Benzingerode

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

51.8345810.8671Koordinaten: 51° 50′ 4″ N, 10° 52′ 2″ O

Benzingerode
Höhe: 215–280 m ü. NN
Eingemeindung: 1. April 1993
Postleitzahl: 38855
Vorwahl: 03943
Benzingerode, gesehen vom Austbergturm

Benzingerode, gesehen vom Austbergturm

Benzingerode, gesehen vom Struvenberg

Benzingerode ist seit dem 1. April 1993 ein Ortsteil der Stadt Wernigerode[1] im Landkreis Harz des Bundeslandes Sachsen-Anhalt.

Geographische Lage[Bearbeiten]

Benzingerode liegt am nördlichen Harzrand, im Übergangsbereich zum Harzvorland. Es befindet sich etwa 5,5 km (Luftlinie) östlich von Wernigerode, an der alten Bundesstraße 6, die mitten durch den Ort führt und von der am östlichen Ortsausgang eine Verbindungsstraße nach Silstedt abzweigt. Östlich von Benzingerode, das auf etwa 215 bis 280 m ü. NN[2] liegt, erhebt sich der Struvenberg, südwestlich der Stapenberg und nordwestlich der Austberg.

Geschichte[Bearbeiten]

Blick vom Fernradweg auf den Ort

Während des Neolithikums war die Gegend besiedelt von Personengruppen, die der Bernburger Kultur, einer Untergruppe der Trichterbecherkultur zugeordnet werden. Als archäologisch auswertbare Zeugnisse dieser Gruppen haben sich so genannte Totenhütten erhalten. Eine solche wurde auf der Trasse der Ortsumgehung der neu gebauten Bundesstraße 6n gefunden (siehe: Totenhütte von Benzingerode). Der Ort selbst kann auf eine fast 800-jährige Geschichte zurückblicken. Der Ortsname Benzingerode (Variationen: Benshingerod, Bentsingerod) wird erstmals im Lehnsverzeichnis des Grafen Heinrich I. von Regenstein erwähnt, das Einträge aus der Zeit von 1212 bis 1227 verzeichnet. Da es sich um den ältesten Teil des Lehnsverzeichnisses handelt, in dem Benzingerode genannt wird, könnte sich der Zeitpunkt der Ersterwähnung auf die Jahre 1212/13 eingrenzen lassen.

Aus einer Urkunde vom 28. September 1323 geht hervor, dass Graf Heinrich von Regenstein dem Stiftskapitel St. Sylvestri zu Wernigerode drei Viertel Land und einen Hof zu Bencingerode übergab, wie seine Brüder Ulrich und Siegfried es auch getan haben.

Der Ort geht auf zwei ehemalige Gutshöfe zurück, den Oberhof und den Unterhof. Beide Bezeichnungen haben sich als Flur- bzw. Straßennamen bis heute erhalten. Der Unterhof soll das Gut der Herren von Benzingerode gewesen sein.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Dorfkirche

Östlich von Benzingerode befinden sich auf dem Westteil Struvenbergs, der zum Naturschutzgebiet Ziegenberg bei Heimburg gehört, die wenigen Überreste der Struvenburg.

Nordwestlich des Dorfs liegt der Austberg (Augsberg / Augstberg), auf dem die einstige Warte Austbergturm (Austbergwarte) steht – nun als Aussichtsturm genutzt. Von dort fällt der Blick unter anderem auf Benzingerode, zum Harz und in das Harzvorland.

Die in der Ortsmitte gelegene neoromanische Dorfkirche Benzingerode wurde 1903 erbaut und ähnelt der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin.

Ferner befindet sich ein Schulmuseum im Ort.

Weiterhin stehen nordöstlich von Benzingerode drei Menhire. Diese befinden sich auf einem Feld, unweit der neu gebauten Bundesstraße 6 und sind über den 6 km langen Menhir-Rundweg zu erreichen. Der "große" Menhir (3,50 m) steht noch am ursprünglichen Standort, während die anderen beiden Menhire vor kurzem an mehr oder weniger originalen Stellen wieder errichtet wurden.

Literatur[Bearbeiten]

  • Johann Christoph Stübner: Denkwürdigkeiten des Fürstenthums Blankenburg und des demselben inkorporirten Stiftsamts Walkenried, Wernigerode 1788-1790.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7.
  2. Sachsen-Anhalt-Viewer