Château-Larcher

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Château-Larcher
Château-Larcher (Frankreich)
Château-Larcher
Region Poitou-Charentes
Département Vienne
Arrondissement Poitiers
Kanton Vivonne
Koordinaten 46° 25′ N, 0° 19′ O46.4172222222220.31444444444444103Koordinaten: 46° 25′ N, 0° 19′ O
Höhe 85–135 m
Fläche 15,35 km²
Einwohner 962 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 63 Einw./km²
Postleitzahl 86370
INSEE-Code
Website http://www.chateau-larcher.fr/
Château-Larcher, Kirche und Wehrturm, von Westen
Château-Larcher, Haupttor zum Castrum, von Westen
Château-Larcher, Die Burgruine von Osten

Château-Larcher ist eine französische Dorfgemeinde mit 962 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011) in der Region Poitou-Charentes im Département Vienne und liegt etwa 16 km südlich von Poitiers. Der Ort wird gänzlich umflossen von den Armen der Clouère. Er ist bekannt für seine mittelalterliche Festungsruine mit ehemaliger Burg, einer romanischen Kirche und einer bedeutenden Totenlaterne auf dem Friedhof. Weniger bekannt ist seine Lage am Rande des Schlachtfeldes der Schlacht von Voulon 507.

Geschichte[Bearbeiten]

Weit zurückreichende Wurzeln[Bearbeiten]

Die Besiedlung des Areals von Château-Larcher ist sehr alt. Auf dem Plateau von Thorus (angrenzender Ortsteil der Gemeinde) steht ein bemerkenswerter Dolmen aus der Zeit der Megalithkultur (4.500 bis 2.000 v. Chr.) Dieser stand inmitten einer keltischen Nekropole von mindestens tausend Gräbern.

Château-Larcher befindet sich nicht weit von der alten Römerstraße via Pictavia, die von Poitiers nach Civray führte. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass man in Baptresse, einem Nachbarort der Gemeinde Château-Larcher, einen gallo-römischen Altar entdeckte, mit je einer Skulptur eines der Götter des römischen Pantheon, auf jeder seiner vier Seiten. Dieser Altar wird datiert auf das 2. Jahrhundert n. Chr. und steht heute im Museum St. Croix in Poitiers.

Château-Larcher war möglicherweise nach Voulon auch eine der Kulissen der berühmten Schlacht von 507 zwischen den Franken unter Chlodwig I. (Clovis). und den Westgoten (auch Wisigoten genannt) unter Alarich II., in der die Westgoten vernichtend geschlagen wurden.

Der Ortsname und seine Vorläufer[Bearbeiten]

Das Dorf wird heute „Château-Larcher“ genannt. Lateinisch hieß es einmal „Castrum Achardi“, was bedeutet: „Burg des Achard“. Das war der Name desjenigen, der sie Ende des 10. Jahrhunderts wiedererbaut hat. Es wurde damals auch Châtel- Achard oder Chasteau- Achard genannt. Im 11. Jahrhundert erschienen die ersten Veränderungen seines Namens. Man begann zu formulieren: „Chastel-Acherd“, „Chastel- Acher“, „Chastellacher“, und dann „Chastellachair“ oder „Chastel- Archier“. Bis zu achtzehn Varianten sind bekannt, die durch Urkunden des Mittelalters belegt sind.

Erstmals im Jahr 1627 taucht in einem Druckwerk der heutige Name „Château-Larcher“ auf, der aber wenig Bezug zur ursprünglichen Bedeutung aufweist.

Wie aber hieß der Ort, bevor Achard seiner Burg und dem Ort seinen Namen lieh?

Mit Hilfe zweier Urkunden, die eine vom Kapitel von Saint-Cyprien, die andere vom Kapitel der Abtei Nouaillé ließ sich feststellen, dass der ursprüngliche Name von Château-Larcher „Mesgon“ oder „Metgon“ war.

Emmoin, der Eigentümer der „Villa Mesgon“, schenkte im August 857 der Abtei Nouaillé mehrere Besitztümer aus dem Nachlass seiner Eltern. Diese bestanden aus Häusern, einer Mühle, den Fischereirechten, verschiedene Wein- und Ackerbauflächen, alles befand sich im Dorf „Mesgon“.

Einunddreißig Jahre später, im Oktober 888, und im ersten Jahr des Königs Odo Ebbon, Sohn des Emmoin und bisaïeul, erfolgt eine Transaktion zwischen dem Abt von Saint-Cyprien de Poitiers, und dem Herrn der Villa Mesgon und seiner Burg: „in villa Mesgone, una cum ipsa castra (sic)“. Doch diese „villa Mesgon“ genannte Örtlichkeit wird in dieser Urkunde bezeichnet als „gewesen in den Ländern von Poitiers, in der Vicarie von Vivône (heute Vivonne) und an den Ufern der Clouère“: lateinisch „in pago Pictavo, in vicari Vicovedonense, super fluvium Clodera“.

In einer Urkunde von 969, die vom „dom Fonteneau“ erhalten ist, ist eine präzise wie überzeugende Passage enthalten. Diese Urkunde ist diejenige, mit der Ebbon und Oda, als Vater und Mutter von Achard, das Priorat des späteren Château-Larcher gründeten.

Man spricht darin von einer Mühle an der Clouère, „zu den Geistlichen gegeben“, die Urkunde gibt zum Ausdruck: "Unterhalb unserer Burg gibt es eine Mühle, an der Clouère, nahe dem Turm, seit der Antike, die den Namen Metgon trägt: „prope turrem quoe antiquitus Metgon vocatur.“ Dieser alte Turm steht noch im Zentrum des Dorfes, jedoch ohne seine ehemalige Bekrönung; Für ihn hat sich im Volksmund der Name „Tour von Mesgnen“ erhalten, andere sagen, Maguin (beides sicher auf Mesgon oder Metgon zurückgehend).

Das ist offensichtlich das antike Metgon und die ursprüngliche Benennung dieses Orts

Die Schlacht von Voulon[Bearbeiten]

Im Jahr 507 fand die Die Schlacht von Voulon zwischen den Franken unter Chlodwig I. und den Westgoten unter Alarich II. statt. Am Rande des vermuteten Schlachtfeldes liegt Château-Larcher.

Hauptartikel: Schlacht von Vouillé

Voulon und nicht Vouillé[Bearbeiten]

In einer wissenschaftlichen Studie, veröffentlicht im Jahr 1838, von der „Gesellschaft der Antiquitätenhändler im Westen“ äußerte sich M. de Fontenelle Vaudord so:

„Es gab noch in dieser Vikarie von Vivône einen Ort, der nicht der Hauptort der aktuellen Gemeinde ist, von dem es gut ist, ein wenig zu verweilen: Ich möchte ihn Mougon nennen oder Meugon (Villa Mesgone cum ipsa castra), und man liest übrigens "castrum in villa Metgon". Dieser Ort war in der Nähe des Flusses Clouère, den man nannte "fluvium Clodera".“

Fontenenelle fragte sich, „ob es nicht das Lager von Chlodwig und Alarich war“, und er ist sicher, „dass dieser Punkt von großer Bedeutung ist für die Festsetzung der denkwürdigen Schlacht von Vauclade, nach der die Monarchie der Franken in Gallien endgültig festgelegt wurde“.

Er sagt weiter: „eine Schlacht die das erste Reich der Westgoten in Gallien zerstörte, musste sich über eine große Fläche erstreckt haben, und zwar über die ganze Ebene zwischen der Clouère und Clain, anders gesagt über die Felder von Metgon, in campo Mogothense“

Gregor von Tours und andere Historiker geben an: „den Campus Vaucladeus, mit dem Voulon gemeint ist“.

Dazu kann man noch den Bericht lesen, von der öffentlichen Sitzung der Gesellschaft der Antiquitätenhändler, von Herrn Ménard, Doktor, Professor für Geschichte:

„Herr von Beauregard hat gezeigt, dass diese berühmte Schlacht nicht am Ort namens Vouillé geliefert wurde, dessen Name sich bis jetzt schlecht übertragen hat. Er hat sichtbar gemacht dass die Aktion sich südlich von Poitiers ereignet hatte, an den alten Furten des Clain, in Mougon, und vor allem Voulon, und sie endete in den Ebenen vor Champagné-Saint - Hilaire. Von nun an begann man, wenn man so will, mit einem modernen Namen dieser berühmten Schlacht, die in unseren Annalen, nicht die von Vouillé, sondern die von Voulon ist, den man ihr geben muss.“

„Voulon und nicht Vouillé, wie es viele moderne Historiker nennen, ohne jegliche Grundlage und gegen das Zeugnis der Alten“, schreibt wiederum der Wissenschaftler Bischof Cousseau und bedauert es.

Das Schlachtfeld[Bearbeiten]

Schlacht von Voulon, Lageplan

Man weist heute als Kulisse der großen Schlacht von 507 ein gleichseitiges dreieckiges Grundstück aus, mit einem Umfang von 3 x 18 km = 54 km und einer Fläche von circa 140 km². Eine Spitze des Dreiecks liegt im Nordosten von Vivône (heute Vivonne), im Dorf Danlot, an einer Stelle, wo sich die Flüsse Clouère und Clain vereinen. Dieser Ort befindet sich geschützt auf der einen Seite durch die agger von Baptresse, und auf der anderen, vom Oppidum genannt Roquillon über dem Schilf. Dort beginnen zwei Seiten des Dreiecks, die aus den beiden Flüssen gebildet werden, und enden, die eine in Gencay, die andere in Voulon. Jenseits der dritten Dreieckseite, zwischen Voulon und Gencay, befand sich in den großen Ebenen von Champagné-Saint - Hilaire das Lager Sycharet.

Der Mittelpunkt des ehemaligen Schlachtfeldes ist das Dorf La Mothe (heute La Motte)-de-Ganne, etwa eine Meile (2,45 km) von den Flüssen Clouère und Clain entfernt, etwa 4 km von Château-Larcher und Vivône (heute Vivonne) und 8 km von Champagné.

Wenn Château-Larcher wirklich das frühere Metgon ist, was sehr wahrscheinlich ist, so bezeichnet von Hincmar, in seiner Schrift „das Leben von Saint Remy“, so trifft folgende lateinische Formulierung zu: "In campo Mogothense, super fluvium Clinno, milliario-cimo ab urbe Pictavis, bellum conserunt" !

Die Orte Mesgon (heute Château-Larcher), Vivone (heute Vivonne), Gencay, Anché und La Mothe (heute La Motte)-de-Ganne waren damals ebenso die Kulisse der großen Schlacht von 507, wie das Dorf Voulon.

Die Schlacht[Bearbeiten]

Die Schlacht im Frühjahr von 507, zwischen den Franken unter Chlodwig I. und den Westgoten unter Alarich II. ereignete sich demnach in den Ebenen von Metgon (In campo Mogothense) am Fluss Clain (super fluvium Clinno), und zehn Meilen (24,5 km) von Poitiers, was genau den römischen Maßen von Château-Larcher bis zur Hauptstadt des Poitou entsprach.

Die Westgoten wurden vernichtend geschlagen. Alarich II. fiel durch die Hand Chlodwigs, und der Rest seiner Armee zog sich nach Spanien zurück. Mit dem Sieg über die Wisigoten leitete Chlodwig die große Herrschaft des Frankenreichs ein, die bis in das 9. Jahrhundert andauerte.

In einer speziellen Karte von M. Saint-Hippolyte, sind die wichtigsten Linien des Kampfes eingetragen.

Die Ausgrabungen der Sehenswürdigkeit des mutmaßlichen „Alarich Camp“ wurden im Jahr 2000 durchgeführt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Das Dorf Château-Larcher[Bearbeiten]

Château-Larcher, Dorfstraße, Wehrturm u. Kirche von Süden
Château-Larcher, Kirche von N, vorne Gelände der ehem. Vorburg

Das heutige Dorf gruppiert sich um ihr ursprünglich befestigtes Zentrum, einem Castrum, aus den kümmerlichen Ruinen der einst stolzen Burg, den Überresten seiner Befestigungen, Wohn- und Nutzbauten, aus dem „Stadttor“, einigen Rundtürmen und Wehrmauern, und aus der stark beschädigten Kirche, deren Mauern in die Befestigungsanlagen integriert waren. Auch heute noch überragt das „castrum“ auf dem langgestreckten Felsrücken die kleine Siedlung, zu oberst die Kirche. Dieser Felsrücken und das ganze Dorf stehen auf einer „Insel“ der Clouère, die sich oberhalb der Siedlung teilt, deren Arme die Insel umschließen, und kurz dahinter sich wieder vereinen. Die Häuser von Château-Larcher reihen sich überwiegend beidseitig seiner Hauptstraße auf, und einige an Nebenstraßen.

Mitten im Dorf, etwa gegenüber der ehemaligen Burg, steht unmittelbar an der Hauptstraße ein runder Turm, der die anschließende zweigeschossige Bebauung weit überragt. Er besitzt mit der etwas zurückliegenden Befestigung des ehemaligen „Castrums“ keinen unmittelbaren Kontakt. Es handelt sich um den alten Mühlenturm, der im Volksmund den Namen „Tour de Mesgnen“ (Turm von Mesgnen) trägt, oder auch „Tour de Maguin“. Beides geht sicher zurück auf Mesgon oder Metgon.

Die im folgenden beschriebenen Bauwerke Burg, Kirche Notre-Dame und Saint-Cyprien und Totenlaterne sind ebenso wie der zuvor erwähnte Dolmen Monuments historiques.[1]

Das Castrum und die Burg von Château-Larcher[Bearbeiten]

Château-Larcher, Hauptportal von innen

Das castrum, oder die Ende des 10. Jahrhunderts wieder errichtete Festung des Archard erstreckte sich von Norden nach Süden über die ganze Länge eines schlanken Felsrückens, nach den Quellen etwa 200 pas (Schritt) und nicht breiter als 50 pas (je 70 – 90 cm). Dieser fällt auf der langen Westseite sanft ab, was dort aufwändige Wehranlagen erforderte. Die ebenso lange Ostseite ragte als senkrechte Felswand aus der Ebene der Flussaue heraus, was dort niedrigere und weniger aufwändige Festungsbauwerke erlaubte.

Die eigentliche Burg ragte an der Nordostecke der Festung auf, und war von ihrem übrigen, wesentlich größeren Abschnitt durch einen tief in den Fels eingeschnittenen Wassergraben getrennt, und machte ihn so strategisch zu einer Art Vorburg. Die Burg oder das Château fort bestand aus einem mächtigen Donjon (Bergfried) und verschiedenen Türmen und Wohnbauten, in dem die Burgherrschaften wohnten, die nur in kleinen Resten erhalten sind, und ihre ehemalige Größe und Wehrhaftigkeit kaum noch ahnen lassen. Die östlichen Teile der Burg reichten über die senkrechte Kante des Felsrückens hinaus, und dort bis hinunter auf die Ebene des Talgrundes. Im Bereich des Châteaus sollen auch noch Gewölbekeller erhalten sein. Die ehemalige zweite Zugbrücke, über die man in die Burg gelangte, hat man ersetzt durch eine breite Mauer, über die der heutige Weg hinüberführt.

Château-Larcher, Hauptportal, Bogen und Fallgatter

Auf der Westseite des Castrums ragten einmal fünf runde Wehrtürme hoch auf. Zwei davon, etwa in der Mitte der Anlage, rahmten das einzige Zugangstor ein, dessen Ensemble heute in noch recht passablem Zustand erhalten ist. Vermutlich waren die Türme, die auch Türme der Garden genannt werden, ursprünglich etwas höher und ihre Mauern trugen einen Kranz von Zinnen. Zwischen den beiden Rundtürmen ist nach außen hin eine über zwei Geschosse reichende Wand hochgeführt, in die ein rundbogiges Portal ausgespart ist. Das Obergeschoss diente zur Verbindung der beiden Türme untereinander, bleibt aber innenseitig offen und ist lediglich überdacht. Die Toröffnung besitzt auf beiden Seiten Schlitze, in denen ein Fallgatter herabgelassen werden konnte, welches in Friedenszeiten in das Obergeschoss angehoben wurde. Bis zum 15. Jahrhundert schützte eine Zugbrücke zusätzlich den Zugang. In den Turmwänden sieht man noch die ursprünglichen Schlitze der Schießscharten.

Château-Larcher, Fallgatterschlitz

Beidseitig der Tortürme erstreckten sich ehedem die hohen Wehrmauern der Festungsanlage, die in nördlicher Richtung fast bis zum Château reichten, und noch zweimal durch runde oder halbrunde Türme unterbrochen wurden. In Richtung Süden stieß die Wehrmauer schon bald gegen die Nordwestecke der Kirche, deren westliche, südliche und östliche Außenwände in die Wehranlagen des castrums integriert waren.

Erst im 14. Jahrhundert hat man an die Südwestecke der Kirche einen kräftigen runden Wehrturm angebaut, zur Verstärkung der Wehrtüchtigkeit auf dieser Ecke. Aus den Schießscharten des Turms hatte man ein Schussfeld von über 300 Grad.

Bis auf das Haupttor und einige Reste im Nordwesten der Wehrmauer sind die Wehrmauern fast bis auf deren Grundmauern verschwunden. Man kann aber heute noch ihren Verlauf weitgehend nachvollziehen, weil sie durch die westlichen Außenwände der dort neu entstandenen Wohnbauten ersetzt worden sind, zumeist mit einem Mauerwerk, das dem der Wehrmauern ähnlich sieht, und mit einer sparsamen Befensterung versehen. Zwischen diesen Hauswänden und den Häusern an der parallel verlaufenden Straße sind Flächen von Bebauung und höherer Bepflanzung freigeblieben, und somit eine weitgehend freie Sicht auf das Ensemble der Wehrmauern erlaubt. Dabei haben wahrscheinlich Denkmalämter mitgewirkt. Auf den Innenseiten der ehemaligen Wehrmauern stehen die Reihenhäuser der heutigen Bewohner, denen kleine Hausgärten vorgelagert worden sind.

Man muss sich natürlich dort auch im Mittelalter Wohn- und Nutzbauten vorstellen, die gegen die sie schützenden Wehrmauern errichtet worden sind. Bekannt ist, dass es dort die Unterkünfte der Bediensteten gab und die Ställe für das Nutz- und Schlachtvieh. In einer dieser Wohnungen gibt es in der ehemaligen Wehrmauer ein größeres Fenster, von dem bekannt ist, dass dort im 15. und 16. Jahrhundert ein Geschütz platziert war, zur Verteidigung der Festung.

Kirche von Südosten, über der Steilwand

Auf der fast parallel verlaufenden Ostseite der Festung gab es ursprünglich zwischen dem Burggraben und der Kirche über der senkrecht abfallenden Felswand ebenfalls Wehrmauern und noch weitere größere Wohn- und Nutzbauten. Bekannt ist zum Beispiel das Haus der Garde, in dessen Saal Recht gesprochen wurde und wo man den Herrschaften Sorgen und Nöte vortragen konnte. Der Seneschall leistete damals alle vierzehn Tage seinen Beistand. Gegenüber war das Gefängnis untergebracht, in dem man Verurteilte bestrafte. Die Gebäude umgaben den so genannten Ehrenhof, auf dem die Garde exerzierte.

Unter diesen Gebäuden befanden sich auch die eines kleinen Priorats, das gegen Ende des 10. Jahrhunderts gegründet worden ist, in dem vier Benediktiner-Mönche untergebracht waren. Die Geistlichen und die Herrschaften des Châteaus konnten die Kirche auf ihrer Nordseite durch eine separate Tür betreten.

Château-Larcher, Kirche, ehem. Chorhaupt, rechts Wehrmauer des Castrums, von NO

Die von Achard Ende des 10. Jahrhunderts wieder errichtete Festung genoss in der Folgezeit des Mittelalters mit ihrer hohen Verteidigungsbereitschaft eine bedeutende starke Stellung in der Region.

Der Hundertjährigen Krieg (1339–1453), der im Wesentlichen vom Ringen Frankreichs und Englands um die Herrschaft Aquitaniens bestimmt war, brachte auch Château-Larcher immense Schäden bei. Ein Dokument über eine Untersuchung aus dem Jahr 1454 schildert die näheren Umstände in traurigen Farben: „Genommen und von Sturm, heute von den Engländern, morgen von den alten Kriegern, halb zerstört und verbrannt, fiel er fast zusammen mit den Beschädigungen durch Jeanne de Maillé (1331–1414), weil die Protestanten zweimal kamen, und neue Verwüstungen anstellten“.

Château-Larcher, Wehrmauer des Castrums auf Steilfelsen, von SO

Von 1504 bis 1638 wurde die Restaurierung der Festungsbauten organisiert. Daran beteiligt waren die Leute von Rochechouart (Verschiedene Herren de Rochechouart waren auch Herren von Château-Larcher, daher diese Verbindung), die aber bevorzugt an ihren Unterkünften arbeiteten. Schon bald blieben die Aufwendung der öffentlichen Hand für die Bezahlung der Familie aus, die an der Anlage als landwirtschaftlicher Hof interessiert war. Ihre ständige Abwesenheit führte zu erneutem Verfall der Gebäude.

Im Jahr 1680 stellte der Steuereinnehmer von Château-Larcher fest: „dass die Burg aus neun Türmen mit gryserie (?) besteht, einschließlich demjenigen der Kirche, auf der Anhöhe eines Felsens, diese sind in gutem Zustand, aber die Unterkunft ist nicht schön“.

Zu diesem Zeitpunkt fehlte bereits seit etwa fünfzig Jahren die Anwesenheit seiner Herrschaften. Die Bauten waren nicht nur der Verwitterung ausgesetzt. Die wilde unkontrollierte Nutzung durch etliche Bauern, die sich hier mit ihrem Vieh niedergelassen hatten, führte schnell zu einem furchtbaren Zustand. Im Jahr 1693 galt die „Häufung von Beschädigungen als umfassend“.

Château-Larcher, Burgruine von NO

Die Französische Revolution 1789 löste einen „Flächenbrand“ aus, der das ganze Land erfasste. Fast alles, was an Bauwerken des alten Herrschaftsapparates und auch kirchlicher Organisationen existierte, wurde zum „Nationalgut“ erklärt und den Bürgern zum Abbruch verkauft. So ging es auch Château-Larcher, wo es zu allen Arten von Verwüstungen kam. Der Donjon der Burg ging in den Besitz eines Brassac über. Zum Abriss kamen dort vor allem Balken, Treppen, Türen, Fensterkreuze, Pflastersteine, alle Steine, die man aus den Wände entfernen konnte, selbst die Bruchsteine, alles wurde verkauft und zerstreut. Jeder Einwohner von Château-Larcher und aus den benachbarten Ortschaften hat sich in diesem "grandiosen Steinbruch" bequem bedient, zur Verwendung in den eigenen Neubauten. Bis auf die heute erhaltenen spärlichen Überreste wurde nahezu alles abgetragen. Erhalten sind noch zwei eingewölbte Räume der Kasematten und andere überwölbte Keller.

Noch im Jahr 1810 wurde der große Saal der Garde abgebrochen und dessen Baumaterialien von Herrn Neumann, Bürgermeister von Vivône (heute Vivonne), gekauft. Sie dienten ihm beim Bau seines Hauses, am Ufer des Flusses Palais, gegenüber vom Messegelände der Kantons-Hauptstadt.

Château-Larcher, Wehrmauern links vom Hauptportal, Dorfseite, von SW

Kurz danach wurde die Festung von ihrem Besitzer, dem Herrn Baron von Cressac, an seine Tochter Frau Marquise de Montcalm-Tryon weitergegeben. Diese hat sie anschließend gänzlich aufgegeben. Niemand brauchte danach noch eine Erlaubnis, um Baustoffe zu holen, die dort immer noch bequem zu entnehmen waren.

Im Jahr 1870 kaufte M. Albert Boutillier von Retail, Mitglied der Gesellschaft der Antiquitätenhändler im Westen, das Objekt. Er schulte sich auf dem Gebiet moderner Restaurierungen. Er stellte den Brunnen der Küche wieder her und trug alles zusammen, was er in den Ruinen fand.

Die Türme des Châtelet- Portals wurden im Jahr 1912 unter Denkmalschutz gestellt, Die Ruinen der Burg und ihres Donjons wurden im Jahr 1927 ebenso eingestuft.

Château-Larcher, Burgruine, vorne Burggraben, ehemals mit Zugbrücke

Die 1972 bis 1980 erfolgten Ausgrabungen wurden zu Sehenswürdigkeiten der Burg. Dabei konnten die restaurierten Keller und der Brunnen der Festung, sowie zahlreiche Gegenstände aus dem Mittelalter gesichert werden. Vor allem eine große Anzahl von Münzen und Alltagsgegenstände werden im Depot der Ausgrabungen aufbewahrt.

Seit 1997 gehört die Burg der Gemeinde. Es ist beabsichtigt, die erhaltenen Teile der Festung so herzurichten, dass sie öffentlich zugänglich gemacht werden können.

Die Kirche Notre-Dame und Saint-Cyprien[Bearbeiten]

Geschichtliches[Bearbeiten]

Eine der Quellen beruft sich auf „kompetente Männer“, die die Entstehung der Seitenwände der Kirche in das 10. Jahrhundert datieren.

Dass es einen Vorläufer der heutigen Kirche im 10. Jahrhundert oder gar noch früher gegeben hat, kann nicht ausgeschlossen werden, da es eine Urkunde aus dem Jahr 969 gibt, über die Gründung eines Priorates des damaligen Ortes Mesgon (oder Metgon) und des späteren Château-Larcher (siehe Kapitel „Der Ortsname und seine Vorläufer“). Diese Urkunde erwähnt eine „Kapelle“, die der heiligen Jungfrau gewidmet ist und eine Enklave auf dem Gelände der Burg (die Konventsräume). Ihre Nutznießung wurde vier Benediktiner-Mönchen eingeräumt. Ebenso wird darin auch die Mühle von Mesgon erwähnt, die „zu den Geistlichen gegeben“ wird. Den Mönchen wurde demnach auch die Nutznießung der Mühle zugesprochen.

Die „Kapelle“ oder ein anderer Vorgängerbau müsste dann von Ebbon, Herr von Mesgon, oder von seinen Sohn Achard, dem Namensgeber der Burg und des späteren Orts Château-Larcher erbaut worden sein.

Die meisten heute erhaltenen Bauteile, wie die Fassade und das Portal, aber auch das weitgehend zerstörte Kopfende mit den drei Apsiden, sind im Stil des Übergangs von der Vorromanik zur Romanik erbaut worden, man kann annehmen unter Hugo IX. von Lusignan und Herr von Château-Larcher von 1196 bis 1223.

Die Kirche war, wie auch die Festung, mehreren Belagerungen im 14. Jahrhundert und im 16. Jahrhundert ausgesetzt. Ein Manuskript aus dem Jahr 1454 schildert den Zustand des Verfalls. (siehe Kapitel „Das castrum und die Burg von Château-Larcher“)

Das Ganze wurde ziemlich gut repariert von Jeanne de Maillé.

Ein Jahrhundert später brachen mit den Religionskriegen (1562–1598) die Bruderkämpfe aus, die im Poitou sehr blutig waren. Nach der Belagerung und Einnahme der Burg Lusignan (20. Juli 1569) zogen die Hugenotten unter der Führung von Admiral de Coligny in Poitiers ein. Vor ihrem Rückzug plünderten sie die Stadt und brannten alles nieder. Auch die Kirchen Notre-Dame und Saint-Cyprien, die soeben wiederhergestellt worden war, wurden in Brand gesetzt.

Als im Poitou der Frieden geschlossen worden war, begannen René de Rochechouart, Sohn und Nachfolger von François de Rochechouart, beide Herren von Château-Larcher, mit den Reparaturen der zerstörten Gebäude. Sie restaurierten im Jahr 1572 den Dachstuhl und die Wölbungen, die man in den Seitenschiffen, in Joch 1 und 2 sogar um etwa fünf Fuß (ca. 1,50 m) über deren frühere Höhe anhob und die Form der Gewölbe erneuerte.

Fassade der Kirche von Westen, mit Wehrturm
Château-Larcher, Kirche von O

Sechsundzwanzig Jahre danach ließ ein Gewitter im Dorf mehrere Privathäuser einstürzen und beraubte die Kirche ihres Daches.

1668 traf ein neues Unglück das Gebäude. Entweder durch die „Beleidigungen der Zeit“, oder durch die Wirkung der Belagerungen, oder sogar durch ein Erdbeben, senkte sich das Kopfende der Kirche im Ganzen ab und führte zum Einsturz der zentralen Apsis, der östlichen Apsis und des Glockenturms. Die südliche Apsis wurde im oberen Bereich beschädigt. Erst zwölf Jahre nach dieser Katastrophe, im Jahre 1680, dachte man an die Möglichkeit einer Wiederherstellung.

Louis de Rochechouart, Marschall von Vivône und Herr von Château-Larcher, gab „50 Fuß Eichen für den Dachstuhl“. Die Apsiden wurden dabei durch eine gerade Wand aus Bruchsteinmauerwerk ersetzt.

Die Reparatur des Dachstuhls, insbesondere des Firstes, wurde offensichtlich nicht mit genügend Sorgfalt ausgeführt. Im Jahre 1760, als die Kirche beinahe hätte wieder konsekriert werden sollen, dauerte es noch, bis die Summe von 1.200 Pfund zusammengekommen war. Kaum war dies erledigt, schlug im August ein Blitz in den Kirchturm ein und verursachte wieder einen ziemlich großen Schaden.

Am 21. Dezember 1760 wurden die Einwohner von Écrouzilles zu einem besonderen Gottesdienst einberufen. Bei dieser Gelegenheit schloss man sich mit den Bürgern von Écrouzilles zusammen, um den „Geist von Château-Larcher“ neu zu erwecken, dass alle gemeinsam die Kosten trugen. Die Leute von Écrouzilles waren mit dem Vorschlag einverstanden, und bereits im folgenden Jahr wurde der Glockenturm und der Dachstuhl repariert.

Im Jahre 1871 wurde bei der Wiederherstellung des Kirchturms festgestellt, dass die höchsten Schiefer das Datum 1761 trugen und den Namen des Herrn von Blom, Lord Maugué und von Écrouzilles.

Während der Französischen Revolution (1789) wurde die Kirche wie viele andere durch die Volksversammlungen geschändet. Die Skulpturen wurden zerstört, die Altäre und die Kanzel verbrannt. Von 1793 bis 1801 gab es keine Gottesdienste.

Das Kirchengebäude[Bearbeiten]

Grundriss der Pfarrkirche

Einige Dimensionen (ohne Pfeilervorlagen):

  • Gesamtlänge außen (Schiff und Chor): 28,90 m
  • Maximale Breite in Joch drei: 22,85 m
  • Breite in Joch 1 und 2: 17,50 m
  • Breite Mittelschiff innen: 6,80 m
  • Länge Mittelschiff innen: 29,40 m
  • Gesamtbreite in Joch 1 und 2 innen: 14,75 m
  • Gesamtbreite in Joch 3 innen: 20,30 m
  • Breite Chor innen: 5,24 m
  • Tiefe Mittelapsis: 7,30 m
  • Breite äußere Apsiden innen: 3,97 m
  • Tiefe der äußeren Apsiden: 3,00 m
  • Höhe der Gewölbe im Scheitel: 13,00 m

Die Kirche besaß ursprünglich einen basilikalen Aufriss mit einem Mittelschiff und um etwa 1,50 m niedrigeren Seitenschiffen. In der Länge werden die Schiffe in drei Joche unterteilt. Die Seitenschiffe der ersten beiden Joche sind sehr schmal, das dritte Joch ist aber fast doppelt so breit. Der Grundriss täuscht hier ein Querhaus vor. Es handelt sich aber bei den vermeintlichen „Querhausarmen“ um verbreiterte dritte Joche der Seitenschiffe. Sie sind ebenfalls in Längsrichtung eingewölbt. Die sehr niedrigen Scheidbögen des dritten Jochs lassen auch nicht den Eindruck eines Querhauses aufkommen.

Im Laufe der Jahre wurden eingestürzte Gewölbe erneuert und teilweise auch verändert. Es gab vermutlich auch Probleme mit der Einleitung der waagerechten Schubkräften der Gewölbe in die Außenwände, da diese nachträglich mit Wandvorlagen verstärkt worden sind, und zwar unabhängig von der Lage der die Joche trennenden Gurtbögen. Im Jahr 1572 hat man, wohl nach einem Einsturz der schmalen Seitenschiffgewölbe in Joch eins und zwei, die neuen Gewölbe um etwa 1,50 m höher angeordnet, was den basilikalen Charakter des Aufrisses veränderte, aber nur in diesen beiden Jochen. Dabei wurden die vorstehend genannten Pfeilervorlagen nicht um dieses Stück verlängert.

Kirche, Mittelschiff, Nordwand, 1. und 2. Joch

Das etwa 6,80 m breite Mittelschiff wird von einer halbrunden Tonne eingewölbt, deren drei Joche durch rechteckige Gurtbögen getrennt sind. Die Jochbreiten sind unterschiedlich, und zwar Joch eins 4,90 m, Joch zwei 5,40 m und Joch drei 6,65 m. Die Kanten der Scheidbögen, die die Tonnen tragen, besitzen in Joch eins und zwei rechtwinklige Rückversätze. Die wesentlich tieferen Scheidbögen in Joch drei besitzen einfache rechtwinklige Kanten. Die in Joch eins und zwei 2,30 m und in Joch drei 5,40 m breiten Seitenschiffe werden mit halbrunden Tonnen eingewölbt, die wie im Mittelschiff mit Gurtbögen unterteilt sind. Auf den Wänden der Schiffe werden die Gewölbeansätze mit einem waagerechten profilierten Kraggesims markiert. Ein nachträglich eingebautes Fenster über der Eingangstür erhellt das Mittelschiff.

Die beiden Pfeilerbündel zwischen den Jochen eins und zwei bestehen aus quadratischen Kernen und sind auf allen vier Seiten mit halbrunden Diensten bekleidet. Die beiden Pfeilerbündel zwischen Joch zwei und drei bestehen wieder aus einem quadratischen Kern, der aber nur auf drei Seiten die halbrunden Säulenbekleidungen aufweisen. Auf der östlichen Seite des Pfeilerbündels schließen rechtwinklige Wandstücke an, die in die einfachen Scheidbögen des Jochs drei übergehen. Am oberen Ende der halbrunden Dienste und unter den Bogenansätzen, befinden sich urtümlich gestaltete und oft sehr schlichte Kapitellskulpturen.

Kirche, Kanzel

Der ehemalige Chor mit Apsis und die sie nördlich flankierende Seitenschiffapsis sind durch eine im Jahr 1668 aufgetretene Bodenabsenkung fast vollständig eingestürzt und verschwunden.. Es blieb noch ein kleiner Rest der südlichen Seitenwand des Chors. Der Chor war geringfügig schmaler als das Mittelschiff, bestand aus einem Joch, das mit einer Tonne überwölbt war, und einer halbkreisförmigen Apsis, die mit halber Kuppel eingewölbt. Diese besaß drei kleine rundbogige Fenster. Joch und Apsis waren durch einen Gurtbogen auf Wandvorlagen getrennt. Die beiden Seitenschiffapsiden hatten einen halbkreisförmigen Grundriss und waren mit einer Halbkuppel eingewölbt. Die südliche Apsis existiert noch weitgehend, ist aber vermutlich innenseitig stark erodiert, da ihr außen das schützenden Dach fehlt. Aller Apsiden besaßen außen vertikale Unterteilungen durch einfache Pfeilervorlagen. Die beim Einsturz des Chors und der nördlichen Apsis entstandenen großen Wandöffnungen und die noch intakte rundbogige Öffnung der südlichen Apsis wurden Ende des 17. Jahrhunderts mit glatten Wänden verschlossen, in denen zwei kleine rundbogige Fenster ausgespart worden sind. Die weggefallene nördliche Chorwand ersetzte man durch einen Stützpfeiler mit abgeschrägter Außenseite.

Äußerlich ist von Südost deutlich erkennbar, dass das südliche Seitenschiff in Joch eins und zwei einmal erhöht worden ist. Davon zeugen noch die alten Kragsteine der ehemaligen Traufgesimse, über denen noch ein beachtliches Stück Wand hochgezogen worden ist. Im Bereich des dritten Jochs sind die Dächer des Seitenschiffs deutlich tiefer angeordnet, was bei den Wänden des Mittelschiffs zu einer Obergadenzone jedoch ohne Fenster führt (basilikaler Aufriss). Von Osten ergibt sich ein demoliertes Bild des ehemaligen Chorhauptes. Statt des Chors und seiner runden Apsis sieht man nur den kantigen Giebel des dritten Jochs des Mittelschiffs. Auf dessen beiden Seiten schließt sich je ein Pultdach an, das die Wölbung des dritten Jochs des Seitenschiffs überdeckt. Auf der Südseite des ehemaligen Chors ist noch die Apsis der südlichen Kapelle zu erkennen. Sie wird offensichtlich noch von einer halben Kuppel überwölbt, die aber nicht mehr von einem Dach geschützt wird.

Kirche, hinteres Mittelschiff

Die Fassade wurde bereits im 14. Jahrhundert durch den Anbau eines Festungsturms auf der südwestlichen Ecke entstellt. Der Turm hat einen Durchmesser von 10,30 m und verdeckt den Bereich des südlichen Seitenschiffs einschließlich der Dicke der Mittelschiffwand. Er bleibt aber in der Höhe unter den Traufen der Kirche. Die obere Kontur der Fassade wurde vermutlich mit der Erhöhung der Gewölbe der Seitenschiffe Ende des 16. Jahrhunderts ebenfalls angeglichen. Die Fassade wurde ursprünglich durch bis etwa in Traufhöhe reichende Wandvorlagen, mit rechtwinkligen Rückversätzen, vertikal in drei Abschnitte geteilt, und zwar etwa im Verhältnis eins zu zwei zu eins. Das entspricht in etwa den Breiten der dahinter befindlichen Schiffe. Knapp unterhalb der Traufe verläuft über die ganze Fassadenbreite ein Rückversatz des Giebelfeldes dessen Abdeckplatten leicht auskragen. Das Giebelfeld besaß in der Mitte ein rechteckiges Fenster, dass aber mit geringem Rücksprung zugemauert worden ist. Die Ortgänge werden durch die Ziegel des leicht geneigten Daches abgedeckt.

Der Mittelabschnitt der Fassade wird noch einmal knapp unter seiner halben Höhe durch ein Kraggesims waagerecht unterteilt,, das von skulptierten Kragsteinen gestützt wird. Das dreifach gestufte Archivoltenportal besitzt leicht angespitzte Bögen mit rechtwinkligem Querschnitt, deren Keilsteine einzeln in radialer Anordnung skulptiert sind. Die Bögen stehen auf dicken profilierten Kämpfern, die seitlich des Portals als Gesims weitergeführt sind und noch über die Mauervorlagen reichen. Die Kämpfer ruhen auf skulptierten Kapitellen. Darunter stehen auf jeder Seite drei zylindrische Säulen, deren innere fast doppelt so dick sind, wie die anderen. Die Säulen werden begleitet von ornamentierten Mauerecken.

In der zweiten Zone des Mittelfeldes öffnet sich ein rundbogiges Fenster, dessen Archivoltenbogen bis unter das Giebelfeld reicht. Das Fenster wird unmittelbar eingerahmt, von glatten Steinen und Keilsteinen des Rückversatzes der Wand. Weiter außen folgt die Einfassung mit einer Archivolte, mit einem Bogen aus skulptierten Keilsteinen, auf profilierten Kämpfern, die seitlich als Gesimsband waagerecht bis gegen die Wandvorlagen geführt sind. Die skulptierten Kapitelle werden von Rundsäulen mit profilierten Basen getragen.

Die Fassadenskulptur[Bearbeiten]

Château-Larcher, Archivoltenbögen Hauptportal
Kirche, Fassade, Relief rechts der Mitte (Hund)
Kirche, Fassade, Relief rechts der MItte

Die Archivoltenkapitelle des Hauptportals (Nummerierung von innen nach außen)

Linke Seite:

  • Kapitell 1 wird von zwei Tieren mit Katzenköpfen umschlossen, deren Beine oben wie unten in den Kapitellrand übergehen.
  • Kapitell 2 ist geschmückt mit Rankenwerk, das aus dem Rachen eines fantastischen Tieres wächst.
  • Kapitell 3 ist mit zwei auf der Ecke gegeneinander gelehnten Tieren geschmückt. Ihre Schwänze treffen sich in einem gemeinsamen Maul.

Rechte Seite:

  • Kapitell 1 ist dekoriert mit zwei Vögeln (Silberreiher). Im Schnabel halten sie eine Frucht, die sie einer Palmette entnommen haben.
  • Kapitell 2 zeigt zwei Greifen mit einem gemeinsamen Kopf, mit Mäulern am Ende ihrer Flügel. Ihre Schwänze enden in Schlangen -Köpfen.
  • Kapitell 3 zeigt vier Vögel, deren Flügel in Palmetten enden. Sie sammeln paarweise mit ihren Schnäbeln Früchte.

Schmuck der Kämpfer und deren weitergeführten Bänder:

Auf der linken Seite sind die Kämpfer und deren Verlängerung rein pflanzlich ornamentiert. Das Gleiche gilt für die rechtsseitigen Kämpfer, die stark beschädigt sind. Das weiter nach rechts führende Band trägt eine Reihung von zu Kränzen gebundenen Ranken, die in unterschiedlichen Abständen kleine Porträts von Köpfen enthalten.

Die Archivoltenbögen des Hauptportals:

Nur die Frontseiten der Keilsteine tragen Skulpturen. Ihre Innenseiten sind glatt ausgebildet, ihre innere Kanten sind gerundet profiliert.

  • Bogen 1 (innen): Die Keilsteine zeigen ein dreieckig gefächertes Blatt- und Rankenwerk in besonders aufwändiger Steinmetzarbeit. Leider sind einige Steine beschädigt.
  • Bogen 2: Auf ihm können 27 Tiere gezählt werden, einige sind doppelt übereinander gestaffelt angeordnet. Vermutlich wollte der Steinmetz Schweine darstellen. Sie sitzen und stehen sich paarweise gegenüber, ihre Schwänze zwischen den Beinen oder nach oben weisend.
  • Bogen 3: Die etwas breiteren Keilsteine zeigen wieder ähnliches Blatt- und Rankenwerk wie auf dem Bogen 1. Der äußere Archivoltenbogen wird umfangen von einem Schmuckband mit pflanzlicher Ornamentik.

Das Kraggesims über dem Hauptportal

Die Wandfläche oberhalb des Kämpferbandes und des äußeren Archivoltenbogens bis hin zum Kraggesims ist mit diagonal verlegten quadratischen Steinplatten bekleidet, die jeweils durch Einritzung von Scheinfugen in vier kleinere Quadrate aufgeteilt sind. Auf Höhe des oberen Bogenscheitels ist auf beiden Seiten je eine rechteckige Steinplatte eingelassen mit einer flachen tierischen Reliefskulptur. Das Kraggesims, beidseitig begrenzt durch die Pfeilervorlagen, war von zehn Kragsteinen unterstützt, von denen noch sieben erhalten sind. Ihre Skulptur besteht überwiegend aus tierischen Köpfen, allerdings auch aus menschlichen Gesichtern. Ein Äffchen (Oberkörper) spielt eine Art Panflöte. Zwischen den Kragsteinen ist das Kraggesims hohlkehlenartig ausgerundet, teils auch skulptiert. Die Wandflächen zwischen den Kragsteinen, die so genannten Metopen, bestehen aus rechteckigen und quadratischen Platten, die jeweils unterschiedlich mit flachen Reliefs ornamentiert sind, die zusammen einen durchlaufenden Fries bilden. Man erkennt sich windende Tierkörper, pflanzliches Rankenwerk, Tierköpfe und sonstiges. Vieles ist stark verwittert.

Die Lanterne des Morts (Totenlaterne)[Bearbeiten]

Totenlaterne auf dem Friedhof

Im Zentrum des heutigen Friedhofs von Château-Larcher ragt eine zylindrische Stele auf, die auf einer quadratischen Basis steht, ein romanisches Baudenkmal aus den ersten Jahren des 13. Jahrhunderts, mit weit zurückreichenden Traditionen des Totenkultes. Solche Bauwerke werden Totenlaterne genannt.

Die Basis misst etwa 50 x 50 cm und ist 1,50 m hoch. Sie wird dreiseitig von einem weit ausladenden halbkreisförmigen Podest umgeben, auf das allseitig drei Stufen hinaufführen. Unmittelbar vor der Basis ist auf dem Podest noch eine quadratische Steinplatte aufgelegt, auf die der Pfarrer steigt, um an einer von der Basis auskragenden kleinen Altarplatte den Totengottesdienst zu zelebrieren. Die vier oberen Ecken des quadratischen Sockels sind mit kleinen „Krabben“ verziert.

Zentrisch auf der Basis steht der 5,70 m hohe kreisrunde steinerne Hohlzylinder mit einem Außendurchmesser von 37 cm. Er wird von einem steinernen spitzen Kegeldach von knapp 1,50 m Höhe bekrönt, dessen unterer Rand mit einem doppelten Rundprofil markiert wird. Die Oberflächen des Kegels sind in Art eines Flechtwerkes plastisch strukturiert. Bekrönt ist die Totenlaterne mit einem steinernen Tatzenkreuz, dass 1840 dort von M. Mauduyt angebracht wurde. Kurz unter dem Dachrand sind kleine in alle Himmelsrichtungen weisende rundbogige Fensteröffnungen eingelassen, deren Leibungen allseitig nach außen schräg aufgeweitet sind. Durch sie fällt das Licht der Totenlaterne, und soll den Auferstandenen den rechten Weg in der Dunkelheit weisen. Am unteren Ende des Hohlzylinders gibt es links von Altar eine fünfte, aber rechteckige Öffnung, über die ein brennendes Öllicht in den Schacht eingebracht, und mit einem Seil, oben über eine Rolle umgelenkt, hochgezogen werden kann. Im Mittelalter wurden die Totenlaternen in jeder Nacht oder an besonders festgelegten Tagen zu Ehren aller Verstorbenen der Umgebung angezündet. Bei manchen Messfeiern auf dem Friedhof wurde in der Säule das „Hosiannakreuz“ vom Palmsonntag hochgezogen.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Château-Larcher – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ministère de la Culture – Mérimée