welden. Abgerufen am 9. November 2014.
  4. Alte Strecke Augsburg Oberhausen – Neusäß. Abgerufen am 9. November 2014.