Cherbourg-Octeville
| Cherbourg-Octeville | ||
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| Region | Basse-Normandie | |
| Département | Manche | |
| Arrondissement | Cherbourg | |
| Kanton | Hauptort von 3 Kantonen | |
| Koordinaten | 49° 38′ N, 1° 37′ W49.638611111111-1.61583333333331Koordinaten: 49° 38′ N, 1° 37′ W | |
| Höhe | 0–139 m | |
| Fläche | 14,26 km² | |
| Einwohner | 38.433 (1. Jan. 2010) | |
| Bevölkerungsdichte | 2.695 Einw./km² | |
| Postleitzahl | 50100 | |
| INSEE-Code | 50129 | |
| Website | ville-cherbourg.fr | |
Cherbourg-Octeville ist eine Hafenstadt mit 38.433 Einwohnern (Stand 1. Januar 2010) im nordwestlichen Frankreich im Département Manche (Region Basse-Normandie) mit einem Seehafen, dem ein nennenswerter Yachthafen angeschlossen ist. Der Hafen ist auch eine Flottenbasis der französischen Marine. Die direkt am Ärmelkanal an der Nordküste der Halbinsel Cotentin gelegene Stadt ist Sitz einer Unterpräfektur. Im Jahr 2000 fusionierte die Stadt Cherbourg mit der Nachbargemeinde Octeville und trägt seither den Doppelnamen Cherbourg-Octeville.
Inhaltsverzeichnis |
Klima [Bearbeiten]
Geschichte [Bearbeiten]
Schon im 4. Jahrhundert bestand nach Forschungsergebnissen an der Stelle des heutigen Cherbourg ein befestigtes spätrömisches Castrum mit dem Namen Coriallo oder Coriovallo, das im Rahmen des Litus Saxonicum aufgebaut wurde. Der Name Coriallo änderte sich in *Ċiriċeburh „Dorf der Kirche“ in altenglischen zur Zeit der Völkerwanderung oder der Wikinger[1]. Das genaue Gründungsdatum des Schlosses von Cherbourg ist unbekannt, aber 1026 ist es in einer Urkunde als eines der bedeutendsten der damaligen Zeit erwähnt. Anfang des 14. Jahrhunderts waren Schloss und Stadt mit einem Ring starker Mauern umgeben. Während des Hundertjährigen Kriegs (1337–1453) war die Stadt Schauplatz einiger Schlachten und wechselte insgesamt sechs Mal die Seite: Einmal war sie in Händen der Engländer, dann wieder, 1450 endgültig, französisch.
1688 machte sich Vauban daran, die Festungsanlagen auszubauen, aber schon 1689 ließ Le Tellier, Kriegsminister unter Ludwig XIV., Schloss und Befestigungen einreißen. 1783 ließ Ludwig XVI. in Cherbourg einen Kriegshafen einrichten. Nach verschiedenen Ausbauten des Hafens und der Errichtung von Deichen im 19. Jahrhundert hat der Hafen heute die größte künstliche Reede der Welt.
Am 19. Juni 1940 wurde die Stadt von den Truppen der deutschen Wehrmacht eingenommen. Von 1940 bis 1943 unterhielt die Kriegsmarine ein Marinelazarett und von 1940 bis 1942 lag hier auch eine Seenotfliegerstaffel. Im Juni 1944 wurde die Stadt Schauplatz der Schlacht um Cherbourg, die mit ihrer Eroberung durch die 7. US-Armee unter General J. Lawton Collins am 26. Juni 1944 endete. Sie brachte hohe Verluste an Menschenleben, viele Verwundete und große Zerstörungen mit sich. Vor ihrer Kapitulation zerstörten die deutschen Einheiten wichtige Teile der Infrastruktur wie Bahnhöfe und Brücken. Es kam aber nicht, wie von Hitler befohlen, zu einem heroischen deutschen Abwehrkampf 'bis zur letzten Patrone'.[2]
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Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]
Cherbourg ist Endpunkt der Eisenbahnlinie Paris – Caen – Cherbourg, die 1858 eröffnet wurde.
Der Flughafen Cherbourg-Maupertus liegt elf Kilometer östlich von Cherbourg.
Sehenswertes [Bearbeiten]
In Cherbourg befindet sich das Museum La cité de la mer, in dem u.a. das größte öffentlich zugängliche Atom-U-Boot (Le Redoutable) sowie der Bathyscaph Archimède ausgestellt sind. Dem Museum ist zudem ein 12 Meter hohes Aquarium und eine Ausstellung zum Thema Ozeane angegliedert.
Wissenswertes [Bearbeiten]
Cherbourg war der erste Anlaufpunkt der Titanic nach der Abfahrt aus Southampton, England. Nach der Stadt ist der Musikfilm Die Regenschirme von Cherbourg (Les Parapluies de Cherbourg) benannt. Cherbourg hat als Dorf einen kleinen Auftritt in Ken Folletts Säulen der Erde.
Partnerstädte [Bearbeiten]
Es bestehen Städtepartnerschaften mit:
- Bremerhaven (Deutschland), seit 1961
- Poole (Großbritannien), seit 1977
- Coubalan (Senegal), seit 2001
- Sarh (Tschad), seit 2001
Söhne und Töchter der Stadt [Bearbeiten]
- Roland Barthes (1915–1980), Literaturkritiker, Schriftsteller, Philosoph und Semiotiker
- Françoiz Breut (* 1969), Sängerin und Kinderbuch-Illustratorin
- Charles Colin (1832–1881), Oboist, Organist, Musikpädagoge und Komponist
- Victor Grignard (1871–1935), französischer Chemiker und Nobelpreisträger
- Emmanuel Liais (1826–1900), Astronom, Botaniker und Forschungsreisender
- Émilie Loit (* 1979), ehemalige französische Tennisspielerin
- Jean Marais (1913–1998), Schauspieler
- Joachim Menant (1820–1899 in Paris), Orientalist
- Amaël Moinard (* 1982), Radrennfahrer
- Joseph Noyon (1888-1962), Komponist und Kirchenmusiker
- Alfred Rossel (1841–1926), französischer Chansonnier und Komponist
- Lise de la Salle (* 1988), Pianistin
- Georges Sorel (1847–1922), Ingenieur und Sozialphilosoph
- Marc Steckar (* 1935), Jazzmusiker und Komponist
- Jean-Charles Tacchella (* 1925), Filmjournalist, Filmregisseur und Drehbuchautor
Quellen [Bearbeiten]
- ↑ François de Beaurepaire, Les noms des communes et anciennes paroisses de la Manche, éditions Picard 1986.
- ↑ Peter Lieb: Konventioneller Krieg oder Weltanschauungskrieg? Kriegführung und Partisanenbekämpfung in Frankreich 1943/44, Oldenbourg Verlag 2007, Seite 484