C. Aubrey Smith

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Sir Charles Aubrey Smith, CBE (* 21. Juli 1863 in London, England; † 20. Dezember 1948 in Beverly Hills, Kalifornien) war ein britischer Cricketspieler sowie Theater- und Filmschauspieler. Er gehörte zu den profiliertesten Charakterdarstellern der 1930er und 1940er in Hollywood und verkörperte besonders häufig britische Aristrokraten oder Militärs.

Leben[Bearbeiten]

Frühes Leben und Cricketkarriere[Bearbeiten]

Englands Cricketteam im Herbst 1888 mit Smith (Mittlere Reihe, 3. von links)

C. Aubrey Smith wurde 1863 in London als Sohn eines Wundarztes geboren.[1] Er besuchte die Charterhouse School und studierte an der University of Cambridge, wo er in der Cricketmannschaft auf der Position des Bowlers spielte. Er spielte mit seiner Mannschaft in ganz England. Wegen seines eigenwilligen Spielstils lautete sein Spitzname "Round the Corner Smith".[2] 1889 führte er die englische Nationalmannschaft gegen Südafrika in Port Elizabeth als Mannschaftskapitän zum Sieg. In Südafrika versuchte er sich zu dieser Zeit auch als Goldsucher. Er erlitt eine schwere Lungenentzündung und wurde von den Ärzten fälschlicherweise schon für tot erklärt. Nach seiner Rückkehr nach England nahm er seine Sportkarriere nicht wieder auf und arbeitete als Börsenmarkler und Lehrer. Er überlegte sich auch, wie sein Vater Arzt zu werden, gab den Gedanken jedoch auf.

Schauspielkarriere[Bearbeiten]

Smith Karriere als Schauspieler begann im Jahre 1895 auf verschiedenen Londoner Bühnen. Im folgenden Jahr hatte er mit Der Gefangene von Zenda in einer Doppelrolle seinen ersten größeren Erfolg. Smith übernahm eine wichtige Nebenrolle als Colonel Zapt in der Verfilmung von 1937. Vor dem Ersten Weltkrieg ging er mit seiner Familie in die Vereinigten Staaten und wirkte dort unter anderem in einer Reihe von Broadway-Stücken mit. Zu seinen erfolgreichsten Bühnenauftritten gehörte 1928 die Komödie The Bachelor Father von Edward Childs Carpenter. Smith wiederholte die Rolle eines reichen englischen Adligen mit etlichen unehelichen Kindern 1931 in der Verfilmung von Robert Z. Leonard mit Marion Davies als ältestes seiner illegitimen Nachkommen. Mit dem Aufkommen des Tonfilms wurde Smith, der bereits ab 1915 gelegentlich als Filmschauspieler in britischen und US-amerikanischen Produktionen auftrat, ein vielbeschäftigter Nebendarsteller.

Der hochgewachsene Schauspieler mit dem markanten Schnurrbart sowie den buschigen Augenbrauen wurde meistens als konservative und ehrenhafte Autoritätsfigur in Nebenrollen eingesetzt. Er verkörperte meistens Angehörige der englischen Aristokratie oder hochrangige Militärs. Zunächst unter Vertrag bei MGM, spielte der Schauspieler unter anderem den Vater von Jane (Maureen O’Sullivan) in Tarzan, der Affenmensch aus dem Jahre 1932 sowie einen Pfarrer im Drama Guilty Hands. 1933 war er neben Greta Garbo in Königin Christine zu sehen. 1936 hatte er als grimmiger, von Vorurteilen beherrschter Earl of Dorincourt in Der kleine Lord, dessen Herz durch seinen Enkel Freddie Bartholomew erweicht wird, eine seiner wenigen Hauptrollen beim Film. Ein Jahr später kam er in John Fords Rekrut Willie Winkie, der Verfilmung der gleichnamigen Kurzgeschichte von Rudyard Kipling, als Großvater von Shirley Temple an der Seite eines weiteren Kinderstars zum Einsatz.

Neben seinen Auftritten in amerikanischen Filmen spielte Smith in den 1930ern regelmäßig in britischen Filmen auf, etwa 1938 in Sixty Glorious Years, Herbert WilcoxFilmbiografie über Königin Victoria. Smith verkörperte dabei den Herzog von Wellington. Im Jahre 1940 übernahm er Nebenrolle als Polizeichef in Alfred Hitchcocks Hollywood-Debüt Rebecca. In den Kriegsjahren spielte er unter anderem Baron Kelvin in der Filmbiografie Madame Curie mit Greer Garson aus dem Jahre 1943, sowie ein Jahr später einen englischen Offizier im Drama The White Cliffs of Dover. In den 1940er-Jahren war der Charakterdarsteller so bekannt, dass er 1946 sogar einen Cameo-Auftritt im Film Juwelenraub absolvierte. Smith arbeitete bis zu seinem Tod war er in über 100 Filmen zu sehen. Sein letzter Film, Kleine tapfere Jo, ein Remake von George Cukors Vier Schwestern, wurde nach seinem Tod in den Verleih gebracht.

Privatleben[Bearbeiten]

Während seines Südafrikaaufenthaltes heiratete er Isabella Wood und bekam eine Tochter. Sie blieben bis zu seinem Tod verheiratet. 1932 gründete Aubrey Smith den Hollywood Cricket Club. Er half mit, Cricket in den USA als Sportart bekannt zu machen. Mitglieder des Clubs waren unter anderem David Niven, Leslie Howard, Basil Rathbone, Ronald Colman, Richard Barthelmess und Boris Karloff. Aubrey Smith fungierte zeitweilig als Club-Präsident. Der Schauspieler verstarb am 20. Dezember 1948 im Alter von 85 Jahren an einer Lungenentzündung. Seine Asche liegt neben seiner Mutter in Hove begraben.[3]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

1938 wurde Charles Aubrey Smith zum Commander des Order of the British Empire ernannt und sechs Jahre später von Georg VI. zum Ritter geschlagen. Er besitzt zudem einen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame.

Filmografie[Bearbeiten]

  • 1915: The Builder of Bridges
  • 1915: John Glayde’s Honor
  • 1916: Jaffery
  • 1916: The Witching Hour
  • 1918: Red Pottage
  • 1920: The Face at the Window
  • 1920: Castles in Spain
  • 1920: The Bump
  • 1920: The Shuttle of Life
  • 1922: The Bohemian Girl
  • 1922: Flames of Passion
  • 1923: The Temptation of Carlton Earle
  • 1924: The Unwanted
  • 1924: The Rejected Woman
  • 1928: Es tut sich was in Hollywood (Show People)
  • 1930: Birds of Prey
  • 1930: Such Is the Law
  • 1930: Passion Flower
  • 1931: The Bachelor Father
  • 1931: Trader Horn
  • 1931: Contraband Love
  • 1931: Daybreak
  • 1931: Never the Twain Shall Meet
  • 1931: Just a Gigolo
  • 1931: The Man in Posession
  • 1931: Der Sohn des Rajah (Son of India)
  • 1931: Guilty Hands
  • 1931: The Phantom of Paris
  • 1931: Surrender
  • 1931: Polly of the Circus
  • 1932: Tarzan, der Affenmensch (Tarzan the Ape Man)
  • 1932: But the Flesh Is Weak
  • 1932: Schönste, liebe mich (Love Me Tonight)
  • 1932: Ärger im Paradies (Trouble in Paradise)
  • 1932: No More Orchids
  • 1932: They Just Had to Get Married
  • 1933: The Monkey’s Paw
  • 1933: Hotel auf dem Ozean (Luxury Liner)
  • 1933: Secrets
  • 1933: Liebeslied der Wüste (The Barbarian)
  • 1933: Adorable
  • 1933: Morning Glory
  • 1933: Curtain at Eight
  • 1933: Sexbombe (Bombshell)
  • 1933: Königin Christine (Queen Christina)
  • 1934: Die Rothschilds (The House of Rothschild)
  • 1934: Die Spielerin (Gambling Lady)
  • 1934: Die scharlachrote Kaiserin (The Scarlet Empress)
  • 1934: One More River
  • 1934: Bulldog Drummond Strikes Back
  • 1934: Caravan
  • 1934: Cleopatra
  • 1934: We Live Again
  • 1934: The Firebird
  • 1935: Bengali (The Lives of a Bengal Lancer)
  • 1935: Kampf um Indien (Clive of India)

Literatur[Bearbeiten]

  • David Rayvern Allen: Sir Aubrey. A Biography of C. Aubrey Smith, England Cricketer, West End Actor, Hollywood Film Star. Elm Tree Books, London 1982, ISBN 0-241-10590-0.
  • The Anglo-African Who's Who and biographical Sketch-Book. 1907, ZDB-ID 148468-0 (Nachdruck: Jeppestown Press, London 2006, ISBN 0-9553936-3-9).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. C. Aubrey Smith bei der New York Times
  2. C. Aubrey Smith bei der New York Times
  3. C. Aubrey Smith bei Findagrave

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: C. Aubrey Smith – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien