Brochterbeck

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

52.2236111111117.745833333333361Koordinaten: 52° 13′ 25″ N, 7° 44′ 45″ O

Brochterbeck
Höhe: 50,6–158,1 m
Fläche: 28,84 km²
Eingemeindung: 1. Januar 1975
Postleitzahl: 49545
Vorwahl: 05455
Ehemaliges Gemeindewappen

Brochterbeck ist ein Dorf in der Region Tecklenburger Land (Kr. Steinfurt), das zur Stadt Tecklenburg gehört und ein staatlich anerkannter Erholungsort. Mit etwa 2900 Einwohnern ist es der größte Ortsteil der Stadt. Sehenswert ist das urtümliche Bocketal.

Geographie[Bearbeiten]

Es liegt südwestlich von Osnabrück am Teutoburger Wald.

Ortsteile[Bearbeiten]

Das Dorfgebiet von Brochterbeck umfasst die fünf Liegenschaften Niederdorf, Holthausen, Horstmersch, Oberdorf und Wallen-Lienen.

Geschichte[Bearbeiten]

Mühlenteich im Ortskern
Evangelische Pfarrkirche
Kriegerehrenmal Brochterbeck

Brochterbeck wurde 1150 als „Brotterbike“ erstmals urkundlich erwähnt. Das Dorf liegt in dem alten Herrschaftsgebiet der ehemaligen Grafschaft Tecklenburg und umfasst die Bauernschaften Oberdorf, Niederdorf, Wallen-Lienen, Horstmersch und Holthausen. Im Jahre 1515 wurde die Grafschaft Tecklenburg geteilt. Die vier tecklenburgischen Kirchspiele, zu denen auch Brochterbeck gehörte, wurden der Grafschaft Lingen angegliedert.

Durch das politische Hin und Her im 16. und 17. Jahrhundert zwischen Spaniern und Oraniern, zwischen katholischen und reformierten Herrschaftsinteressen erlebte Brochterbeck die bewegteste Zeit seiner Geschichte. Eine gewisse Ruhe und Beständigkeit trat erst 1702 wieder ein, als die Grafschaft Lingen, einschließlich der ehemaligen tecklenburgischen Kirchspiele, durch Erbschaft an das Königreich Preußen fiel. Im Jahre 1707 wurde die Grafschaft Tecklenburg an Preußen verkauft und somit gehörte man wieder gemeinsam zum Gebiet der Tecklenburg-Lingenschen Regierung.

Bis 1907 hatte Brochterbeck ein eigenes Amt, schloss sich dann aber dem Amt Tecklenburg an. Im Zuge der Gebietsreform, die am 1. Januar 1975 in Kraft trat, wurde Brochterbeck in die Stadt Tecklenburg eingemeindet.[1]

Brochterbeck wurde 1985 das schönste Dorf des Kreises Steinfurt. In der Fortsetzung des Wettbewerbes „Unser Dorf soll schöner werden“ auf Landesebene erreichte Brochterbeck die Bronzemedaille. Ein Jahr später, 1986, erhielt das Dorf die Ernennungsurkunde „Staatlich anerkannter Erholungsort“. Bei dem Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ im Jahr 1999 erhielt Brochterbeck die Goldmedaille auf Kreisebene.

Verkehr[Bearbeiten]

Teuto-Express Dampflok 50 3655 im Bahnhof Brochterbeck

Eisenbahnverkehr[Bearbeiten]

Der bis 1968 auch vom Personenzugverkehr bediente Abzweigbahnhof Brochterbeck liegt oberhalb vom Ortskern an dem 1901 eröffneten Streckenabschnitt LengerichIbbenbüren / Hafen Dörenthe der Teutoburger Wald-Eisenbahn (TWE) und wird heute nur noch sporadisch für den Güterverkehr und Sonderfahrten des Teuto-Express genutzt. Das kleine Stationsgebäude ist abgerissen, Teile des Geländes dienten zur Erweiterung des Ringhotels Teutoburger Wald.

Nachdem es infolge der Sommerunwetter im August 2010 in Höhes des Golfplatzes zu einem Dammrutsch gekommen ist, endet der „Teuto-Express“ aus Lengerich bereits in Tecklenburg und kann nicht länger über Brochterbeck bis Ibbenbüren Aasee fahren.[2] Als nach einem Jahr die Gleise auch noch in Richtung Süden unterbrochen und vom neuen TWE-Eigentümer Captrain Deutschland nicht repariert werden, gründet sich im Januar 2012 ein „Aktionsbündnis pro TWE“, das sich u. a. den langfristigen Erhalt und die regelmäßige Nutzung der Bahnstrecke Ibbenbüren–Hövelhof in den Bereichen Freizeit- und Tourismusverkehr zum Ziel gesetzt hat.[3]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Anja Karliczek (* 1971), Kauffrau, Politikerin und Bundestagsabgeordnete (CDU), für die Union zudem Vorsitzende des Stadtverbands Tecklenburg und deren Tecklenburger Ratsfraktion; zwar geboren in Ibbenbüren, stammt aber aus Brochterbeck, wo sie aufwuchs und auch heute (Stand 2013) lebt und arbeitet

Literatur[Bearbeiten]

  • Friedrich Ernst Hunsche: Brochterbeck. Aus der Geschichte eines Dorfes der alten Grafschaft Tecklenburg. Gemeinde Brochterbeck, Brochterbeck 1969.
  • Heimatverein Brochterbeck (Hrsg.): 850 Jahre Brochterbeck. Ein Lesebuch zum 850jährigen Jubiläum. 1150–2000. Brochterbeck 2000, ISBN 3-932959-15-9.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 318.
  2. TWE auf dem Abstellgleis? Westfälische Nachrichten 8. Oktober 2010
  3. Aktionsbündnis will TWE retten Neue Westfälische Zeitung 27. Januar 2012