Obi (Baumarkt)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
OBI Bau- und Heimwerkermärkte GmbH & Co. Franchise Center KG
Logo der OBI GmbH & Co. Deutschland KG
Rechtsform GmbH & Co. KG
Gründung 1970
Sitz Wermelskirchen, Deutschland
Mitarbeiter 43.100[1]
Umsatz 6,9 Mrd. EUR[1]
Branche Baumärkte, Einzelhandel
Website www.obi.de
Stand: 31. Dezember 2012 Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Stand 2012
Außenansicht eines Kölner Obi-Baumarktes
Luftbild eines Obi-Baumarktes in Bremerhaven (2012)

Die Obi GmbH & Co. Deutschland KG (Eigenschreibweise OBI in Majuskeln) ist eine europaweit agierende Baumarkt-Handelskette mit Hauptsitz in Wermelskirchen in Deutschland.

Eigentümerstruktur[Bearbeiten]

Obi Deutschland ist Teil der Obi Group Holding GmbH Wermelskirchen, die ihrerseits zu 100 % von der Olympics Baumarkt Holding GmbH Wermelskirchen gehalten wird.[2] An der Olympics Baumarkt Holding GmbH sind die Unternehmensgruppe Tengelmann mit 74,23 %[3] und die Lueg-Gruppe[4] beteiligt.

Ranking[Bearbeiten]

Obi Deutschland gehört zu den größten Baumarktunternehmen in Europa und führt die Top-Liste der Baumärkte in Deutschland an.[5] Baumärkte werden an 580 Standorten in 13 Ländern (davon 338 in Deutschland) unterhalten. Im Geschäftsjahr 2012 erzielten die Obi-Märkte mit 43.100 Mitarbeitern einen Umsatz von 6,9 Mrd. Euro.[1] Der Umsatzanteil des Auslandes betrug 2011 46 Prozent.

Geschichte[Bearbeiten]

Gegründet wurde Obi 1970 von Emil Lux und Manfred Maus mit der Eröffnung des ersten Obi-Marktes im Einkaufszentrum Alstertal in Hamburg-Poppenbüttel. Die Idee des Firmennamens Obi geht auf die französische Aussprache des Wortes Hobby zurück, da im Französischen ein H nicht gesprochen wird. Manfred Maus kaufte den Namen Obi (für 3000 Franc) von Geschäftsleuten, die in Frankreich einen Baumarkt mit diesem Namen betrieben. Aufgrund des Kaufvertrages dürfen in Frankreich keine weiteren Obi-Märkte eröffnet werden.[6] Die in Frankreich bestehenden Obi-Märkte gehören zur französischen Leroy-Merlin-Baumarktgruppe.

1985 übernahm die Unternehmensgruppe Tengelmann die Mehrheit an Obi,[7] der Anteil wurde im Jahr 2007 durch die Übernahme der Anteile der Gründerfamilie Lux von 63 % auf 74 % erhöht.[8]

Ende der 1990er Jahre wurde die Kette IMO-Markt Baumarkt mit sechs Märkten erster Franchisepartner in Österreich. 2010 verkaufte IMO-Markt Baumarkt die Obi-Baumärkte nach Deutschland an Obi. Die Immobilien blieben bei IMO-Markt Baumarkt.[9] Weiterhin betreiben acht Franchisepartner insgesamt 32 Märkte. Unter diesen Partnern befindet sich der seit 1894 bestehende Baustoffhändler A. Sochor, das selbst etwa einen Umsatz von 100 Millionen Euro (2006) erreicht.[10]

Die elf Schweizer Märkte werden seit der Kooperation mit der Migros als Franchisepartner betrieben.

Konzernstruktur[Bearbeiten]

Im Jahr 2013 betreibt Obi Baumärkte in Deutschland (338),[11] Italien (52), Polen (44), Österreich (33), Tschechien (28), Ungarn (28), Russland (19), der Schweiz (10), Rumänien (7), Slowenien (7), Kroatien (3), Bosnien-Herzegowina (3) und der Ukraine (3). Ein zeitweiliges Engagement in China wurde wieder aufgegeben. Die deutschen Märkte werden von der Deutsche Heimwerkermarkt Holding GmbH, ebenfalls in Wermelskirchen, gesteuert.

Viele OBI-Märkte sind aber nicht Teil des Konzerns, sondern werden von eigenständigen Unternehmern in Franchise betrieben.

Zu dem Unternehmen gehören mehrere Servicegesellschaften:

  • Obi Mietprofi (Werkzeug- und Maschinenverleih)
  • Obi Renovierungs-Service (Handwerkerservice)
  • Obi Smart Technologies ehemals GfD – Gesellschaft für Datenverarbeitung (IT-Dienstleistungen)
  • OBI E-Commerce GmbH (Verantwortung für Online Shop [12])

Neben Produkten für den Bau- und Heimwerkerbedarf bietet das Unternehmen auch Haushaltswaren und Gartenbedarfsartikel an. Bekannt wurde das Unternehmen durch sein Markensymbol, den Biber. Mittlerweile steht die Baumarktbranche in einem starken Verdrängungs- und Konkurrenzkampf, so wurde auch die Werbeintensität deutlich erhöht, unter anderem auch als Co-Sponsor bei Sportsendungen und Sportveranstaltungen. Obi war beispielsweise das einzige Einzelhandelsunternehmen, das als offizieller Sponsor der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 auftrat.

Kooperationen[Bearbeiten]

Obi kooperiert im Ausbauhaus-Geschäft mit der B.O.S. Haus GmbH, einer Vertriebstochter von Bien-Zenker.

Mit Obi@Otto war Obi eine Kooperation mit dem Otto-Versand in Hamburg eingegangen. Ziel war es, die Vorteile eines Onlineshops und einem hauseigenen Lieferservice, Hermes sowie mit Schenker für Großsendungen (wie z. B. Gartenhäuser), mit dem gängigen Obi-Sortiment zu verknüpfen. Der Otto-Versand führt seinen Markenauftritt jedoch seit Anfang 2007 ohne die Obi-Baumarktgruppe unter dem Namen OTTO Baumarkt direkt in Zusammenarbeit mit der hagebau in Soltau weiter.

Außerdem war Obi dem Payback-System bis zum 30. Juni 2007 angeschlossen. Obi hat mittlerweile ein eigenes Bonusprogramm für Kunden aufgebaut.

Kritik[Bearbeiten]

  • Obi wird von Gewerkschaften vorgeworfen, Betriebsräte systematisch zu behindern oder deren Gründung von Anfang an zu unterbinden. Dazu sollen die Mitarbeiter massiv unter Druck gesetzt und Betriebsratsmitglieder mit fadenscheinigen Gründen gekündigt worden sein. In nur ca. 40 von 330 Baumärkten von Obi gibt es Betriebsräte.[13]
  • Der TÜV Rheinland wirft Obi vor, seit 2009 die Kunden durch missbräuchlich verwendete Prüfsiegel bei sicherheitstechnisch heiklen Geräten getäuscht zu haben.[14]

Bewegungen im Baumarkt-Sektor[Bearbeiten]

In München und Umgebung sind zu Beginn des Jahres 2014 acht von 18 OBI-Märkten zu Hagebau gewechselt, "weil sich Münchner Franchise-Nehmer dem Diktat der Unternehmensleitung [von OBI] nicht beugen" wollten.[15]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Obi 2012, obi.de, abgerufen am 12. Oktober 2013
  2.  eBundesanzeiger: Jahresabschluss zum 31. Dezember 2010 der Olympics Baumarkt Holding GmbH.
  3.  eBundesanzeiger: Anteil laut Konzernabschluss zum 31. Dezember 2010 der Tengelmann Warenhandelsgesellschaft KG.
  4. wer-zu-wem.de – OBI
  5. Top 10 Baumärkte Deutschland 2012 (nach Umsatz in 2011). Abgerufen am 2. Januar 2013.
  6. http://www.obi.de/de/company/de/Unternehmen/Historie/index.html
  7. http://tengelmann.de/unternehmen0/unternehmensgeschichte0/unternehmensgeschichte1971-19931.html
  8. http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/0,2828,498644,00.html
  9. Imo: Neun OBI-Märkte an Zentrale verkauft auf OBI vom 4. Juni 2010 abgerufen am 25. Juli 2012
  10. Sochor A. & Co GmbH auf Staatswappenträger abgerufen am 1. Oktober 2010
  11. Anzahl Märkte, obi.de, abgerufen 12. Oktober 2013
  12. Impressum obi.de, OBI E-Commerce GmbH Verantwortlich und Vertragspartner für den Online-Shop
  13. Obi will Betriebsrat kündigen, stuttgarter-zeitung.de, abgerufen am 12. Oktober 2013
  14. TÜV wirft Obi Täuschungsmanöver mit Gütesiegeln vor, spiegel.de, abgerufen am 12. Oktober 2013
  15. Baumärkte in München. Von Obi zu Hagebau. Süddeutsche Zeitung, 24. Januar 2014.

51.1464857.2484Koordinaten: 51° 8′ 47″ N, 7° 14′ 54″ O