Cuban American National Foundation

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Die Cuban American National Foundation (CANF, Kubanisch-Amerikanische Nationalstiftung) ist eine 1981 von Jorge Mas Canosa in den USA gegründete Organisation von Exilkubanern mit dem Ziel, an Stelle der von Fidel Castro errichteten Diktatur in Kuba eine freiheitliche Demokratie aufzubauen. Heutiger Präsident der CANF ist Francisco José „Pepe“ Hernández.

Nach dem Tod Mas’ 1997 kam es zu einer kritischen Diskussion um die Gelder, welche die CANF von der Regierung der USA erhalten hat. Während die konkurrierenden kubanischen Exilorganisationen eine gerechtere Verteilung der Gelder verlangten, lenkte die liberale Presse in den USA den Blick auf die politische Bedeutung der Zuwendungen mit dem Vorwurf, damit sei weniger der Kampf gegen Kuba geführt als vielmehr die Stimmen der Exilkubaner für die Präsidentschaftswahlen gekauft worden.

Jorge Mas Santos, Sohn des Stiftungsgründers, übernahm die Leitung der CANF nach dem Tod seines Vaters. Unter seiner Führung vollzog die Organisation einen schrittweisen Richtungswechsel hin zu gemäßigteren Positionen in der Politik gegenüber dem kubanischen Regime. Dies führte zum Austritt zahlreicher Mitglieder, die die bisherige, konfrontativere Position beibehalten wollten und in der Folge den Cuban Liberty Council (dt. „Kubanischer Freiheitsrat“) gründeten. Vielfach wurde die Spaltung auch als Ausdruck der unterschiedlichen politischen Positionen der ursprünglichen Exilkubaner und der in den USA geborenen zweiten Generation gesehen.[1] Zu den Veränderungen gehörte auch eine Verlagerung des Hauptinteresses der Stiftung auf die Förderung der Zivilgesellschaft in Kuba und deren Aktivisten auf der Insel anstelle der Prioritäten und Meinungen des kubanischen Exils.[2] Ein prominenter Mitverantwortlicher dieses Kurswechsels ist der ebenfalls in den USA geborene Kubanoamerikaner Joe Garcia, der der CANF von 2000 bis 2004 als Geschäftsführer diente, nachdem die Organisation unter Mas Canosa immer der Republikanischen Partei nahegestanden hatte. Garcia verließ die CANF zunächst, um ins Wahlkampfteam des US-Präsidentschaftskandidaten der Demokraten, John Kerry, zu wechseln und wurde im November 2012 im zweiten Anlauf selbst zum Abgeordneten im Repräsentantenhaus gewählt.[3]

2008 veröffentlichte die CANF eine Studie, die auf Fehlentwicklungen bei der Verwendung von für Demokratieförderung in Kuba vorgesehenen und von der US-Entwicklungshilfebehörde USAID an Nichtregierungsorganisationen vergebenen öffentlichen Mitteln hinwies. Von diesen Geldern verbleibe ein sehr hoher Anteil in Florida, während nur sehr wenig Geld tatsächlich für Maßnahmen in Kuba verwendet werde, wodurch die Programme weitgehend wirkungslos blieben.[4][5]

Der CANF ist die Stiftung für Menschenrechte in Kuba („Foundation for Human Rights in Cuba“) angegliedert, der das CANF-Vorstandsmitglied Tony Costa vorsteht und die Spendengelder und USAID-Fördermittel zur direkten Unterstützung von Dissidenten und Vertretern der Zivilgesellschaft in Kuba verwendet.[6] An zehn Universitäten der USA ist die CANF durch die Studentenorganisation University Council of the Cuban American National Foundation (UC-CANF) vertreten, die unter anderem Informationsveranstaltungen an Hochschulen sowie Unterstützungsmaßnahmen für Oppositionelle auf Kuba organisiert.[7]

Der zeitweise als Informant der CIA bezahlte militante Castro-Gegner[8] Luis Posada Carriles behauptete, von Mas ca. 200.000 US$ erhalten zu haben (Interview mit der New York Times), was er allerdings später widerrief.[9] Jose Antonio Llama, ein früheres Vorstandsmitglied, gab gegenüber dem Miami Herald an, zwischen 1994 und 1997 maßgeblich die Vorbereitung von (gescheiterten) Terroranschlägen auf kubanische Ziele finanziert zu haben.[10]

Literatur [Bearbeiten]

  • Silvia Pedraza: Political Disaffection in Cuba’s Revolution and Exodus. Cambridge University Press, Cambridge u.a. 2007, ISBN 978-0-521-68729-4 (englisch)

Weblinks [Bearbeiten]

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Silvia Pedraza: Political Disaffection in Cuba’s Revolution and Exodus. S. 304 f.
  2. Interview with Jorge Mas Santos (Video), vom August 2011, im Rahmen des Botifoll Oral History Project der Universität Miami, abgerufen am 11. November 2012 (spanisch)
  3. Lesley Clark: CANF director Joe Garcia quits to help John Kerry win election, in: Miami Herald vom 2. September 2004, abgerufen via Havana Journal am 11. November 2012 (englisch)
  4. Philip Peters: CANF: Overhaul the USAID program im Blog The Cuban Triangle vom 28. April 2008, abgerufen am 7. November 2011 (Englisch)
  5. The Cuban American National Foundation: Findings and Recommendations on the Most Effective Use of USAID-CUBA Funds Authorized by Section 109(a) of the Cuban Liberty and Democratic Solidarity (Helms-Burton) Act of 1996 (PDF; 232 kB) vom März 2008, abgerufen am 7. November 2011 (Englisch)
  6. Tracey Eaton: Cuba money trail: Tale of two Miami non-profits im Blog Cuba Money Project vom 29. Oktober 2011, abgerufen am 7. November 2011 (Englisch)
  7. offizielle Webseite der UC-CANF (letzte Aktualisierung Juli 2011), abgerufen am 13. Februar 2013 (englisch)
  8. http://articles.latimes.com/2007/apr/20/world/fg-posada20
  9. Cuban Exile Says He Lied to Times About Financial Support in: New York Times vom 4. August 1998, abgerufen am 3. Januar 2012
  10. Wilfredo Cancio Isla: Former CANF Board member admits to planning terrorist attack against Cuba, in: Miami Herald vom 25. Juni 2006, abgerufen via Havana Journal am 11. November 2012 (englisch)