David Copperfield (Zauberkünstler)

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David Copperfield (2011)

David Copperfield (* 16. September 1956 in Metuchen, New Jersey, als David Seth Kotkin) ist ein US-amerikanischer Illusionist.

Seit den 1970er-Jahren ist er durch zahlreiche TV-Auftritte bekannt geworden. Er gibt jedes Jahr bis zu 600 Live-Shows in aller Welt und hat so viel Tickets wie kein anderer Solokünstler verkauft. Sein Vermögen wird auf 800 Millionen US-Dollar geschätzt.[1]

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Künstlerischer Werdegang[Bearbeiten]

David Kotkin, der in bürgerlichen Verhältnissen aufwuchs und dessen Eltern ein Herrenmodegeschäft in Metuchen betrieben, lernte in einem Ferienlager für Bauchredner seine ersten Zaubertricks. Nachdem der kanadische Zauberer Doug Henning das Genre „Zaubermusical“ erfunden hatte, wurde Kotkin mit nur 17 Jahren in dem Musical The Magic Man besetzt. Anfangs hatte sich der Sohn jüdischer Einwanderer aus Russland „Davino“ genannt; wegen des eleganten Klanges entschied er sich nun – nach der Hauptfigur aus dem gleichnamigen Roman von Charles Dickens – für David Copperfield. Schon in dieser Zeit gewann er zahlreiche Preise und Auszeichnungen amerikanischer Magierzirkel.

Der Zauberer Doug Henning, der auch Pionier der fernsehgerechten Zauberkunst gewesen war und das seit Kalanag ausgestorbene Metier „Großillusionsshow“ wiederbelebt hatte, zog sich aus der Zauberkunst überraschend zurück und verkaufte seine Requisiten an Copperfield. Dieser übernahm auch den Sendeplatz des jährlichen Weihnachtsspecials sowie Hennings Berater. In seinen ersten TV-Shows inszenierte Copperfield Zaubernummern in Form von Spielszenen und eiferte dem Entfesselungskünstler Harry Houdini nach.

Um sein jährliches TV-Special mit einem jeweils spektakuläreren Trick zu bewerben, ließ Copperfield immer größere Gegenstände wie zunächst einen Ferrari und dann sogar ein ganzes Flugzeug verschwinden. Hennings Berater Jim Steinmeyer überzeugte Copperfield als weitere Steigerung, nunmehr die Freiheitsstatue während einer Live-Show verschwinden zu lassen. Nach der 1983 mit sensationell hohen Quoten gelaufenen Sendung war Copperfield kein Zauberkünstler mehr, sondern „der Mann, der die Freiheitsstatue verschwinden ließ“. Hatte er zuvor seine Show durch Gaststars aufgewertet, so war er inzwischen selbst zum Star geworden. In dem Film Monster im Nachtexpreß wurde er für die Rolle eines Zauberkünstlers besetzt. Sein Stil entsprach der damaligen Show-Konvention, spielte oft auf aktuelle Filme an und war vom Musical geprägt. Jedoch verwendete Copperfield vereinzelt auch aktuellere Musik wie die von Earth, Wind and Fire, zu deren Bühnen-Show wiederum Copperfield Spezialeffekte beigesteuert hatte. 1987 war er prominent genug für einen Cameo-Auftritt in Michael Jacksons Video zu Liberian Girl, für dessen spätere Dangerous-Tournee Copperfield Illusionstechnik beisteuerte.

Großillusionen[Bearbeiten]

Copperfield fing schon früh an, jedem bestehenden Zauberkunststück seinen persönlichen Stempel aufzudrücken. Da Copperfield schon in den 1980er Jahren jährlich mehrere hundert Shows gab, verfügte er nicht nur über einen großen Etat, sondern auch über reichlich Gelegenheit, zu experimentieren und neue Präsentationen auf ihre Publikumswirksamkeit zu testen.

Fernseh-Specials[Bearbeiten]

In seinen jährlichen Fernsehshows musste Copperfield nach der verschwundenen Freiheitsstatue jeweils ähnlich spektakuläre Tricks bieten, die er meistens im Freien inszenierte: eine von Houdini inspirierte Flucht aus Alcatraz, der Gang durch die Chinesische Mauer, ein esoterisches Erscheinenlassen eines Schiffes im Bermuda-Dreieck, die Flucht aus einem zum Abriss gesprengten Gebäude, ein schwebender und in der Luft verschwindender Waggon des Orient-Expresses, eine Entfesselung in den Niagarafällen usw. Während seine Shows mit inzwischen 21 Emmys ausgezeichnet wurden, waren seine ohne Live-Publikum abgefilmten Illusionen, wie ein Schweben durch den Grand Canyon oder die spielfilmartige Show im Bermuda-Dreieck, künstlerische Sackgassen, die er umgehend wieder verließ.

Close-up-Zauberei[Bearbeiten]

Außer Großillusionen präsentiert Copperfield auch Kunststücke mit kleinen Requisiten. Seit 15 Jahren zeichnet für die Entwicklung entsprechender Kunststücke der close-up-Zauberkünstler Chris Kenner verantwortlich, der schließlich auch die Rolle von Copperfields Sidekick übernahm und zum Geschäftsführer der Show wurde.

Deutschland[Bearbeiten]

Bis Mitte der 90er war Copperfield in Deutschland nur einem kleinen Publikum bekannt, da die amerikanischen Weihnachtsspecials nicht in der Hauptsendezeit der ARD und meist nur in den dritten Programmen ausgestrahlt wurden. Erst im Rahmen einer mit dem Privatsender RTL aufwändig orchestrierten PR-Kampagne wurde Copperfield über Nacht auch im deutschen Sprachraum berühmt. Wie seinerzeit Houdini, der seinen Durchbruch ebenfalls erst in Deutschland erzielt hatte, brach Copperfield mit seiner dort völlig neuartigen Show Magic for the Nineties sämtliche deutschen Kassenrekorde. Auch lieferte er durch seine Verlobung mit dem Modell Claudia Schiffer Schlagzeilen.

Weitere Entwicklung[Bearbeiten]

1994 zeigte er statt eines neuen TV-Specials lediglich einen Rückblick auf seine bis dahin 15 TV-Specials. Nach einer vergleichsweise unspektakulären Show im Folgejahr produzierte er erst wieder 2001 seine vorerst letzte Fernsehshow, die auf einer umringten Bühne inszeniert wurde. Als Schlussillusion stellte er sich in einen aus Feuer gebildeten Tornado, was als Antwort auf einen Stunt des damals in den USA erfolgreichen Fernsehzauberers David Blaine gedeutet wurde, der sich medienwirksam am Times Square in einem Eisblock hatte einfrieren lassen.

Gegenwart[Bearbeiten]

Tournee[Bearbeiten]

Copperfield gilt als rastloser Workaholic. Er bereist mit seiner aufwändigen Illusionsshow seit Jahrzehnten die gesamte Welt, gastiert jedoch überwiegend in Las Vegas. Der Jahresumsatz seines Unternehmens wird auf 100 Mio. Dollar geschätzt. Die Show hat sich seit dem Jahr 2000 nur noch unwesentlich verändert.

Projekt Magic[Bearbeiten]

Copperfield ist seit Jahrzehnten Schirmherr der amerikanischen Behindertensportler bei den Paralympics. Er rief mit dem Projekt Magic ein Programm ins Leben, bei dem Kinder in Krankenhäusern durch das Erlernen von Zauberkunststücken Motivation und Selbstvertrauen zurückerwerben.

Zauber-Museum[Bearbeiten]

Copperfield begann in den 1990er-Jahren, historische Requisiten und magische Memorabilia zu sammeln. So erwarb er u. a. die umfangreiche John-Mulholland-Bücherei, Harry Houdinis Zauberkoffer und das Gewehr, mit dem seinerzeit Chung Ling Soo auf der Bühne erschossen wurde. Sein Zaubermuseum befindet sich im secret warehouse, einem geheim gehaltenen Lagerhaus in Las Vegas, das nur Zauberkollegen zugänglich ist.

Musha Cay[Bearbeiten]

Auf seiner Bahamas-Insel Musha Cay, die auch eine Rolle in seiner Bühnenshow spielt, ließ Copperfield ein Privatressort errichten. Am „Copperfield Bay“ können Betuchte wie etwa Prominente absteigen, ohne von Paparazzi u. ä. belästigt zu werden. Copperfield gehören auch drei benachbarte Inseln der Exuma-Kette.

Privates[Bearbeiten]

Nach Presseberichten[2] hat Copperfield mit dem tschechischen Model Maria Petlickova einen Sohn und eine Tochter. Petlickova bewohnt mit den Kindern eine Villa in der Nähe von Las Vegas. Das 1,5 Mio. teure Anwesen gehört einer Copperfield-Firma.

Höhepunkte[Bearbeiten]

  • 1968: Aufnahme als jüngster Magier und Illusionist in der Geschichte der Society of American Magicians
  • 1972: Aktiver Unterricht an der New York University über die Kunst der Magie
  • 1974: Star und kreativer Kopf von The Magic Man, einer Musical-Komödie, welche die längste Laufzeit in der Geschichte Chicagos erzielte
  • 1977: The Magic of ABC, starring David Copperfield präsentiert Copperfields Magie und 14 Stars des Senders, um die kommende Fernsehsaison anzukündigen
  • 1979: The Magic of David Copperfield II erhält mehrere Emmy-Nominierungen; tricktechnische Beratung für Earth, Wind and Fire; Nebenrolle in Monster im Nachtexpreß
  • 1980: Verschwindenlassen eines 100.000-Dollar-Ferrari; The Magic of David Copperfield III wird zu einer der meistgesehenen Shows des Jahres; Wahl zum Magician of the Year
  • 1981: Verschwindenlassen eines Lear-Jets
  • 1983: Verschwindenlassen der Freiheitsstatue
  • 1984: Floating Over the Grand Canyon (im Schneidersitz „schwebt“ er über den Grand Canyon)
  • 1986: Gang durch die Chinesische Mauer
  • 1987: Flucht aus Alcatraz (Escape from Alcatraz)
  • 1989: Flucht aus einem einstürzenden Hochhaus (Explosive Encounter)
  • 1991: Verschwindenlassen eines 70 Tonnen schweren Waggons des Orient-Express
  • 1992: Flying (Überwinden der Schwerkraft)
  • 1993: Fires of Passion (Entfesselung von einem brennenden Seil, das in zehn Metern Höhe in der Luft hängt)
  • 1995: Unexplained Forces („Unerklärte Kräfte“, Copperfield zeigt eine Reihe von mystischen Illusionen, teilweise behauptet er, dass Geister bei seinen Kunststücken helfen.)
  • 2001: Tornado of Fire (Copperfield stellt sich mit Schutzkleidung in einer Lagerhalle in einen rund 2000 °C heißen Feuertornado.)

Filmografie[Bearbeiten]

Ehrungen[Bearbeiten]

Copperfield hat heute einen Platz in der Hall of Fame der Society of American Magicians.

Dazu hat er auf dem Hollywood Walk of Fame (Kategorie Bühne) einen Stern (7021 Hollywood Boulevard).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.handelsblatt.com/panorama/aus-aller-welt/forbes-prognose-auf-dem-sprung-zu-den-reichsten-der-reichen/v_detail_tab_print/8933674.html
  2. National Enquirer vom 23. Januar 2008; im Internet Archive

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: David Copperfield – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien