Burleske
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Die Burleske (von ital. burla, Scherz, Spaß) ist im Theater und der Literatur eine derbe Komödie und in der Musik ein heiteres Instrumentalstück.
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[Bearbeiten] Bühne und Literatur
Die Burleske (von ital.: burlesco dt.: scherzhaft) ist auf der Bühne und in der Literatur eine derbkomische Verspottung oder eine possenhafte Karikatur bzw. ein possenhaftes Lustspiel (unabhängig von der Literaturgattung) mit kritischen Zügen und oft improvisiert. Gemeinsam mit der derben Farce und Posse gehört die Burleske zur Literaturgattung der Dramatik. Die Burleske existiert hauptsächlich im Volksstück und im Laientheater. Eine epische Verwandte der Burleske ist der kürzere Schwank.
Sie ist z. B. verkörpert in den Komödien von Aristophanes oder im Fastnachtspiel sowie bei Carlo Gozzi, Carlo Goldoni in der Tradition der Commedia dell'Arte, Fischart und Abraham a Sancta Clara, in elisabethanischen Komödien (Fletcher) und in John Gays Bettleroper.
Das Adjektiv burlesk wird seit Mitte des 16. Jahrhunderts in Italien als literarische Bezeichnung für eine neue Stilart des zotigen Spotts verwendet (Francesco Berni, Opere burlesche, 1552). In Frankreich wird die Bezeichnung von Paul Scarrons burlesker Æneis-Parodie (Original von Vergil) Le Virgile travesti (1648-52) bis Pierre Carlet de Marivaux charakteristisch für die so genannte Epenparodie, in der Erhabenes skurril in Alltägliches verwandelt wird. Dieser burleske Stil drang im 17. Jahrhundert nach England (John Gay, The Beggar's Opera, 1728) und wurde 1682 vom deutschen Universalgelehrten Daniel Georg Morhof als Form des relativierenden Komischen ohne satirische Absicht gedeutet.
Der Begriff (abgeleitet vom Adjektiv burlesk, Substantiv: das Burleske) wurde zuerst im 18. Jahrhundert von deutschen Literaturkritikern gebraucht, ab dem 19. Jahrhundert auch von Autoren selbst.
Bekannte Burlesken:
- Biedermann und die Brandstifter. Eine Burleske von Max Frisch, Erstaufführung 1958
- Die schlimmen Buben in der Schule (Burleske mit Gesang) von Johann Nestroy, Erstaufführung 1847
[Bearbeiten] Burlesque im Vereinigten Königreich und den Vereinigten Staaten
Im Vereinigten Königreich entwickelte sich zu Beginn des 19. Jahrhunderts die Burlesque Show als eine Art Posse oder Pantomime mit Musik. Autoren waren James Planché und Henry James Byron, der seine Stücke im Strand Theatre produzierte. Diese Produktionen waren manchmal betont vulgär, um sich dem Programm der vornehmen Londoner Theater entgegenzustellen.
In den Vereinigten Staaten entwickelte sich die Burlesque im 20. Jahrhundert aus den anzüglichen Tänzen im Vaudeville. Der Striptease und die New Burlesque haben ihre Wurzeln teilweise in der Burlesque. Eine der bekanntesten Burlesque-Künstlerinnen der Gegenwart ist Dita Von Teese.
[Bearbeiten] Musik
Die Burleske ist in der Musik die Bezeichnung für ein heiteres und übermütiges Instrumentalstück. Der Begriff wurde aus der Literatur und Bühnenkunst übernommen und diente seit dem 18 Jahrhundert als Charakterbezeichnung für einzelne Sätze oder Kompositionen.
Bekannte Burlesken:
- Als einzelner Satz
- Burlesca, in Partita No. 3 in a-Moll für Klavier (BWV 827) von Johann Sebastian Bach
- Gustav Mahler - Rondo-Burleske: 3. Satz der 9. Sinfonie
- Als selbstständige Komposition
- Burleske für Klavier und Orchester von Richard Strauss
- Sechs Burlesken op. 58 für Klavier zu vier Händen von Max Reger
- Drei Burlesken Op. 8c für Klavier von Béla Bartók
- Petruschka - Burleske in 4 Bildern von Igor Strawinsky und Alexandre Benois
- Burleske für Bläserquintett op. 76b von Bertold Hummel
[Bearbeiten] Siehe auch
- Parodie, Groteske, Travestie, New Burlesque, Burlesque
- Improvisationstheater, Kabarett, Varieté
- Humor, Witz, Ironie, Comedy
- Humoreske, Scherzo, Geschichte der Oper
[Bearbeiten] Literatur
- D. Werner: Das Burleske. Versuch einer literaturwissenschaftlichen Begriffsbestimmung. Diss., FU-Berlin, 1968.
- K. F. Flögel: Geschichte des Burlesken. Leipzig 1794.

