Longwy

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Longwy (Begriffsklärung) aufgeführt.
Longwy
Wappen von Longwy
Longwy (Frankreich)
Longwy
Region Lothringen
Département Meurthe-et-Moselle
Arrondissement Briey
Kanton Longwy
Gemeindeverband Communauté de communes de l’agglomération de Longwy.
Koordinaten 49° 31′ N, 5° 46′ O49.525.7605555555556365Koordinaten: 49° 31′ N, 5° 46′ O
Höhe 250–396 m
Fläche 5,34 km²
Einwohner 14.364 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 2.690 Einw./km²
Postleitzahl 54400
INSEE-Code
Website www.mairie-longwy.fr

Porte de France

Longwy (deutsch Langich) ist eine französische Stadt mit 14.364 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011) im Département Meurthe-et-Moselle in der Region Lothringen. Die Stadt gehört zum Arrondissement Briey und bildet einen eigenen Kanton. Die Einwohner von Longwy werden Longoviciens genannt.

Longwy war im 19. und 20. Jahrhundert ein Zentrum der französischen Stahlproduktion. Weiterhin bekannt ist es für seine kunstvoll glasierten Tonwaren.

Geografie[Bearbeiten]

Longwy ist eine Industriestadt nahe der Grenze zu Belgien (Aubange) und Luxemburg (Petingen, Differdingen). Die grenzübergreifende Industrieregion um Longwy (23 Gemeinden in Lothringen, Belgien und Luxemburg) zählt rund 120.000 Einwohner. Seit den 1970er Jahren ist die Bevölkerungszahl jedoch stark rückläufig, was am Niedergang der Schwerindustrie in dieser Region liegt.

Longwy hat drei Ortsteile: die befestigte Oberstadt, Longwy-Haut, die Unterstadt, Longwy-Bas, mit einem Thermalbad, und das Industrieviertel Longwy-Gouraincourt.

Geschichte[Bearbeiten]

Longwy gehörte zu Lotharingien, nach dessen Aufteilung zu Oberlothringen, und schließlich zum Herzogtum Bar. 1368 wurde der Ort dem Herzog von Luxemburg überlassen, kam aber 1378 zum Herzog von Bar zurück. 1480 wurde das gesamte Herzogtum Bar dem Herzogtum Lothringen einverleibt.

Von 1648 bis 1660 gehörte Longwy zu Frankreich, danach wieder zum Herzogtum Lothringen. 1670 wurde der Ort endgültig französisch, besiegelt durch den Vertrag von Nimwegen im Jahr 1678. Ludwig XIV. ließ die Stadt durch seinen Baumeister Vauban befestigen. Das Fort Longwy wurde am 22. August 1914 von deutschen Truppen genommen und war damit im Ersten Weltkrieg die erste französische Festung, die in deutsche Hände fiel. Laut Septemberprogramm von 1914 sollte Longwy wegen seiner Erzfördergebiete an das Deutsche Reich angeschlossen werden.

In den 70er und 80er Jahren des 20. Jahrhunderts, vor allem 1979 und 1984, erregte der – langdauernde aber letztlich vergebliche – Arbeitskampf gegen die Schließung eines großen Hüttenwerks in Longwy internationale Aufmerksamkeit [1].

Die befestigte Oberstadt gehört seit 2008 zusammen mit anderen Befestigungen in ganz Frankreich zum UNESCO-Weltkulturerbe "Festungsanlagen von Vauban".

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007
Einwohner 21.929 21.076 20.131 17.338 15.439 14.521 14.346

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Longwy pflegt Partnerschaft mit der deutschen Stadt Nagold in Baden-Württemberg und dem luxemburgischen Differdange.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. Kulturserver.de über das stillgelegte Stahlwerk

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Longwy – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien