Die Götter müssen verrückt sein

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Filmdaten
Deutscher Titel Die Götter müssen verrückt sein
Originaltitel The Gods Must Be Crazy
Produktionsland Botswana
Originalsprache Englisch, Afrikaans, Ungwatsi
Erscheinungsjahr 1980
Länge 109 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Jaymie Uys
Drehbuch Jaymie Uys
Produktion Jaymie Uys
Musik John Boshoff
Kamera Robert Lewis,
Buster Reynolds
Schnitt Jaymie Uys
Besetzung

Die Götter müssen verrückt sein ist ein botswanischer Kinofilm aus dem Jahr 1980, dem 1989 und 1993 zwei weitere Teile folgten. Jaymie Uys schrieb das Drehbuch und führte Regie bei den ersten beiden Teilen. Die Filmkomödien der Reihe erzählen die Geschichte von Xixo, einem „Buschmann“ aus der Wüste Kalahari, dessen Stamm keinen Kontakt mit der westlichen Zivilisation hat. Der Film erhielt 1984 eine Nominierung für den César als Bester ausländischer Film.[1]

Handlung[Bearbeiten]

In der afrikanischen Kalahari-Wüste sorgt eines Tages eine aus einem Flugzeug geworfene gläserne Coca-Cola-Flasche für ziemliche Aufregung unter den Eingeborenen. Die Flasche landet direkt vor den Füßen des Stammesoberhauptes Xi, der sie für ein Zeichen der Götter hält.

Allerdings haben die Eingeborenen keine Ahnung, wozu dieses Geschenk der Götter gut sein könnte und so will jeder einmal versuchen, es herauszubekommen. Dies führt jedoch auch dazu, dass es immer häufiger zum Streit unter den Stammesangehörigen kommt, weil es dieses „Werkzeug“, im Gegensatz zu anderen Gegenständen in ihrer Umgebung, nur einmal gibt. Deshalb beschließt Xi, dieses „böse Ding“ an das „Ende der Welt“ zu bringen, um es den Göttern zurückzugeben. Xi verlässt zum ersten Mal sein Territorium. Unterwegs trifft er auf den Mikrobiologen Steyn und die Lehrerin Thompson, welche von Xi wegen ihrer hellen Hautfarbe sogleich für Götter gehalten werden. Auch hält er eine Herde Ziegen für ihm unbekannte Wildtiere und erlegt eine, um seinen Hunger zu stillen. Weil er sich mit dem herbeigerufenen Polizisten nicht in seiner Sprache verständigen kann, wird er von diesem angeschossen und vor Gericht wegen der Tötung der Ziege zu drei Monaten Haft verurteilt. Gerichtsdolmetscher Mpudi, der auch Steyns Assistent ist, und Steyn können Xi aus dem Gefängnis retten, weil es ein Gesetz gibt, dass anstelle der Gefängnisstrafe auch die gleiche Zeit Arbeit geleistet werden kann und Steyn Xi als einheimischen Pflanzenkundigen beschäftigen kann.

Eine Gruppe Terroristen um Sam Boga hat inzwischen Thomson und ihre Schulklasse als Geiseln genommen, um die verfolgende Polizei in Abstand zu halten. Ein Schulkind aus der entführten Gruppe stößt zu Steyn und macht ihn auf die unweit lagernden Entführer aufmerksam. Xi geht in den Kleidern der Schülerin zum Lager und kann die Terroristen mit ganz kleinen Betäubungspfeilen in Schlaf versetzen, die dazukommende Polizei nimmt sie fest. Steyn entläßt Xi, dieser findet das „Ende der Welt“ an einer Steilklippe, wirft die Cola-Flasche hinunter und kann nun zu seinem Stamm zurückkehren. Der in Anwesenheit Thomsons extrem tollpatschige Steyn wird bei einem erneutem Besuch bei ihr von der Lehrerin geküsst.

Kritik[Bearbeiten]

Der Film erhielt überwiegend positive Kritiken und erreicht bei Rotten Tomatoes eine Bewertung von 95 %, basierend auf 22 Kritiken. Die durchschnittliche Bewertung beträgt 7,4/10.[2] Der US-amerikanische Filmkritiker Roger Ebert gab dem Film drei von vier Sternen und bemerkte, dass es leicht sei, eine „Farce über merkwürdige Begebenheiten in der Wüste zu machen“, aber deutlich schwerer, „witzige Interaktionen zwischen der Natur und der menschlichen Natur zu zeigen“; der Film sei „ein wunderbarer kleiner Schatz“.[3] Das Lexikon des Internationalen Films schrieb jedoch, die „vielversprechende satirische Ausgangsparabel“ werde „mit einer Liebesgeschichte und einer actionhaften Verfolgungsjagd verschnitten, bis sie zur anspruchslosen Klamotte verkommt“.[4]

Fortsetzungen[Bearbeiten]

1989 erschien die Fortsetzung Die Götter müssen verrückt sein II. 1991 wurde der dritte Teil gedreht und erschien im Jahre 2004 als DVD unter dem Titel Die Götter müssen verrückt sein III, Regie führte Welson Chin. Wieder geht es um eine Colaflasche, diesmal ist ein kleiner ausgestopfter Vogel in ihr gefangen. Xixo reist der Frau nach, die den Vogel in die Flasche stopfte, um von ihr das Tier befreien zu lassen.

Regisseur Jaymie Uys verstarb im Jahr 1996. Der Hauptdarsteller Nǃxau verstarb im Jahr 2003, kurz nach dem Abdreh eines Specials über ihn, an Tuberkulose.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Awards. Internet Movie Database, abgerufen am 23. Januar 2015.
  2. The Gods Must Be Crazy (1980). Rotten Tomatoes, abgerufen am 23. Januar 2015.
  3. Roger Ebert: The Gods Must Be Crazy Movie Review. Chicago Sun-Times, abgerufen am 9. Februar 2014 (englisch): „It might be easy to make a farce about screwball happenings in the desert, but it's a lot harder to create a funny interaction between nature and human nature. This movie's a nice little treasure.“
  4. Die Götter müssen verrückt sein im Lexikon des Internationalen Films, abgerufen am 23. Januar 2015.