Franz Xaver Zettler

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Grab von Franz Xaver Zettler; München, Alter Südlicher Friedhof
Pfarrkirche hl. Martin in Hörbranz. Kreuzwegstationen in der Apsis von Hubert Fessler 1954; Glasmalereien von der Königlich Bayerischen Hofglasmalerei F. X. Zettler, München 1895

Franz Xaver Zettler (* 21. August 1841 in München; † 27. März 1916 ebenda) war ein deutscher Zeichner und Glasmaler. 1871 begründete er in München das „Institut für kirchliche Glasmalerei“, das später zur königlichen Hofglasmalerei erhoben wurde.

Familie[Bearbeiten]

Franz Xaver Zettler war mit einer Tochter von Joseph Gabriel Mayer, dem Begründer der Mayer'schen Hofkunstanstalt, verheiratet. Der älteste Sohn

  • Franz Zettler (* 1865) erhielt seine künstlerische Ausbildung bei Carl Johann Becker-Gundahl und Hermann Junker. In der väterlichen Firma erlernte er alle Techniken der Glasmalerei. Zur künstlerischen Weiterbildung unternahm er ausgedehnte Studienreisen und gründete in New York und Rom Zweigstellen des Unternehmens, dessen künstlerische Leitung er 1891 übernahm. Noch zu Lebzeiten seines Vaters wurde ihm 1905 die Unternehmensleitung übertragen. Sein jüngerer Bruder
  • Oskar Zettler (* 1873) erhielt seine Ausbildung in Venedig. 1895 trat er in das väterliche Geschäft ein und übernahm die künstlerische Leitung der amerikanischen Filiale. Ab 1905 bis 1929 leitete er das Gesamtunternehmen mit seinem älteren Bruder Franz Zettler. 1930 gründete er eine Zweigstelle in New York, wo er sich 1934 niederließ und auch als Kartonzeichner und Landschaftsmaler tätig war. Sein gleichnamiger Sohn
  • Oskar Zettler jun. (* 1902) wurde künstlerischer Leiter der Münchner Firma.

Leben[Bearbeiten]

Franz Xaver Zettler übte zunächst einen Kaufmannsberuf aus. Wegen seiner großen künstlerischen Neigungen und kunstgeschichtlichem Interesse bildete er sich auf diesen Gebieten. Er wurde Mitarbeiter der Mayer'schen Hofkunstanstalt in München, wo er schon bald zur Leitung des Unternehmens gehörte. Nach Aufhebung der Königlichen Glasmalereianstalt in München machte er sich 1871 selbständig und begründete das „Institut für kirchliche Glasmalerei“. Durch sein Bestreben, die Grundsätze der Blütezeit der mittelalterlichen Glasmalerei wieder anzuwenden, erhielt er zahlreiche Aufträge aus dem In- und Ausland. Wegen des großen künstlerischen und wirtschaftlichen Erfolgs erhob das bayerische Königshaus Zettlers Unternehmen zur „Hofglasmalerei“ und verlieh ihm den Michaelsorden. Als weitere Auszeichnungen erhielt er den österreichischen Franz-Joseph-Orden, den preußischen Kronenorden, den italienischen Kronenorden und den "Steaua României".

1876 gab Franz Xaver Zettler zusammen mit Leonhard Enzler und Jakob Stockbauer den Band Ausgewählte Kunstwerke aus dem Schatze der reichen Kapelle in der königlichen alten Residenz zu München heraus, der eine Sammlung von Chromolithographien enthält.

Werke[Bearbeiten]

Glasmalereien aus seiner Werkstatt befinden sich u.a. an folgenden Orten: Schlosskapelle Tutzing; St. Barnabas, Warrington/Neuseeland; St. Nikolaus (Oberndorf am Lech); Abteikirche Marmoutier; St. Georg, Ulm; St. Michael, Weyersheim; Akademie für Lehrerausbildung und Kreuzauffindungskapelle Dillingen (Donau);

Kösener Fenster[Bearbeiten]

Hauptartikel: Erlanger Senioren-Convent

Der Kösener Senioren-Convents-Verband schenkte 1898 dem Corps Onoldia Erlangen zwei Glasfenster mit den Studentenwappen aller Kösener Corps. Sie wurden von Gustav Adolf Closs entworfen und von Zettler hergestellt.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Franz Xaver Zettler – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien