Burg Berum

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Burg Berum
Burg Berum

Burg Berum

Entstehungszeit: um 1310
Burgentyp: Niederungsburg, Ortslage
Ständische Stellung: Graf
Ort: Hage-Berum
Geographische Lage 53° 36′ 5″ N, 7° 17′ 50,3″ O53.60147.2973Koordinaten: 53° 36′ 5″ N, 7° 17′ 50,3″ O
Burg Berum (Niedersachsen)
Burg Berum
Innenhof der Burg Berum
Barocke Tordurchfahrt

Die Burg Berum liegt im gleichnamigen Ortsteil der ostfriesischen Gemeinde Hage. Sie zählt zu den bedeutendsten Stätten ostfriesischer Geschichte.

Geschichte[Bearbeiten]

Wann genau der Bau der Niederungsburg begann, ist unklar. Erste urkundliche Hinweise datieren die Häuptlinsgburg auf das Jahr 1310. In diesem Jahr wird ein Mitglied der Familie Syrtza oder Sytzen, die ihren Stammsitz auf dem Vorläufer der heutigen Burg hat, als Häuptling für die Norderlande genannt. Wie lange diese Familie zu dem damaligen Zeitpunkt hier schon residierte, ist nicht überliefert.

Im 15. Jahrhundert erbten die Cirksena die Burg. Graf Ulrich I. ließ 1443 die bestehende Burg zu einem Schloss mit dreiflügeliger Haupt- und Vorburg ausbauen und feierte hier am 1. Juni 1455 seine Hochzeit mit Theda, der Enkelin seines großen Rivalen Focko Ukena. Seither spielte sie eine bedeutende Rolle in der ostfriesischen Geschichte. 1475–1481 wurde Alf, der Sohn des Grafen Gerd von Oldenburg, nach einem Einfall in Ostfriesland festgesetzt.

1591 wurde der Ausbau der Burg Berum durch Edzard II. zu einem prächtigen Wasserschloss im Renaissance-Stil mit dem Errichten der Turmspitze abgeschlossen. Nach seinem Tod fügte seine Witwe Katharina, die Tochter des schwedischen Königs Gustav Wasa, dem Schloss einige Erweiterungsbauten hinzu, unter anderem auch eine Kapelle. Fortan galt das Schloss als Witwensitz der Familie. Am 28. Januar 1600 schlossen Graf Enno III. und das Haus Rietberg auf der Burg den „Berumer Vergleich“, in dessen Folge das Harlingerland endgültig zu Ostfriesland kam. Am 16. April 1628 ereignete sich ein tragischer Zwischenfall auf der Burg: Der erst 26-jährige Graf Rudolf Christian kam durch einen Stich ins linke Auge, den er bei einem Streit von einem Leutnant des zu Berum in Quartier liegenden kaiserlichen Generals Gallas auf der Burg erhielt, um.

Unter Christine Charlotte, die als Grafen-Witwe von 1690 bis 1699 hier lebte, kam es in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts zu erneuten Umbaumaßnahmen, in deren Folge die Burg Berum zu einem der prächtigsten fürstlichen Schlösser wurde. Es wurde von der mächtigen Vorburg und einem doppelten Ringgraben geschützt. Am 25. April 1734 fand im Schloss die Hochzeit des Fürsten Carl Edzard mit Prinzessin Sophie Wilhelmine von Brandenburg-Bayreuth statt. Nach dem Tod Carl Edzards fiel die Burg im Jahre 1744 an in den Besitz des preußischen Königs Friedrich II. Dieser hatte keine Verwendung mehr für den Witwensitz. So verfiel das vierflügelige Schloss mit schwerem, rechteckigem Turm an der Nordwestecke immer mehr. Der Großteil wurde 1764 abgebrochen und das kostbare Inventar versteigert. Erhalten blieben die Vorburg, ein lang gestreckter, an die Wehrmauer gebauter Backsteinbau mit ehemaligem Torturm und die barocke Tordurchfahrt. Dieses Portal wird von zwei Säulen flankiert, im Dreiecksgiebel ist das württembergische Wappen der Fürstin Christine Charlotte zu sehen. Wall und Außengraben sind noch vorhanden und im Süden befinden sich Reste des Barockgartens von 1712. Die Vorburg diente nach dem Abbruch des Schlosses als Sitz des Amtes Berum. Bis zum Jahr 1932 blieb die Burg Verwaltungssitz. Anschließend kaufte die Familie zu Inn- und Knyphausen das Anwesen als Alterswohnsitz der Fürstin. Nach ihrem Tod stand das Anwesen erneut zum Verkauf und gelangte so in den Besitz der aus dem Rheinland stammenden Familie von Oppeln-Bronikowski, die es bis heute bewohnt. Ein teil der Anlage dient als Gästehaus, in dem zum Beispiel im Sommer 2006 der damalige Bundespräsident Horst Köhler seinen Sommerurlaub verbrachte.

Literatur[Bearbeiten]

  • Ernst Andreas Friedrich: Das Schloß Berum, S. 155-156, in: Wenn Steine reden könnten. Band IV, Landbuch-Verlag, Hannover 1998, ISBN 3-7842-0558-5

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Burg Berum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien