Diosdado Cabello

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Diosdado Cabello 2010

Diosdado Cabello Rondón (* 15. April 1963 in El Furrial, Monagas) ist ein venezolanischer Politiker, Militär und Ingenieur. Von 2004 bis 2008 war er Gouverneur des Staates Miranda. Am 13. April 2002 war er während der Entführung von Hugo Chávez für einen Tag amtierender Präsident Venezuelas.

Leben[Bearbeiten]

Cabello graduierte an der venezolanischen Militärakademie (Academia Militar de Venezuela) und am Polytechnischen Universitären Institut der Armee. Am 4. Februar 1992 beteiligte er sich an dem gescheiterten Putschversuch der linksnationalen Offiziersgruppe um Hugo Chávez gegen den Präsidenten Carlos Andrés Pérez. Nach der Entlassung von Chávez aus dem Gefängnis unterstützte Cabello dessen Wahlkampf und hatte maßgeblichen Anteil an der Führung der Movimiento V República (Bewegung für die Fünfte Republik). Im Jahr 2002 ersetzte er Adina Bastidas als Vizepräsident, was von der Opposition als "Militarisierung des Kabinetts" durch Chávez kritisiert wurde. Während des Staatsstreiches am 11. April 2002 hielt sich Cabello versteckt, da die Macht im Land faktisch in den Händen von Pedro Carmona Estanga lag. Erst als dieser nach zwei turbulenten Tagen zurücktrat, wurde Cabello zum Interimspräsident, bis Chávez am nächsten Tag von Spezialeinheiten der Armee befreit wurde.

Wenig später gab er das Amt des Ministerpräsidenten auf und wurde Innen- und Justizminister (2002-2003). Bei den Wahlen für den Gouverneursposten von Miranda setzte sich Cabello im Jahr 2004 mit 52 % der Stimmen knapp gegen den christdemokratischen Amtsinhaber Enrique Mendoza durch, der seit 1995 die Provinz regiert hatte und 48 % der Stimmen erhielt. Seit 2007 gilt Cabello als einer der wichtigsten Führer der Vereinigten Sozialistischen Partei Venezuelas (PSUV), die Hugo Chávez unterstützt. Bei den Wahlen 2008 unterlag er Henrique Capriles von der Partei Primero Justicia, die zur Opposition gegen Chávez gehört.

Hugo Chávez rief vor seiner Krebsoperation im Dezember 2012 seine Anhänger dazu auf, für den Vizepräsidenten Nicolás Maduro zu stimmen, falls er - Chavez - sein Amt nicht mehr ausüben könne. [1]

Maduro und Parlamentspräsident [2] Cabello führen (Stand 30. Januar 2013) einen erbitterten Machtkampf. [3] Chavez' Tod wurde am 5. März 2013 bekanntgegeben.

Cabello ist verheiratet und hat drei Kinder. Sein Bruder José David Cabello ist ebenfalls Funktionär der Regierung unter Chávez.

Skandale[Bearbeiten]

Oppositionelle haben mehrere Anklagen gegen Cabello erhoben. Man behauptet, er hätte die Kontrolle des Großunternehmens EVEBA in Cumana. Eine Schweizer Bank hat einer Kommission der Zentralbank Venezuelas mitgeteilt, dass Cabello bei ihnen 21.5 Millionen Dollar hat. Im Dezember 2008 wurden bei der Kontrollkommission gegen Korruption Dokumente über die unregelmässige Behandlung von $230 Millionen vorgelegt[4]. Selbst innerhalb der linken Bewegungen gibt es Stimmen, die sich gegen Diosdado erheben.[5][6]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. sueddeutsche.de 9. Dezember 2012: Chavez bestimmt seinen Nachfolger
  2. www.asambleanacional.gob.ve
  3. zeit.de 30. Januar 2013: Der Post-Chavismo strebt an die Macht. - Das Ende der Ära Chávez steht bevor. Sein Ein-Mann-Staat steckt in einer politischen und wirtschaftlichen Krise. Fähige Nachfolger gibt es kaum.
  4. Korruptionsfälle in der Regierung bei Tal Cual, auf Spanisch
  5. Balance sheet of PSUV congress
  6. Diosdado Cabello sagte dem Abgeordneten Tascón, er müsse die Beweise über Korruption vorlegen. (auf Spanisch)

Weblinks[Bearbeiten]