Bojano

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Bojano
Wappen
Bojano (Italien)
Bojano
Staat: Italien
Region: Molise
Provinz: Campobasso (CB)
Koordinaten: 41° 29′ N, 14° 28′ O41.48333333333314.466666666667480Koordinaten: 41° 29′ 0″ N, 14° 28′ 0″ O
Höhe: 480 m s.l.m.
Fläche: 49 km²
Einwohner: 8.125 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 166 Einw./km²
Postleitzahl: 86021
Vorwahl: 0874
ISTAT-Nummer: 070003
Volksbezeichnung: Bojanesi
Website: Bojano

Bojano oder Boiano ist eine Stadt mit 8125 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2013) der italienischen Region Molise und der Provinz Campobasso. Die Stadt liegt in den Apenninen 480 Meter über dem Meeresspiegel.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Stadt wurde im 7. Jahrhundert vor Christus unter dem Namen Bovianum gegründet. Als Hauptstadt der Samniten spielte sie eine Rolle in den Samnitenkriegen und im Bundesgenossenkrieg, bis sie von Sulla erobert wurde.

In der Zeit der Triumvirate und unter Vespasian wurden in ihr unter dem neuen Namen Bovianum Undecumanorum Kolonisten angesiedelt.

Die Stadt wurde bei einer langen Reihe von Erdbeben zerstört, das letzte im Jahr 1913.

Nach dem Kriegseintritt Italiens im Juni 1940 errichtete das faschistische Regime in Boiano ein Internierungslager (campo di concentramento), das sich in einer ausgedienten Tabakfabrik befand. In Wirklichkeit war das Gebäude nicht geeignet, Internierte aufzunehmen: Das Dach war undicht, die Verpflegung unzureichend und die hygienischen Verhältnisse ließen zu wünschen übrig. Daher wurde das Lager im August 1941 geschlossen und die internierten Fahrenden (zingari) nach Agnone verlegt.

In Boiano wurden mehrheitlich Chinesen und Fahrende, vereinzelt auch ausländische Juden interniert. [2]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2013.
  2. Carlo Spartaco Capogreco, I campi del duce. L’internamento civile nell’Italia fascista (1940-1943), Torino 2004 (Einaudi), S. 206; Klaus Voigt, Zuflucht auf Widerruf. Exil in Italien 1933-1945 (Band 2), Stuttgart 1993 (Klett-Cotta), S. 69-71
Bojano von Civita Superiore aus gesehen