Bauhaus (Baumarkt)

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Bauhaus AG
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Rechtsform Aktiengesellschaft[1]
Gründung 1960
Sitz Zug, Schweiz
Mitarbeiter > 18.500 (2014)
Umsatz über 5 Mrd. Euro (2013)
Branche Baumärkte
Website www.bauhaus.info

Die Bauhaus AG ist ein Handelsunternehmen mit Sitz in Zug in der Schweiz und zählt derzeit zu den größten Baumarktketten Europas.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Unternehmen wurde 1960 nach US-amerikanischem Vorbild als erster Baumarkt Deutschlands von Heinz-Georg Baus gegründet.[2] „Wer damals auf der Suche nach Werkzeugen oder Baumaterialien war, musste von Fachgeschäft zu Fachgeschäft gehen. Bauhaus ermöglichte mit seinem neuartigen Konzept den entspannten Einkauf unter einem Dach.“[3]

Bauhaus-Deutschland-Zentrale in Mannheim
Typische Bauhaus-Front

Das erste Fachhandelsgeschäft mit einer Verkaufsfläche von 250 m² war in Mannheim im Quadrat U3 zu finden. Ergänzend zu einem Sortiment aus rund 25.000 Produkten, die es erstmals in Selbstbedienung gab, bot Bauhaus den Kunden einen Zuschnitt für Holzplatten, einen Lieferservice und einen Kundenparkplatz direkt vor der Tür.

Auf Mannheim folgten Niederlassungen in Heidelberg und Karlsruhe, bevor 1967 ein erstes Geschäft in West-Berlin eröffnete. Bis Ende der 1960er Jahre gab es zehn Niederlassungen, in den 70er Jahren waren es bereits dreimal so viele. Von Beginn der 1980er bis Ende der 1990er Jahre konzentrierte sich die Expansion mit 60 Neueröffnungen im Wesentlichen auf Deutschland. Die 100. Niederlassung eröffnete 1989 in Flensburg.

Das erste Bauhaus außerhalb Deutschland eröffnete in Österreich, wo 1972 die erste Landesgesellschaft gegründet wurde. Es folgte 1988 mit einer Neueröffnung in Dänemark der Markteintritt in die skandinavischen Länder, 1993 mit einer Niederlassung in Tschechien das erste Bauhaus Osteuropas. Heute (Stand Mai 2014) gibt es Bauhaus in 17 Ländern, in denen über 230 Niederlassungen betrieben werden.[4] In Mannheim ist bis heute die Deutschland-Zentrale (Service Center Deutschland) ansässig.

Anfang 2000 führte Bauhaus Kooperationsgespräche mit der amerikanischen Baumarktkette „The Home Depot“, die jedoch ergebnislos beendet wurden. 2007 entschied der Bundesgerichtshof, dass eine Entscheidung des Oberlandesgericht Hamburg aufgehoben wird, welches Bauhaus die Benutzung einer Marke mit dem Zusatz „The Home Store“ untersagte.[5]

Ende 2004 trat Bauhaus ebenso wie Praktiker aus dem Branchenverband Bundesverband Deutscher Heimwerker-, Bau- und Gartenfachmärkte aus. Bauhaus gehört auch keinem Arbeitgeberverband an, unterliegt daher keiner Tarifbindung. Von den 139 Bauhaus-Niederlassungen in Deutschland haben 10 einen Betriebsrat.

Ende November 2013 wurde bekanntgegeben, dass Bauhaus 24 Max-Bahr-Filialen mit rund 1300 Mitarbeitern übernehmen wolle.[6] Max Bahr gehörte vorher zu Praktiker und hatte infolge der Praktiker-Insolvenz am 25. Juli 2013 ebenfalls Insolvenz angemeldet. Neben den über 20 Max-Bahr Standorten kommen 6 Praktiker Standorte hinzu.

Organisation[Bearbeiten]

Im Gegensatz zu einigen anderen Baumarktketten (insbesondere Obi) werden Bauhausniederlassungen nicht im Franchisesystem geführt, sondern über Regionalgesellschaften. Neue Niederlassungen werden nach Firmenangaben ohne Fremdmittel finanziert und befinden sich alle im Konzerneigentum.

Bauhaus ist heute eine (nicht börsennotierte) Aktiengesellschaft und zählt zu den größten Baumarktketten Europas, zurzeit mit etwa 18.500 Beschäftigten. Der Konzern wird mittlerweile vom Schweizer Kanton Zug aus geleitet. Mit über 30.000 m² Verkaufsfläche ist das 1997 eröffnete und danach mehrmals erweiterte Bauhaus in Frechen seit April 2010 der größte Baumarkt Europas.[7] Zuvor trug diesen Titel das Bauhaus in Düsseldorf-Gerresheim mit einer Verkaufsfläche von 28.000 m².

Verkaufskonzept[Bearbeiten]

Moderne Filiale mit Drive-In-Arena (in Heidelberg)

Das Sortiment der Bauhaus Niederlassungen gliedert sich in mehrere Abteilungen, sogenannte Fachgeschäfte und konzentriert sich ausschließlich auf Produkte, die den Bereichen Werkstatt, Haus und Garten zugeordnet werden können. Die Abteilungen sind im Einzelnen:

  1. Ambiente (Gardinen, Innendeko, Sonnenschutz, Tapeten, Teppiche)
  2. Bauelemente
  3. Baustoffe
  4. Eisenwaren
  5. Elektro / Elektroinstallation
  6. Farben
  7. Fliesen
  8. Holz (inkl. Parkett, Laminat, Paneele)
  9. Leuchten
  10. Sanitär / Sanitärinstallation / Badzubehör / Heizung
  11. Gartenhartware / Pflanzen ("Stadtgarten")
  12. Werkzeuge / Maschinen

Ergänzend zum normalen Abteilungskonzept gibt es spezielle Fachkonzepte. Diese bieten im Vergleich zu den Abteilungen ein erweitertes Sortiment und treten meist unter einem eigenen Namen auf. Bestandteil vieler Niederlassungen/Filialen sind Gartencenter, genannt „Der Stadtgarten“. Zunehmend werden, ähnlich wie beim Mitbewerber Hornbach, sogenannte „DRIVE-IN-ARENA“ für Baustoffe und Baumaterialien eingerichtet, die es an über 50 Standorten gibt (Stand Oktober 2012). Ein weiteres Konzept ist die unter dem Eigennamen geführte „BÄDERWELT“, die als Shop-in-Shop-System Produkte und deren Installation anbietet. Sie wird mittlerweile an über 50 Standorten angeboten (Stand Oktober 2012)[8]. In über 30 Niederlassungen (Stand Oktober 2012)[9] gibt es sogenannte „NAUTIC“-Abteilungen mit einem Sortiment an Booten und Zubehör für den Wassersport. In sieben Bauhaus Niederlassungen gibt es eine sogenannte „FLIESEN ARENA“; eine Abteilung, die vorrangig Fliesen, Natursteinplatten und Fensterbänke anbietet. (Stand: Oktober 2014)[10]

Ladengestaltung[Bearbeiten]

Bauhaus-Logo am Eingang

Wahrzeichen der Fassadengestaltung sind seit den frühen 80er Jahren drei miteinander verbundene Häuschen. Sie sind das offizielle Bauhaus-Logo (das sog. „Konglomerat“, aus dem griech., bedeutet etwa „zusammenhängend“) und bilden vielerorts das Eingangsportal der Niederlassungen. Die derzeit durchschnittliche Verkaufsfläche der neueröffneten Niederlassungen beläuft sich auf 20.000 Quadratmeter mit einer meist lang gestreckten Fassadenform. Ein breiter Mittelgang teilt die Verkaufsfläche und entlang dieser Achse sind sämtliche Abteilungen angeordnet.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Handelsregister des Kantons Zug. Abgerufen am 29. Juli 2014.
  2. http://www.br-online.de/bayern2/zuendfunk/zuendfunk-kolumne-mode-baumarkt-ID1274954791879.xml
  3. (Quelle: Bauhaus Firmengeschichte)
  4. BAUHAUS International. Abgerufen am 26. Mai 2014.
  5. Verwechslungsgefahr zwischen "The Home Depot" und "Bauhaus The Home Store". Hanseatisches Oberlandesgericht, Urteil vom 27. Januar 2005, AZ: 5 U 36/04. Abgerufen am 28. November 2013.
  6. Bauhaus übernimmt 24 Max Bahr Filialen. Spiegel Online, 28. November 2013, abgerufen am 28. November 2013.
  7. „Der größte Baumarkt Europas“, Kabel eins, Sendung „Abenteuer Leben - täglich Wissen“ vom 15. Juni 2010
  8. http://www.bauhaus.info/fachcentren/baederwelt
  9. Quelle: http://www.bauhaus.info/fachcentren/nautic
  10. http://www.bauhaus.info/fachcentren/fliesen-arena