Canal de Donzère-Mondragon

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Canal de Donzère-Mondragon
Der Canal de Donzère-Mondragon

Der Canal de Donzère-Mondragon

Gewässerkennzahl FRV---2002
Lage Frankreich, Regionen Rhône-Alpes und Provence-Alpes-Côte d’Azur
Länge 29 km
Erbaut 1947 bis 1952
Klasse Va
Beginn Abzweigung von der Rhône bei Donzère
Ende Wiedereinmündung in die Rhône unterhalb von Mondragon
Schleusen Bollène
Häfen Tricastin
Genutzter Fluss Rhône
Herausragende Bauwerke Wasserkraftwerk André Blondel
Talfahrt dem Flussverlauf folgend
Sluis Bollène.jpg
Kraftwerk und Schleuse von Bollène

Der Canal de Donzère-Mondragon (deutsch: Donzère-Mondragon-Kanal) ist ein Schifffahrtskanal, der in den französischen Départements Drôme und Vaucluse verläuft. Er wurde von der Compagnie nationale du Rhône zur Energiegewinnung im Wasserkraftwerk André Blondel und für die Schifffahrt gebaut und wird nach wie vor von ihr betrieben. Außerdem wird sein Wasser zur Kühlung des Kernkraftwerks Tricastin genutzt. Vom Typ her ist er ein Abkürzungskanal, der einen Flussabschnitt der Rhône im Großraum zwischen Valence und Avignon begradigt.

Geografie[Bearbeiten]

Er zweigt bei Donzère links vom Rhône-Fluss ab und mündet nach einer Strecke von 29 Kilometern unterhalb von Mondragon wiederum in den Fluss ein. Die Höhendifferenz beträgt rund 22 Meter und wird von einer einzigen Schleuse neben dem Wasserkraftwerk André Blondel bei Bollène überwunden. Die Schleuse ist für große Binnenschiffe (Grand Gabarit) ausgelegt und hat eine Abmessung von 190 x 11,40 Metern. Sie hatte bis zur Fertigstellung des Main-Donau-Kanals die größte Fallhöhe aller Schleusen Europas.

Koordinaten[Bearbeiten]

Orte am Kanal[Bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten]

Die Anlage geht auf eine Idee des französischen Physikers André-Eugène Blondel zurück. Sie wurde in den Jahren 1947 bis 1952 errichtet. Das Wasserkraftwerk ist noch heute nach André Blondel benannt, die Fassade des Kraftwerksgebäudes und der damalige Steuerraum stehen unter Denkmalschutz und sind als Monument historique registriert.

In den Jahren 1974 bis 1981 wurde am rechten Ufer des Kanals das Kernkraftwerk Tricastin mit seinen vier Reaktorblöcken erbaut. Der Kanal wurde hierbei für die Zu- und Ableitung des Kühlwassers herangezogen. In der Zwischenzeit wurde das Kernkraftwerk zur komplexen Nuklearanlage Tricastin ausgebaut.

Interessante Bauwerke am Kanal[Bearbeiten]

  • Einlaufwehr mit Schutzschleuse bei Donzère
  • Kernkraftwerk Tricastin bei Pierrelatte
  • Wasserkraftwerk André Blondel mit Schiffsschleuse bei Bollène

Brücken über den Kanal[Bearbeiten]

Folgende Brücken bzw. Querungen führen über den Kanal:

  • Einlaufwehr bei Donzère, befahrbar, aber nur für Betriebsangehörige zugänglich
  • Eisenbahnbrücke der Strecke Montélimar - Pierrelatte (Stahlfachwerkbrücke)
  • Straßenbrücke N 7 Montélimar - Pierrelatte (Betonbalkenbrücke)
  • Straßenbrücke D 356 Pierrelatte - La Garde-Adhémar, die erste moderne Schrägseilbrücke, 1952 von Albert Caquot erbaut
  • Viaduc de La Garde-Adhémar, Eisenbahnbrücke der LGV Méditérranée (Schnellfahrstrecke PLM Paris, Lyon, Marseille) (Stahlbogen)
  • Straßenbrücke D 59 Pierrelatte - Saint-Paul-Trois-Châteaux (Hängebrücke)
  • Straßenbrücke D 204 nach Bollène-Écluse (Spannbetonbrücke)
  • Promenade Léon Perrier, Straße über das Kraftwerk André Blondel und die Schleuse (Teil des Betonbauwerks)
  • Straßenbrücke D 994 Pont-Saint-Esprit - Bollène (Hängebrücke)
  • Eisenbahnbrücke Pierrelatte - Mondragon (Stahlfachwerkbrücke)
  • Straßenbrücke N 7 Pierrelatte - Mondragon (Betonbalkenbrücke von Albert Caquot)
  • Straßenbrücke D 44 Pont-Saint-Esprit - Mondragon (Hängebrücke)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Canal de Donzère-Mondragon – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien