Bovec

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Bovec
Wappen von Bovec Karte von Slowenien, Position von Bovec hervorgehoben
Basisdaten
Staat: Slowenien
Historische Region: Küstenland (Primorska)
Statistische Region: Goriška (Region Gorica)
Koordinaten: 46° 20′ N, 13° 33′ O46.337513.552777777778434Koordinaten: 46° 20′ 15″ N, 13° 33′ 10″ O
Höhe: 434 m. i. J.
Fläche: 367,3 km²
Einwohner: 3.186 (01.01.2012)
Bevölkerungsdichte: 9 Einwohner je km²
Postleitzahl: 5230
Struktur und Verwaltung
Webpräsenz:

Bovec (deutsch: Flitsch, italienisch: Plezzo) ist eine Gemeinde und deren namensgebende Ortschaft im Nordwesten Sloweniens. Sie liegt in der Alpenregion Julische Alpen im Tal der Soča.

Geografie[Bearbeiten]

Im Westen grenzt die Gemeinde unmittelbar an Italien; von Österreich liegt sie etwa 30 Kilometer entfernt. Ein Teil von ihr liegt im Nationalpark Triglav.

Neben dem Hauptort Bovec gehören folgende Ortschaften zur Gemeinde:

  • Bavšica (dt. Bausitz) 46.36967413472213.631007671389
  • Čezsoča (dt. Ausserdorf) 46.31957408305613.547081351389
  • Kal - Koritnica (dt. Deutschkall-Krittwald) 46.33741746833313.578431010278
  • Lepena (dt: Leppen) 46.3122416813.654975891111
  • Log Čezsoški (dt. Logdorf) 46.31069282027813.489848375278
  • Log pod Mangartom (dt. Brettendorf) 46.40682418222213.603563308611
  • Plužna (dt. Plusnach) 46.33585450638913.519599437778
  • Soča (dt. Sontig) 46.341846852513.666326999722
  • Srpenica (dt. Serpenitz) 46.29142845944413.499279022222
  • Strmec na Predelu (dt. Stermitz) 46.41621869305613.609764575833
  • Trenta (dt. Trentathal) 46.38068117666713.751374483056
  • Žaga (dt. Saag am Weißenbach) 46.30400035361113.481726646389

Der Ort Bovec liegt auf einer Höhe von 434 m. i. J. am Rand des Bovec-Beckens, einer breiten und flachen Talsenke, in der die Koritnica in die Soča mündet. Zum Veliki vrh (dt. Rombon) hin, an dessen südlicher Flanke sich Bovec befindet, steigt der Ort leicht an.

Die Orte Čezsoča, Kal - Koritnica und Plužna befinden sich im Bovec-Becken; Čezsoča am Süd-, Kal - Koritnica am Ost- und Plužna am Westrand des Beckens. Die Orte Soča und Trenta befinden sich oberhalb von Bovec im Sočatal, Log Čezsoški, Žaga und Srpenica flussabwärts. Strmec na Predelu und Log pod Mangartom befinden sich im Tal der Koritnica. Strmec na Predelu liegt etwa auf eine Höhe von 960 m. i. J. und ist damit der höchstgelegene Ort der Gemeinde Bovec. Lepena liegt am Ende eines Nebentals der Soča, das von der Lepenjica durchflossen wird, die unterhalb des Ortes Soča in den gleichnamigen Fluss mündet. Bavšica liegt im Tal der Šunik, die unterhalb der Festung Kluže in die Koritnica mündet.

Geschichte[Bearbeiten]

Archäologische Funde - beispielsweise in Tolmin und Kobarid - belegen eine Besiedlung des Sočatals, die zurück in die Hallstattzeit reicht.

In der Römerzeit verlief durch das Tal eine befestigte Römerstraße, die über den Predelpass führte. Sie verband die Provinzen Noricum im Norden und Venetia et Histria im Süden und war ein wichtiger Handels- und Heeresweg.

Im 8. Jahrhundert geriet Bovec unter fränkische Herrschaft. Anschließend befand sich Bovec lange Zeit im Besitz der Patriarchen von Aquileia. In diese Zeit fällt auch die erste urkundliche Erwähnung von Bovec aus dem Jahr 1174. Ab 1420 unterstand das Gebiet von Bovec der Republik Venedig, bis diese 1509 von den Habsburgern verdrängt wurde. Im österreichisch-venezianischen Krieg von 1508 bis 1516 unterstützte Bovec freiwillig die Seite des Habsburger Kaisers Maximilian I., der siegreich aus dem Krieg hervorging. Bovec wurde eine selbstständige Hauptmannschaft und die Bovecer Bevölkerung genoss zahlreiche Privilegien wie Steuererleichterungen, Forst- und Weiderechte. 1751 verlor die Hauptmannschaft Bovec ihre Selbstständigkeit wieder.

1797 und 1809 drangen französische Truppen unter Napoleon Bonaparte durch das Sočatal nach Österreich ein. Bovec erhielt in diesen Besetzungszeiten den Status eines Kantons. Bovec bildete während der Habsburgerzeit eine eigene Gemeinde, die zum Gerichtsbezirk Flitsch gehörte. Dieser war wiederum Teil des Bezirks Tolmein und der Gefürsteten Grafschaft Görz und Gradisca.

Im Ersten Weltkrieg verlief in den Jahren 1915 bis 1917 im Bereich Bovec die sogenannte Sočafrontlinie. Alle Bürger mussten Bovec verlassen und der Ort wurde im Kriegsverlauf vollständig zerstört. Nach dem Krieg wurde das slowenisch besiedelte Gebiet aufgeteilt; Bovec kam hierbei unter die Regierung des italienischen Königreichs.

Nach der Kapitulation Italiens im Zweiten Weltkrieg wurde Bovec bis zum Ende des Krieges von deutschen Truppen besetzt. Von 1945 bis 1947 wurde das Sočatal von anglo-amerikanischen Streitkräften verwaltet. 1947 erfolgte der Anschluss der Region an Jugoslawien.

1991 löste sich Slowenien im 10-Tage-Krieg von Jugoslawien. Seit dieser Zeit gehört Bovec zu Slowenien.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Von den etwa 3200 Einwohnern der Gemeinde wohnt etwa die Hälfte im Hauptort Bovec. Die andere Hälfte verteilt sich auf die restlichen Ortschaften, wobei Čezsoča und Žaga mit jeweils gut 300 Einwohnern die nächstgrößeren Ortschaften sind.[1]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die Gemeinde Bovec lebt hauptsächlich vom Fremdenverkehr. Sie verfügt über eine zahlreiche Unterbringungsmöglichkeiten in Hotels, Pensionen und Privatunterkünften. Außerdem stehen mehrere ausgedehnte Zeltplätze zur Verfügung. Insgesamt stehen Unterbringungsmöglichkeiten für etwa 5000 Besucher zur Verfügung.[2] Im Sommer sind vor allem die naturbelassenen und klaren Bergflüsse Soča und Koritnica touristische Ziele, auf denen zahlreiche Freizeitaktivitäten wie Rafting oder Kajaktouren angeboten werden. Im Winter bietet die Seilbahn auf den Kanin gute Wintersportmöglichkeiten.

Neben dem Tourismus besteht in der Region Bovec klassische Landwirtschaft, wobei vor allem Schafe gehalten werden und Bovec seinen Schafskäse bekannt ist.

Westlich außerhalb des Ortes befindet sich ein kleiner Industriestandort.

Flitscher Klause / Fort Hermann[Bearbeiten]

In der Geschichte Österreich-Ungarns wird Flitsch im Zusammenhang mit den Isonzoschlachten des Ersten Weltkriegs häufig genannt. Die italienischen Angreifer versuchten an dieser Front jahrelang erfolglos, nach Österreich vorzudringen.

An der Straße von Bovec zum Predilpass befinden sich zwei österreichische Festungswerke. Einerseits die 1881–1882 erbaute Flitscher Klause, slov.: Trdnjava Kluže[3] (46° 21′ 41″ N, 13° 35′ 23″ O46.3613713.58984), die Anlage befindet sich heute in gutem Zustand und wird für Veranstaltungen genutzt. Oberhalb der Flitscher Klause liegt das 1906 fertiggestellte Fort Hermann (46° 21′ 36″ N, 13° 35′ 17″ O46.3599513.58797), das im Ersten Weltkrieg stark zerstört wurde und heute nur noch als Ruine erhalten ist.[4]

Trivia[Bearbeiten]

Die Gegend um Bovec diente als Kulisse für den Film Die Chroniken von Narnia: Prinz Kaspian von Narnia. Das Flusstal von Bovec bot dabei eine ähnliche landschaftliche Kulisse wie Neuseeland, wo weitere Teile des Films gedreht wurden.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Marko Simić: Auf den Spuren der Isonzofront. Mohorjeva Hermagoras, Klagenfurt-Laibach-Wien 2004, ISBN 3-85013-884-4

Bildergalerie[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bovec – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise und Quellen[Bearbeiten]

  1. Stand 1. Januar 2012, Statistical Office of the Republic of Slovenia
  2. Julische Alpen (PDF; 14,4 MB). Prospekt der Slowenischen Tourismuszentrale
  3. http://www.kluze.net/
  4. Festung Kluže bei slovenia.info