Bund Deutscher Architekten

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Der Bund Deutscher Architekten BDA e.V. ist eine Vereinigung freiberuflich tätiger Architekten in Deutschland, die die Qualität des Planen und Bauens in Verantwortung gegenüber der Gesellschaft zum obersten Ziel hat. Der BDA ist ein Wahlbund, in den nur freie Architekten und Stadtplaner mit nachgewiesenen guten architektonischen Leistungen und persönlicher Integrität berufen werden. Zudem können außerordentliche Mitglieder berufen werden, die sich besondere Verdienste um Architektur und Baukultur erworben haben. Der BDA ist föderal in lokalen und regionalen Gruppen und in Landesverbänden organisiert, die unter dem Dach des Bundesverbandes BDA mit Sitz in Berlin vereint sind.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Bund Deutscher Architekten BDA wurde am 21. Juni 1903 in Frankfurt am Main gegründet, um die Interessen freischaffender Architekten gegenüber Spekulanten und Bauunternehmern zu wahren und die Qualität der Architektur zu fördern. Dazu legte die Satzung eine strikte Trennung zwischen architektonischer Entwurfstätigkeit und gewerblicher Tätigkeit fest. Innerhalb weniger Jahre wurde der BDA in vielen Regionen Deutschlands zum wichtigsten Vertreter der Interessen freier Architekten. In seinem Rahmen fanden sich zahlreiche Reformarchitekten zusammen, die neben dem Werkbund großen Einfluss auf die Entwicklung der Moderne in Deutschland hatten. Das Kürzel "BDA", das der Berufsbezeichnung "Architekt" angefügt wird, wurde schon früh zu einem Gütesiegel für gute Architektur.

1919 schlossen sich der bisherige BDA, die Deutsche Freie Architektenschaft (DFA) und die Deutsche Architektenschaft (DA) zum neuen BDA zusammen. Während der Präsidentschaft von Wilhelm Kreis kam es ab 1927 zu einem Schulterschluss zunächst widerstreitender eher konservativer und eher progressiver Architekten, die sich in wegweisenden Kongressen zur Rationalisierung und Optimierung von Wohnungsbauten niederschlugen.

1934 erfolgte unter der Präsidentschaft von Eugen Hönig die Gleichschaltung des Bundes Deutscher Architekten zur staatstragenden Standesvertretung der Architektenschaft, nämlich als Fachgruppe innerhalb der Reichskammer der bildenden Künste, die wiederum eine Unterorganisation der Reichskulturkammer war.

1948 wurde der BDA zunächst in einzelnen Ländern, dann in der gesamten Bundesrepublik unter maßgeblicher Beteiligung von Architekten wie Eugen Fabricius und andere, die bereits vor 1933 langjährige BDA-Mitglieder waren, neu gegründet. Sitz des BDA wurde Bonn. 1952 konstituierte sich in Folge der Teilung Deutschlands der Bund Deutscher Architekten in der DDR mit Sitz in Ost-Berlin.

Während der Präsidentschaft von Otto Bartning (1950–1959) gelangte der BDA in den Aufbaujahren der Bundesrepublik zu großem politischem Einfluss. In diese Zeit fällt auch die Aufnahme des BDA und des BdA in die UIA (Union Internationale des architects), die als weiterer wichtiger Schritt der Rückkehr Deutschlands in die Völkergemeinschaft gewertet wurde.

1969 wurde mit der Gründung der Bundesarchitektenkammer ein wesentliches Arbeitsziel des BDA seit seinem Bestehen erfüllt. Die Sinnkrise des Verbandes löste eine 1972 verabschiedete neue Satzung, die das "Planen und Bauen in Verantwortung gegenüber der Gesellschaft" als höchstes Ziel des Bundes formulierte. In der Arbeit des Bundes kommt es dennoch bis heute zu inhaltlichen Überschneidungen mit der Bundesarchitektenkammer und den Landesarchitektenkammern, in denen auch angestellte Architekten organisiert sind.

Im Zuge des Beitritts der Länder der ehemaligen DDR zur Bundesrepublik löste sich der Bund der Architekten der DDR (BdA/DDR) 1990 auf. In der Folge wurden in den neuen Bundesländern neue Landesverbände des BDA gegründet. 1999 verlegte der Verband seine Bundesgeschäftsstelle von Bonn nach Berlin.

Organisation[Bearbeiten]

Die Landesverbände des BDA haben nach eigenen Angaben gegenwärtig rund 5000 Mitglieder (Stand Januar 2014). Die Bundesgeschäftsstelle befindet sich in Berlin-Mitte im Deutschen Architektur Zentrum. Amtierender Präsident ist der Architekt BDA Heiner Farwick. Der Verband ist in 16 Landesverbände mit regionalen und städtischen Untergruppen in den Bundesländern, Regionen, Gemeinden und Städten präsent. Der regionale Bezug ist ein besonderes Anliegen des BDA. Er soll garantieren, dass die notwendige kritische Diskussion des Baugeschehens aktuell und von gut informierten Fachleuten geführt werden kann. Bis heute wird bei der Berufung neuer Mitglieder größter Wert auf deren gestalterische Qualifikation und unternehmerische Unabhängigkeit gelegt, wobei das erstgenannte Kriterium ein kaum objektiv zu lösendes Definitionsproblem aufwirft, das auch in der Vergangenheit – insbesondere in Zeiten stilistischen Wandels – immer wieder für kontroverse Diskussionen sorgte.

Aktivitäten[Bearbeiten]

Der BDA ist Herausgeber der Zeitschrift „der architekt“ (Chefredaktion: Andreas Denk), die sich mit einem interdisziplinären Ansatz wichtigen Fragestellungen der Grundlagen der Architektur und der Baukultur widmet. Der Verband ist zudem Träger des Deutschen Architektur Zentrums DAZ (Direktor: Matthias Böttger) in Berlin, das mit Ausstellungen und Begleitveranstaltungen aktuelle Tendenzen in Architektur und Städtebau vorstellt. Der BDA vermittelt seine Anliegen auf Bundesebene mit den jährlich stattfindenden Veranstaltungen „Berliner Gespräch“ und „BDA-Tag“ sowie durch zahlreiche weitere Veranstaltungen zu aktuellen Themen, durch Stellungnahmen und Publikationen.

Preise[Bearbeiten]

Der Bund Deutscher Architekten verleiht im jährlichen Wechsel den Großen BDA-Preis, den BDA-Preis für Architekturkritik und den Architekturpreis „Nike“. In Kooperation mit dem Verband Polnischer Architekten SARP wird der bilaterale Förderpreis BDA-SARP-Award für Absolventen der Fachrichtung Architektur an deutschen und polnischen Hochschulen vergeben. Der Deutsche Bauherrenpreis wird vom Deutschen Städtetag, dem Bund Deutscher Architekten und dem Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen ausgelobt. In Kooperationen werden auch weitere Architekturpreise durch den Bundesverband vergeben. Die Landesverbände zeichnen auf Länderebene gute Architektur aus und unterstützen mit Förderpreisen besonders befähigte Studierende und Absolventen der Architekturfakultäten Landespreisen.

Literatur[Bearbeiten]

Denk, Andreas/Sàrosi-Tumusiime, Alice/Kasparek, David: Bund Deutscher Architekten BDA. Chronik einer Wahlgemeinschaft. 1903-2013, Berlin 2013, ISBN 978-3-00-042134-1.

Weblinks[Bearbeiten]