Bernard Lietaer

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Bernard Lietaer, 2011.

Bernard A. Lietaer (* 1942 in Lauwe) ist ein belgischer Finanzexperte, der für seine Propagierung von Komplementärwährungen bekannt ist.

Biografie[Bearbeiten]

Im akademischen Bereich wirkte er von 1975 bis 1978 und von 1983 bis 1986 als Assistant Professor für Internationales Finanzwesen an der Universität Löwen. Von 1992 bis 1998 unterrichtete er als Gastprofessor an der Sonoma State University archetypische Psychologie, von 2003 bis 2006 baute er als Visiting Scholar an der Naropa University in Boulder (Colorado) das dortige Marpa Center for Business and Economics auf.

Bernard Lietaer war leitender Angestellter bei der Belgischen Zentralbank und verantwortlich für die Einführung des ECU, des Konvergenzmechanismus, der zur europäischen Einheitswährung führte.

In seiner Funktion als Geschäftsführer und Währungshändler eines der erfolgreichsten Offshore-Währungsfonds in den Jahren 1989 bis 1992 kürte ihn die Business Week zum Top-Weltwährungshändler.

Er war Berater von multinationalen Konzernen wie von Regierungen in Entwicklungsländern und Präsident eines elektronischen Zahlungssystems.

Derzeit ist er Research Fellow am Center for Sustainable Resources der University of California in Berkeley.

Positionen und Werke[Bearbeiten]

Lietaer hat eine Terra genannte zukünftige Weltwährung vorgeschlagen. Er geht in seinen Büchern intensiv auf das Konzept einer Demurrage des Geldes ein.

Anlässlich der Finanzkrise ab 2007 äußerte er sich über die Gründe, analysierte die Situation und zeigte Lösungsmöglichkeiten auf. Neben einer Reihe von Symptomen wie Gier, sei vor allem das gegenwärtige Finanzsystem zu effizient.[1]

Bankenregulierungen seien politisch gewollt und lediglich Teil eines Katz und Maus-Spiels, das es seit dem 17. Jahrhundert gäbe, seit den Banken das Monopol auf die Geldschöpfung übertragen wurde. Die Verhinderung eines Zusammenbruchs des Wirtschaftskreislaufs seien richtig gewesen, verhindern allerdings nicht Gefahren einer wirtschaftlichen Stagnation, die aufgrund von Bilanzbereinigungen drohen. Des Weiteren würden die Konzentrationprozesse im Bankensektor zunehmen, große Institute also kleinere schlucken. Das würde zukünftige Kosten erhöhen, sollten diese in Schwierigkeiten kommen.[1]

Hierbei würde die Effizienz des gesamten Banksystems immer mehr zunehmen, allerdings damit auch die Instabilität. Die Belastbarkeit sei deshalb wichtig, was man erst seit neuestem mathematisch modellieren könnte. Nach dem Vorbild der Natur solle deshalb die Vielfalt und Vernetzung zunehmen, vor allem im Währungssystem. Das Monopol der nationalen Währungen sei deshalb im Weg, und freies Geld mit Komplementärwährungen eine Möglichkeit zu mehr Nachhaltigkeit. Regionalwährungen würden deshalb ungenutzte Ressourcen mit unbefriedigten Bedürfnissen verbinden und an den ökonomischen Kreislauf anschließen. Ein solches System, wo Unternehmen ihr eigenes Geld schöpfen, würde in der Schweiz mit dem WIR-System zur wirtschaftlichen Stabilität der Schweiz beitragen und funktionieren.[1]

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. a b c Elisabeth C. Gründler: Erhöhte Unfallgefahr, brand eins Ausgabe 1/2009