Bochum-Riemke

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen von Bochum
Bochum-Riemke
Stadtteil von Bochum
Lage von  im Mitte
Koordinaten 51° 30′ 36″ N, 7° 12′ 39″ O51.517.2108333333333Koordinaten: 51° 30′ 36″ N, 7° 12′ 39″ O
Fläche 3,76 km²
Einwohner 7518 (31. Dez. 2011)
Bevölkerungsdichte 1999 Einwohner/km²
Eingemeindung 1. Apr. 1926
Postleitzahl 44807
Bezirk Mitte
Quelle: [1]
Riemke vom Tippelsberg aus, Juni 2007

Bochum-Riemke ist ein Stadtteil von Bochum im Stadtbezirk Bochum-Mitte mit rund 7.500 Einwohnern (2012).

Lage und Ortsbild[Bearbeiten]

Riemke liegt im Norden von Bochum und grenzt dort an die Stadt Herne. Auf Bochumer Gebiet grenzt Riemke an die Stadtteile Bergen, Hiltrop, Grumme und Hofstede.

Im Zentrum von Riemke liegt der Marktplatz, auf dem bereits seit Jahrzehnten ein Wochenmarkt stattfindet. Um ihn herum existieren auch zahlreiche Geschäfte und Gaststätten.

Sehenswert ist die denkmalgeschützte Pfarrkirche St. Franziskus

In Riemke liegt mit dem Tippelsberg eine der höchsten Erhebungen Bochums. Der Tippelsberg markiert einen letzten Ausläufer des Ardeygebirges. Nach Nordwesten hin gibt es nahezu keine natürlichen Erhebungen mehr. Auf den ohnehin schon hohen Berg wurde eine Schutthalde aufgeschüttet, welche Ende 2004 stillgelegt wurde. Von dem Berg bietet sich eine hervorragende Weitsicht. So lassen sich im Osten Teile der Dortmunder Innenstadt erkennen. Westlich kann die Innenstadt von Essen sowie der Tetraeder in Bottrop erkannt werden. Richtung Norden reicht der Blick bis nach Haltern. Der Berg wird zum Drachensteigen genutzt und ist ein beliebter Treffpunkt zu Silvester.

Im Osten von Riemke liegt das Naturschutzgebiet Zillertal.

Riemke besitzt Anschluss an die U-Stadtbahn-Linie U35 (Bochum–Herne) sowie an die Bundesstraße 51 und die Autobahn 43. Außerdem besitzt Riemke Anschluss an das Eisenbahnnetz mit einem Haltepunkt an der Strecke Bochum–Gelsenkirchen (Glückauf-Bahn).

Geschichte[Bearbeiten]

Eine erste urkundliche Erwähnung fand das Dorf „Rymbecke“ in einem Heberegister aus dem späten 9. Jahrhundert (um 880) des Klosters Werden, an das Naturalien abgegeben werden mussten.[2]

Riemke wurde bekannt durch zahlreiche Schachtanlagen der Zeche Constantin der Große und den großen Güterbahnhof an der Eisenbahnhauptstrecke Bochum–Gelsenkirchen. Direkt nördlich im Anschluss an den Güterbahnhof befand sich früher der Zechenbahnhof der Zechen Constantin der Große und Hannibal.

Am 1. April 1926 wurde die Gemeinde Riemke nach Bochum eingemeindet. 43 ha wurden nach Herne umgegliedert.[3]

Ab 1957 wurden in Riemke von Graetz Fernsehgeräte produziert, bis der Betrieb 1987 von dem finnischen Konzern Nokia übernommen wurde. 1991 erfolgte die Umstellung auf die Fertigung von Mobiltelefonen; im Januar 2008 kündigte Nokia die ersatzlose Schließung des Werkes an, die zum 1. Juli 2008 umgesetzt wurde.

Bei einem Großbrand in den Morgenstunden des 25. Juni 2007 ist an der Schöllmannstraße die um 1920 erbaute Lagerhalle der ehemaligen Hauptwerkstatt des Zechenbahnhofs Constantin der Große/Hannibal niedergebrannt. Nur wenige Wochen später, am 16. Juli 2007, brach in einer Lagerhalle der Verwertungsfirma Kost ein Feuer aus, das das komplette Gebäude in Brand setzte und erst nach drei Stunden unter Kontrolle gebracht werden konnte. Laut Auskunft der Firma beträgt der entstandene Schaden ca. 1,8 Millionen Euro. Im August 2013 gab es einen weiteren Großbrand auf dem Gelände des Unternehmens AGR-DAR GmbH.[4]

Bahnhof[Bearbeiten]

Bahnhof Bochum-Riemke

Der Durchgangsbahnhof Bochum-Riemke (früher Bochum-NOKIA, davor Bochum-Graetz) liegt an der Bahnstrecke Bochum–Gelsenkirchen. Mit zwei Gleisen an zwei Bahnsteigen, die beide für den regulären Regionalverkehr vorgesehen sind, gehört er zur Bahnhofskategorie 5. Der Haltepunkt mit dem Kürzel EBRI kann am Wochenende etwa 40 Zugfahrten verzeichnen, werktags sind es doppelt so viele.[5] Außerdem fahren Güterzüge auf der Strecke.

Linie Linienbezeichnung Linienverlauf
RB 46 Glückauf-Bahn GelsenkirchenWanne-EickelBochum

Literatur[Bearbeiten]

  • Franz Butterwegge (Hg.): St. Franziskus Bochum-Riemke. Libertas-Verlag Baum, Wiesbaden 1967.
  • Wilhelm Rüter: Die Entwicklung des Schulwesens in Riemke. Schulverwaltungsamt Bochum 1989.
  • Karl Keil: Die Geschichte des Bergwerkes Hannibal in Bochum-Riemke. In: Bergbau. Zeitschrift für Rohstoffgewinnung, Energie, Umwelt. Bd. 46 (1995), ISSN 0373-2371, S. 274.

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Statistisches Jahrbuch der Stadt Bochum, Berichtsjahr 2011 (PDF; 820 kB), Vorabveröffentlichung des Kapitels II: Bevölkerung, S. 40. (Hinweis: Die Einwohnerzahlen sind nach statistischen Bezirken und nicht nach den Gemarkungen angegeben, die Zahlen dazu finden sich im Artikel Einwohnerentwicklung von Bochum.)
  2. Rudolf Kötzschke (Hrsg.): Die Urbare der Abtei Werden a. d. Ruhr (= Publikationen der Gesellschaft für rheinische Geschichtskunde XX: Rheinische Urbare). Bd. 2: A. Die Urbare vom 9.–13. Jahrhundert. Hrsg. von Rudolf Kötzschke, Bonn 1908, Nachdruck Düsseldorf 1978, Bd. 3: B. Lagerbücher, Hebe- und Zinsregister vom 14. bis ins 17. Jahrhundert. Bonn 1908, Nachdruck Düsseldorf 1978, Bd. 4,I: Einleitung und Register. I. Namenregister. Hrsg. von Fritz Körholz, Düsseldorf 1978, Bd. 4,II: Einleitung, Kapitel IV: Die Wirtschaftsverfassung und Verwaltung der Großgrundherrschaft Werden. Sachregister. Hrsg. von Rudolf Kötzschke, Bonn 1958
  3.  Stephanie Reekers: Die Gebietsentwicklung der Kreise und Gemeinden Westfalens 1817–1967. Aschendorff, Münster Westfalen 1977, ISBN 3-402-05875-8, S. 276.
  4. http://www.derwesten.de/staedte/bochum/halle-soll-nach-grossbrand-in-bochum-am-mittwoch-abgerissen-werden-id8365459.html
  5. Mo.–Fr.: 80, Sa.: 44, So.: 38

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bochum-Riemke – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien