Daphne (Mythologie)

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Apollo und Daphne
(Giovanni Battista Tiepolo, 1743/44, Louvre von Paris)

Daphne (griechisch ΔάφνηLorbeer“), eine Bergnymphe der griechischen Mythologie und Priesterin der Mutter Erde, soll eine Tochter des Flussgottes Peneios in Thessalien[1] gewesen sein (in einer anderen Version Tochter des Flussgottes Ladon in Arkadien[2]). Wie die Göttin Artemis war sie eine jungfräuliche Jägerin.

Mythos[Bearbeiten]

Als Apollon den Liebesgott Eros als schlechten Schützen verspottete, rächte sich dieser, indem er einen Liebespfeil mit einer goldenen Spitze auf ihn und einen mit bleierner Spitze auf Daphne abschoss. Apollon verliebte sich unsterblich in Daphne, während diese, von einem genau das Gegenteil bewirkenden Pfeil Eros’ getroffen, für jene Liebschaft unempfänglich wurde. Als Apollon Daphne bedrängte, floh sie. Erschöpft von der Verfolgung durch Apollon flehte sie zu ihrem Vater Peneios, dass er ihre – den Apollon reizende – Gestalt wandeln möge. Daraufhin erstarrten ihre Glieder und sie verwandelte sich in einen Lorbeerbaum.

Der Lorbeer war Apollon seither heilig. Zum Gedenken an Daphne trug er einen Lorbeerkranz bzw. eine mit Lorbeer geschmückte Leier.

Daphne bei Ovid[Bearbeiten]

Ovid: Metamorphosen, Buch 1, Vers 545–556

„Fer, pater“, inquit, „opem, si flumina numen habetis!
Qua nimium placui, mutando perde figuram!“
Vix prece finita torpor gravis occupat artus:
Mollia cinguntur tenui praecordia libro,
in frondem crines, in ramos braccia crescunt;
pes modo tam velox pigris radicibus haeret,
ora cacumen habet: remanet nitor unus in illa.
Hanc quoque Phoebus amat positaque in stipite dextra
sentit adhuc trepidare novo sub cortice pectus
conplexusque suis ramos, ut membra, lacertis
oscula dat ligno, refugit tamen oscula lignum.

„Hilf, Vater“, sagt sie, „wenn ihr Flüsse göttliche Macht habt!
Durch Verwandlung verdirb die Gestalt, mit der ich zu sehr gefiel!“
Kaum war die Bitte beendet, befällt schwere Taubheit die Glieder:
Die weichen Brüste werden von zarter Rinde umschlossen,
die Haare werden zu Laub, die Arme wachsen als Äste;
schon wird der flinke Fuß von trägen Wurzeln gehalten,
ein Wipfel verbirgt das Gesicht: Der Glanz allein bleibt ihr.
Phoebus liebt sie gleichwohl. An den Stamm hält er die Rechte
und fühlt noch unter der neuen Rinde die zitternde Brust.
Die Zweige, wie Glieder, mit seinen Armen umschlingend
küsst er das Holz, doch das Holz weicht vor den Küssen zurück.

Darstellung in der Kunst[Bearbeiten]

Daphne wird von Apollon verfolgt
(Guillaume Coustou der Ältere, 1714, Louvre von Paris)

Bildende Kunst[Bearbeiten]

Die Sage um Daphne hat zahlreiche Künstler inspiriert, wobei meist der Augenblick der Verwandlung im Blickpunkt steht. Ein Beispiel dafür ist Giovanni Lorenzo Berninis Marmorgruppe „Apollo und Daphne“ (um 1625), die heute in der römischen Villa Borghese steht.

Musik[Bearbeiten]

Der Daphne-Mythos wurde mehrfach vertont.

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hyginus Mythographus Fabulae 203; Ovid, Metamorphosen i.452-567
  2. Pausanias, Beschreibung Griechenlands 8.20.4; Statius, Thebaïs iv.289f

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Daphne – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien