Deutsche Bank Prize in Financial Economics

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Der Deutsche Bank Prize in Financial Economics ehrt international renommierte Wirtschaftswissenschaftler, deren Arbeit die Forschung zu finanz- und makroökonomischen Fragen entscheidend beeinflusst und zu wesentlichen Beiträgen für Wissenschaft und Praxis geführt hat.

Der mit 50.000 Euro dotiert Wissenschaftspreis wird vom Center for Financial Studies gemeinsam mit der Goethe-Universität Frankfurt alle zwei Jahre vergeben und wird vom Stiftungsfonds Deutsche Bank im Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft gefördert. Im Rahmen eines internationalen wissenschaftlichen Symposiums wird der Preis durch den Co-Vorsitzenden des Vorstands der Deutschen Bank an der Goethe-Universität Frankfurt an den Preisträger überreicht

Preisträger[Bearbeiten]

2005[Bearbeiten]

Eugene F. Fama, Professor für Finanzen an der Graduate School of Business der Universität von Chicago, war der erste Preisträger.[1]

Er erhielt den Peis

für seine grundlegenden Beiträge auf dem Gebiet „Financial Economics“,
insbesondere für die Entwicklung und Erforschung des Konzeptes der Markteffizienz,
einem Eckpfeiler der Finanzwirtschaftslehre.[2]

Die Preisverleihung fand im Rahmen eines akademischen Symposiums zum Thema „Market Efficiency Today” am 6. Oktober 2005 an der Goethe-Universität Frankfurt statt.[3]

2013 wurde Fama gemeinsam mit Robert J. Shiller und Lars Peter Hansen mit dem Preis der schwedischen Reichsbank für Wirtschaftswissenschaften in Gedenken an Alfred Nobel ausgezeichnet.

2007[Bearbeiten]

Michael Woodford, Professor für Politische Ökonomie an der Columbia University in New York, wurde 2007 für seine grundlegenden Beiträge zur Theorie und praktischen Analyse der Geldpolitik ausgezeichnet.[4] Mit seinen Forschungsarbeiten hat Woodford eine Theorie der monetären Makroökonomie entwickelt, deren hohe Attraktivität für Wissenschaftler in ihrer rigorosen mikroökonomischen Fundierung liegt. Ihren hohen praktischen Nutzen bewies Woodford, indem er die zentrale Rolle der Erwartungen und der Kommunikation bei der Umsetzung der Geldpolitik analysierte.[5]

Der Preis wurde im Rahmen eines internationalen akademischen Symposiums zum Thema "The Theory and Practice of Monetary Policy Today" am 4. Oktober 2007 an der Goethe-Universität Frankfurt überreicht.[6]

2009[Bearbeiten]

Robert J. Shiller, Professor of Economics an der Yale University, sowie Professor für Finanzen und Fellow an der Yale School of Management, wurde 2009 mit dem DB Prize ausgezeichnet.[7] Mit seinen innovativen Arbeiten zur Erforschung der Dynamik von Assetpreisen hat Robert Shiller Pionierarbeit im Bereich der Finanzökonomie geleistet. Seine Erkenntnisse zur Volatilität von Aktienpreisen, zur Entstehung von Kursblasen und daraus resultierenden Krisen, sowie zur Verteilung makroökonomischer Risiken sind nicht nur von hoher wissenschaftlicher Bedeutung sondern auch wegweisend für die Praxis.[8]

Ein internationales, wissenschaftliches Symposium fand zusammen mit der Preisverleihung am 30. September, 2009 an der Goethe-Universität Frankfurt statt. Führende Finanzökonomen, unter ihnen Nobelpreisträger Robert C. Merton, MIT Sloan School of Management, und Otmar Issing, Präsident der Center for Financial Studies, diskutieren aus diesem Anlass im Rahmen des Symposiums „Financial Innovation and Economic Crisis“ über die Themen der Arbeit von Robert Shiller.[9]

2013 wurde Robert Shiller, gemeinsam mit Eugene Fama und Lars Peter Hansen, mit dem Preis der schwedischen Reichsbank für Wirtschaftswissenschaften in Gedenken an Alfred Nobel ausgezeichnet.

2011[Bearbeiten]

Kenneth S. Rogoff, Professor für Economics und Thomas D. Cabot Professor für Public Policy an der Harvard University, wurde für seine Pionierarbeit im Bereich Internationale Finanzwirtschaft und Makroökonomie mit dem DB Prize 2011 ausgezeichnet.[10] Die Arbeiten von Kenneth Rogoff behandeln die Insolvenz von Staaten und die Umschuldung staatlicher Verschuldung, Wechselkursentwicklungen, globale Ungleichgewichte sowie die Entwicklung von Finanzkrisen und sind damit in höchstem Maße relevant für das Verständnis und die Bewältigung von aktuellen, globalen Herausforderungen. Rogoff hat nicht nur Pionierarbeit von höchster wissenschaftlicher Bedeutung geleistet, sondern seine Erkenntnisse auch einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht.[11]

Die Preisverleihung fand im Rahmen des internationalen CFS Symposiums "Global Perspective on Financial Crisis" am 22. September, 2011 an der Goethe-Universität Frankfurt statt.[12] Führende Finanzökonomen, darunter der Gouverneur der israelischen Zentralbank Stanley Fischer und CFS Präsident Otmar Issing, diskutieren Rogoffs Arbeiten und deren aktuelle politische und wirtschaftliche Relevanz für die globale Finanz- und Schuldenkrise.

2013[Bearbeiten]

Raghuram G. Rajan, Gouverneur der Reserve Bank von Indien (Zentralbank), erhielt den DB Prize 2013[13] für seine höchst einflussreichen Leistungen in außerordentlich vielfältigen Bereichen der Finanzökonomie. Rajans Arbeiten erstrecken sich über eine eindrucksvolle Bandbreite von finanzökonomischen Themen mit höchster Relevanz für die Entwicklung von Volkswirtschaften weltweit. Dazu gehören Auswirkungen finanzieller Entwicklung auf Wachstum, Banken- und Finanzkrisen sowie auf Unternehmensfinanzierung und Steuerung. Seine Arbeiten begründen völlig neue empirische und theoretische Herangehensweisen mit weitreichenden politischen Implikationen.[14]

Die Preisverleihung fand im Rahmen des internationalen, akademischen CFS Symposiums „Banking, Liquidity, and Monetary Policy“ am 26. September 2013 an der Goethe-Universität Frankfurt statt.[15] Führende Finanzökonomen, darunter Viral Acharya, Markus Brunnermeier und Luigi Zingales, diskutierten Rajans einflussreiche Leistungen in vielfältigen Bereichen der Finanzökonomie und deren Bedeutung für die Politik. EZB Vizepräsident Vítor Constâncio, CFS Präsident Otmar Issing und FED Gouverneur Jeremy Stein traten als Redner auf dem Policy Panel „Liquidity and Monetary Policy“ auf.

Nominierungsprozess[Bearbeiten]

Über 4.000 Professoren und Wissenschaftler der jeweils besten 30 Universitäten in den USA, in Europa und Lateinamerika sowie in der Region Asien-Pazifik werden alle zwei Jahre eingeladen, Beiträge einzureichen und einen Preisträger zu empfehlen. Zudem haben insgesamt mehr als 300 Mitglieder der Nationalbanken, der Europäischen Zentralbank, der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), der Bank for International Settlements (BIS), des Internationalen Währungsfonds (IWF) sowie der Weltbank die Möglichkeit, eine Wissenschaftlerin oder einen Wissenschaftler als Kandidaten zu nominieren.

Jury[Bearbeiten]

Die Nominierungen werden von einer unabhängigen, internationalen Jury ausgewertet. Entsprechend der Statuten des Deutsche Bank Prize[16] umfasst die Jury:

  • Fünf renommierte Finanz- und Wirtschaftsexperten aus Wissenschaft und Praxis;
  • Die Direktoren der Lehrstühle für Finanzen sowie Geld und Währung der Goethe- Universität Frankfurt oder eines durch diese bestimmten Experten.
  • Ein Vertreter der Deutsche Bank;
  • Die Direktoren des CFS.

Jurymitglieder 2005 – 2015[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Deutsche Bank Prize 2005
  2. Pressemitteilung 2005 (PDF; 106 kB)
  3. CFS Symposium 2005
  4. Deutsche Bank Prize 2007
  5. Pressemitteilung 2007 (PDF; 27 kB)
  6. CFS Symposium 2007
  7. Deutsche Bank Prize 2009
  8. Pressemitteilung 2009 (PDF; 33 kB)
  9. CFS Symposium 2009
  10. Deutsche Bank Prize 2011
  11. Pressemitteilung 2011 (PDF; 34 kB)
  12. CFS Symposium 2011
  13. DB Prize 2013
  14. Pressemitteilung 2013
  15. https://www.ifk-cfs.de/dbprize/2013/symposium?L=1 CFS Symposium 2013
  16. DB Prize Statuten

Weblinks[Bearbeiten]