Jean-Baptiste-Cyrus-Marie-Adélaïde de Timbrune, Comte de Valence

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General Jean-Baptiste-Cyrus-Marie-Adélaïde de Timbrune

Jean-Baptiste-Cyrus-Marie-Adélaïde de Timbrune, comte de Valence (* 22. September 1757 in Agen; † 4. Februar 1822 in Paris) war ein französischer General.

Biografie[Bearbeiten]

Er trat 1774 in die Artillerieschule von Straßburg ein. 1778 wurde er Kapitän bei der königlichen Kavallerie, später Adjutant des Marschalls de Vaux. 1784 wurde er Oberst, im folgenden Jahr 1785 wurde er Stallmeister des Herzogs von Orleans und zum Chef des Dragonerregiment "Chartres" ernannt. Seine liberale Gesinnung und seine Bekanntschaft zum Herzog von Orleans brachten ihn 1789 als Vertreter des Adels, die Wahl in die Pariser Generalstände ein. Nach Ausbruch der Revolution wurde er 1790 zum Brigadegeneral ernannt. Nach der Flucht des Königs Ludwig XVI. leistete er am 23. Juni 1791 den Eid auf die Republik. Am 20. August 1792 wurde er zum Generalleutnant (etwa Rang eines Generalmajors) befördert und nahm an der Schlacht von Valmy teil, wo er eine Reservedivision führte. Danach vertrieb er die feindlichen Besatzungen aus Verdun und Longwy und wurde am 8. Oktober 1792 Kommandierender General der Ardennen-Armee.

Im Frühjahr 1793 übernahm er ein Korps unter General Dumouriez in Flandern. In der Schlacht von Neerwinden am 18. März 1793 führte den Rechten Flügel zum Angriff über die Gette und wurde dabei verwundet. Mit dem Fortschritten der Revolution unzufrieden, legte er seine militärischen Würden zurück. Nachdem seine Mitwisserschaft über die Geheimverhandlungen des General Dumouriez mit den Österreichern durch Agenten des Revolutionskomitees aufgedeckt war, wurde gegen ihn ein Haftbefefehl erlassen. Am 4. April 1793 floh er nach London, wurde jedoch von Minister William Pitt des Landes verwiesen und fand Zuflucht in Amerika. Er kehrte aber bald nach Europa zurück und lebte bis zur Begründung des Konsulats in der Nähe von Hamburg. Er kehrte nach dem Staatsstreich des 18. Brumaire 1799 nach Frankreich zurück und erlangte die Gunst des Konsuls Napoleon Bonaparte. Von Napoleon wurde er als Senator der Konservativen am 1. Februar 1805 direkt in den Senat gewählt und erhielt eine Woche darauf die Ehrung als Kommandeur der Ehrenlegion. 1808 übernahm er in Spanien wieder ein militärisches Kommando, in der Schlacht von Talavera am 27./28. Juli 1809 führte er eine Division im Korps des General Horace Sebastiani.

1812 hatte er kleinere militärische Kommandos in Sachsen inne. Im Dezember 1813 versuchte er vergeblich als Sonderbeauftragter des Kaisers und Kommandeur der 6. Militär-Division in Besançon den Vormarsch der Alliierten aufzuhalten.

Nach der Restauration trat er zu den Borurbonen über und wurde dafür von Ludwig XVIII. am 4. Juni 1814 zum Pair von Frankreich erhoben. Am 4. Januar 1815 wurde er zum Großoffizier der Ehrenlegion ernannt, daneben war er Gouverneur der École Royale Militaire. Er wurde 1819 Mitglied der Pairskammer und verblieb in dieser Würde bis zu seinem Tod im Februar 1822. Er fand seine letzte Ruhe am Pariser Friedhof Père Lachaise.

Ehrungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Gabriel de Broglie: Le Général de Valence. L'insouciance et la gloire 1757–1822. Perrin, Paris 2003, ISBN 2-262-02008-6.
  • Charles Mullié: Biographie des c´lébrités militaires des armées de terre et de mer de 1789 à 1855. Poignavant, Paris 1851 (2 Bde.).