Boris Karlowitsch Pugo

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Grab von Pugo und seiner Ehefrau auf dem Friedhof Trojekurowo in Moskau

Boris Karlowitsch Pugo (lettisch Boriss Pugo; russisch Борис Карлович Пуго; * 19. Februar 1937 in Kalinin (heute Twer); † 22. August 1991 in Moskau) war ein in Russland geborener lettisch-sowjetischer Politiker.

Leben[Bearbeiten]

Pugo schloss sein Studium am Polytechnischen Institut Riga 1960 ab und arbeitete danach auf verschiedenen Posten im Komsomol, in der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (Mitglied seit 1963) und in der Regierung, sowohl in Lettland als auch in Moskau. Er war unter anderem Erster Sekretär des ZK des Komsomol der Lettischen SSR (1969/1970), Sekretär des ZK des Komsomol der UdSSR (1970–1974), Mitarbeiter, dann Erster Sekretär des Stadtkomitees der Kommunistischen Partei in Riga (1975/1976) und schließlich ab 1977 Stellvertretender bzw. ab 1980 Vorsitzender des KGB in Lettland. Von 1984 bis 1988 war Pugo Erster Sekretär der Kommunistischen Partei der Lettlands. 1988 wurde er Vorsitzender des Parteikontrollkomitees beim ZK der KPdSU.

1986 wurde Pugo ins ZK der KPdSU und 1989 zum Kandidaten des Politbüros des ZK der KPdSU gewählt. Er war von 1984 bis 1989 Mitglied des Obersten Sowjets der UdSSR und ab 1989 Mitglied des Volksdeputiertenkongress.

Ab 11. Dezember 1990 hatte er das Amt des Innenministers der UdSSR inne. Er beteiligte sich als Angehöriger des Staatskomitees für den Ausnahmezustand am erfolglosen Augustputsch in Moskau gegen Michail Gorbatschow. Pugo erschoss sich bei der versuchten Festnahme selbst. Verschiedene Medien, darunter das Time Magazine und die Moscow Times äußerten Zweifel an dieser Darstellung und vermuteten Mord.

Literatur[Bearbeiten]

  • Eintrag: Пуго Борис Карлович (Pugo Boris Karlowitsch). In: Известия ЦК КПСС (Iswestija ZK KPSS), 7 (306), Juni 1990 (russisch).
  • Michail Gorbatschow: Erinnerungen. Siedler-Verlag, Berlin 1995, ISBN 3-88680-524-7, passim.
  • Grigori Iwanowitsch Gerassimow: История современной России: поиск и обретение свободы. 1985–2008 годы (Istorija sowremennoi Rossii: poisk i obretenije swobody. 1985–2008 gody). Institut obschtschestwennowo projektirowanija, Moskau 2008, S. 386.
  • Boris Pugo, in: Internationales Biographisches Archiv 42/1991 vom 7. Oktober 1991, im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)