Bristolkanal

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51.372222222222-3.8397222222222Koordinaten: 51° 22′ 20″ N, 3° 50′ 23″ W

Karte: Vereinigtes Königreich
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Bristolkanal
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Vereinigtes Königreich
Karte des Bristolkanals
Satellitenbild

Der Bristolkanal (englisch Bristol Channel; walisisch Môr Hafren) ist eine Bucht an der Westküste Großbritanniens, zwischen England (Cornwall) und Wales.

Der Begriff „Kanal“ ist leicht irreführend, es handelt sich um eine trichterförmige Meeresbucht des Atlantiks, die im inneren Teil die Mündung des Flusses Severn bildet.

Die IHO grenzt den Bristolkanal nach Westen zur Keltischen See durch die Linie Kap St. Govan's Head im Norden und Hartland Point im Süden ab.[1]. Die Entfernung zwischen den beiden Punkten beträgt 67 Kilometer. Der Hydrographer of the Navy nimmt eine grobe Abgrenzung vor durch eine Linie von St. Govan's Head über Lundy bis Hartland Point. Die Insel Lundy liegt nach diesen Abgrenzungen außerhalb (rund 1,4 km westlich) bzw. genau an der Seegrenze des Bristolkanals.

In der Bucht werden die Gezeiten derart verstärkt, dass hier die höchsten Tidenhübe von ganz England entstehen. Auf walisischer Seite sind die wichtigsten Häfen am Bristolkanal Cardiff und Swansea, das namensgebende Bristol ist über den Fluss Avon mit dem Bristolkanal verbunden.

Am 20. Januarjul./ 30. Januar 1607greg. war der Bristolkanal von der folgenschwersten Naturkatastrophe in Großbritannien in historischer Zeit betroffen, als eine Flutwelle die Küste überflutete und rund 2000 Menschen ums Leben kamen.

Bau des Gezeitenkraftwerkes Severn Barrage[Bearbeiten]

Im Bristolkanal war der Bau des weltweit größten Gezeitenkraftwerkes unter dem Namen Severn Barrage geplant. An der Mündung des Severn zwischen Cardiff und Bristol sollte eine 16 Kilometer lange Sperre durch den Bristolkanal errichtet werden. Die dort geplanten 216 Turbinen sollten insgesamt eine Leistung von 8500 MW erreichen und damit fünf Prozent des britischen Stromverbrauches abdecken. Der Standort ist günstig für ein Gezeitenkraftwerk aufgrund des hohen Tidenhubes von bis zu 15 Metern. Es wurden für das Projekt Kosten in Höhe von 15 Milliarden Pfund (19 Mrd. Euro) veranschlagt. In Großbritannien wurde dieses Großprojekt kontrovers diskutiert. Verschiedene Umweltgruppen wandten sich aufgrund der zu erwartenden Umweltschäden gegen den Bau des Severn Barrage.[2] Die Weiterverfolgung des Projektes wurde Ende 2010 von der britischen Regierung gestoppt, nachdem eine Machbarkeitsstudie Kosten von bis zu 34 Milliarden britische Pfund errechnet hatte.[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. International Hydrographic Organization: Limits of Oceans and Seas, 3rd edition + corrections, 1971, S. 42
  2. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatBritain Plans World's Biggest Tidal Power Station. In: Spiegel Online. 7. August 2008, abgerufen am 5. Dezember 2014.
  3. PDF bei www.decc.gov.uk

Weblinks[Bearbeiten]