Carl Johann Becker-Gundahl

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Carl Johann Becker-Gundahl (1907)

Carl Johann Becker-Gundahl (* 4. April 1856 in Ballweiler (heute Stadtteil von Blieskastel/Saarland); † 16. November 1925 in München-Solln) war ein deutscher Kirchenmaler und Zeichner des Jugendstils und Impressionismus, sowie Hochschullehrer an der Akademie der bildenden Künste München und Mitglied der Münchner Sezession.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Carl Johann (häufig auch: Karl-Johann) Becker-Gundahl besuchte nach einer Schreinerlehre eine Zeichenschule in Mannheim und arbeitete ab 1873 bei einem Bildhauer in München. 1875 trat Becker-Gundahl in die Münchner Akademie ein und wurde Schüler von Wilhelm von Diez und Ludwig von Löfftz. Nach einigen kurzfristigen Beschäftigungen, wie etwa als Zeichenlehrer in Kiel, kehrte er 1882 nach München zurück und studierte in der Klasse bei Gabriel von Max. Er entwickelte einen Monumentalstil, der ihn zu einem der erfolgreichsten selbstständigen Münchner Wandmaler seiner Zeit machte. Für das Gemälde Der Austräglerin Ende (1884) wurde er in Berlin mit dem Großen Staatspreis ausgezeichnet. 1892 zählte Becker, der sich den Namenszusatz Gundahl nach seiner Großmutter zugelegt hatte, zu den Begründern der Münchner Sezession und steuerte Zeichnungen zu den Zeitschriften Die Jugend und Fliegende Blätter bei. Ab 1900 bekam er größere Aufträge für Fresken und Mosaiken in Kirchen wie etwa Sankt Maximilian und Sankt Johann Baptist in München-Solln, oder für das Fresko der Kriegergedächtniskapelle in Jockgrim. Seine bedeutendsten kirchlichen Werke sind die 1908 entstandenen Fresken Hochzeit zu Kana und Abendmahl im Querschiff der Sankt-Anna-Kirche in München. 1914 entstand seine Kriegskreuzigung, die sich heute in der Pfalzgalerie Kaiserslautern befindet und wie auch sein Bild Betende Bäuerinnen als Beleg für den christlichen Bezug seiner Werke gilt.

1906 wurde er zum Professor für Zeichnen und Monumentalmalerei an der Münchener Akademie der Künste berufen, wo er bis 1924 unterrichtete. Zu seinen Schülern zählten unter anderem Franz Doll, Heinrich König, Hermann Kaspar, Christian Schad, Alois Bergmann-Franken, Paula Wimmer, Peter von Ostrowski, Josef Hendel, Oskar Martin-Amorbach, Fritz Harnest, Richard Huber, Franz Zettler, Margarethe Raabe, Hans Egger, Paul Hermann Schoedder, Karl Böhmer, Max Eschle, Wilhelm Breyvogel, Rudolf Schmalfuß und viele andere.

Becker-Gundahl starb 1925 in München-Solln und dort sowie in seinem Heimatort Ballweiler sind Straßen und eine Schule nach ihm benannt. Sein Grab befindet sich am Waldfriedhof Solln (41-3-30). Er hinterließ zahlreiche Werke, wie etwa Ölgemälde, Studien, Zeichnungen und Entwürfe für Kirchenfresken, welche noch heute öfters bei Auktionen auftauchen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Albert Becker: Becker, Carl Johann. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 1, Duncker & Humblot, Berlin 1953, ISBN 3-428-00182-6, S. 712 f. (Digitalisat).
  • Wilhelm Weber: Carl Johann Becker-Gundahl. Dem saarpfälzischen Maler zum Gedenken. Museum der Stadt Homburg/Saar, 1957
  • Wilhelm Weber: Zum Gedenken an Carl Johann Becker Gundahl. In: Saarheimat 1960, Heft 3, 1960, S. 2–10
  • Carl Johann Becker-Gundahl (1856-1925). Katalog zur Ausstellung in der Orangerie Blieskastel, 25. November 1990 bis 2. Januar 1991. Blieskastel 1990

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Carl Johann Becker-Gundahl – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien