Carlos Andrés Pérez
Carlos Andrés Pérez (* 27. Oktober 1922 in Rubio, Táchira; † 25. Dezember 2010 in Miami, Florida[1]) war venezolanischer Politiker und Staatspräsident seines Landes von 1974 bis 1979 und 1989 bis 1993.
Karriere[Bearbeiten]
Carlos Andrés Pérez war unter Rómulo Betancourt (AD) Innenminister Venezuelas (1960–1964).
Pérez war 1980 Präsident der Latin American Association of Human Rights und kooperierte mit Julius Nyerere in der Südsüdkommission. Er war ein aktives Mitglied der Sozialistischen Internationale, der er unter der Präsidentschaft Willy Brandts als Stellvertreter in drei Amtsperioden vorsaß.
In der ersten Amtszeit als Präsident Venezuelas (1974–1979) nutzte er die erhöhten Einkommen der seit Januar 1976 verstaatlichten venezolanischen Erdölindustrie zu einer Verteilungspolitik.
In seiner zweiten Amtszeit (1989–1993) lenkte er gegenüber dem IWF ein und etablierte eine neoliberale Politik. Er begründete dies durch geringere Einnahmen aus dem Erdölsektor sowie sinkende Weltmarktpreise und eine dadurch bedingte erhöhte Auslandschuld. Subventionen und Preiskontrollen für öffentliche Dienste wurden weitgehend aufgehoben, was im selben Jahre zu Aufständen führte, dem sogenannten Caracazo. Die repressive Bekämpfung durch Nationalgarde und Armee forderte 1000 bis 3000 Menschenleben. Es handelte sich hierbei um einen Armenaufstand gegen die verschlechterten Lebensbedingungen aufgrund wirtschaftlicher Fehlgriffe und daraus resultierender Korruption. Die sozialen Proteste intensivierten sich. Aufgrund von Korruptionsvorwürfen wurde Carlos Andrés Perez 1993 des Amtes enthoben. Nach seiner Amtsenthebung floh er in die USA.
Im September 2009 beantragte die venezolanische Generalstaatsanwaltschaft einen internationalen Haftbefehl bei Interpol.[2]
Am 25. Dezember 2010 erlag er in Florida den Folgen eines Herzinfarkts. Daraufhin entbrannte ein Streit zwischen seiner Witwe, von der er sich nie geschieden hatte, und seiner Lebensbegleiterin. Während Erstere, Blanca Rodríguez, eine Bestattung in Venezuela forderte, wollte zweitere, Cecilia Matos, Pérez in den USA begraben lassen. Am 4. Oktober 2011 wurde der Leichnam Pérez' nach Venezuela überführt.[3]
Weblinks[Bearbeiten]
Einzelnachweise[Bearbeiten]
- ↑ http://www.eluniversal.com/2010/12/25/pol_ava_fallecio-en-miami-el_25A4897053.shtml
- ↑ Malte Daniljuk: Venezuela beantragt internationalen Haftbefehl gegen Ex-Präsidenten. In: amerika21.de. 30. September 2009, abgerufen am 30. September 2009.
- ↑ Jan Kühn: Leichnam von Ex-Präsident Pérez zurück in Venezuela. In: amerika21.de. 6. Oktober 2011, abgerufen am 6. Oktober 2011.
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| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Pérez, Carlos Andrés |
| KURZBESCHREIBUNG | venezolanischer Politiker, Präsident von Venezuela (1974–1979 und 1989–1993) |
| GEBURTSDATUM | 27. Oktober 1922 |
| GEBURTSORT | Rubio, Táchira |
| STERBEDATUM | 25. Dezember 2010 |
| STERBEORT | Miami, Florida |