Neusäß
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Bayern | |
| Regierungsbezirk: | Schwaben | |
| Landkreis: | Augsburg | |
| Höhe: | 485 m ü. NN | |
| Fläche: | 25,14 km² | |
| Einwohner: |
21.616 (31. Dez. 2011)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 860 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 86356 | |
| Vorwahl: | 0821 | |
| Kfz-Kennzeichen: | A | |
| Gemeindeschlüssel: | 09 7 72 184 | |
| Adresse der Stadtverwaltung: |
Hauptstr. 28 86356 Neusäß |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Hansjörg Durz (CSU) | |
| Lage der Stadt Neusäß im Landkreis Augsburg | ||
Neusäß ist eine Stadt im schwäbischen Landkreis Augsburg.
Die Stadt liegt am Nordwestrand von Augsburg an der Schmutter und grenzt an den Naturpark Augsburg-Westliche Wälder. Die umliegenden Städte und Gemeinden sind Gersthofen, Aystetten, Diedorf, Stadtbergen und Augsburg.
Inhaltsverzeichnis |
Stadtteile [Bearbeiten]
Neusäß besteht aus acht Stadtteilen, die ehemals eigenständige Dörfer waren. Diese sind Alt-Neusäß, Steppach, Westheim, Täfertingen, Ottmarshausen, Hainhofen, Hammel und Schlipsheim.
Die Ortsteile liegen dabei auf beiden Seiten der in Süd-Nord-Richtung verlaufenden Schmutter. Dieser kleinere Fluss läuft relativ naturbelassen durch das Schmuttertal. Westlich vom Schmuttertal liegen von Norden nach Süden die kleineren Stadtteile Hammel (ca. 800 Einwohner), Ottmarshausen (1.600), Hainhofen (1.000) und Schlipsheim (500), östlich davon die größeren Stadtteile Täfertingen (1.700), Alt-Neusäß (8.600), Westheim (3.500) und Steppach (4.000).
Auch wenn in Neusäß durchaus einige Betriebe mit lokaler Bedeutung ansässig sind, so sind Neusäß und seine Stadtteile wirtschaftlich doch sehr stark an die Großstadt Augsburg gebunden. Die Bebauung in den Stadtteilen Neusäß, Westheim und Steppach grenzt teilweise unmittelbar an die von Augsburg an. Diese Abhängigkeit ist nicht nur wirtschaftlich, sondern auch in den Bereichen Kultur und Freizeit zu finden. Zusammen mit Friedberg, Gersthofen, Stadtbergen und Königsbrunn bildet Neusäß den Speckgürtel von Augsburg. Diese fünf an Augsburger Bebauung unmittelbar anschließenden Umlandgemeinden sind im Gegensatz zur Großstadt finanziell deutlich stärker gestellt. Neusäß ist dabei im Wesentlichen eine Wohngegend von Augsburg.
Die höchste Erhebung in Neusäß ist der Kobelberg mit 528,5 m, der zwischen Steppach und Westheim liegt. Der Kobel war ein vor allem von der Mitte des 19. Jahrhunderts (Bau der Eisenbahnlinie Augsburg-Ulm mit Station in Westheim) bis Mitte des 20. Jahrhunderts (Abriss der Kobelgaststätte) beliebtes Wallfahrtsziel (Kobelkirche Maria Loreto), von dem man einen guten Blick auf Augsburg und die umliegenden Ortschaften hat.
Geschichte [Bearbeiten]
Die acht ehemals eigenständigen Dörfer, aus denen das heutige Neusäß besteht, haben sich am 1. Juli 1972 und am 1. Mai 1978 zusammengeschlossen, um der drohenden Eingemeindung nach Augsburg zu entgehen. Namensgeber des Zusammenschlusses war der auch seinerzeit schon einwohnermäßig größte Ortsteil Neusäß, fortan zur Unterscheidung auch „Alt-Neusäß“ genannt.
Die Neusäßer Ortsteile blicken trotz ihrer geringen Größe auf eine lange Geschichte zurück.
Im Ortsteil Täfertingen fand man Alemannengräber als Zeichen einer frühen Besiedelung. Täfertingen wurde vermutlich im 6. oder 7. Jahrhundert gegründet.
Der Ortsteil Hammel wurde erstmals urkundlich im 12. Jahrhundert erwähnt und geht vermutlich auf eine heute nicht mehr existierende Burg mit Kloster am Hammelberg zurück. Im 17. Jahrhundert wurde das heute noch bewohnte Schloss Hammel erbaut. Fast dreihundert Jahre lang gab es neben dem Schloss nur wenige Häuser in Hammel.
Ottmarshausen wurde vermutlich im 8. Jahrhundert gegründet. Bei Grabungen an der alten Ortskirche St. Vitus fand man Reste einer Holzkirche aus dem Jahr 900. Abt Otmar war im Jahre 759 gestorben und seine Gebeine wurden 864 in St. Gallen beigesetzt. Die Verbindungen der Augsburger Bischöfe zu St. Gallen wurden in dieser Zeit immer enger. Somit dürfte auch in diese Zeit die Orts- und Kirchengründung von Ottmarshausen fallen.
Der alte Kirchplatz in dieser Gemeinde galt schon früh als bevorzugter Siedelplatz, wie Steinzeitfunde beweisen.[2]
In Hainhofen gibt es zwei Schlösser aus dem 18. Jahrhundert.
Der Ortsteil Schlipsheim wurde ca. im 10. Jahrhundert gegründet und war lange Zeit ein Straßendorf. In der Ortsmitte stand bis 1821 ein Schloss, das dann wegen Baufälligkeit abgerissen wurde. Von diesem Schloss ist nur noch die Kapelle übrig geblieben.
Steppach wurde erstmals 1150 urkundlich erwähnt. Über den Zeitpunkt der Gründung von „Stetebach“ lassen sich keine genauen Angaben machen. In der Forschung wird „stete“ meist im Sinne einer schon länger bestehenden (möglicherweise römischen) Siedlung gedeutet. Ob die Namensgebung auf einen ausgetrockneten Bach, einen linken Zufluss zur Wertach, im Verlauf etwa der heutigen „Alten Reichsstraße“ entsprechend, zurückgeht, ist zwischen Historikern und Geologen umstritten.
Eine Besonderheit der Bevölkerungsentwicklung von Steppach war das Aufblühen einer jüdischen Gemeinde. Nach 1438 waren die Juden in der Reichsstadt Augsburg nicht mehr geduldet und fanden im Umland eine Existenzmöglichkeit. Sie waren hauptsächlich im Handel tätig, da sie zu Handwerk und Gewerbe nicht zugelassen waren. Von 1584 bis zum Ende des 19. Jahrhunderts war ein Viertel bis ein Drittel der Einwohner Steppachs jüdischen Glaubens. In der „Alten Reichsstraße“ gab es nicht nur mehrere „Kommunhäuser“ (entsprechend heutigen Eigentumswohnungen), sondern auch eine Synagoge und ein rituelles Tauchbad (Mikwe). Ab Mitte des 19. Jahrhunderts setzte eine stetige Abwanderung der jüdischen Bevölkerung ein, im Jahr 1910 war kein Jude mehr ansässig.
Mit seinen beinahe 4.000 Einwohnern ist Steppach heute der zweitgrößte Stadtteil von Neusäß und eines der gefragtesten Wohngebiete im Augsburger Westen. In Steppach ist in den letzten Jahren nach dem Bau der Ortsumgehung ein belebtes Einkaufs- und Geschäftszentrum entstanden.
Der Bismarckturm in Steppach wurde 1905 errichtet.
Auf Westheimer Gebiet wurde 1852 eine 7,5 Hektar große römische Siedlung mit fünf Brennöfen entdeckt, die etwa von der ersten Hälfte des 2. Jahrhunderts bis zur Mitte des 3. Jahrhunderts n, Chr. betrieben wurden.[3] Der Ort selbst wurde im 11. Jahrhundert gegründet und geht auf ein örtliches Adelsgeschlecht zurück. An der Stelle einer früheren Burg wurde ein Schloss errichtet, das heute als Seniorenheim genutzt wird. Im 16. Jahrhundert wurde die Wallfahrtskirche Maria Loreto auf dem Kobelberg errichtet. Auf dem Kobelberg liegt auch der hochmittelalterliche Burgstall Kobel.
Die Wallfahrtskirche, aber auch der Bahnhof Westheim trugen zu dessen Bedeutung bei. Westheim war noch in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts die größte Ansiedlung nordwestlich von Augsburg und wesentlich bedeutender als die beim Zusammenschluss namensgebende Gemeinde Neusäß. Noch heute betonen die Westheimer in besonderer Weise ihre Unabhängigkeit von (Alt-)Neusäß.
Alt-Neusäß wird seit dem Zusammenschluss zur Gemeinde Neusäß umgangssprachlich, aber auch in offiziellen Veröffentlichungen der Stadt Neusäß so genannt, um eine Unterscheidung des Ortsteils zur Gemeinde zu erhalten. Alt-Neusäß geht ebenfalls auf das 11. Jahrhundert zurück. Zu der Zeit siedelten sich mehrere Bauern um einen kleinen See an und nannten ihren Ort „Niusazen“ (etwa „Neuer Wohnsitz“), was später zu „Neusäß“ wurde. Der See wurde später trockengelegt. Heute befindet sich an dieser Stelle ein Spielplatz. Die Patrizierfamilie der Rembolds erbaute ein Schloss, das im Dreißigjährigen Krieg zerstört wurde. Erhalten ist eine Kapelle aus dem 16. Jahrhundert.
Der Ortszusammenschluss Neusäß wurde am 10. Juni 1988 zur Stadt erhoben und hat heute (Stand 2012) knapp 21.300 Einwohner. Mit dem staatlichen Gymnasium, der Realschule, der Mittelschule sowie dem Staatlichen Beruflichen Schulzentrum ist die Bildungssituation sehr gut.
Anstelle einer zentralen Stadtbücherei gibt es die öffentliche Bücherei Neusäß, die sich aus fünf bürgernahen Teilbüchereien in fünf Stadtteilen zusammensetzt. Diese sind mit insgesamt über 50 000 ausleihbaren Medien gut sortiert und werden gut angenommen.
Religionen [Bearbeiten]
Die katholischen Pfarreien Sankt Ägidius und Sankt Thomas Morus in Neusäß gehören zur Pfarreiengemeinschaft Neusäß im Dekanat Augsburg-Land im Bistum Augsburg.
Die evangelische Emmausgemeinde in Neusäß gehört zum Dekanat Augsburg im Kirchenkreis Augsburg.
Eingemeindungen [Bearbeiten]
Fünf ehemals eigenständigen Dörfer (Hainhofen, Hammel, Neusäß, Schlipsheim und Westheim bei Augsburg) haben sich am 1. Juli 1972 im Zuge der Gemeindegebietsreform zusammengeschlossen.[4] Am 1. Mai 1978 kamen Ottmarshausen, Steppach bei Augsburg und Täfertingen hinzu.[5]
Einwohnerentwicklung [Bearbeiten]
Alt-Neusäß
- 1933: 434 Einwohner
- 1939: 942 Einwohner
- 1946: 1300 Einwohner
- 1961: 3667 Einwohner[5]
- 1970: 6500 Einwohner[5]
- heute: ca. 9000 Einwohner
Gemeinde Neusäß
- 1961: 11.555 Einwohner[5]
- 1970: 16.063 Einwohner[5]
- 2002: 21.914 Einwohner
- 2005: 21.853 Einwohner
- 2006: 21.750 Einwohner
- 2007: 21.571 Einwohner
- 2011: 21.616 Einwohner
Politik [Bearbeiten]
Stadtrat und Bürgermeister [Bearbeiten]
Sitzverteilung im 30köpfigen Stadtrat (Stand Kommunalwahl 2008):
Von 1984 bis 2008 war Dr. Manfred Nozar (parteilos, bei der Wahl 1984 noch SPD) Bürgermeister von Neusäß. Am 2. März 2008 wurde Hansjörg Durz (CSU) mit 64 Prozent der Stimmen zum Bürgermeister gewählt.
Partnerstädte [Bearbeiten]
- Cusset (Frankreich), seit 2000
- Eksjö (Schweden), seit 1995
- Markkleeberg (Deutschland, bei Leipzig), seit 1992
- Bracciano (Italien), seit 23. April 2011 [6]
Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
- Wallfahrtskirche Maria Loreto auf dem Kobel (Westheim)
- Katholische Pfarrkirche St. Stephanus (Hainhofen)
- Schloss Hainhofen
- Schloss Hammel
- Bismarckturm (Steppach)
- Freizeit- und Erlebnisbad Titania-Therme
- die Schmutter
siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Neusäß
Kultur [Bearbeiten]
- Stadthalle Neusäß (Konzerte, Theater, Kabarett, usw.)
- Jugendkulturhaus STEREOTON (Café, Konzerte u. a. Veranstaltungen für Jugendliche)
- Stadtkapelle Neusäß e. V.
- Neusässer Kammerorchester
- Sing- und Musikschule Neusäß e. V.
Schulen [Bearbeiten]
Am Schulstandort Neusäß gibt es vier Grundschulen, eine kombinierte Grund- und Mittelschule, eine Berufsschule, eine Realschule, das Justus-von-Liebig-Gymnasium sowie eine Fachoberschule, eine Berufsfachschule und eine Berufsfachoberschule.
Verkehr [Bearbeiten]
Neusäß ist an die Bundesautobahn 8 (Ausfahrt Neusäß 71B) und an die Eisenbahnstrecke Ulm-Augsburg angebunden. Neusäß hat zwei Bahnhöfe, einen in Westheim und einen in Alt-Neusäß. An beiden halten Regionalzüge der Linie R6 des AVV, sowie der Teil des Fugger-Express, der zwischen Ulm und München verkehrt.
Der Flughafen Augsburg ist ca. 15 km (10 Autominuten) entfernt und der Flughafen München Franz Josef Strauß ca. 90 km (1 Autostunde).
Bekannte Bürger [Bearbeiten]
- Sena Jurinac-Lederle (1921–2011), Kammersängerin und Mitglied des Wiener Mozartensembles, lebte von 1973 bis zu ihrem Tod in Hainhofen.
- Meike Droste (* 1980),Schauspielerin
- Martha Schad (* 1939), Autorin
- Rudolf Trautz, viermaliger Weltmeister, achtmaliger Europameister, 21 mal Deutscher Meister im Tanzen
Literatur [Bearbeiten]
- Richard Greiner, Winfried Greiner: Die Grundherrschaften in Alt-Neusäß - ein Beitrag zur Ortsgeschichte. Neusäß, 1975
- Manfred Nozar (Hrsg.): Neusäß – Die Geschichte von acht Dörfern auf dem langen Weg zu einer Stadt. Neusäß, 1988
Weblinks [Bearbeiten]
- Neusäß: Wappengeschichte vom HdBG
- Neusäß: Amtliche Statistik des LStDV (PDF; 1,24 MB)
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung – Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Quartale (hier viertes Quartal, Stichtag zum Quartalsende) (Hilfe dazu)
- ↑ aus: Chronik der Gemeinde Ottmarshausen von Dr. Walter Pötzl
- ↑ Ulrich Brandl und Emmi Federhofer: Ton + Technik. Römische Ziegel. Theiss, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-8062-2403-0 (Schriften des Limesmuseums Aalen. Nr. 61)
- ↑ Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 424.
- ↑ a b c d e Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 765 und 767.
- ↑ http://www.neusaess.de/ceasy/modules/cms/main.php5?cPageId=315
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