Chemin de Fer de La Mure

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Lokomotive Typ 031 von Cie. Fives-Lille, L'Obiou, 1905
Elektrolokomotive Le Drac 1903

Die Chemin de Fer de La Mure ist eine elektrisch betriebene, in Meterspur ausgeführte Eisenbahnstrecke südlich von Grenoble. Sie wurde nach sechsjähriger Bauzeit 1888 eingeweiht und diente dem Abtransport von Anthrazit-Kohle aus der Mine von La Mure nach Saint-Georges-de-Commiers. Heute wird die Linie als Museumsbahn betrieben.

Am 26. Oktober 2010 wurde die Line durch einen Felssturz bei Streckenkilometer 13.460 auf einem kurzen Abschnitt zwischen zwei Tunneln verschüttet und ist seither ausser Betrieb[1]. Das Weiterbestehen und insbesondere die Finanzierung der Reparaturen ist unklar.

Die Strecke überwindet auf 30 Kilometern einen Höhenunterschied von 550 Metern. Sie wurde 1903 elektrifiziert. Ursprünglich wurde dazu ein von dem Schweizer Ingenieur René Thury entwickeltes Dreileiter-Gleichstromsystem mit einer positiven 1200-Volt-Phase, einer negativen 1200 Volt-Phase und einem „Nullleiter“ zwischen den beiden Spannungen verwendet. Die Versorgung erfolgte über eine zweipolige Oberleitung mit zwei Stromabnehmerpaaren und den Fahrschienen als „Nullleiter“. Damit konnten hohe Leistungen übertragen, zugleich jedoch die Spannung der Fahrmotoren in tragbaren Grenzen gehalten werden. Die erste elektrische Lokomotive (E1 „Le Drac“, nach dem neben der Strecke liegenden Fluss) war 50 Tonnen schwer, hatte vier Achsen mit Einzelachsantrieb, deren vier Motoren zusammen 500 PS (ca. 367 kW) leisteten. Sie konnte auf der Bergfahrt 20 leere Waggons (das heißt 100 Tonnen) und bei Talfahrt 300 Tonnen mit einer Geschwindigkeit von 22,5 km/h ziehen. Vier ähnliche Maschinen wurden zwischen 1905 und 1909 geliefert und versahen bis 1933 ihren Dienst.

1950 wurde die Bahn auf monopolare Stromversorgung mit 2400 Volt umgestellt.

Modell einer Dampflokomotive des Chemin de Fer de La Mure von vor der Elektrifizierung

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Chemin de Fer de La Mure – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. [1] Artikel vom 27. Okt. 2010 im Dauphiné Libéré