Bernd Nitzschke

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Bernd Nitzschke (* 2. Juni 1944 in Dresden) ist ein deutscher Psychoanalytiker, Historiker der Psychoanalyse und Wissenschaftspublizist.

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Leben[Bearbeiten]

Bernd Nitzschke studierte Psychologie, Philosophie, Soziologie und Politikwissenschaften an den Universitäten Erlangen, München und Marburg. Er ist neben seiner psychotherapeutischen Praxis als Wissenschaftspublizist tätig – hauptsächlich auf dem Gebiet der Geschichte der Psychoanalyse.

Nitzschke erhielt 1976 sein Diplom in Psychologie und promovierte drei Jahre später in Bremen mit einer Arbeit über Freud und Schopenhauer. Während und nach dem Studium arbeitete er als Wissenschaftspublizist unter anderem für Die Zeit sowie als Lektor in den Verlagen Rowohlt und Kindler. 1977/78 war er Redakteur der Zeitschrift Psychologie heute, 1979-87 wissenschaftlicher Mitarbeiter am „Klinischen Institut für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie“ der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.

Nitzschke ist Mitbegründer des seit 1988 erscheinenden Periodikums Luzifer-Amor – Zeitschrift für die Geschichte der Psychoanalyse und regelmäßiger Mitarbeiter der Zeitschrift Werkblatt – Zeitschrift für Psychoanalyse und Gesellschaftskritik.

Ebenfalls seit 1988 arbeitet er als Psychoanalytiker (DGPT) in eigener Praxis in Düsseldorf. Er ist Lehranalytiker, Supervisor und Dozent am „Institut für Psychoanalyse und Psychotherapie Düsseldorf e.V.“ sowie Supervisor und Dozent am „Institut für psychotherapeutische Forschung, Methodenentwicklung und Weiterbildung an der Universität zu Köln“.

Seine Forschungsschwerpunkte sind: Männlichkeit und Sexualität, Geschichte der Psychoanalyse, Biografieforschungen, Literatur und Psychoanalyse, psychoanalytische Behandlungstheorie, Leben und Werk Wilhelm Reichs, Antisemitismus.

Werke[Bearbeiten]

  • Die Zerstörung der Sinnlichkeit, München 1974 (Kindler); Neuauflage: München (Matthes & Seitz) 1981
  • Die reale Innenwelt. Anmerkungen zur psychischen Realität bei Freud und Schopenhauer, 1978 München (Kindler)
  • Männerängste, Männerwünsche, München 1980 (Matthes & Seitz)
  • Goethe ist tot, es lebe die Kultur. Vorwort in: Möbius, P.: Über das Pathologische bei Goethe, München 1982 (Matthes & Seitz)
  • Von der Kälte des Gedankens und der Wärme des Leibes. Reflexionen über Gefühle, München 1984 (Matthes & Seitz)
  • Der eigene und der fremde Körper. Bruchstücke einer psychoanalytischen Gefühls- und Beziehungstheorie, Tübingen 1985 (Konkursbuch Verlag)
  • Sexualität und Männlichkeit. Zwischen Symbiosewunsch und Gewalt, Reinbek 1988 (Rowohlt TB)
  • (Hrsg.): Zu Fuß durch den Kopf – Wanderungen im Gedankengebirge. Ausgewählte Schriften Herbert Silberers, Tübingen 1988 (edotion diskord)
  • Freud und die akademische Psychologie. Beiträge zu einer historischen Kontroverse, Weinheim 1989 (Psychologie VerlagsUnion)
  • Die Liebe als Duell ... und andere Versuche, Kopf und Herz zu riskieren, Reinbek 1991 (Rowohlt TB)
  • Wir und der Tod. Essays über Sigmund Freuds Leben und Werk, Göttingen 1996 (Vandenhoeck & Ruprecht)
  • (Hrsg. zusammen mit Karl Fallend): Der „Fall“ Wilhelm Reich. Beiträge zum Verhältnis von Psychoanalyse und Politik, Frankfurt a. M. 1997 (Suhrkamp). Neuausgabe: Gießen 2002 (Psychosozial Verlag)
  • Aufbruch nach Inner-Afrika. Essays über Sigmund Freud und die Wurzeln der Psychoanalyse, Göttingen 1998 (Vandenhoeck & Ruprecht)
  • Das Ich als Experiment. Essays über Sigmund Freud und die Psychoanalyse im 20. Jahrhundert, Göttingen 2000 (Vandenhoeck & Ruprecht)
  • (Hrsg. zusammen mit Werner Felber, Albrecht Götz von Olenhusen und Gottfried Maria Heuer): Psychoanalyse und Expressionismus. 7. Internationaler Otto Gross Kongress Dresden, Marburg 2010 (LiteraturWissenschaft.de)
  • (Hrsg.) Die Psychoanalyse Sigmund Freuds. Konzepte und Begriffe, Wiesbaden 2011 (VS-Verlag)
  • (Hrsg., zus. mit Roland Kaufhold): Jüdische Identitäten in Deutschland nach dem Holocaust. Psychoanalyse - Texte zur Sozialforschung 1 (28), 16. Jg., 2012 (Pabst Science Publishers)

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]