DASA (Luft- und Raumfahrtkonzern)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
DASA (Luft- und Raumfahrtkonzern)
Logo der DaimlerChrysler Aerospace
Rechtsform AG
Gründung 19. Mai 1989
Auflösung 2000
Sitz Ottobrunn, Deutschland
Branche Luft- und Raumfahrttechnik
Logo der Deutschen Aerospace

Die DASA war von 1989 bis 2000 ein deutscher Luft- und Raumfahrtkonzern. Er gehörte zur Unternehmensgruppe Daimler-Benz und nach der Fusion mit Chrysler zu DaimlerChrysler (heute Daimler AG).

Sie wechselte dreimal ihren Namen, die Abkürzung DASA und auch das Logo blieb aber immer gleich: Zuerst stand DASA mit vollem Namen für Deutsche Aerospace Aktiengesellschaft, dann kam es zur Namensänderung Daimler-Benz Aerospace Aktiengesellschaft und nach der Fusion von Daimler-Benz mit Chrysler wurde das Unternehmen wiederum umbenannt in DaimlerChrysler Aerospace Aktiengesellschaft.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Deutsche Aerospace AG entstand am 19. Mai 1989 durch die Fusion der zu Daimler-Benz gehörenden Dornier GmbH, der Motoren- und Turbinen-Union München/Friedrichshafen GmbH sowie zweier Teile der AEG AG zur Deutschen Aerospace AG. Die Abkürzung DASA sollte der Name werden, unter dem das Unternehmen in der Öffentlichkeit bekannt wurde.

Vorstandsvorsitzender wurde Jürgen Schrempp. Am 6. September 1989 übernahm die DASA MBB-ERNO und wurde damit der mit Abstand größte Luft- und Raumfahrtkonzern Deutschlands. Bei dieser Integration und dem durch eine Dollarschwäche verursachten Kostenreduzierungsprogramm „Dolores“ (Dollar Low Rescue) gingen rund 16.000 Arbeitsplätze verloren. Mehrere Werke im Norden der MBB-ERNO, wie auch bei Dornier wurden geschlossen oder stark verkleinert. Andererseits wurde der niederländische Flugzeugbauer Fokker übernommen. Er sollte zusammen mit der Dornier Luftfahrtsparte (Dornier Luftfahrt GmbH) einen europäischen Regionalflugzeugbau unter dem Dach der DASA bilden. Ein Engagement, das unter hohen Verlusten durch die Aufgabe (Abschreibung) von Fokker für den DASA-Eigner Daimler-Benz wieder beendet wurde.

Nach dem Fall der Mauer engagierte sich die DASA stark in Ostdeutschland. Sie übernahm die volkseigenen Betriebe VEB Flugzeugwerft Dresden sowie das VEB Instandsetzungswerk Ludwigsfelde. Die Dresdner Elbe Flugzeugwerke kamen zur Deutschen Aerospace Airbus. Im November 1991 gründete die DASA gemeinsam mit der Jenoptik GmbH aus Jena die Jena-Optronik GmbH in Thüringen. 1993 wurde die RST Rostock in den Bremer Raumfahrtbereich der DASA integriert.

Am 1. Januar 1995 wurde die Deutsche Aerospace AG in Daimler-Benz Aerospace AG umbenannt, im November 1998 schließlich in DaimlerChrysler Aerospace AG.

Die DASA war bei europäischen Luft- und Raumfahrtprojekten, z. B. von der ESA oder von Airbus, auf deutscher Seite immer das führende Unternehmen.

Nach der Fusion der Daimler-Benz AG mit der Chrysler Corporation wurde die DASA in DaimlerChrysler Aerospace umbenannt. Unter diesem Namen existierte das Unternehmen, bis es im Jahr 2000 mit der französischen Aérospatiale-Matra und der spanischen CASA zum europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern EADS vereinigt wurde; dabei wurde jedoch die Tochtergesellschaft MTU wieder ausgegliedert, die beim Mutterkonzern DaimlerChrysler verblieb.

Zuletzt fungiert die Dasa AG als reine Holdinggesellschaft für die deutschen Anteile an der European Aeronautic Defence and Space Company (EADS).

Die DASA war der größte Rüstungsexporteur Deutschlands. Ihre Hauptgeschäftsfelder waren jedoch der deutsche Airbus-Anteil und der deutsche Anteil an der erfolgreichen europäischen Trägerrakete Ariane 4. Daneben war sie Haupt- oder Unterauftragnehmer für zahlreiche Forschungssatelliten, Raumsonden und das bemannte Raumlabor Columbus der ESA.

Produktionen bzw. Produktionsbeteiligungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Niklas Reinke: Geschichte der deutschen Raumfahrtpolitik. Konzepte, Einflussfaktoren und Interdependenzen: 1923–2002. München 2004, ISBN 3-486-56842-6

Einzelnachweise[Bearbeiten]