Charles Krauthammer

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Charles Krauthammer (* 13. März 1950 in New York) ist ein US-amerikanischer Kolumnist und Publizist. Er entwickelte und prägte die sogenannte Reagan-Doktrin von 1985.

Leben[Bearbeiten]

Krauthammer studierte an der McGill-Universität Politikwissenschaften und anschließend bis 1971 in Oxford Wirtschaftswissenschaften. Zusätzlich studierte er bis 1975 Medizin an der Harvard University und schloss als Doktor der Medizin ab. Nach verschiedenen Tätigkeiten, unter anderem in einem psychiatrischen Krankenhaus, trat er 1978 in die demokratische Partei zur Zeit der Carter-Regierung ein und begann, seine ersten Kolumnen in The New Republic zu schreiben. Krauthammer war Chef-Redenschreiber für Carters Vizepräsident Walter Mondale während des US-Präsidentschaftswahlkampfs 1980, den Ronald Reagan für sich entschied.

Krauthammer wechselte während der Reagan-Regierung das politische Lager und gilt als konservativ ausgerichtet, insbesondere vertritt er ein Ende der Zusammenarbeit der USA mit der UNO und eine unnachgiebige Politik Israels gegenüber den Palästinensern. Er wird in seinen wesentlichen Positionen den Neokonservativen zugerechnet. In einer (später im Commentary Magazine veröffentlichten) Rede von 2005 bezeichnete Krauthammer – in lobender Anerkennung der Kriegspolitik der Regierung George W. Bushs – den Neokonservatismus als eine „Regierungsideologie, dessen Zeit nun gekommen ist.“[1] „Was Neokonservative lange Zeit befürworteten“, würde nun „in den höchsten Regierungsebenen artikuliert und praktiziert“.[1]

Krauthammers Kolumnen erscheinen in zahlreichen Tageszeitungen und Online-Publikationen, unter anderem Washington Post, in The National Interest und Jewish World Review. Er hat auch Beiträge im US-Magazin TIME veröffentlicht und ist regelmäßiger Gast bei Fox News. Er ist Mitglied im Advisory Council des Nixon Center, im Council on Foreign Relations[2] und beim Project for the New American Century.

Er prägte das in den Vereinigten Staaten geläufige, außerhalb ihrer jedoch weitgehend unbekannte politische Schlagwort Bush Derangement Syndrome (zu deutsch etwa: Bush-Gestörtheits-Syndrom), das er wie folgt definierte "the acute onset of paranoia in otherwise normal people in reaction to the policies, the presidency—nay—the very existence of George W. Bush" (Übersetzung: "ein akuter Paranoiaanfall bei ansonsten normalen Leuten hinsichtlich der Politik, der Präsidentschaft - ja sogar der bloßen Existenz von George W. Bush") und mit dem seiner Meinung nach eine weit verbreitete, stark irrationale und unreflektierte Form der Ablehnung von George W. Bush, seiner Regierung, seiner Unterstützer und seiner Wähler charakterisiert wird.[3]

1987 erhielt er den Pulitzer-Preis für seine Kolumnen in der Washington Post. 2004 erhielt er vom neokonservativen American Enterprise Institute den Irving Kristol Award. Krauthammer lebt bei Washington, D.C. und hat mit seiner Frau Robyn, einer Künstlerin, einen Sohn.

Weblinks[Bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. a b Krauthammer, Charles: The Neoconservative Convergence, Commentary Magazine. 1. Juli 2005. Abgerufen am 3. August 2014. 
  2. Membership Roster – Council on Foreign Relations. Cfr.org. Abgerufen am 9. März 2013.
  3. The Delusional Dean, ursprünglich erschienen in der Washington Post, 5. Dezember 2003, Sec. F, S. A31