Bundeswehr-Dienstleistungszentrum

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Ein Bundeswehr-Dienstleistungszentrum (BwDLZ) ist eine Ortsbehörde (untere Bundesbehörde), die dem Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr nachgeordnet ist. Das Bundeswehr-Dienstleistungszentrum gehört damit zum Geschäftsbereich des Bundesministeriums der Verteidigung. Die derzeit 50 Bundeswehr-Dienstleistungszentren bilden ein flächendeckendes Netz in der Bundesrepublik. Bis Ende 2006 hießen diese Behörden Standortverwaltungen (StOV).

Aufgaben[Bearbeiten]

Das Bundeswehr-Dienstleistungszentrum ist für die unmittelbare Betreuung und Versorgung der Streitkräfte und ziviler Dienststellen eines oder mehrerer Standorte der Bundeswehr in personeller, finanzieller und materieller Hinsicht zuständig.

Die Aufgaben des Bundeswehr-Dienstleistungszentrums umfassen unter anderem:

  • die Einstellung, Personalführung und Betreuung der zivilen Arbeitnehmer und Auszubildenden des Standortbereiches,
  • die Sozialberatung und die Sozialarbeit (Betreuung von Soldaten, Beamten und Arbeitnehmern durch Sozialpädagogen und -berater),
  • die Beschaffung und Bereitstellung von Frischverpflegung,
  • die Beschaffung von Verbrauchs- und Gebrauchsgütern für die Streitkräfte,
  • die Vergabe von Aufträgen (Dienst- und Sachleistungen, z. B. Reparaturaufträge) an die gewerbliche Wirtschaft und insbesondere
  • die Bereitstellung, Verwaltung, Pflege und Instandhaltung von Liegenschaften zur Nutzung durch die Streitkräfte oder den Rüstungsbereich (Facilitymanagement),
  • die Verantwortung für die Einhaltung von Umweltschutzmaßnahmen auf und in den zur Verwaltung übergebenen Liegenschaften
  • die Verantwortung für Arbeitssicherheit und vorbeugendem Brandschutz in den technisch-gewerblichen Gebäuden
  • die Truppenverwaltungs-, Rechnungsführer- und Zahlstellenaufgaben sowie
  • die Beratung der militärischen Dienststellen in finanziellen und haushaltsrechtlichen Fragen
  • die fachpraktische Ausbildung der Beamten des mittleren und gehobenen nichttechnischen Dienstes, sowie die der Verwaltungsfachangestellten und anderen nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG) anerkannten Ausbildungsberufen.

Organisationsstruktur[Bearbeiten]

Ein Bundeswehr-Dienstleistungszentrum besteht aus insgesamt vier Bereichen die sich wiederum in Teilbereiche gliedern:

  • Personal / Interne Dienste (Personalmanagement, Personal- und Tarifangelegenheiten, Interne Dienste)
  • Finanzen (Haushalts-Kassen-und Rechnungswesen, Zentrale Rechnungsbearbeitung, KLV-Buchhaltung, Kostenabrechnung)
  • Facility Management (Liegenschaftsverwaltung, Kaufmännische Gebäudeverwaltung, Umweltschutz, Technische Gebäudeverwaltung)
  • Logistik und Betreuung (Beschaffung, Bekleidung, Liegenschaftsmaterialverwaltung, Verpflegung)


ggf. (nicht bei allen Bundeswehr-Dienstleistungszentren):

  • Standortservice (Außenstellen des Bundeswehr-Dienstleistungszentrums)
  • Objektmanagement
  • Servicebereich (z. B. Krankenhausverwaltung im Bundeswehrkrankenhaus)

Die Organisationseinheiten Controlling, Datenmanagement und Arbeitssicherheit sind unmittelbar dem Behördenleiter unterstellt und gehören organisatorisch betrachtet damit keinem der Bereiche an, sondern sind Stabsbereiche.

Entstehung[Bearbeiten]

Seit Januar 2007 wurden die ehemaligen Standortverwaltungen (StOV) in Bundeswehr-Dienstleistungszentren umgewandelt. Dabei wurden die Aufgaben der Standortverwaltung und Truppenverwaltungen in zwei organisatorischen Schritten in einer Dienststelle zusammengeführt. Die Truppenverwaltungen wurden aus der jeweiligen militärischen Dienststelle herausgelöst, der Leiter Truppenverwaltung untersteht nun nicht mehr dem Kommandeur des Wirtschaftstruppenteils direkt. Hintergrund der Veränderung ist der massive Abbau an Zivilpersonal der Bundeswehr (von über 100.000 Personen noch Mitte 2007 auf für Ende 2010 geplante 75.000). Zudem haben die ehemaligen Standortverwaltungen wichtige Aufgaben verloren (z. B. durch Privatisierung im Bekleidungswesen, massive Umstrukturierungen im Verpflegungsbereich).

Die Truppenverwaltungen, die sich direkt am Sitz des Bundeswehr-Dienstleistungszentrums oder in dessen unmittelbarer Nähe befanden, wurden beginnend ab dem 1. Mai 2007 unmittelbar in das Bundeswehr-Dienstleistungszentrum (Bereich Finanzen) integriert. Die vom Bundeswehr-Dienstleistungszentrum weiter entfernten Truppenverwaltungen bilden nun mit den Bezirksverwaltungen (Objektmanagement) als sogenannte „Standortservices“ Außenstellen der Bundeswehr-Dienstleistungszentren. Allerdings verblieben im Bekleidungsbereich noch Restaufgaben bei den Bundeswehr-Dienstleistungszentren. Eine Privatisierung des Verpflegungsbereichs durch Catering ist 2007 durch Kündigung des Vertrages mit dem Dienstleistungsunternehmen Dussmann gescheitert.

Weblinks[Bearbeiten]