Der Garten Allahs

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Filmdaten
Deutscher Titel Der Garten Allahs
Originaltitel The Garden of Allah
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1936
Länge 79 Minuten
Stab
Regie Richard Boleslawski
Drehbuch W. P. Lipscomb
Lynn Riggs
Produktion David O. Selznick für Selznick International Pictures
Musik Max Steiner
Kamera W. Howard Greene
Harold Rosson
Schnitt Hal C. Kern
Besetzung

Der Garten Allahs (Originaltitel: The Garden of Allah) ist eine US-amerikanische Verfilmung des gleichnamigen Romans von Robert Hichens (1904) aus dem Jahr 1936 mit Marlene Dietrich und Charles Boyer unter der Regie von Richard Boleslawski. Der Film war eine der ersten Produktionen in dem damals neu entwickelten sogenannten 3-Farben-Technicolor, die außerhalb des Studios gedreht wurden.

Handlung[Bearbeiten]

Nach dem Tod ihres steinreichen Vaters hat die junge Domini Enfilden eine tiefe Lebenskrise. Auf Anraten einer Bekannten sucht Domini den Sinn des Lebens in der Sahara. In der Einsamkeit der Sandwüste verbringt Domini lange Stunden mit Spaziergängen und Ausritten. Eines Tages trifft sie auf Boris Androvsky, einen entlaufenen Trappistenmönch, der an seiner Berufung zweifelt. Zunächst verschweigt Boris seine Vergangenheit. Beide verlieben sich ineinander. Schließlich gibt Boris sich zu erkennen. Nach vielen Gewissensqualen verzichten beide Liebenden auf eine Verbindung. Boris geht wieder ins Kloster und Domini verspricht, ihn immer zu lieben und treu zu bleiben.

Hintergrund[Bearbeiten]

Die Produktion von Der Garten Allahs war die dritte Verfilmung des Romans von Robert Hichens. Besonders die Fassung von 1927 mit Alice Terry unter der Regie ihres Ehemannes Rex Ingram war vielen Kritikern noch im Gedächtnis, als David O. Selznicks Fassung in die Kinos kam.

Anfang 1935, als Selznick noch bei MGM als Produzent tätig war, plante er eine Neufassung des Stoffes. Zunächst wollte er die Rolle der Domini Enfilden mit Greta Garbo besetzen. Der Plan zerschlug sich, erst Anfang 1936, nach Gründung seiner eigenen Produktionsfirma, Selznick International Pictures, wurden die Pläne konkreter. Von Anfang an war vorgesehen, den Film im damals neu entwickelten 3-Farben Technicolor zu drehen. Selznick war von den Möglichkeiten des Farbfilms als dramaturgischem Ausdrucksmittel sehr angetan. Für die weibliche Hauptrolle war Merle Oberon vorgesehen, doch nach einigen Testaufnahmen kam Selznick zu der Überzeugung, dass Oberon nicht über die notwendigen Starqualitäten verfügte, um eine derart kostspielige Produktion zum Erfolg zu bringen. Oberon wurde ausbezahlt und Selznick ersetzte sie im April 1936 mit Marlene Dietrich, die eine Gage von 200.000 Dollar verlangte und bekam, obwohl ihre letzten Filme an der Kinokasse gefloppt waren. Mit Charles Boyer engagierte Selznick nach intensiver Suche, bei der er unter anderem Robert Taylor und George Brent für die Rolle testete, einen Schauspieler, der in den letzten Monaten sehr populär geworden war. Entgegen der Hoffnung des Produzenten kamen die beiden Stars nicht miteinander aus. Marlene Dietrich verachtete Boyer und störte sich besonders an seinen endlosen Klagen und Beschwerden über die schwierigen Dreharbeiten.

Die Produktion war von Anfang von Problemen geplagt. Zu Drehbeginn gab es kein fertiges Drehbuch, der Regisseur Richard Boleslawski erkrankte schwer und die Außenaufnahme in der Wüste bei Yuma gerieten zum Debakel. Zahlreiche technische Schwierigkeiten suchten das Team heim und schwere Sandstürme vernichteten mehrfach die teuren Sets. Parallel hatte Selznick zahllose Auseinandersetzungen mit der Zensurbehörde, die sich an dem Sujet störte und jede Form von körperlichen Kontaktes zwischen einem Mönch und einer jungen Frau strikt ablehnte. Die Endfassung führte trotzdem zu scharfen Protesten der katholischen Kirche und zu einem Aufführungsverbot in Italien.

Der Film wurde im Oktober 1936 durch United Artists in den nationalen Verleih gebracht, spielte jedoch die hohen Produktionskosten von 1.447.760 US-Dollar nicht ein.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Der Garten Allahs wurde bei der Oscarverleihung 1937 in folgenden Kategorien nominiert:

  • Beste Regie
  • Beste Filmmusik

Darüber hinaus wurden die Kameramänner des Films, W. Howard Green und Harold Rosson, mit je einem Ehrenoscar für ihre innovative Kameraarbeit bei einem Farbfilm ausgezeichnet.

Kritik[Bearbeiten]

Die Kritiker lobten den innovativen Einsatz der Farbe und die opulenten Bilder, mäkelten jedoch an dem veralteten Stoff und der unglaubwürdigen Handlung herum.

Das Time Magazine brachte die Probleme auf den Punkt:

Traurig, ruhig und irgendwie albern, gehört Der Garten Allahs zu der Sorte würdevoller Filme, bei denen die Kritiker in der Regel die Musik und die Kameraführung loben.
Sad, serene and somewhat silly, The Garden of Allah belongs to that dignified class of pictures which reviewers customarily praise for the music and photography.

Weblinks[Bearbeiten]