Deutscher Werkbund

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Der Deutsche Werkbund e. V. (DWB) wurde am 6. Oktober 1907 als wirtschaftskulturelle „Vereinigung von Künstlern, Architekten, Unternehmern und Sachverständigen“ auf Anregung von Hermann Muthesius, dem Heilbronner Politiker Friedrich Naumann und Henry van de Velde in München gegründet. Sein Sitz ist in Darmstadt.

Ziel[Bearbeiten]

Der Deutsche Werkbund zielte auf eine „Veredelung der gewerblichen Arbeit im Zusammenwirken von Kunst, Industrie und Handwerk, durch Erziehung, Propaganda und geschlossene Stellungnahme zu einschlägigen Fragen“. Er setzte damit die schon bestehenden Ansätze der von John Ruskin inspirierten Reformbewegungen fort. Unter Berufung auf einen moralisch fundierten Qualitätsbegriff suchte man eine neue Warenästhetik für die kunstgewerbliche Industrieproduktion zu etablieren, die sich bislang überwiegend mit Kopien und Adaptionen der alten handwerklichen Formvorbilder mit ihrer oft reichen Ornamentik begnügt hatte. Zentrales Anliegen war die Suche nach einer neuen durch „Zweck“, „Material“ und „Konstruktion“ bedingten Formgebung (auch als „Form follows function“ bekannt), die man auch als „Sachlichkeit“ bezeichnete – und die in den 1920er Jahren dann unter dem ToposNeue Sachlichkeit“ erneut thematisiert werden sollte. Diese Forderung nach einer technisch wie ästhetisch hochwertigen Qualitätsproduktion wurde in einen programmatischen Gegensatz gesetzt zu einer scheinbar nur am Profit orientierten bisherigen Praxis des industrialisierten Kunstgewerbes.

Plakat für eine Ausstellung des Deutschen Werkbundes 1914 in Köln; Entwurf: Peter Behrens; Lithographie/Steindruck:
A. Molling & Comp. KG Hannover-Berlin

Um dem in diesem Zusammenhang beklagten Qualitätsverfall des Kunstgewerbes entgegenzuwirken, sollte nun eine den spezifischen Bedingungen der maschinellen Produktion adäquate Gestaltungsweise entwickelt werden, die sich insbesondere durch Ornamentlosigkeit und Schlichtheit der Formen auszeichnete. In den zahlreichen Publikationen und Ausstellungen des Werkbundes sollte dieser neuen Ästhetik durch beispielhafte Formgestaltungen von Gebrauchsgegenständen bei Konsumenten und Herstellern zugleich zu größerer Popularität verholfen werden.

Außerdem hoffte man unter dem expansiven Motto Vom Sofakissen zum Städtebau auch weit über die Industrieproduktion hinaus für die ganze Welt der alltäglichen Gebrauchsgegenstände einschließlich der Architektur einen damals sogenannten „modernen Stil unserer Zeit“ von epochaler Dauerhaftigkeit etablieren zu können. Im Hintergrund stand dabei die berühmte Prognose Gottfried Sempers, dass der Neuanfang in der Architektur nur vom Kunstgewerbe und den Kunstindustrien ausgehen könne. Entsprechend richtete man hinsichtlich der Verbreitung der neuen Formen besondere Erwartungen an die marktbeherrschenden Kräfte der industriellen Massenproduktion und wünschte schließlich auf diesem Wege auch eine Art „Geschmackskartell“ aufzubauen (siehe dazu die Rede von Hermann Muthesius auf der Kölner Werkbundausstellung 1914). Wobei es aber bei der Kölner Ausstellung zu einem Richtungsstreit zwischen den Vertretern der Typisierung (Muthesius) und denen des Individualismus (van de Velde) kam (sg. Typisierungsdebatte).[1]

Zu den angesehensten Kritikern des Werkbundes gehörten Adolf Loos und Werner Sombart, wobei Loos den künstlerischen Anspruch des Werkbunds angriff und betonte, dass nur der unbedingte Funktionalismus zur Herausbildung zeitgemäßer Stile führen würde, während Sombart vor allem darauf verwies, dass das erzieherische Programm des Werkbunds zwangsläufig zum Scheitern verurteilt sei.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Übersicht[Bearbeiten]

  • 1907 Gründung des Deutschen Werkbundes in München
  • 1914 Ausstellung: Kölner Werkbundausstellung
  • 1924 Ausstellung: Industrielle Formgebung in Berlin
  • 1925 Herausgabe der Zeitschrift Die Form (bis 1934)
  • 1927 Ausstellung: „Die Wohnung“ Industrielle Formgebung in Stuttgart (Weißenhofsiedlung)
  • 1929 Ausstellung: Industrielle Formgebung in Breslau (WUWA)
  • 1929 „Film und Foto”-Ausstellung in Stuttgart (avantgardistischen Fotografie der zwanziger Jahre).
  • 1932 Ausstellung: Werkbundsiedlung Wien
  • 1933 Gleichschaltung durch die Nationalsozialisten
  • 1938 Auflösung
  • 1947 Neugründung nach föderalistischem Prinzip mit acht Landesbünden in Rheydt
  • 1949 Ausstellung „Neues Wohnen“ und die „Gute Form“ in Köln
  • 1952 Herausgabe der Zeitschrift Werk und Zeit
  • 1972 Gründung des Werkbundarchivs als Museum der Alltagskultur des 20. Jahrhunderts im Martin-Gropius-Bau in Berlin

Von 1907 bis 1947[Bearbeiten]

Am 5. und 6. Oktober 1907 trafen angesehene Künstler, Architekten, Kunsthandwerker, Industrielle, Kaufleute und Schriftsteller im Münchner Hotel Vier Jahreszeiten zusammen, die das Werk, also das Produkt ihrer Arbeit, in den Mittelpunkt ihres Denkens und Handelns stellten. Sie gaben sich den Namen „Werkbund“ und formulierten die Aufgaben in der Satzung: „Der Zweck des Bundes ist die Veredelung der gewerblichen Arbeit im Zusammenwirken von Kunst, Industrie und Handwerk durch Erziehung, Propaganda und geschlossene Stellungnahme zu einschlägigen Fragen.“ Mit dieser Zielsetzung vertrat der Werkbund einen ethisch fundierten Qualitätsbegriff, der Materialgerechtigkeit, Zweckmäßigkeit, Gediegenheit und Nachhaltigkeit beinhaltete. Die Werkbund-Gründung war ein Protest gegen Historismus und Kulturverfall der menschlichen Umwelt – der Geräte und Möbel, der Wohnungen und Arbeitsstätten, der Häuser, Straßen, Städte und Landschaften. Sie war zugleich ein Aufruf zur künstlerischen, sittlichen und sozialen Erneuerung. Die Werkbundgründer sahen das entscheidende Problem in der Entfremdung des Produktes vom Schaffenden. Sie sahen auch, dass es notwendig war, diese Entfremdung innerhalb der industriellen Entwicklung zu überwinden. Bei der Formel „Veredelung der gewerblichen Arbeit“ ging es daher nicht nur um die Hebung der Qualität der Produkte, sondern auch um die „Veredelung“ des Arbeitsvorganges selbst.

Gründungsmitglieder waren zwölf Künstler und zwölf Unternehmen:[3]

Als erster Geschäftsführer des Werkbunds wurde Wolf Dohrn, langjähriger Mitarbeiter von Friedrich Naumann, berufen, der in den Folgejahren wesentlichen Anteil an der Planung und dem Bau der Gartenstadt Hellerau haben sollte.

Hermann Hesse schrieb 1912 über den Werkbund: „Im Deutschen Werkbund arbeiten Künstler mit Handwerkern und Fabrikanten zusammen und zwar gegen den Schund zugunsten der Qualitätsarbeit. Es ist etwa der Ruskinsche Gedankenkreis, aber moderner, praktischer und weniger eng determiniert. Es handelt sich um den Geschmack als moralische Angelegenheit, aber Moral ist hier gleichbedeutend mit Volkswirtschaft.“

Die Geschichte des Werkbunds lässt sich insgesamt nur als höchst wechselhaft beschreiben. Dabei bildet der Erste Weltkrieg eine tiefe Zäsur in der Geschichte des Werkbunds. In der Anfangsgeschichte gehörten Friedrich Naumann, Fritz Schumacher, Georg Wrba, Karl Schmidt und Hermann Muthesius zu den maßgeblichen Persönlichkeiten. Der Höhepunkt und Endpunkt dieser ersten Phase war die große Ausstellung von 1914 in Köln, die den Werkbund im Zuge einer großen Ideologiedebatte (der sogenannte Typenstreit) an den Rande einer Spaltung brachte. Nachdem sich die erste Generation der Werkbundmitglieder gegen Ende des Krieges zurückgezogen hatte, gelangte der Werkbund im Laufe der 1920er Jahre zunehmend unter den Einfluss der Bauhaus-Ideen; Walter Gropius war schon lange vor dem Ersten Weltkrieg Mitglied, jedoch in einer gewissen Allianz mit Henry van de Velde und Bruno Taut an seinem Widersacher Muthesius 1914 zunächst gescheitert. Ludwig Mies van der Rohe wurde in den 1920er Jahren schließlich eines der führenden Mitglieder, wobei die Ausstellung Neues Bauen und die Werkbund-Ausstellung „Siedlung am Weißenhof“ 1927 in Stuttgart sicherlich als Meilensteine dieser Phase des Werkbundes gelten dürfen. Ihr folgte 1929 die Bauausstellung „Wohnung und Werkraum“ in Breslau und im selben Jahr die „Film und Foto“-Ausstellung in Stuttgart. Mit dieser wohl wichtigsten Schau der avantgardistischen Fotografie der 1920er Jahre, die einen internationalen Querschnitt von der UdSSR (El Lissitzky, Alexander Rodtschenko) bis zu den USA (Edward Weston) vorstellt, gelangen die visuellen Medien stärker ins Blickfeld des Werkbundes.

Von 1918 bis 1933 war Theodor Heuss Geschäftsführer und Vorstandsmitglied. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 wurde die Satzung des Werkbunds den nationalsozialistischen Vorstellungen („... allein im Deutschen Handwerk ist die Kunst verwurzelt ...“) angepasst. Entgegen späteren Legenden blieb der Werkbund aber bis 1938 unter eigenem Vorsitz bestehen und wurde erst dann aufgelöst.

Die Neugründung des Werkbunds erfolgte 1947 in Rheydt in einem von Hans Schwippert organisierten Treffen, an dessen Abschluss das „Rheydter Manifest” stand. Dem föderalististischen Prinzip entsprechend entstanden in schneller Folge Landeswerkbünde, so der Werkbund Berlin.

1947 bis 1987[Bearbeiten]

Theodor Heuss wird 1949 nach seiner Tätigkeit als Geschäftsführer des Werkbundes zum Bundespräsidenten der Bundesrepublik ernannt. 1952 erscheint das erste Heft der Zeitschrift „werk und zeit”. Als Signet diente der „Hahn” (Entwurf Ewald Mataré) des Deutschen Werkbundes in leicht abgewandelter Form. Im Jahr 1953 erfolgt die Gründung des Rates für Formgebung in Darmstadt. Dieser veröffentlicht bis 1961 den Katalog „Deutsche Warenkunde”, in dessen Inhalt vorbildliche Gebrauchsgeräte beschrieben werden.

Bei der 1957 im Berliner Hansaviertel stattfindenden Interbau nimmt auch der Deutsche Werkbund teil. Ein Jahr später entwirft Walter Rossow den Außenraum für den Pavillon zur Weltausstellung in Brüssel. 1960 findet in München eine Werkbundtagung mit dem Thema „Die Landschaft muss das Gesetz werden” statt.

In den Jahren 1965 und 1966 folgen weitere Werkbundtagungen in Berlin und Hannover. Wenig später (1968) auch in Berlin (Thema: „Die Generation und ihre Verantwortung für unsere Umwelt”). 1972 wird das Werkbund-Archiv in Berlin gegründet, dabei handelt es sich jedoch um eine vom Werkbund unabhängige Institution. Zwischen den Jahren 1986 und 1987 erfolgt der Umzug des Werkbundes von Darmstadt nach Frankfurt.

1987 bis 2010[Bearbeiten]

Im Jahr 1988 wird das Rhein-Kolleg gegründet. In den nächsten zwei Jahren zeigt der Werkbund die zwei Ausstellungen „ex und hopp – Das Prinzip Wegwerf – Eine Bilanz mit Verlusten“ (1989) und „Vom Bauhaus bis Bitterfeld“ (1990). Am 6. März 1992 wird als erster Werkbund in den neuen Bundesländern der Deutsche Werkbund Sachsen e. V. ins Leben gerufen. In den Jahren darauf werden die Laboratorien der Zivilisation/Akademie Deutscher Werkbund gegründet, deren Aufgabe es ist, sich mit Gestaltungsfragen auseinanderzusetzen. 1995 wird in Frankfurt mit der Ausstellung „Warchitekture – Sarajevo, eine verwundete Stadt“ der Krieg in Jugoslawien thematisiert.

1996 wird in Dresden-Hellerau das Werkbundhaus eingeweiht. Im selben Jahr werden sämtliche Fördermittel der Länder und der Stadt Frankfurt gestrichen. Die Folge sind starke finanzielle Schwierigkeiten sowie die Schließung der Bundesgeschäftsstelle in Frankfurt. Nach der Übernahme des Dachverbandes durch den Landwerkbund Bayern wird in den kommenden vier Jahren die schlechte Finanzlage in Angriff genommen. Die Geschäftsstelle wechselt zunächst nach München, später dann zurück nach Darmstadt (1999). Seit 1998 wird jährlich ein Werkbundtag mit wechselndem Thema ausgerichtet.

Zu seinem hundertsten Geburtstag werden zwischen den Landeswerkbünden, die im Deutschen Werkbund e. V. vertreten sind, und denen, die zwischenzeitlich ausgetreten waren, Verhandlungen über eine Wiedervereinigung aller Landesbünde begonnen. Durch die Moderation von Hans-Hörg Oehm (BW) und Yvonne Endes (BW) sowie die Satzungsarbeit von Georg Drost (Bayern) konnte diese Vereinigung im Sommer 2008 vollzogen werden. Der Vorsitz des Deutschen Werkbundes wird nun turnusmäßig zwischen den Landesverbänden wandern (zunächst: 2008 Hans-Jörg Oehm BW, 2009 Dieter Koppe Bayern, 2010 Roland Günter NRW).

Von 19. bis 21. Juni 2009 fand zum ersten Mal in diesem Rahmen wieder der Deutsche Werkbundtag in München mit dem Schwerpunkt „Zukunft des Wohnens“ statt. Der Deutsche Werkbundtag 2010 war im Sommer 2010 in Oberhausen.

werkbund.jung[Bearbeiten]

Initiiert durch den Architekturhistoriker Werner Durth, formierte sich 2006 an der Technischen Universität Darmstadt eine Gruppe Studierender unter dem Namen wb.jung. Nach vielen eigenen Projekten wie Ausstellungen und Veröffentlichungen analog zu den Themen des Werkbunds kooperiert er seit April 2012 projektbezogen mit verschiedenen deutschen Werkbünden. Aktuell gibt es werkbund.jung-Initiativen im Rhein-Main-Gebiet, Weimar und Detmold. Profil des werkbund.jung: "Der werkbund.jung widmet sich aktuellen Fragen der Gestaltung und ist dabei in Theorie und Praxis mit den Themen- und Handlungsfeldern des Deutschen Werkbunds eng verbunden. Deren kritische Überprüfung verbindet der werkbund.jung mit ihrer Weiterführung in eigenen Ansätzen. Dazu arbeiten wir gemeinsam interdisziplinär, ehrenamtlich und projektbezogen zusammen und laden zur Auseinandersetzung mit gegenwärtigen und zukünftigen Problemlagen in Organisation und Gestaltung menschlichen Zusammenlebens ein. Zentral für das Engagement des werkbund jung ist das Anliegen: unsere Umwelt selbstbewusst und verantwortlich mitzugestalten."[4]

100 Jahre Deutscher Werkbund[Bearbeiten]

Briefmarke zum 100-jährigen Bestehen (Deutsche Post 2007)

Zum 100-jährigen Bestehen des Deutschen Werkbunds zeigt das Architekturmuseum der Technischen Universität München in Zusammenarbeit mit dem Institut für Geschichte und Theorie der TU Darmstadt, dem Institut für Auslandsbeziehungen und der Neuen Sammlung in der Pinakothek der Moderne die seit langem erste große Gesamtdarstellung über den Deutschen Werkbund.[5]

Der Werkbund Bayern hat zum Jubiläum den Bau einer neuen Werkbundsiedlung in München, der Gründungsstadt des Werkbunds, initiiert. Über einen internationalen Architektenwettbewerb wurde der Entwurf des japanischen Architekten Kazunari Sakamoto als städtebauliches Konzept der Werkbundsiedlung Wiesenfeld ausgewählt. Ab 2007 sollte mit dem Bau der Wohnhäuser nach den Entwürfen von zwölf Architekturbüros begonnen werden, was jedoch im Herbst 2007 durch Ablehnung des Konzeptes durch den Münchner Stadtrat abgelehnt wurde.

Deutschlandweit veranstalten die einzelnen Mitglieder des Deutschen Werkbunds eine Vielzahl von Ausstellungen, Symposien und öffentlichen Tagungen.[6]

Deutschland würdigte das Jubiläum durch die Herausgabe einer 55-Eurocent-Sonderbriefmarke, ihre Erstausgabe war am 11. Oktober 2007.

Zur Frage des Urheberrechtschutzes[Bearbeiten]

Der Werkbundgründung unmittelbar vorangegangen war eine Novellierung des Urheberrechtsgesetzes, so dass es zum ersten Mal möglich wurde, die Formerfindungen des Künstlers des Kunstgewerbes bzw. des neuentstehenden „Industrial Designs“ (etwa eines Peter Behrens) vor beliebiger Nachahmung zu schützen, wodurch die Künstler bzw. „Designer“ in rechtlicher Hinsicht zu einem gleichberechtigten Partner des industriellen Herstellers geworden waren. Der Werkbund suchte wie die neue Gesetzgebung zum Geschmacksmusterschutz eine Antwort auf die mit dem Jugendstil entstandene Problematik der Plagiate, die nicht nur etliche Künstler um die wirtschaftlichen Früchte ihrer entwerferischen Leistungen gebracht hatte, sondern in Augen vieler Kritiker auch dazu geführt hatte, dass der Jugendstil im Zusammenspiel mit den seit der Industrialisierung entfesselten Marktkräften als Modewelle ebenso rasch verebbte, wie die im 19. Jahrhundert vorausgegangenen Stilmoden. Die Stilmoden des Historismus suchten ihre Formvorbilder allerdings im historischen Material, weshalb die Frage nach den Rechten des Entwerfers an seinen Formen und Zeichen erst mit dem Jugendstil und der rasch anwachsenden industriellen Massenproduktion wirklich akut wurde. Dies ist immer noch ein wichtiges Handlungsfeld des Deutschen Werkbundes, dem sich Rido Busse mit seiner Initiative Plagiarius widmet.

Gründungsmitglieder[Bearbeiten]

Gründungsmitglieder des Deutschen Werkbundes waren zwölf Künstler und zwölf Unternehmen.

Vorsitzende des Deutschen Werkbundes[Bearbeiten]

Mitglieder (Auswahl)[Bearbeiten]

Die Satzung wurde erstmals am 12. Juli 1908 ergänzt.[7]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Literatur über den Deutschen Werkbund im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
  • Gerda Breuer (Hrsg.): Das gute Leben. Der Deutsche Werkbund nach 1945. Wasmuth, Tübingen 2007, ISBN 978-3-8030-3207-2.
  • Tilmann Buddensieg, Hennig Rogge: Industriekultur: Peter Behrens und die AEG 1907–1914. Gebrüder Mann, Berlin 1993, ISBN 978-3-7861-1155-9.
  • Joan Campbell: Der Deutsche Werkbund 1907–1934. Übers. von Toni Stolper. Klett-Cotta, Stuttgart 1981, ISBN 3-12-911980-9.
  • Joan Campbell: Der Deutsche Werkbund 1907–1934. Übers. von Toni Stolper. dtv, München 1989.
  • Ulrich Conrads, Peter Neitzke (Hrsg.): Mensch und Raum. Das Darmstädter Gespräch 1951. (mit den Vorträgen von Schwarz, Schweizer, Heidegger, Ortega y Gasset) Neuausgabe: Vieweg, Braunschweig 1991, ISBN 978-3-528-08794-4 (= Bauwelt-Fundamente, 94).
  • Armin Chodzinski: Kunst und Wirtschaft. Peter Behrens, Emil Rathenau und der dm drogerie markt. Kadmos, Berlin 2007, ISBN 978-3-86599-030-3.
  • Wend Fischer (Hrsg.); Neue Sammlung, München: Zwischen Kunst und Industrie, der Deutsche Werkbund. DVA, Stuttgart 1987, Sonderausgabe für den DWB, ISBN 3-421-02890-7.
  • Roland Günter: Der Deutsche Werkbund und seine Mitglieder 1907 bis 2007. Klartext, Essen 2009, ISBN 978-3-89861-861-8.
  • Theodor Heuss: Was ist Qualität? Zur Geschichte und zur Aufgabe des Deutschen Werkbundes. Rainer Wunderlich Verlag Hermann Leins, Tübingen und Stuttgart 1951.
  • Ot Hoffmann (Hrsg.) im Auftrag des DWB: Der Deutsche Werkbund – 1907, 1947, 1987. Wilhelm Ernst & Sohn, Frankfurt 1987, ISBN 3-433-02268-2.
  • Yuko Ikeda (Hrsg.): Vom Sofakissen zum Städtebau. Hermann Muthesius und der Deutsche Werkbund. Modern Design in Deutschland 1900–1927. Ausstellungskatalog. The National Museum of Modern Art, Kyoto 2002, ISBN 4-87642-165-X.
  • Karl-Ernst-Osthaus-Museum Hagen und Kaiser-Wilhelm-Museum Krefeld (Hrsg.): Das Schöne und der Alltag – Deutsches Museum für Kunst in Handel und Gewerbe. Ausstellungskatalog. Pandora Snoeck-Ducaju & Zoon, Gent 1997, ISBN 90-5325-090-5.
  • Frederic J. Schwartz: Der Werkbund. Ware und Zeichen 1900–1914. Übersetzt von Brigitte Kalthoff. Verlag der Kunst, Dresden 1999, ISBN 90-5705-116-8.
  • Werkbund-Archiv (Hrsg.): Hermann Muthesius im Werkbundarchiv. Ausstellungskatalog. Berlin 1990.
  • Werkbund-Archiv (Hrsg.): Kampf der Dinge. Der Deutsche Werkbund zwischen Anspruch und Alltag. Koehler & Amelang, Leipzig 2008, ISBN 978-3-7338-0364-3.
  • Deutscher Werkbund Berlin (Hrsg.): This is modern! – Deutsche Werkbund Ausstellung Venedig 2014, Jovis, Berlin 2014, ISBN 978-3-86859-283-2

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. vgl. Joan Campbell: Der Deutsche Werkbund, 1907-1934. München 1989, S. 73.
  2. vgl. Joan Campbell: Der Deutsche Werkbund, 1907-1934. München 1989, S. 39-42.
  3. Kurt Junghanns: Der Deutsche Werkbund. Sein erstes Jahrzehnt. Berlin 1982, S. 140.
  4. http://wb-jung.de/profil
  5. Ausstellung über den Deutschen Werkbund 2007 im Architekturmuseum der Technischen Universität München
  6. Offizielle Gesamtübersicht des Deutschen Werkbundes über die Veranstaltungen im Jahr 2007 (PDF; 58 kB)
  7. Satzung und Teilauszug aus der Mitgliederliste (1908) (PDF; 1,5 MB), abgerufen am 18. August 2012

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Deutscher Werkbund – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien