Bistum Brünn

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Bistum Brünn
Karte Bistum Brünn
Basisdaten
Staat Tschechien
Metropolitanbistum Erzdiözese Olmütz
Diözesanbischof Vojtěch Cikrle
Emeritierter Weihbischof Petr Esterka
Generalvikar Jiří Mikulášek
Fläche 10.597 km²
Pfarreien 449 (31. Dezember 2011 / AP 2013)
Einwohner 1.360.000 (31. Dezember 2011 / AP 2013)
Katholiken 535.500 (31. Dezember 2011 / AP 2013)
Anteil 39,4 %
Diözesanpriester 264 (31. Dezember 2011 / AP 2013)
Ordenspriester 94 (31. Dezember 2011 / AP 2013)
Ständige Diakone 40 (31. Dezember 2011 / AP 2013)
Katholiken je Priester 1.496
Ordensbrüder 115 (31. Dezember 2011 / AP 2013)
Ordensschwestern 289 (31. Dezember 2011 / AP 2013)
Ritus Römischer Ritus
Liturgiesprache Tschechisch
Kathedrale St. Peter und Paul
Website www.biskupstvi.cz
Wappen des Bistums Brno
Kollegiatskirche St. Peter und Paul (Brünner Dom)

Das Bistum Brünn (tschech.: Biskupství brněnské bzw. Diecéze brněnská; lat.: Dioecesis Brunensis) ist eine Suffragandiözese der Erzbistums Olmütz in Tschechien mit Sitz in Brünn (Brno).

Vorgeschichte[Bearbeiten]

Nach den Grenzverschiebungen der Schlesischen Kriege, die endgültig 1763 im Hubertusburger Frieden festgelegt wurden, sollten auch die Bistumsgrenzen an die neuen Staatsgrenzen angepasst werden. Bei den hierzu 1773–1774 geführten Geheimverhandlungen zwischen Österreich, Preußen und dem Heiligen Stuhl, die die Schaffung der Bistümer Troppau und Brünn vorsahen, konnte jedoch keine Einigung erzielt werden. Nach dem Tod des Olmützer Bischofs Maximilian Reichsgraf von Hamilton wurden die Verhandlungen wieder aufgenommen, scheiterten jedoch an der ablehnenden Haltung Preußens, das auf große Teile des Erzbistums Breslau, die nunmehr in Österreichisch-Schlesien lagen, hätte verzichten müssen. Die böhmische Königin Maria Theresia gab deshalb die Gründung eines Bistums Troppau auf und verhandelte Anfang 1777 mit dem Heiligen Stuhl um die Errichtung des Bistums Brünn, dessen Notwendigkeit sie mit seelsorglichen Aspekten begründete.

Gründung[Bearbeiten]

Altes Wappen des Bistums aus der Zeit der Monarchie

Papst Pius VI. gründete im Sommer 1777 für den mittleren und südlichen Teil Mährens das Bistum Brünn, dem die Kreise Brünn, Znojmo und Jihlava sowie die Herrschaften Chirlowitz und Wischau zugewiesen wurden. Gleichzeitig erhob er das Bistum Olmütz zum Erzbistum und Brünn zu dessen Suffragandiözese.

Das neue Bistum Brünn bestand aus 18 Dekanaten mit 151 Pfarreien und 28 Lokalien. Kathedrale wurde die Brünner Kollegiatskirche St. Peter und Paul. Das dort seit 1298 bestehende Kollegiatskapitel wurde zum Domkapitel erhoben, und dessen Propst Matthias Franz Chorinský von Ledska zum ersten Bischof ernannt.

18. und 19. Jahrhundert[Bearbeiten]

Große Probleme ergaben sich für das neu gegründete Bistum bei der Priesterausbildung, nachdem 1773 die Jesuitenkollegien in Brünn, Znaim und Iglau aufgehoben worden waren. Da Brünn Sitz der mährischen Landesregierung war, wurde 1778 die Universität Olmütz mit der Theologischen Fakultät nach Brünn verlegt, geriet jedoch bald in Auseinandersetzungen zwischen Jansenisten und konservativen Theologen, auf deren Seite Bischof Chorinský stand, der sich jedoch nicht durchsetzen konnte. Die Universität wurde 1782 nach Olmütz zurückverlegt und im selben Jahr auf Diözesangebiet auf Weisung Josephs II. acht Klöster, darunter die bedeutende Abtei Klosterbruck, aufgelöst.

Chorinskýs Nachfolger Johann Baptist Lachenbauer, ein Anhänger der Josephinischen Reformen, war bestrebt, diese mustergültig umzusetzen. Erst in der Amtszeit des Bischofs Vinzenz Joseph Graf von Schrattenbach konnte im Gebäude des ehemaligen Dominikanerklosters das Brünner Priesterseminar errichtet werden. 1862 wurde das Dekanat Wischau ausgegliedert und dem Erzbistum Olmütz zuwiesen.

20. Jahrhundert[Bearbeiten]

Nach dem Tod des Bischofs Karel Skoupý 1972 trat bis 1989 eine Sedisvakanz ein, da die kommunistischen Machthaber der damaligen Tschechoslowakei eine Neueinsetzung verhinderten. Erst nach der Samtenen Revolution von 1989 konnte Vojtěch Cikrle zum neuen Bischof von Brünn ernannt und geweiht werden. Ihm steht seit 1999 Petr Esterka als Weihbischof zur Seite.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Erwin Gatz (Hrsg): Bistum Brünn. In: Die Bistümer des Heiligen Römischen Reiches von ihren Anfängen bis zur Säkularisation. Herder, Freiburg im Breisgau 2003, ISBN 3-451-28075-2, S. 154–155.

Weblinks[Bearbeiten]