Chaoit

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Chaoit
Allgemeines und Klassifikation
Andere Namen

IMA 1968-019

Chemische Formel C
Mineralklasse
(und ggf. Abteilung)
Elemente – Halbmetalle, Nichtmetalle
System-Nr. nach Strunz
und nach Dana
1.CB.05b (8. Auflage: I/B.02)
01.03.06.04
Kristallographische Daten
Kristallsystem hexagonal
Kristallklasse; Symbol dihexagonal-dipyramidal; 6/m 2/m 2/m
Raumgruppe (Nr.) P6/mmm[1] (Nr. 191)
Gitterparameter a = 8,95 Åc = 14,08 Å[1]
Formeleinheiten Z = 168[1]
Physikalische Eigenschaften
Mohshärte 1 bis 2
Dichte (g/cm3) 3,43
Spaltbarkeit nicht spaltbar
Farbe weiß-grau bis dunkelgrau
Strichfarbe Bitte ergänzen!
Transparenz undurchsichtig
Glanz Metallglanz, matt

Chaoit ist ein sehr seltenes Mineral aus der Mineralklasse der Elemente. Es kristallisiert im hexagonalen Kristallsystem und ist eine Modifikation des Kohlenstoffs. Das Mineral entwickelt mit Graphit verwachsene, 3-15 μm große Lamellen von schwarzer Farbe.

Etymologie und Geschichte[Bearbeiten]

Das Mineral wurde 1968 von A. E. Goresy und G. Donnay im stoßwellen-geschmolzenen Graphit-Gneis des Nördlinger Ries-Kraters bei Möttingen in Bayern entdeckt.[2] Sie benannten es nach dem amerikanisch-chinesischen Petrologen Edward Ching-Te Chao.

Klassifikation[Bearbeiten]

In der alten (8. Auflage) und neuen Systematik der Minerale (9. Auflage) nach Strunz ist Chaoit in die Abteilung der „Halbmetalle und Nichtmetalle“ einsortiert. Die neue Systematik unterteilt hier allerdings noch weiter. Chaoit gehört jetzt zusammen mit Lonsdaleit, Fullerit (bisher ohne Anerkennung durch die IMA/CNMNC), Graphit, Diamant und Silicium der „Kohlenstoff-Silicium-Familie“ an.

Die Systematik der Minerale nach Dana stellt Chaoit ebenfalls zusammen mit Diamant, Graphit, Lonsdaleit und Fullerit in die „Carbon Polymorph group“ der Abteilung „Native Elements with semi-metallic and non-metallic elements“ (Übersetzung: „Polymorphe Kohlenstoff-Gruppe“ der Abteilung „Gediegene Elemente mit halbmetallischen und nichtmetallischen Elementen“).[3]

Bildung und Fundorte[Bearbeiten]

Chaoit bildet sich durch Schock-Metamorphose in graphitischem Gneis sowie Meteoriten. Es ist vergesellschaftet mit Graphit, Zirkon, Rutil, Pseudobrookit, Magnetit, Nickel-Pyrrhotin und Baddeleyit.

Es sind lediglich drei Fundorte des Minerals bekannt. Neben der Typlokalität fand man Chaoit noch in den Goalpara- und Dyalpur-Meteoriten in Indien.

Kristallstruktur[Bearbeiten]

Chaoit kristallisiert im hexagonalen Kristallsystem in der Raumgruppe P6/mmm mit den Gitterparametern a = 8,95 Å und c = 14,08 Å sowie 168 Formeleinheiten pro Elementarzelle.[4]

Siehe auch[Bearbeiten]

Liste der Minerale

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b  Hugo Strunz, Ernest H. Nickel: Strunz Mineralogical Tables. 9. Auflage. E. Schweizerbart'sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S. 51.
  2. A. E. Goresy, G. Donnay: A New Allotropic Form of Carbon from the Ries Crater. In: Science. 161, 1968, S. 363–364, doi:10.1126/science.161.3839.363.
  3. New Dana Classification of Native Elements
  4.  Hugo Strunz, Ernest H. Nickel: Strunz Mineralogical Tables. 9. Auflage. E. Schweizerbart'sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S. 51.

Literatur[Bearbeiten]

  • Chaoit in: Anthony et al.: Handbook of Mineralogy, 1990, 1, 101 (pdf).

Weblinks[Bearbeiten]