Carved Stone Balls

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Neolithischer Steinball

Carved Stone Balls (engl., wörtlich: Geschnittene, gemeißelte Steinkugeln oder gravierte Steinkugeln) sind in etwas mehr als 420 Exemplaren bekannt. Sie entstanden im späten Neolithikum und in der Bronzezeit (3500–1500 v. Chr.)

Über den Zweck der Steinkugeln gibt es zahlreiche Vermutungen. Meist wird angenommen, dass es sich um Statussymbole handelte.[1]

Ein aus Ton nachgebildeter Carved Stone Ball aus jüngster Zeit

Für die Objekte wurden unterschiedliche Gesteine verwendet, wie Hartgesteine: (Granit, Gabbro, Gneis, Diabas, Diorit, Quarzit) und Weichgesteine: (Sandstein und Serpentinit). Die Verzierung hängt von der Steinart ab, denn Hartgesteine sind wesentlich schwieriger zu formen und zu bearbeiten als die Weichgesteine. Schnitzen kann man keines dieser Gesteine.

Gestaltung und Herstellung[Bearbeiten]

Die zumeist kugelartigen Objekte sind sorgfältig und aufwändig gestaltet und variieren stark. Die meisten haben einen Durchmesser von 70 mm. Etwas mehr als ein Dutzend liegen zwischen 90-114 mm. Viele sind fast rund und nur wenige oval. Die meisten haben sechs Noppen, die am besten gestalteten Kugeln haben vier Noppen und die übrigen weisen eine unterschiedliche Anzahl auf. Die orkadischen haben die meisten Noppen und weichen zum Teil auch völlig von der Kugelform ab. Die Größe der häufig mit eingravierten Mustern verzierten Noppen variiert. Die Muster bestehen aus linearen, spiralförmigen oder konzentrischen Ritzungen. Es gibt auch Kugeln ohne Verzierungen.

Der Forscher Andrew T. Young hat in einer experimentellen, wissenschaftlichen Untersuchung festgestellt, dass die schottischen Steinkugeln mit prähistorischen Werkzeugen, ohne Verwendung von Metallen, geformt werden konnten.[2]

Erste Untersuchungen und Fundorte[Bearbeiten]

F. R. Coles, ein Beschäftigter des National Museum of Antiquities of Scotland, untersuchte zwischen 1897 und 1911 etwa 180 Steinkugeln und veröffentlichte das Ergebnis im Jahre 1911. Ein weiterer Beschäftigter des Museums, Bulmer, fertigte Zeichnungen an.

Verbreitung[Bearbeiten]

Die meisten wurden im nordlichen Schottland im Aberdeenshire, zwischen Moray Firth und Tay-Fluss in den Grampian Mountains und in Skara Brae auf Orkney gefunden. Es gab auch Funde in Irland und England. Carved Stone Balls wurden in Aberdeenshire, Dunadd, Hawick, Wigtownshire auf Iona, Skye, Lewis and Harris, Uist, Arran und Orkney gefunden. Außerhalb Schottlands in Irland bei Ballymena sowie in England bei Durham, Cumbria, Lowick und Bridlington. Die mit sieben Noppen gestalteten Kugeln aus Diorit, die in Hillhead, bei St. Ola, auf Orkney gefunden wurden, stammen von Hillswick auf den Shetlands.[3] Auf Orkney wurden in der steinzeitlichen Siedlung Skara Brae, die von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde, fünf Carved Stone Objects gefunden.[4]

Viele Funktionen für diese Objekte sind vorgeschlagen worden, so könnten sie an Schäften befestigte Keulenköpfe gewesen sein. Unabhängig von ihrer Funktion waren sie prestigeträchtiger Besitz und Symbole der Macht.

Weblinks[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Römische Pentagondodekaeder

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Information der Ashmolean Museum, abgerufen am 19. Mai 2010
  2. Universität of Exter, The ground stone tools of Britain and Ireland: An experimental approach von Andrew T. Young, abgerufen am 19. Mai 2010
  3. Carved stone balls von Dorothy N. Marshall S. 34 (PDF; 2,3 MB), abgerufen am 19. Mai 2010
  4. Abbildungen von Carved Stone Balls auf Skara Brae auf der Webseite des National Museums Scotland, abgerufen am 19. Mai 2010