Das Leben der Anderen

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Filmdaten
Originaltitel Das Leben der Anderen
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 2006
Länge 137 Minuten
Altersfreigabe FSK 12[1]
JMK 12[2]
Stab
Regie Florian Henckel von Donnersmarck
Drehbuch Florian Henckel von Donnersmarck
Produktion Max Wiedemann,
Quirin Berg,
Dirk Hamm (Koproduzent),
Florian Henckel von Donnersmarck (Koproduzent)
Musik Gabriel Yared,
Stéphane Moucha
Kamera Hagen Bogdanski
Schnitt Patricia Rommel
Besetzung

Das Leben der Anderen ist ein deutscher Spielfilm aus dem Jahr 2006. Mit seinem Langfilmdebüt gelang dem Filmregisseur Florian Henckel von Donnersmarck, der auch das Drehbuch verfasste, ein weltweiter Besuchererfolg. Das Drama stellt den Staatssicherheits-Apparat und die Kulturszene Ost-Berlins in den Mittelpunkt und setzt sich zudem allgemein ernsthaft und kritisch mit der Geschichte der DDR auseinander. Es greift das Thema auf, dass wahre Kunst das Gute im Menschen hervorzubringen vermag und zeichnet die Möglichkeit einer Versöhnung zwischen Opfern und Tätern. In den wichtigsten Rollen sind Ulrich Mühe, Sebastian Koch, Martina Gedeck und Ulrich Tukur zu sehen. Die Produktion entstand mit relativ geringem Budget und unüblich niedrigen Darstellergagen.

Die Kritik bedachte die schauspielerischen Leistungen mit größtem Lob. Viele Rezensenten äußerten sich zufrieden, dass nach einer Reihe von Komödien über die DDR endlich ein Spielfilm das Thema in ernsthaftem Stil behandelte. Man war aber gespalten in der Beurteilung, ob der Film die historischen Aspekte angemessen wiedergebe. Der Film wurde mit Auszeichnungen überhäuft, darunter der Deutsche Filmpreis 2006 (in sieben Kategorien bei elf Nominierungen), der Bayerische Filmpreis 2006 (in vier Kategorien), der Europäische Filmpreis (in drei Kategorien) und der Oscar für den besten fremdsprachigen Film. Im begleitenden Filmbuch und im DVD-Audiokommentar gab es Aussagen Mühes und Donnersmarcks, die sich auf eine mutmaßliche Stasi-Tätigkeit von Jenny Gröllmann und Gregor Gysi bezogen. Darüber kam es zu gerichtlichen Auseinandersetzungen, woraufhin die ursprünglichen Medien nicht mehr vertrieben werden durften.

Handlung[Bearbeiten]

Geruchskonserven aus Stasi-Beständen

Im Ost-Berlin des Jahres 1984 wird der Stasi-Hauptmann Gerd Wiesler (Kürzel HGW XX/7) damit beauftragt, gegen den Theaterschriftsteller Georg Dreyman in einem „Operativen Vorgang“ belastendes Material zu sammeln. Er hält den als „Staatsschriftsteller“ gefeierten Dramatiker selbst für beobachtenswert, ahnt aber nicht, aus welchem Motiv Kulturminister Bruno Hempf dieses Vorhaben unterstützt. Hempf möchte Dreyman ausschalten, um dessen unpolitische Lebensgefährtin, die Schauspielerin Christa-Maria Sieland, für sich allein zu gewinnen. Wiesler verwanzt mit einem Trupp der Stasi die Wohnung, in der Dreyman und Sieland leben, und richtet auf dem Dachboden des Hauses eine Abhörstation ein. Dabei beobachtet er ein Treffen Sielands mit Hempf. Sein Vorgesetzter Grubitz weist ihn an, keine Informationen über den Minister zu sammeln, und versucht, ihn mit einem Karriereschub bei erfolgreicher Observation anzuspornen. Wiesler ist enttäuscht darüber, dass sich der Operative Vorgang nicht gegen „die Feinde des Sozialismus“ richtet, sondern privaten Zielen dient.

Als Sieland zu später Stunde von Hempf vor ihre Wohnung gefahren wird, lockt Wiesler ihren Lebensgefährten an die Haustür, um ihn so über die Affäre in Kenntnis zu setzen. Durch die Bespitzelung erhält Wiesler, alleinstehend und ohne nennenswertes Privatleben, Einblick in die Welt der Kunst und des offenen Geistes sowie in zwischenmenschliche Beziehungen, wie er sie selbst nicht pflegt. Dreymans Versuch, bei Minister Hempf für seinen Freund Albert Jerska, einen seit sieben Jahren mit Berufsverbot belegten Regisseur, ein gutes Wort einzulegen, ist ohne Erfolg geblieben. Nach dem Freitod Jerskas setzt sich der Schriftsteller ans Klavier und spielt die „Sonate vom Guten Menschen“, eine Klavier-Etüde, deren Partitur ihm Jerska zum Geburtstag geschenkt hat. Wiesler ist von der Musik sehr berührt. Bald entwendet er aus Dreymans Wohnung einen Brecht-Band, den er außerhalb der Arbeitszeit liest. In seinen Berichten schreibt er Belangloses und unterschlägt sich entfaltende oppositionelle Aktivitäten Dreymans, der seine Einstellung zur Staatsführung geändert hat. Sieland hat sich unter Druck mit dem Minister eingelassen, leidet unter den regelmäßigen Treffen mit ihm und ist tablettenabhängig. In einer Kneipe sucht Wiesler das Gespräch mit ihr und macht ihr Mut zur Ehrlichkeit. Statt die Nacht mit Minister Hempf zu verbringen, kehrt sie zu Dreyman zurück.

Ein Redakteur des bundesdeutschen Magazins Der Spiegel schmuggelt eine Schreibmaschine mit rotem Farbband ins Land und überlässt sie Dreyman. Der Dramatiker schreibt, motiviert durch den Suizid seines Freundes Jerska, darauf einen Bericht über die außergewöhnlich hohe, seit 1977 von den Behörden nicht mehr veröffentlichte Selbstmordrate in der DDR. Der Spiegel druckt den Text anonym ab. Die Westveröffentlichung erzürnt die Stasi-Führung. Von Sielands Rückweisung verletzt, ordnet Hempf ihr Verhör an. Sie kann dabei dem Druck nicht standhalten, lässt sich als „IM“ anwerben und verrät Dreyman als Urheber des Spiegel-Artikels. Bei der folgenden Wohnungsdurchsuchung finden die Stasi-Beamten die Schreibmaschine jedoch nicht. Grubitz, der mittlerweile Zweifel an Wieslers Loyalität hat, setzt daraufhin ein erneutes, durch ihn selbst überwachtes Verhör von Sieland an, in dem Wiesler die Schauspielerin zur Preisgabe des genauen Verstecks der Schreibmaschine bringt. Noch vor der diesmal durch Grubitz selbst durchgeführten Hausdurchsuchung eilt Wiesler zu Dreymans Wohnung und entfernt die Schreibmaschine. Als Grubitz zielgerichtet auf das Versteck zusteuert, kann Sieland, die nicht weiß, dass es leer ist, die Scham des Verrats nicht mehr ertragen. Sie stürmt aus dem Haus, stellt sich vor einen zufällig vorbeifahrenden LKW und wird tödlich verletzt. Ohne Beweise zu haben, ist Grubitz nun klar, dass Wiesler Dreyman geschützt hat, und er versetzt Wiesler innerhalb der Stasi auf eine monotone Position bei der Briefüberwachung.

Die ehemalige Untersuchungshaftanstalt in Hohenschönhausen

Als nach der Wiedervereinigung ein älteres Stück Dreymans aufgeführt wird, begegnen sich der Schriftsteller und Hempf im Foyer. Dreyman fragt den Ex-Minister, warum man ihn nie überwacht habe – woraufhin Hempf antwortet, er sei komplett überwacht worden: „Schauen Sie mal bei Gelegenheit hinter Ihre Lichtschalter.“ Die Entdeckung der Mikrofone veranlasst Dreyman, bei der BStU Einsicht in seine Stasi-Akten zu nehmen. Aus den Überwachungsberichten erkennt er, dass ihn der Stasi-Mitarbeiter „HGW XX/7“ gedeckt hat. Er macht Wiesler ausfindig, dessen Erwerbstätigkeit nun das Austragen von Wurfsendungen ist, nimmt aber keinen Kontakt mit ihm auf. Zwei Jahre später veröffentlicht Dreyman den Roman Die Sonate vom Guten Menschen. Wiesler wird darauf durch die Auslage einer Buchhandlung aufmerksam, liest: „HGW XX/7 gewidmet, in Dankbarkeit“, und kauft es. Auf die Frage des Verkäufers nach einer Geschenkverpackung antwortet er: „Nein. Es ist für mich.“

Entstehung[Bearbeiten]

Stoffentwicklung und Vorproduktion[Bearbeiten]

Ab 1997 studierte Donnersmarck an der Münchner Filmhochschule Spielfilmregie, wo die erste Idee zu Das Leben der Anderen entstand. Anders als viele Abgänger verbrachte er anschließend keine Übungsjahre beim Fernsehen und fasste gleich einen Kinofilm ins Auge.[3] 2001 begann er eine fast vier Jahre dauernde Recherche. Er führte Gespräche mit Opfern und Tätern der Stasi und suchte die historischen Orte auf. Zur Niederschrift der ersten Fassung bezog er nach eigenen Angaben für einen Monat eine Zelle im Zisterzienserstift Heiligenkreuz im Wienerwald, dessen Abt sein Onkel Gregor war. Schließlich übersiedelte er von München nach Berlin, um das Buch dort zu Ende zu bringen.[4][5][6] Als wissenschaftlicher Berater stand ihm Manfred Wilke, Leiter beim Forschungsverbund SED-Staat, zur Seite.

Die Jungproduzenten Max Wiedemann und Quirin Berg hatten bereits an der Filmhochschule einen Kurzfilm Donnersmarcks produziert. Koproduzent war Dirk Hamm von Creado Film. Für den Verleih konnte Donnersmarck Buena Vista International gewinnen, unter den Fernsehsendern den Bayerischen Rundfunk und arte. Ergänzende Fördermittel erhielt das Projekt vom Filmfernsehfonds Bayern, Medienboard Berlin-Brandenburg und von der Filmförderungsanstalt. Das Budget des Filmes belief sich auf etwa 1,8 Millionen Euro.[7] Mit diesem Etat konnte der Film nur entstehen, weil Schauspieler und Stab für einen Bruchteil ihrer regulären Gagen arbeiteten.[4] Darsteller Sebastian Koch meinte, jeder arbeite „für weniger als die Hälfte der üblichen Gage, aus der Überzeugung heraus, einen wichtigen Film zu machen.“[8] Ulrich Mühe hatte schon sehr viele Drehbücher zum Thema DDR erhalten, aber an keinem Interesse gefunden, weil sie „immer zu kurz gefaßt, immer zu kurz gesprungen“ waren. Donnersmarcks Buch überraschte ihn mit seiner Stimmigkeit und Einfühlung in die Zeit.[9] Für die Filmmusik wünschte sich Donnersmarck den libanesischen Komponisten Gabriel Yared, dessen frühere Arbeiten den Regisseur begeisterten und der üblicherweise für viel höher budgetierte Produktionen arbeitet. Damit Yared sich eine Vorstellung vom Film machen konnte, übersetzte Donnersmarck das gesamte Drehbuch auf französisch. Yared ließ sich für die Mitwirkung gewinnen.[10] Ihn unterstützte Stéphane Moucha, der seine Kompositionen orchestrierte und gelegentlich als Mitkomponist wirkte.[11]

Dreharbeit und Nachproduktion[Bearbeiten]

Für die Aufnahmen zwischen dem 26. Oktober und dem 17. Dezember 2004 standen lediglich 37 Drehtage zur Verfügung.[12] Die knappe Zeit erlaubte keine Improvisation.[4] Der Regisseur führte das Team höflich, aber hartnäckig fordernd, mit langen Arbeitstagen und kurzen Pausen.[8] Die Macher betonten den hohen Aufwand, den sie für die geschichtliche Authentizität in der Ausstattung trieben:[10] So handle es sich bei der gezeigten Abhörtechnik um originale Stasi-Aufnahmegeräte, an denen viel echtes Leid hafte.[13] Für die Tonaufzeichnung bestand Donnersmarck auf einer alten analogen Nagra; der Tonmeister kopierte sie allabendlich in ein digitales Format um.[11][14] Gedreht wurde auf 35-mm-Filmmaterial, um eine „Kinoästhetik“ zu erreichen; günstigere digitale Technik kam für die Macher nicht in Frage.[12] Anschließend war der Regisseur sieben Monate mit dem Schnitt beschäftigt, den er zusammen mit der Schnittmeisterin Patricia Rommel in seinem Berliner Büro an einem Avid-Schnittsystem vornahm.[11]

Drehorte[Bearbeiten]

Gedreht wurde fast ausschließlich in Berlin. Die BStU erteilte bereitwillig Drehgenehmigungen für die frühere Zentrale des Ministeriums für Staatssicherheit an der Normannenstraße in Berlin-Lichtenberg.[13] Dort gab ein Raum neben Erich Mielkes ehemaligem Arbeitszimmer im Film Grubitz’ Büro ab. Die Außenaufnahmen vor der Wohnung Dreymans fanden in der Wedekindstraße in Berlin-Friedrichshain statt, die Innenaufnahmen der Wohnung und des Dachbodens in der Hufelandstraße 22 in Berlin-Prenzlauer Berg. Weitere Szenen wurden an der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz im Grünen Salon (Tanzszene), im Hebbel-Theater (im ehemaligen West-Berlin), am Frankfurter Tor sowie bei der Karl-Marx-Buchhandlung an der Karl-Marx-Allee gefilmt.[12][15][13] Eine Drehgenehmigung für die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, wo sich zu DDR-Zeiten die zentrale Untersuchungshaftanstalt befand, verweigerte deren Direktor Hubertus Knabe. Laut Donnersmarck habe Knabe das Projekt nicht gebilligt, weil er fand, dass das Drehbuch die Stasi verherrliche.[13] Das Reglement der Gedenkstätte sieht Drehgenehmigungen nur für Dokumentationen vor, nicht jedoch für fiktive Darstellungen.[16]

Form und Stil[Bearbeiten]

Das Leben der Anderen wurde den unterschiedlichsten Genres zugeordnet, insbesondere dem Drama, dem Thriller, dem Liebesfilm, und dem Melodram. Das Werk wurde auch als politischer Spionagefilm bezeichnet, als psychologische Studie, Gewissensdrama und Gesellschaftporträt,[17] als ein „historisches Gesellschaftsdrama, welches inhaltlich und dramaturgisch um Versatzstücke aus Politdrama und Liebesgeschichte erweitert“ ist,[15] und als eine postmoderne Genre-Mischung aus Politthriller und Liebesmelodram, klug differenziertem Gewissensdrama und […] Gesellschaftsporträt“.[18] Manche erkannten ein Moralstück.[19][20]

Donnersmarck erzählt linear und chronologisch[15] und hält sich an eine konventionelle dramaturgische Dreiteilung in Exposition, Konfrontation und Konfliktauflösung. Wehdeking (2007) stellte fest, das Buch habe die „Qualität eines tektonisch gebauten Dramas“, mit ablesbaren aristotelischen Einheiten von Handlung, Zeit und Ort.[18] Laut Falck (2006) zeichnet sich der Film „durch eine bestechend ruhige, klare Bildsprache aus, die mit der inneren Dramatik, dem Pathos und dem großen Gefühl der Geschichte in einen spannungsreichen Kontrast tritt.“[15] Unter den stilistischen Mitteln fallen die spannungssteigernden Parallelmontagen zwischen Wiesler auf dem Dachboden und dem Geschehen in Dreymans Wohnung auf.[15] Der Filmemacher verwendet Symbole wie die rote Farbe der Schreibmaschine, auf der Dreyman mit Herzblut schreibt.[21] Bei der Sterbeszene umarmt der Schriftsteller seine Geliebte auf eine Weise, die die Pietà nachstellt.[13][22]

Donnersmarck erzählte, sein Komponist Yared habe ihn hinsichtlich der Musik überzeugt, „mehr europäischer Filmemacher zu sein als amerikanischer Zukleisterer“.[11] Die Sonate sah Wehdeking (2007) „genial in getragenen Triolen mit melancholisch absteigendem Motiv gestaltet“.[18] Sie nimmt akustisch vorweg, dass Dreyman eine dissidente Haltung einnehmen wird.[15] Kameramann Hagen Bogdanski hat sich nach eigener Einschätzung „zurückgenommen“ und „versucht, das ohne jegliche Kameramätzchen zu machen.“ Nicht zuletzt aufgrund des spärlichen Budgets setzte er keine Kräne oder Schwebestative ein, lediglich wenige inhaltlich motivierte Kamerafahrten.[23] Die vorherrschende Einstellungsgröße ist die Naheinstellung.[15] Auf Totalen wurde fast ganz verzichtet, einerseits, damit keine historisch falschen Elemente ins Bild geraten, anderseits, um die Erzählung auf die Figuren zu konzentrieren.[24] Die Requisiten sind knapp gehalten und die meisten Räume ziemlich leer gestaltet.[11] Während in Wieslers funktionaler Wohnung keine Bücher stehen, ist Dreymans Altbauwohnung angefüllt mit Büchern.[25] Auf dem Dachboden gibt es kaltes Licht, in der Wohnung darunter warmes.[15] Auf die Farbpalette kam der Regisseur beim Blättern in DDR-Fotobänden, wo intensives Rot und Blau kaum vorkamen. In seinem strengen Farbkonzept ersetzte er Rot durch Orange und Blau durch Grün. Die Bilder sind entweder in Braun, Beige und Orange gehalten oder in Grün mit Grau.[26][15] Die Farbabstimmung kam nur durch Bühnenbild und Kostüme zustande, Bogdanski setzte keine Filter ein.[27]

Aufnahme bei Kritik und Öffentlichkeit[Bearbeiten]

Premieren[Bearbeiten]

Die Produzenten reichten Das Leben der Anderen als Wettbewerbsbeitrag für die Berlinale 2006 ein, doch die Festspielleitung lehnte die Teilnahme des Werks ab. Nach der Meinung der Welt am Sonntag stellte sie sich damit ein „cineastisches Armutszeugnis“ aus. Der Film hätte die Berlinale aufgewertet und Good Bye, Lenin! historisch ergänzt, der 2003 seinen weltweiten Triumphzug von Berlin aus begann.[28] In der internationalen Presse kam später Unverständnis über den Ausschluss zum Ausdruck.[29][30] Im Januar 2006 durften die Kritiker den Film in Berlin erstmals sehen.[28] Mitte März, mehr als eine Woche vor dem regulären Kinostart, lud Kulturstaatsminister Bernd Neumann die Bundestagsmitglieder zu einer Sondervorführung ein.[31] Am 23. März 2006 lief der Film in den deutschen Kinos an.

Deutsche Kritik zur filmischen Umsetzung[Bearbeiten]

Für „dicht, packend und mit großem Gespür für Spannungsdramaturgie erzählt“ befand Alexandra Wach vom film-dienst das Werk, für präzise die Darstellung der Milieus. Die DDR erscheine erschreckend authentisch und in einer stimmigen Optik, welche die Repression körperlich spürbar mache. In der ausgefeilten Charakterstudie spiele Ulrich Mühe „grandios unscheinbar“. Das Werk sei ein großer Gewinn fürs deutsche Nachwuchskino.[32] In der Welt am Sonntag lobte Matthias Ehlert das Drehbuch für seine erstaunliche Perfektion. Donnersmarck treffe den Tonfall des DDR-Lebens, als hätte er es miterlebt, und wolle das Publikum nicht beeindrucken, sondern habe den Mut, es zu rühren. „Das Leben der Anderen ist großes Kino, wie man es hierzulande nur selten hinbekommt. Die mehr als zwei Stunden sind von atemloser Dichte, die Dialoge geschliffen, die Details überraschend, die Atmosphäre stimmig. Die Komplexität der Verstrickungen ist meisterhaft durchdrungen, und auf die üblichen Klischees wartet man vergeblich.“ Über das recht gute Niveau deutscher Nachwuchsfilmer rage es „himmelweit“ hinaus.[28] Rainer Gansera meinte in der Süddeutschen Zeitung, bis in die Nebenrollen spiele das Ensemble intensiv, und Mühe gebe auf bewundernswerte Weise Wieslers Wandlung eine Kontur. Donnersmarck habe prägnante Szenen gebaut, erzähle „mit Witz und elektrisierender Spannung, aufmerksam für jede Nuance der Worte und Gesten“ und mache die Atmosphäre der Einschüchterung spürbar. Dabei diene die Schönheit der Bilder stets der Wahrheitsfindung.[33]

Daneben gab es gemischte Beurteilungen der künstlerischen Leistung. Im deutschen Gegenwartskino, hielt Daniel Kothenschulte von der Frankfurter Rundschau fest, sei ein politischer Film im Gewand eines spannenden Genre-Thrillers ein Ereignis. Das Leben der Anderen weise die Schauwerte amerikanischer oder französischer Thriller auf, und Kameramann Hagen Bogdanski habe „auch intimen Innenaufnahmen eine besondere Großzügigkeit“ verliehen. Die exzellenten Darsteller trügen ihre gut erfundenen Figuren über die ersten drei Viertel des Films, während deren das Drehbuch virtuos ihre Konflikte zwischen Gesinnung und Opportunismus zeichne. Bezüglich der Figur Sieland sei Donnersmarck aber in eine dramaturgische Sackgasse geraten und opfere sie auf melodramatische Weise.[34] epd-Film-Rezensentin Martina Knoben lobte die Spannung, die eindrucksvollen Schauspieler und die glaubwürdige Darstellung des Überwachungs- und Drohapparats. Doch mit seinem verschiedenen Grau sei das Werk visuell leider „wenig einfallsreich“, und die Figuren nicht klischeefrei entworfen. Der Regisseur spiele gekonnt mit melodramatischen und Horrorfilm-Elementen, unterlaufe damit aber die politische Dimension, weil vor allem Sieland als vom Schicksal gelenkt und nicht als frei Handelnde erscheine. Wieslers Wesenswandel wirke wie ein Wunder und sei kaum nachvollziehbar.[35] Ähnlich hielt auch Reinhard Mohr von Spiegel Online die Entwicklung von Wieslers Charakter und politischer Einstellung für „nicht in jedem Augenblick glaubwürdig und stringent“. Doch Mühe spiele so grandios, dass die übrigen Stars ein bisschen verblassten, trotz ihrer „Glanzleistungen“. Donnersmarck erzähle “sehr nah und eindrucksvoll“, doch stellenweise allzu langsam, und gegen Ende leiste er sich Längen.[36]

Deutsche Kritik zur Darstellung von DDR und Stasi[Bearbeiten]

Zahlreiche Kritiker hoben hervor, dass mit Das Leben der Anderen nun ein Spielfilm erscheine, der sich mit der DDR auf ernste Weise auseinandersetze.[37] Sie lobten die Wahl der dramatischen Form anstelle von Komödie und Klamauk, dass er „den Unrechtsstaat DDR nicht mit den Mitteln der Groteske der Lächerlichkeit preisgibt“[32] und kein befreiendes Lachen erlaube.[35] Er verzichte auf Ostalgie und DDR-Folklore, auf Trabis und Spreewaldgurken, und komme ohne die „einfältigen Polizisten, depperten Parteibonzen und verschlagenen Untertanen“[38] vorangegangener Filme aus. Diese Negationen waren vor allem auf Good Bye, Lenin! (2003) und Sonnenallee (1999) gemünzt, die diese Kritiker am häufigsten zum Vergleich heranzogen. In beiden kamen IM vor, „ohne daß der Frohsinn der Filme darunter litte.“[3] In der Zeitung Die Welt brachte Mariam Lau diese früheren Produktionen mit der DDR-Show und ähnlichen Fernsehsendungen in Verbindung. Diese Filme hätten das Bedürfnis ehemaliger systemkonformer DDR-Bürger nach Schamabwehr, nach Verdrängung ihrer Komplizenschaft befriedigt. Manche Westdeutsche wiederum hätten es nicht geschätzt, dass mit der DDR eine Alternative zur Gesellschaftsform in der Bundesrepublik verschwunden war. „Der Westen war in ‚Good Bye, Lenin!‘ das Reich des hirnlosen Kommerzes, Zerstörer von Familie und Solidarität.“[38] Angesichts der Vergleiche betonte Donnersmarck, dass er sich nicht über diese „sonnenbeschienenen Komödien“ ärgere: „Es war tatsächlich heilsam, über dieses heikle Thema DDR erst mal fünfzehn Jahre zu lachen.“[14]

Andreas Kilb stellte in seiner F.A.Z.-Kritik fest, Das Leben der Anderen sei der erste Spielfilm, der die Stasi in den Mittelpunkt rücke. Geschmackssicher schon beim ersten Film, schildere Donnersmarck die DDR „als Land, in dem Hören und Sehen vergeht. Wo jedes Wort mitgehört, jeder Schritt überwacht wird, gibt es am Ende keine Wirklichkeit mehr, nur noch Matrizen und Protokolle.“ Der Westdeutsche habe sich dem Thema mit Geduld, Abgeklärtheit und Neugier genähert, was einem Ost-Regisseur vermutlich weniger möglich gewesen wäre. Jeder künftige Film über die Stasi werde wie ein Nachzügler vorkommen.[3] Vom bis dato besten Film nach 1989 über die DDR sprach Evelyn Finger von der Zeit. Der Charme des Drehbuchs liege in seinem Ernst. Es sei gründlichst recherchiert, reich an Pointen und von einer unerbittlichen analytischen Nüchternheit. Anstelle einer realistischen Darstellung strebe der Regisseur nach einem „metaphorischen Hyperrealismus“, einer „Parabel über die Unmöglichkeit, sich vor den politischen Verhältnissen in einer Nische der Wohlanständigkeit zu verschanzen.“[39]

So wünschenswert eine bleibende filmische Aufarbeitung der Stasi wäre, meinte der schon erwähnte Daniel Kothenschulte, handle es sich bei Donnersmarcks Film nicht um dieses ersehnte Werk. Denn Das Leben der Anderen erinnere an Nachkriegsfilme wie Die Mörder sind unter uns, welche die NS-Vergangenheit bewältigen wollten, indem sie wenige, hoch positionierte Schurken den einfachen, umso mehr herzensguten Menschen gegenüberstellten. Es leiste keine Aufarbeitung kollektiver Stasi-Verstrickung und sei diesbezüglich vorschnell versöhnlich. Wiesler werde von der Schuld an allen früheren Untaten freigesprochen.[34]

Claus Löser urteilte in der taz, mit seiner differenzierten Perspektive hätte der Film zur Analyse der DDR-Diktatur beitragen können. An manchen Stellen mache er die Perfidie des Systems erkennbar, doch letztlich scheitere er an billigsten Klischees. Die Fiktionalisierung sei nicht das Problem. Aber der Film erhebe den Anspruch historischer Wahrhaftigkeit und leiste sich Ungenauigkeiten. Der gezeigte Hochstalinismus treffe für die DDR um 1985 nicht zu, Westpublikationen hätten damals einen Autor nicht gefährdet, sondern geschützt. Absurd und praxiswidrig sei, dass ein Spitzel Gespräche gleichzeitig belausche und abtippe, zudem wären Schichtwechsel und Schreibmaschinenlärm bei den Nachbarn nicht unbemerkt geblieben. So hedonistisch wie der Minister seien die DDR-Kader nicht gewesen, daher falle das Thema „auf das Niveau einer schmierigen Hintertreppen-Intrige“, und mit der „volkseigene[n] Nutte […] verkommt das Ganze endgültig zum politisch verbrämten Herrenwitz.“[40]

Übrige Stellungnahmen in Deutschland[Bearbeiten]

Marianne Birthler an der Demonstration vom 4. November 1989 auf dem Alexanderplatz

Joachim Gauck, von 1990 bis 2000 Leiter der oft nach ihm benannten Stasiunterlagen-Behörde BStU und späterer Bundespräsident, meinte: „Da sind ein paar Ungenauigkeiten drin, aber es ist sehr viel sehr gut getroffen.“ Besonders schätzte er, dass keine Nostalgie aufkomme, denn sie sei ein Erinnern ohne Schmerz. Er argwöhnte, dass jene Kritiker, die dem Film historische Fehler vorwerfen, den Film als antikommunistische Hetze begriffen, sich aber nicht getrauten, das rundheraus zu sagen.[41] Seine Nachfolgerin Marianne Birthler sah sich den Film mit Freunden, ehemaligen DDR-Oppositionellen, an: „Wir alle fanden den Film gut gemacht und wirkungsvoll und waren uns einig, dass eine Geschichte, wie sie da geschildert wird, nie passiert ist. Und nie hätte passieren können. Während die einen nun meinten, dann dürfe man auch nicht den Eindruck erwecken, als hätte es so etwas gegeben, meinten die anderen, dass das trotzdem in Ordnung sei. Zu letzteren gehörte ich. Es ist ja kein Dokumentarfilm.“[42] Dabei anwesend war auch der Liedermacher Wolf Biermann, den die DDR 1976 ausgebürgert hatte. Er machte sich lustig über „Westmenschen“, die sich aus Debatten über die DDR-Vergangenheit heraushalten mit der vorgeschobenenen Begründung, nicht moralisch überheblich über die Ostdeutschen urteilen zu wollen, und damit feige in die Unmündigkeit flüchten. Höchst erstaunt gab er sich, dass ein junger Westdeutscher „ein dermaßen realistisches Sittenbild der DDR mit einer wahrscheinlich frei erfundenen Story“ geschaffen hatte, der ohne schmerzhafte DDR-Sozialisation dennoch mitzureden und zu urteilen in der Lage ist. Die Aufarbeitung der DDR sollte man vielleicht besser jenen überlassen, die das Elend nicht selbst erlebt haben, denn „wir wissen im dunkelsten Herzensgrund alle, was Verrat und Feigheit bedeuten, was Redlichkeit und Tapferkeit.“[43]

Kritik im Ausland[Bearbeiten]

Die polnischen Filmemacher hätten seit der Wende wenig Lust gezeigt, mit der Volksrepublik ehrlich abzurechnen, bedauerte Wprost. Weshalb dieser europäische Kinohit in Deutschland und nicht in Polen entstand, zeige die Szene, in der Dreyman einfach und unbürokratisch Einsicht in seine Stasi-Akten und den Klarnamen seines Überwachers erhalte. Derweil priesen in Polen sogenannte „moralische Autoritäten“ die „Politik des dicken Schlussstrichs“. Das auf deutsche Weise präzise Werk sei im Kino die erste gelungene Vivisektion eines kommunistischen totalitären Staates.[44] Der Film vertiefe sich nicht in die Frage nach Wieslers Verantwortung für sein bisheriges Handeln und vergebe rasch, stellte die Gazeta Wyborcza fest. Er tangiere die polnische Debatte zur Lustration, der Überprüfung von Ämterkandidaten auf Zusammenarbeit mit der kommunistischen Geheimpolizei. Allerdings hätten die Deutschen Lustration, Strafe und Sühne in großem Maße hinter sich. Mutig beantworte Donnersmarck die Frage, mit der man in Polen nicht fertig werde: Was wünscht man stärker – Wahrheit oder Versöhnung? Mit Good Bye, Lenin! und Das Leben der Anderen bauten die Deutschen, Standpunkte von damaligen Oppositionellen wie von Systemtreuen berücksichtigend, an der Legende der Vergangenheit, die ins gemeinsame Gedächtnis des demokratischen Staates eingehe. Während Polen in einer verspäteten Lustration stecke, die nach Schuldigen suche, seien die Deutschen um ihre einigenden filmischen Mythen zu beneiden.[45]

In Frankreich lief der Film Ende Januar 2007 an. Der Film sei spannend, unterhaltend und solide inszeniert, fand Le Monde, begegne der Vergangenheit ohne Tabus und zeuge vom erwachsenen Zustand der deutschen Gesellschaft.[46] Le Figaro verknüpfte die Handlung mit dem Fall Gröllmann. Der Erzählung fehle es gewiss an Wahrscheinlichkeit, doch der Film spiegle getreu die ostdeutsche Wirklichkeit und sei heilsam gegen Ostalgie.[47] Die Libération fand, der Debütfilm sei das Werk eines voll ausgereiften Regisseurs.[48] Das einstige Organ der Kommunistischen Partei Frankreichs, L'Humanité, bezeichnete das Werk als Gegenstück zum Ostalgie-Genre. Oberflächlich betrachtet, scheine die Handlung einem urtümlichen Antikommunismus Tür und Tor zu öffnen, doch die vertiefte psychologische Studie verleihe dem Film Komplexität. Vorbildlich gespielt und mit bewundernswerter Präzision inszeniert sei der Film, dessen Regisseur man sich merken müsse.[49]

Wenig später startete Das Leben der Anderen in den Vereinigten Staaten und erhielt fast ausnahmslos positive, oftmals sehr gute Kritiken.[50] Die New York Times fand nur Lob für den „höchst intelligenten, restlos ehrlichen“ Film. Sie schätzte Donnersmarcks altmodischen Ansatz, gute Jungs und Bösewichte anzubieten, seinen klaren Standpunkt, die handwerklichen Qualitäten und die Darsteller. Den Wiesler zu Filmbeginn charakterisierte sie als stalinistischen Bürokraten aus dem Bilderbuch mit einem Schuss Gestapo.[19] Das US-Branchenblatt Variety meinte, trotz fehlendem vermarktbaren Hitler-Aufhänger wie bei Der Untergang komme der Produktion das zunehmende Interesse in Übersee an Dramen zur deutschen Geschichte zugute. Obwohl dialogintensiv, actionarm und günstig produziert, fessele sie dank des Verzichts auf Stereotype des politischen Thrillers und des kraftvollen Spiels von Beginn weg. Hempf-Darsteller Thomas Thieme erinnere an Gert Fröbe.[30]

Einspielergebnis[Bearbeiten]

Das Leben der Anderen gilt auch unter dem kommerziellen Gesichtspunkt als Erfolg. Wehdeking (2007) vermutete, zu den angesprochenen Zielgruppen gehörten „die ‚Bürgerliche Mitte‘, die ‚Konservativen‘, die ‚Etablierten‘, die ‚Experimentellen‘ und ‚Postmateriellen‘, durch das Filmmedium natürlich auch die Hedonisten pluraler Diskurse.“ [18] In Deutschland lief Das Leben der Anderen mit 159 Kopien an, die Zahl wurde später auf 201 erhöht. Letztlich konnte der Film mehr als 2,3 Millionen Besucher verzeichnen. Im Vergleich dazu erzielten Sonnenallee (1999) mehr als 2,6 Millionen und Good Bye, Lenin! (2003) über 6,5 Millionen Eintritte.[51] Von den weltweit in den Kinos eingenommenen 77,4 Millionen US-Dollar entfielen 19,1 auf Deutschland.[52]

Land Einwohner
in Millionen
Einspielergebnis
in Mio. USD
Eintritte
in Millionen
max.
Kopienzahl
Deutschland 82 19,1 2,37 201
Österreich 8 0,4 0,05
Schweiz 7 1,3 0,12
Frankreich 65 10,8 1,52 131
Spanien 45 6,8 0,86
Vereinigtes Königreich 61 5,5 0,53 099
Italien 60 5,2 0,76 112
übriges Europa 9,6
Europäische Union gesamt 7,21
Vereinigte Staaten 300 11,3 1,64 259
Rest der Welt 7,3

Rechtsstreit zu Filmbuch und DVD[Bearbeiten]

Begleitend zur Filmpremiere wurden einige ergänzende Medien veröffentlicht. Die Filmmusik-CD umfasst neben neun Orchesterstücken von Yared auch acht Pop/Rock-Titel des DDR-Plattenlabels Amiga, wovon drei im Film nicht verwendet werden. Im Suhrkamp Verlag erschien das Buch zum Film. Es enthält das originale Drehbuch auf dem Stand vor Dreh und Schnitt, Hintergrundinformationen vom Regisseur und von Manfred Wilke sowie Schilderungen der beiden Darsteller Koch und Mühe.

Darin erklärte Mühe, die in der DDR populäre Schauspielerin Jenny Gröllmann, seine Ehefrau von 1984 bis 1990, habe während der Diktatur ihre Theaterkollegen für die Stasi bespitzelt. Gröllmann, vertreten durch den Anwalt Hardy Langer, einen Kanzleikollegen des DIE-LINKE-Politikers Gregor Gysi, ging gerichtlich gegen die Äußerungen vor. Gegen den Verkauf des Buchs erließ das Landgericht Berlin im April 2006 eine einstweilige Verfügung, da Gröllmann eine Versicherung an Eides statt ablegte, sie habe nie wissentlich mit dem MfS zusammengearbeitet. Der Verlag konnte, nachdem einige wenige Exemplare zuvor in den Handel gelangt waren, das Buch danach nur noch geschwärzt in den Verkauf bringen. In späteren Auflagen wurden die strittigen Passagen über die IM-Tätigkeit entfernt. Mühe betonte, er habe bei der BStU Akten gesehen, aus denen das von ihm Gesagte hervorgehe. Man dürfe die Vergangenheit nicht leugnen, und er wolle die verlangte Unterlassungserklärung nicht unterschreiben.[53] Am 4. Juli 2006 unterlag er mit seiner Beschwerde vor dem Landgericht Berlin. Dieses entschied, dass es unzulässig sei, die Verdachtsmomente gegen Gröllmann als Tatsachen darzustellen.[54] Sie verstarb im August 2006, und im Januar 2007 unterschrieb Mühe die Unterlassungserklärung.[55]

Im November 2006 erschien die DVD, nebst dem Hauptfilm mit einer Hörfilmfassung für Sehbehinderte, Audiokommentaren von Donnersmarck und Mühe, zusätzlichen Szenen und einem Making-of. In seinem Audiokommentar erwähnte der Regisseur, dass zwar die Birthler-Behörde auf Anfrage eine Tätigkeit Gysis als „IM“ bestätige, es aber gerichtlich verboten sei, ihn „IM Notar“ zu nennen. Nach Gysis Unterlassungsforderung gab Buena Vista im Januar 2007 bekannt, man habe die Auslieferung dieser DVD-Version gestoppt.[56] Gleich nach dem Rückzug erzielte die ursprüngliche DVD-Version auf Internetbörsen Gebote deutlich über dem Neupreis von 18 Euro.[55][57] Die neue Version ist seit Februar 2007 erhältlich und unterscheidet sich lediglich durch den angepassten Audiokommentar. Darin erwähnt Donnersmarck keine Namen mehr und meint, die Freigabe der Stasi-Akten nach der Wende sei die undeutscheste Entscheidung seit 1945 und „großartig“ gewesen, weil sie dem Bürger diese Macht in die Hand lege. Leider dürfe man nur lesen, aber noch nicht darüber sprechen. Das sei noch keine wirkliche Redefreiheit, die werde aber noch kommen.[13] Die neue und alte Auflage können an der Produktnummer unterschieden werden (alte Verkaufs-/Verleih-DVD: Z4/Z4R, neue Verkaufs-/Verleih-DVD: Z4A/Z4S).

Geschichtliche Faktentreue[Bearbeiten]

Die Frage der historischen Authentizität stellte sich bei Das Leben der Anderen besonders, weil der Film maßgebend mit diesem Argument vermarktet wurde und die Öffentlichkeitsarbeit darauf abzielte, ihn als Teil der deutschen Stasi-Debatte darzustellen.[58]

Aufbau und Vorgehen der Stasi[Bearbeiten]

Das Ministerium für Staatssicherheit, auch MfS oder Stasi, war der Inlands- und Auslands-Geheimdienst der DDR und zugleich Ermittlungsbehörde für „politische Straftaten“, und damit ebenfalls zuständig für die Überwachung und Enttarnung von Oppositionellen und potentiellen Abweichlern. Der „Operative Vorgang“ (OV) war die höchste Stufe für die verdeckte Überwachung einer Person und hatte vor allem vorbeugenden Charakter.[59] Maßnahmen zur sogenannten „Zersetzung“ zielten darauf ab, Gegner in ihren Überzeugungen zu erschüttern oder unter ihnen gegenseitiges Misstrauen zu säen.[15] Donnersmarck wollte keine Parallelen zwischen der Stasi und der Gestapo aufkommen lassen, denn letztere habe aus „Knochenbrechern“ bestanden, die Stasi aber aus „Seelenbrechern“.[13] Die DDR-Regierung erwartete von Künstlern, dass sie die offizielle kulturpolitische Linie mittragen. Der Staat bestimmte, welche Schriften gedruckt wurden, und konnte Berufsverbote gegen opponierende Künstler verhängen. Die Abteilung XX/7 war für die Überwachung des literarischen und kulturellen Lebens zuständig und umfasste zuletzt 40 vollamtliche Angestellte sowie etwa 350 bis 400 IM.[20]

Eine Beanstandung am Film lautet, dass wegen der buhlerischen Beweggründe des Ministers die politische Zielsetzung der Stasi-Aktivitäten unterschätzt und die ideologische Rigorosität und Paranoia des Regimes ausgeblendet werde.[20] Zudem besteht die gezeigte DDR fast nur aus Stasi-Tätern und -Opfern, aber kaum aus Durchschnittsbürgern, obwohl nur wenige Prozent der Bevölkerung zu diesen Gruppen gehörten.[20][60] Lang andauernde Verhöre, wie zu Beginn des Films gezeigt, waren gemäß Gieseke (2008) bis in die 1960er Jahre üblich, doch in den 1980er Jahren hatte sich die Stasi psychologischen Mitteln wie der Isolationshaft zugewandt. Für eine Erfindung hält er auch die hauseigenen Prostituierten, welche die „Jungs vom MfS“ sich angeblich bestellen konnten. Die von kleinbürgerlichen Moralvorstellungen geprägte Stasi setzte Prostituierte nur ein, um westliche Zielpersonen erpressbar zu machen. Auch war die „Firma“ arbeitsteiliger, als es Wieslers Tätigkeiten als Ausbilder, Vernehmer, Abhörer und Anderes mehr nahelegen.[61] Anders als die Filmfigur Wiesler, der seine Berichte als HGW XX/7 signiert, hatten nur „inoffizielle Mitarbeiter“ Decknamen, während Stasi-Offiziere mit ihrem richtigen Namen zeichneten.[22][13]

Wandel von MfS-Mitarbeitern[Bearbeiten]

Wilhelm Zaisser (links) neben Walter Ulbricht (Mitte) und Otto Grotewohl (rechts) 1953

Zu den viel diskutierten Fragen im Umfeld des Films gehörte, ob ein Mitarbeiter des MfS, welcher Dienstverweigerung begeht, eine realistische Vorstellung sei. Der historische Berater des Filmprojekts, Manfred Wilke, machte einige Vorbilder geltend. So hätten die beiden ersten MfS-Chefs Wilhelm Zaisser (1950–1953) und Ernst Wollweber (1953–57), zwei alte kommunistische Revolutionäre, gegen Parteisekretär Walter Ulbricht opponiert. 1979 wurde Gerd Trebeljahr und 1981 Werner Teske als Aussteiger zum Tode verurteilt und hingerichtet. Ein weiteres Beispiel für einen MfS-Mitarbeiter, der sich gegen die Linie der SED stellte, war der Doppelagent Werner Stiller, der sich 1979 der drohenden Verhaftung durch Flucht über die Grenze knapp entziehen konnte.[62]

Nach Meinung der Historiker gibt es keinen belegten Fall eines vollamtlichen Stasi-Offiziers, der eine Wandlung wie Wiesler durchmachte. Lediglich unter den „inoffiziellen Mitarbeitern“ gab es solche, welche die Seite wechselten.[22] Zaisser und Wollweber schieden von ihrem Posten nicht aufgrund moralischer Wandlung, sondern nach verlorenen Machtkämpfen. Auch der wegen Fluchtabsichten verhaftete Teske tauge, urteilt Gieseke (2008), nicht für eine Geschichte über eine solche Wandlung.[61]

Historisch nicht akkurat ist die von Donnersmarck dargestellte Durchführung des Operativen Vorgangs, die in der Stasi-Hierarchie mit ihren inneren Kontrollmechanismen und sehr bürokratischen Aufzeichnungen so nicht möglich gewesen wäre.[15][42] Nach Gieseke (2008) wäre ein nachdenklicher, idealistischer Grübler wie Wiesler im Stasi-Apparat ein Fremdkörper gewesen. Schon sein gepflegtes Hochdeutsch passe nicht in ein Umfeld, in dem fast alle Männer sächsisch oder berlinerisch sprachen. Ganz in deutscher Polizeitradition waren sie autoritäre, obrigkeitshörige und antiintellektuelle Persönlichkeiten, welche die Künstlerszene nur als Bedrohung ihrer geordneten Welt auffassen konnten. Dass einer von ihnen die Künstler bewundert, sei eine Illusion Donnersmarcks, der vom Leben der MfS-Mitarbeiter „im Grunde keine Vorstellung“ habe.[61] Ähnlich beklagte Werner Schulz, einstiger DDR-Bürgerrechtler und früheres Mitglied des Bundestages, die Losgelöstheit des Films von historischer Wahrhaftigkeit. Es hätte nie einen Stasi-Offizier geben können, der sich vom harten Verhörspezialisten zum mutigen Dissidentenbeschützer wandelt, weil der Stasi-Apparat auf völliger Ergebenheit und Zuverlässigkeit beruhte und nur skrupellose Mitarbeiter zuließ. Darin liege implizit eine „kreative Verharmlosung“ des Systems durch den Film. Stauffenberg und Sophie Scholl waren keine Erfindungen. Steven Spielberg wäre weltweit zerpflückt worden, hätte er sich Oskar Schindler und dessen Liste ausgedacht.“[63]

Schriften gegen die DDR[Bearbeiten]

Die DDR ahndete kritische Publikationen in ausländischen Medien scharf. §220 Absatz 1 des DDR-Strafgesetzbuches besagte: „Wer in der Öffentlichkeit […] die staatliche Ordnung oder staatliche Organe, Einrichtungen oder gesellschaftliche Organisationen oder deren Tätigkeit oder Maßnahmen […] verächtlich macht oder verleumdet, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Verurteilung auf Bewährung, Geldstrafe oder mit öffentlichem Tadel bestraft.“[64] Eine Westveröffentlichung tangierte auch die Paragraphen § 97 (Spionage), § 99 (Landesverräterische Nachrichtenübermittlung) und § 219 (Ungesetzliche Verbindungsaufnahme).[65]

Im Film wird erwähnt, dass die DDR die zweithöchste Selbstmordquote in Europa hatte und 1977 aufhörte, die Statistik zu veröffentlichen.[15] Tatsächlich hielt die DDR die Selbsttötungsstatistik schon seit 1963 geheim, 1977 wurde die Geheimhaltung verschärft. Anders als der Film suggeriert, lässt sich ein statistischer Zusammenhang zwischen Diktatur und Selbsttötungsrate nicht belegen.[66] Der Spiegel, in dem Dreyman seinen Artikel veröffentlichte, druckte einige Beiträge, die der DDR kritisch gegenüberstanden. Darunter waren die „Gedächtnisprotokolle“ des Schriftstellers Jürgen Fuchs oder Beiträge von Robert Havemann. Donnersmarck ließ sich auch vom „Spiegel-Manifest“ inspirieren, das im Januar 1978 im Nachrichtenmagazin erschien. Als Urheber war ein „Bund demokratischer Kommunisten Deutschlands“ genannt, hinter dem anonyme mittlere und höhere SED-Kader stünden. Diese Schrift beklagte das Großmachtsgebaren der Sowjetunion und die schmarotzende, gegen das Volk handelnde DDR-Regierung. Die Stasi vernahm und gängelte darauf den Hauptverfasser Hermann von Berg.[67]

Themenkreise[Bearbeiten]

Staatliche Überwachung[Bearbeiten]

Den internationalen Erfolg erklärte Lindenberger (2008) damit, dass man weltweit entweder sich mit der diktatorischen Vergangenheit seines eigenen Landes befasst oder in Demokratien das Wachsen übermächtiger, unkontrollierter Staatsmacht befürchte.[22] Auch Horn (2008) vermutete ein archetypisches Interesse des Publikums in der Faszination für geheime Überwachung und der dunklen, medialen Seite der Macht. Die DDR und ihre Staatssicherheit ist ein Fall von Staatsparanoia, einem prinzipiellen Misstrauen gegenüber allem und Jedem. Es ist eine Paranoia der Regierenden, die die Bürger eines subversiven Verhaltens verdächtigen, selbst in alltäglichen Nebensächlichkeiten. Dem Staat geht es weniger ums Beobachten, ohne beobachtet zu werden, als darum, bei den Bürgern das Bewusstsein zu schaffen, dass ihr Verhalten ständiger Beobachtung und Prüfung untersteht, um sie zu disziplinieren.[60] Nicht zufällig beginnt die Handlung im Orwell-Jahr 1984, und endet der erste Filmteil am 11. März 1985, als Michail Gorbatschows Amtsantritt bekannt wird, der in der Sowjetunion die Ära von Glasnost und Perestroika einläutete.[20]

Wende, Versöhnung und Erinnerung[Bearbeiten]

Ulrich Mühe und Johanna Schall bei einer Rede an der Demonstration vom 4. November 1989 auf dem Alexanderplatz

Laut Wilke soll die Figur Wiesler die Glaubenskrise eines Kommunisten in der späten DDR darstellen. Denn auch unter der DDR-Führungselite nahmen Zweifel über den Zustand des Landes zu. Manche kündigten innerlich gegenüber der offiziellen Linie und ließen, als der Herbst 1989 kam, den Dingen ihren Lauf.[68] Diese Entwicklung betrifft beide Figuren, Wiesler und Dreyman, die anfänglich die proklamierten Ideale der Republik zum Nennwert nehmen. Darauf wies Reinhard Mohr in Spiegel Online hin: „Es ist eine untergründige Ironie der Geschichte, die im Laufe des Films eine nachvollziehbare historische Dialektik in Gang setzt, dass beide Kontrahenten absolut überzeugte DDR-Bürger und gläubige Kommunisten sind. Dass schließlich beide vom Glauben abfallen, ist gerade die Frucht ihrer gegenseitigen Konfrontation. […] Wer mag, kann darin eine ferne Variation von Hegels Herr-Knecht-Dialektik sehen […]“[36]

Wiesler entdeckt den ihm gewidmeten Roman in der Auslage der Karl-Marx-Buchhandlung an der Karl-Marx-Allee in Berlin

In der Möglichkeit einer politischen Aussöhnung und der Selbstheilungskraft der Kunst liege die utopische Attraktion des Films und ein wichtiger Grund für seinen kommerziellen Erfolg, fand Stein (2008).[20] Gleichermaßen findet Lindenberger (2008), die Erzählung setze auf die Sehnsucht nach Versöhnung. Opfer und Täter finden Wege, sich auf menschliche Weise zu verständigen. Auf die Verbrechen des DDR-Staats gehe sie nur so weit ein, als dies das Grundmotiv der Handlung, die Wandlung eines Menschen, nicht unterlaufe. Bei Schilderungen von totalitären Systemen nehmen viele Zuschauer an, sie hätten auf der richtigen Seite gestanden. In diesem Zusammenhang ist das Erfinden eines moralisch korrekten Endes für eine Täterfigur tröstlicher als die Einsicht, dass solche Verläufe nicht vorkamen. Das Leben der Anderen eröffne so eine Einfühlungsmöglichkeit in die DDR-Geschichte für ein Publikum, das sich damit sonst kaum identifizieren könnte – und der Film sei im Grunde, wenn auch nicht ausschließlich, eine westdeutsche Projektion auf das fremde „Andere“.[22] Der Film habe mit der DDR so viel zu tun wie Hollywood mit Hoyerswerda, befand der aus dem Osten stammende Filmemacher Andreas Dresen. Das Märchen vom guten Menschen komme gut an, diene aber nicht der Wahrheitsfindung. Ihn hätte ein Stasi-Beamter mit Frau und Kindern und normaler Arbeitszeit mehr interessiert, denn dessen Alltag wäre eine „schmerzhafte Selbsterkundung. Für Ost wie West.“ Doch die Ostdeutschen zögen es vor, sich an die freundlichen Seiten der DDR zu erinnern, während die Westdeutschen Opportunismus als etwas ihnen nicht Eigenes, einem anderen Land Zugehöriges betrachten.[69]

Wieslers Wesenswandlung[Bearbeiten]

Donnersmarck zeigen die Erfahrungen des Dritten Reichs und der DDR, dass man in Deutschland allzu bereit sei, Autorität zu akzeptieren.[70] Partei und Stasi handelten gemäß ihrem marxistisch-leninistisch begründeten, dichotomen Weltbild, das durch die Teilung in zwei deutsche Staaten bestärkt wurde. Für ihren Kampf benötigten die Stasi-Männer den Glauben an den Sozialismus und Hass auf die „feindlich-negativen Elemente“. Anfänglich hat Wiesler beides, derweil Grubitz’ Glaube sich in Zynismus verwandelt hat.[71] Zu diesem Zeitpunkt ist er penibel und obrigkeitshörig,[72] ein preußischer Tschekist,[47] ein „spießig-asketischer Mönch der DDR-Staatsreligion“[73] und der „bissigste aller Stasi-Wachhunde.“[33] Er ist ein Medium der Überwachung, fungiert als Abhörgerät, als Übermittler und, bei Verhören, als Lügendetektor. Als Medium hat er folglich kein eigenes Leben.[60] Ohne Angehörige und Freunde, haust er in einer karg eingerichteten Plattenbauwohnung und führt ein freudloses Leben.[74][61] „Die antike Moralphilosophie sah im Bösen einen Mangel an Sein – auch Wieslers Bösartigkeit war kein böser Wille, sondern ein Mangel an Lebendigsein.“[33]

Auf dem Dachboden installiert, wirkt Wiesler „wie ein kleiner Stasi-Kosmonaut in der Umlaufbahn einer Sojus-Kapsel.“[36] Der leichtlebige, lässige, frei denkende Theater-Bohémien ist ihm zunächst verhasst, dessen Welt übt jedoch eine zunehmende Faszination auf ihn aus.[72][75] Die gegen Dreyman gerichtete Aktion bringt den Kommunisten Wiesler dazu, seinen eigenen Glauben einer Prüfung zu unterziehen; angesichts der privaten Veranlassung des OV liefert der Hass keine Antworten.[76] Es bleibt unklar, ob es seine neu entdeckte Wertschätzung für die Kunst ist, die ihn abtrünnig werden lässt, oder Abscheu gegen den unnötigen OV.[20] Seine Aktionen bleiben vorerst zweideutig; beispielsweise könnte sein Betätigen der Türklingel eine Zersetzungsmaßnahme sein, um das Paar Dreyman und Sieland auseinanderzubringen.[20]

Unterschiedlich wird gedeutet, ob sich Wiesler durch die Berührung mit einer neuen Welt des Denkens und Fühlens „infiziert“ und sich in jemanden Neuen verwandelt,[77] oder ob die Begegnung den verschütteten guten Kern in ihm freilegt.[28][32] Spekulationen, der Beobachter habe sich in die Schauspielerin verliebt,[34] wies Donnersmarck zurück: Der Mann sei von Sieland nur fasziniert, denn fürs Verlieben müsse man seelisch sehr offen sein, und das sei er am Anfang noch nicht.[13] Ein Zersetzer wird zersetzt[43] und sieht in Dreyman kein „Feindobjekt“ mehr. Nun deckt er dessen Wandlung zu ausgerechnet jenem „gefährlichen“ Element, das Dreyman nicht war und zu dem Hempf den Schriftsteller zu stempeln hoffte.[20] Das Medium HGW XX/7 erweist sich als unzuverlässig und verzerrt die zu übermittelnde Botschaft.[60] Indem er Rapporte frei erfindet, wird Wiesler seinerseits zu einem Autor von Fiktion.[20]

Humanistisches Kunstverständnis[Bearbeiten]

Im Filmbuch verriet Donnersmarck, wie er auf die Grundidee des Films gekommen war. Bei Kreativitätsübungen an der Filmhochschule 1997 empfand er, dass auf die Mondscheinsonate von Beethoven zutreffe, was Lenin über dessen Appassionata gesagt haben soll: „Da plötzlich kam mir etwas in den Sinn, was ich einmal bei Gorki gelesen hatte, dass nämlich Lenin über die ‚Appassionata‘ gesagt habe, dass er sie nicht oft hören könne, weil er sonst ‚liebevolle Dummheiten sagen und den Menschen die Köpfe streicheln‘ wolle, auf die er doch ‚einschlagen, mitleidslos einschlagen‘ müsse, um seine Revolution zu Ende zu bringen.“ Manche Musikstücke zwängen einfach dazu, Menschlichkeit und Liebe über Ideologie und Strenge zu stellen. Donnersmarck fragte sich, wie man Lenin dazu bringen könnte, dass er sich die Musik anhört, und in den Sinn kam ihm das Bild eines Mannes, der ihr in einem trostlosen Raum durch Kopfhörer lauschen muss.[78][79]

Beethoven auf einer Briefmarke der DDR von 1970

Der Regisseur gab sich überzeugt, dass Kunst, die ehrlich und keine Propaganda ist, Menschen verändern kann. „Deshalb war mir Musik so wichtig. Weil sie die emotionalste Kunstform ist. Sie enthält keine Wertung.“[14] Die Vorstellung, dass Kunst bessere Menschen hervorzubringen vermag, wurzelt tief in der deutschen Geistesgeschichte. So postulierte Schiller in seiner Abhandlung Über die ästhetische Erziehung des Menschen (1795), die Schönheit echter Kunst befähige den Menschen zu moralischem Handeln. Denn die Kunst verleihe seiner Seele Freiheit und schaffe ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Vernunft und Sinnlichkeit.[80] Als Auslöser für Wieslers Erweckung weist Donnersmarck der „Sonate vom Guten Menschen“ eine zentrale Bedeutung zu. Jerska, der lieber ins Jenseits „rübermacht“, als in einem System zu leben, das ihm nicht erlaubt, ein guter Mensch zu sein, schenkt Dreyman die Noten. Gemäß Anweisung im Drehbuch hat Jerskas Wohnung „etwas von Fausts Studierstube“.[81] Darin manifestiere sich das „bildungsbürgerliche Potential der Aufklärung und des freien Wortes“, fand Wiedeking (2007), und die Kunst sei ein Gegengewicht zur Unterdrückung.[18] Nach Einschätzung von Schmidt (2009) positioniert der Filmemacher sein Werk als Wiederentdeckung und Bestätigung der alten humanistischen Tradition jenseits der Wechselfälle der Geschichte, insbesondere des gescheiterten, 40-jährigen Experiments des „real existierenden Sozialismus“ in der Deutschen Demokratischen Republik. Wieslers Idealismus im Dienste des Sozialismus führte ihn in die Stasi und leitete ihn, nachdem er den Materialismus der DDR erkannt hatte, zum Verrat an diesem Staat.[82] Mit der Wiesler-Figur spielte der Regisseur auch auf Gorbatschow an, ein „Stalinist, der zum größten Antistalinisten geworden“ sei. Als er in Oxford studierte, kam der Ex-Staatsmann zu Konferenzen; und weil Donnersmarck Russisch sprach, bestimmte man ihn für eine Stadtführung. „Doch er interessierte sich nur für die Menschen. Es ist nicht wichtig, der Intelligenteste oder Mächtigste zu sein. Sondern seinem Herzen und seinem Gewissen folgen zu können.“[70]

Im Sinne der humanistischen Ästhetik ist auch der Dualismus zwischen Körper und Geist. Der Film zeichne eine Grenze zwischen dem Stofflichen, Politischen, Historischen und dem Ästhetischen, Intellektuellen, zeitlos Allgemeingültigen. Daher brauche, so Schmidt (2009), sich die Erzählung um historische Faktentreue kaum zu kümmern: „Der Film behauptet die Überlegenheit der Ästhetik über die Politik und ist an Details des Alltagslebens in der DDR nur so weit interessiert, als sie zur semiotischen Rekonstruktion dieses binären Gegensatzes beizutragen vermögen.“ Die genannten Gegensätze seien grundlegend für die Semiotik des Films und unverzichtbare Stützen des humanistischen Glaubens ans Gute und Wahre, das von der politischen Sphäre klar abgegrenzt ist. Sein schmächtiges Äußeres setzt den Idealisten Wiesler von der Leibesfülle des Karrieristen Grubitz ebenso ab wie von der drallen Prostituierten. Ebenso dienen die Geruchstücher dazu, Körperlichkeit semiotisch am materialistischen DDR-Staat festzumachen: Der Besitz des Geruchs eines Menschen durch die Stasi zeigt seine körperliche Unfreiheit auf. Dasselbe betont Sielands Tablettenabhängigkeit. Und um ihren Beruf ausüben zu können, muss die Schauspielerin die Beherrschung über ihren Körper an Männer abtreten: An Dreyman, der ihr als Autor die Worte in den Mund legt, und an Hempf, der sie nach sexueller Verweigerung mit einem Auftrittsverbot belegt. Dreyman erkennt anhand der roten Farbspuren an seinen Akten Wieslers idealistisches Verhalten, was ihn zu seinem ersten Roman inspiriert. Die Wahl der Textgattung Roman anstelle eines Bühnenstücks ermöglicht ihm, die Körper und die Stimmen von Schauspielern zu umgehen und eine unmittelbarere Beziehung zum Leser aufzubauen. Konsequenterweise verzichtet Dreyman darauf, Wiesler von Angesicht zu Angesicht anzusprechen, und zieht eine geistige Verbundenheit, ausgedrückt in der Widmung des Romans, vor.[82] Im Drehbuch lautet die Anweisung an dieser Stelle: „Aber es wird ihm klar, daß er ihn nicht ansprechen kann. Das materielle Machtgefälle (und welch eine Rolle spielt das in dem neuen Deutschland!) ist zu groß für eine Begegnung, die auf gleicher menschlicher Ebene stattfinden müßte.“[81]

Schwachpunkt Frau[Bearbeiten]

In Nachwendefilmen über das Leben in der DDR, darunter Sonnenallee und Good Bye, Lenin!, stellte Schmidt (2009) weiter fest, erhalte männliche Entwicklung einen bedeutenden Platz neben schwachen und kranken Frauenfiguren und vor dem Hintergrund eines als weiblich kodierten Staates.[82] Für Lenssen (2007) steht Das Leben der Anderen stellvertretend für das Dilemma weiblicher Figuren in diesen Filmen. „Aus den Hoffnungsträgerinnen eines sozialistischen Menschenbildes sind angeschlagene Allegorien auf die schönen Künste, die Freiheit und wilde Jugend geworden.“ Oft stünden sie nur zwischen männlichen Protagonisten, Tätern wie Opfern. Bei Donnersmarck falle sogar diese dramaturgische Aufgabe der Frau weg: Wiesler lasse sich nicht durch Gefühle für Sieland bekehren, sondern durch körperlose Kunst, durch Gedichte und Sonaten.[83] Zuletzt ersetzt er Sieland auch noch als Muse Dreymans.[82] Die im Film entworfene Sieland ist irrational, komplexbeladen und willfährig,[83] schwach, verführt und schuldig, und sehnt sich nach männlicher Anerkennung.[22] Das Drehbuch weist ihr diese Rolle zu, derweil beide Männer die Gelegenheit zu reifen erhalten. Daher hielt Lindenberger (2008) den Film für frauenfeindlich. Donnersmarck habe den unzähligen Geschichten über eine Frau zwischen zwei Männern eine weitere, Hollywood-kompatible hinzugefügt. Ihren Tod verstand er als ein klassisches Sterbenlassen einer Frau, die dem Bund zweier Männer im Wege steht.[22] Das erlösende Ende erfordert ihren Opfertod.[20]

Martina Gedeck 2007

Auch Martina Gedeck zeigte sich verärgert, dass die von ihr gespielte Sieland geopfert wird, damit der Mann eine Katharsis erfährt. Donnersmarck habe sich stur über ihre Warnungen bei den Vorbesprechungen hinweggesetzt. Sie bezeichnete ihn als einen Anfänger, den man noch nicht unter die großen Regisseure einreihen dürfe.[84] Ein knappes Jahr später trat er von seinem Kontingent an Einladungen zur Oscar-Verleihung keine an Gedeck ab.[85]

Im DVD-Audiokommentar spricht der Regisseur von einer „Liebe zwischen diesen beiden Männern, die sich nie kennenlernen. […] de facto ist die Liebesachse zwischen Dreyman und Wiesler“. Als Wiesler den Roman in den Händen hält, spüre man, „dass diese Liebe ganz frisch und stark ist.“[13] Schmidt (2009) analysierte, Donnersmarck konstruiere binäre Gegensätze zwischen Mann und Frau, die ein althergebrachtes Geschlechterverständnis bestärken. Während die Frau an Körperlichkeit, die Umstände, Korrumpierbarkeit, Vergänglichkeit und Tod gebunden bleibe, schreibe er den Männern Eigenschaften zu, welche die stoffliche Welt überwinden: Geist und Verstand, absolute, allgemeingültige Grundsätze, Spiritualität und Kunst.[82]

Brecht[Bearbeiten]

Angesichts der Stellung, die das humanistische Kulturverständnis in Das Leben der Anderen einnimmt, können die zahlreichen Bezüge des Films zum Schriftsteller Bertolt Brecht überraschen. Denn es zielt auf eine innere Wandlung des Individuums ab, während Brecht überzeugt war, ein besseres Leben lasse sich nur durch den kollektiven Wandel der Gesellschaft verwirklichen. Diese Indienstnahme Brechts wertete Schmidt (2009) als ein sehr wählerisches Pflücken seiner Aussagen über die Beziehung von Kunst und sozialem Wandel, und auch eine tendenziöse Aneignung von Brecht als Ikone für eine nachrevolutionäre Kunst. Der Schriftsteller, Teil des deutschen literarischen Kanons, werde in die humanistische Tradition gestellt und so in die Zeit nach der Wende gerettet, ganz wie der linientreue Staatskünstler Dreyman sich als zeitloser, auch auf Nachwende-Bühnen gespielter Autor entpuppe.[82] Entgegen Wieslers verstohlener Lektüre war Brecht zu lesen in der DDR mitnichten subversiv, vielmehr waren seine Werke Pflichtstoff in der Schule. Das Gedicht Erinnerung an die Marie A., von dem Wiesler eingenommen ist, gehört zu den eher unpolitischen Brechts und deutet auf Wieslers zunehmende Empfänglichkeit für Schönheit und Liebe jenseits von Ideologie.[20] Er hört das Gedicht mit Dreymans Stimme, was die innere Nähe der beiden andeutet.[18]

Der Name der Sonate vom guten Menschen weist eine Ähnlichkeit mit dem von Brechts Stück Der gute Mensch von Sezuan auf. In dieser Parabel vermittelt Brecht, dass es unmöglich ist, in einer schlechten Welt ein guter Mensch zu sein. Gemeinsam ist Stück und Film, dass Brechts Shen Te wie Dreyman und Wiesler versuchen, ihre Integrität gegen die Ansprüche anderer zu verteidigen, und zum Selbstschutz ihre Güte maskieren. Diese Menschen werden in eine Schizophrenie gezwungen, „bei der die Individuen die Spannung zwischen sich und dem Staat durch Schaffung eines öffentlichen und eines privaten Gesichts bewältigten.“ Donnersmarck und Brecht stimmen zudem darin überein, dass Kunst politischen Wandel antreiben kann.[20] Doch die Lehren aus ihren Werken schließen sich gegenseitig aus. Brechts Stück ist eine Kapitalismuskritik und behauptet die Unmöglichkeit von Güte in einem entmenschlichenden System, derweil Donnersmarck den Glauben an individuelle Ethik inmitten staatlichen Terrors aufrechterhält.[60][82] Zudem entspricht der dramaturgische Ansatz von Das Leben der Anderen einem Theaterkonzept aus der Zeit vor Brecht: Brecht definierte den Verfremdungseffekt, wonach ein Stück das Bewusstsein des Theaterbesuchers mittels Argumenten verändern kann, und nicht durch Einfühlung in und Identifikation mit Figuren. Das Filmpublikum aber identifiziert sich mit Wiesler, der seinerseits die ideologisch-psychologische Distanz zu seinen Beobachtungsobjekten unterschreitet und sich emotional auf ihr Leben einlässt.[86]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

In Deutschland[Bearbeiten]

Im Ausland[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Bücher

  • Florian Henckel von Donnersmarck: Das Leben der Anderen. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2006, ISBN 3-518-45786-1.
  • Florian Henckel von Donnersmarck: Das Leben der Anderen. Geschwärzte Ausgabe Suhrkamp, Frankfurt am Main 2007, ISBN 3-518-45908-2.

Wissenschaftliche Beiträge

  • John T. Hamilton: Conspiracy, Security, and Human Care in Donnersmarck’s Leben der Anderen. In: Historical Social Research. Jg. 38 (2013), Nr. 1, S. 129–141.
  • Jens Gieseke: Stasi goes Hollywood: Donnersmarcks The Lives of Others und die Grenzen der Authentizität. In: German Studies Review. Jg. 31 (2008), Nr. 3, S. 580–588 (deutsch).
  • Volker Wehdeking: Generationenwechsel: Intermedialität in der deutschen Gegenwartsliteratur. Erich Schmidt Verlag, Berlin 2007, ISBN 978-3-503-09827-9, S. 127–137.
  • Gary Schmidt: Between authors and agents: Gender and affirmative culture in Das Leben der Anderen. In: The German Quarterly, Jg. 82, Nr. 2, Frühling 2009, S. 231–249, (englisch).
  • Thomas Lindenberger: Stasiploitation–Why Not? The Scriptwriter’s Historical Creativity in The Lives of Others. In: German Studies Review. Jg. 31 (2008), Nr. 3, S. 557–566 (englisch).
  • Lu Seegers: Das Leben der Anderen oder die ‚richtige‘ Erinnerung an die DDR. In: Astrid Erll, Stephanie Wodianka (Hrsg.): Film und kulturelle Erinnerung. Plurimediale Konstellationen. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2008, ISBN 978-3-11-020443-8, S. 21–52.
  • Mary Beth Stein: Stasi with a human face? Ambiguity in Das Leben der Anderen. In: German Studies Review. Jg. 31 (2008), Nr. 3, S. 567–579 (englisch).

Gespräche

  • Mit Florian Henckel von Donnersmarck in der Süddeutschen Zeitung, 23. März 2006, S. 12, Welt der Leere.
Kritikenspiegel

Positiv

Eher positiv

Gemischt

Eher negativ

Sonstige Stellungnahmen

Berichte

Lehrmaterial

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung (PDF; 72 kB) der FSK
  2. Freigabe der Jugendmedienkommission
  3. a b c Andreas Kilb: Verschwörung der Hörer. In:Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22. März 2006, S. 35
  4. a b c Ich kann den Berg noch einmal erklimmen. In: Stern, 14. März 2007, Gespräch mit Donnersmarck
  5.  Lars-Olav Beier, Malte Herwig, Matthias Matussek: Poesie und Paranoia. In: Der Spiegel. Nr. 12, 2006, S. 172 (online).
  6. Ulrich Mühe im Filmbuch, S. 183; Presseheft, S. 14; Matthias Ehlert: Der Freund auf meinem Dach. In: Welt am Sonntag, 12. Februar 2006, S. 59
  7. Pressemitteilung der Bundesregierung zum Oscar-Gewinn
  8. a b Sebastian Koch: Warum ich erst jetzt eine Kinohauptrolle in Deutschland spiele. In: Florian Henckel von Donnersmarck: Das Leben der Anderen. Filmbuch. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2008. Beilage zur DVD-Sonderausgabe „Die komplette Akte“. S. 177–180
  9. Ulrich Mühe im Gespräch in: Florian Henckel von Donnersmarck: Das Leben der Anderen. Filmbuch. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2008. Beilage zur DVD-Sonderausgabe „Die komplette Akte“. S. 182–183 und 186
  10. a b gemäß Making-of
  11. a b c d e Florian Henckel von Donnersmarck: Das Leben der Anderen. Filmbuch. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2008. Beilage zur DVD-Sonderausgabe „Die komplette Akte“. S. 162–168
  12. a b c Produktionsnotizen im Presseheft (PDF; 196 kB), S. 14–16
  13. a b c d e f g h i j Donnersmarck im Audiokommentar auf der DVD
  14. a b c Florian Henckel von Donnersmarck im Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung, 23. März 2006, S. 12: „Welt der Leere“
  15. a b c d e f g h i j k l Marianne Falck: Das Leben der Anderen. (PDF, 1,5 MB) Filmheft der deutschen Bundeszentrale für politische Bildung. Bonn 2006, S. 8–11
  16. Kriterien für die Erteilung von Drehgenehmigungen auf dem Gelände der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen
  17. Rainer Gansera: In der Lauge der Angst. In: Süddeutsche Zeitung, 23. März 2006, S. 12; Volker Behrens: So fühlt sich Diktatur an. In: Hamburger Abendblatt, 16. März 2006, S. 8; Harald Pauli: Der indiskrete Charme der Staatssicherheit. In: Focus, 20. März 2006, S. 72–74; Marie-Noëlle Tranchant: Un jeune cinéaste derrière le rideau de fer. In: Le Figaro, 31. Januar 2007; Jean-Luc Douin: La Vie des autres, de Florian Henckel von Donnersmarck. Au temps de la RDA et du soupçon. In:Le Monde, 31. Januar 2007, S. 27; Mary Beth Stein: Stasi with a human face? Ambiguity in Das Leben der Anderen. In: German Studies Review, Jg. 31 (2008), Nr. 3, S. 567–579
  18. a b c d e f Volker Wehdeking: Generationenwechsel: Intermedialität in der deutschen Gegenwartsliteratur. Erich Schmidt Verlag, Berlin 2007, ISBN 978-3-503-09827-9, S. 127–137
  19. a b A. O. Scott: A Fugue for Good German Men In: New York Times, 9. Februar 2007
  20. a b c d e f g h i j k l m Mary Beth Stein: Stasi with a human face? Ambiguity in Das Leben der Anderen. In: German Studies Review, Jg. 31 (2008), Nr. 3, S. 567–579
  21. Schmidt 2009, S. 242. In Donnersmarcks Drehbuch, S. 109, heißt es, Dreymans rot beschmierte Hände seien wie voller Blut.
  22. a b c d e f g Thomas Lindenberger: Stasiploitation–Why Not? The Scriptwriter’s Historical Creativity in The Lives of Others. In: German Studies Review, Jg. 31 (2008), Nr. 3, S. 557–566
  23. Hagen Bogdanski im Gespräch mit Marko Kregel in Dem Film ein Gesicht geben. Schüren, Marburg 2007, ISBN 978-3-89472-484-9, S. 150–151
  24. Hagen Bogdanski in Kregel 2007, S. 151–152
  25. Kregel 2007, S. 151
  26. Donnersmarck im Audiokommentar auf der DVD, bei 8:20, im Filmbuch, S. 165, und im Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung, 23. März 2006, S. 12: Welt der Leere
  27. Hagen Bogdanski in Kregel 2007, S. 150
  28. a b c d Matthias Ehlert: Der Freund auf meinem Dach. In: Welt am Sonntag, 12. Februar 2006, S. 59
  29. Pierre Bocev: La Stasi de l’ex-RDA sur grand écran. In: Le Figaro, 1. April 2006, S. 6
  30. a b Derek Elley: The Lives of OthersVorlage:Webarchiv/Wartung/Nummerierte_Parameter In: Variety, 19. Juni 2006, S. 40
  31. Pressemitteilung der Bundersregierung vom 14. März 2006; Reinhard Mohr:Stasi ohne Spreewaldgurke. In: Spiegel Online, 15. März 2006; Volker Behrens: So fühlt sich Diktatur an. In: Hamburger Abendblatt, 16. März 2006, S. 8
  32. a b c Alexandra Wach: Das Leben der Anderen. In: film-dienst Nr. 6/2006, S. 42–43
  33. a b c Rainer Gansera: In der Lauge der Angst. In:Süddeutsche Zeitung, 23. März 2006, S. 12
  34. a b c Daniel Kothenschulte: Die Spitzel sind unter uns. In: Frankfurter Rundschau, 23. März 2006, S. 38
  35. a b Martina Knoben: Das Leben der Anderen. In: epd Film, Nr. 3/2006, S. 32
  36. a b c Reinhard Mohr: Stasi ohne Spreewaldgurke. In: Spiegel Online, 15. März 2006
  37. Alexandra Wach: Das Leben der Anderen. In: film-dienst Nr. 6/2006, S. 42–43; Martina Knoben: Das Leben der Anderen. In: epd Film, Nr. 3/2006, S. 32; Andreas Kilb: Verschwörung der Hörer. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22. März 2006, S. 35; Reinhard Mohr: Stasi ohne Spreewaldgurke. In: Spiegel Online, 15. März 2006; Rainer Gansera: In der Lauge der Angst. In: Süddeutsche Zeitung, 23. März 2006, S. 12; Harald Pauli: Der indiskrete Charme der Staatssicherheit. In: Focus, 20. März 2006, S. 72–74; Volker Behrens: So fühlt sich Diktatur an. In: Hamburger Abendblatt, 16. März 2006, S. 8
  38. a b Mariam Lau: Schluß mit lustig. In: Die Welt, 22. März 2006, S. 3
  39. Evelyn Finger: Die Bekehrung. In: Die Zeit, Nr. 13/2006 vom 23. März 2006
  40. Claus Löser: Wenn Spitzel zu sehr lieben. In: taz, 22. März 2006, S. 16
  41. Joachim Gauck im Gespräch mit Die Welt, 22. März 2006: Nostalgie ist Erinnerung ohne Schmerz; ähnlich ist auch sein Beitrag im Stern, 16. März 2006, S. 228: „Ja, so war es!“
  42. a b Marianne Birthler im Gespräch mit der Berliner Zeitung, 17. Juni 2006: Menschen, die ehrlich zu sich selbst sind, finde ich lebendig
  43. a b Wolf Biermann: Die Gespenster treten aus dem Schatten. „Das Leben der Anderen“: Warum der Stasi-Film eines jungen Westdeutschen mich staunen läßt. In: Die Welt, 22. März 2006, S. 29
  44. Piotr Gociek: Wszyscy jesteśmy esbekami. In: Wprost, Nr. 4/2007, 29. Januar 2007
  45. Tadeusz Sobolewski: Niemcy rozbrajają NRD In: Gazeta Wyborcza, 25. Januar 2007
  46. Jean-Luc Douin: La Vie des autres, de Florian Henckel von Donnersmarck. Au temps de la RDA et du soupçon. In: Le Monde, 31. Januar 2007, S. 27
  47. a b Pierre Bocev: Un miroir des réalités est-allemandes d’avant 1989. In: Le Figaro, 31. Januar 2007
  48. Edouard Waintrop: Le Mur fissuré de l’intérieur. In: Libération, 31. Januar 2007, S. 4
  49. Jean Roy: Le portrait d’un solitaire. In: L’Humanité, 31. Januar 2007, S. 23
  50. Gemäß der Auswertung von Metacritic.com, abgerufen am 28. Dezember 2009. Von den 39 berücksichtigten US-Kritiken bewerten nach dem Auswertungverfahren von Metacritic 15 den Film mit der Bestnote 100, 5 Kritiken mit 90 Punkten, 16 mit Noten zwischen 75 und 89, 2 mit 70 und eine mit 50. Letztere bedeutet soviel wie „neutral“ oder „gemischt“.
  51. gemäß Inside Kino, abgerufen am 28. Dezember 2009
  52. Einspielergebnisse in US-Dollar auf Box Office Mojo auf Box Office Mojo, abgerufen 28. Dezember 2009; Kopienzahlen in der Internet Movie Database (englisch) abgerufen 20. September 2013. Eintrittszahlen gemäß Lumiere. Datenbank über Filmbesucherzahlen in Europa, abgerufen am 30. Mai 2010. Eintrittszahl für die USA: siehe auch Inside Kino. Kopienzahl für Frankreich aus: Les meilleures entrées semaine du 30 Janvier au 4 Février 2007. In: Libération, 7. Februar 2007; siehe auch „Das Leben der Anderen“ in Frankreich erfolgreich angelaufen. ddp Basisdienst, 6. Februar 2007.
  53. Berichte zum Rechtsstreit:  Markus Deggerich, Peter Wensierski: Das Drehbuch der anderen. In: Der Spiegel. Nr. 18, 2006, S. 152 (online).; Markus Deggerich: Gericht stoppt Suhrkamp-Buch In: Spiegel Online – Literatur, 13. April 2006; Jürgen Schreiber: Der Verführungsoffizier In: Der Tagesspiegel, 29. April 2006; IM oder kein IM? In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21. April 2006, S. 40; Daniel Kothenschulte: Die Sünden der anderen. In: Frankfurter Rundschau, 19. April 2006, S. 15; Regine Sylvester: Die Zielperson. In: Berliner Zeitung, 3. Mai 2006, S. 3; Thomas Leinkauf: Die Akten und die Wahrheit. In: Berliner Zeitung, 21. Juni 2006, S. 17
  54. Ulrich Mühe unterliegt im Stasi-Prozess. In: Berliner Zeitung, 5. Juli 2006. Weiterhin Maulkorb für Ulrich Mühe. In: General-Anzeiger (Bonn), 5. Juli 2006, S. 11
  55. a b  Im Getriebe. In: Der Spiegel. Nr. 4, 2007, S. 145 (online).
  56. Keine DVD von Stasi-Drama. In: Der Tagesspiegel, 17. Januar 2007; weitgehend identisch: Rechtsstreit um DVD von „Das Leben der Anderen“. In: Die Welt, 19. Januar 2007, S. 28. DVD von „Das Leben der Anderen“ gestoppt. In: Berliner Zeitung, 18. Januar 2007, S. 29. Gregor Gysi stoppt Stasi-Angriff. In: Berliner Kurier, 18. Januar 2007, S. 11
  57. Berliner Kurier: Alle wild auf verbotene Stasi-DVD, 22. Januar 2007, S. 13
  58. Im Presseheft, S. 14, heißt es, der Film sei „bis ins kleinste Detail authentisch“. Dass der Film sich an diesen Ansprüchen messen lassen müsse, meinten etwa Gieseke 2008, S. 581 und Lindenberger 2008, S. 558–559
  59. Manfred Wilke im Filmbuch (Donnersmarck 2006) auf S. 202–203 und in German Studies Review, Jg. 31 (2008), Nr. 3: Fiktion oder erlebte Geschichte? Zur Frage der Glaubwürdigkeit des Films Das Leben der Anderen, S. 591
  60. a b c d e Eva Horn: Media of Conspiracy. In: New German Critique, Jg. 35, Nr. 1, Frühling 2008, S. 127–144
  61. a b c d Jens Gieseke: Stasi goes Hollywood: Donnersmarcks The Lives of Others und die Grenzen der Authentizität. In: German Studies Review, Jg. 31 (2008), Nr. 3, S. 580–588
  62. Wilke im Filmbuch auf S. 201 und in German Studies Review auf S. 589–590
  63. Werner Schulz: „Das Leben der Anderen“ hat keinen Preis verdient. In: Die Welt, 25. Februar 2007
  64. Strafgesetzbuch der DDR
  65. Wilke im Filmbuch auf S. 206 und in German Studies Review auf S. 594
  66. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatUdo Grashoff: Der Umgang mit Selbsttötungen in der DDR 1949–1990. Bundesstiftung Aufarbeitung, abgerufen am 1. Februar 2010 (PDF; 32 kB).
  67. Wilke im Filmbuch auf S. 207–208 und in German Studies Review auf S. 594–595. Das Manifest ist in der Chronik der Mauer abrufbar.
  68. Wilke im Filmbuch auf S. 211–213 und in German Studies Review auf S. 597–598
  69. Andreas Dresen: Die Bilder der Anderen. In: film-dienst, Nr. 22/2009, S. 32–34
  70. a b Marie-Noëlle Tranchant: Un jeune cinéaste derrière le rideau de fer. In: Le Figaro, 31. Januar 2007
  71. Wilke im Filmbuch auf S. 204–205 und in German Studies Review auf S. 592–593
  72. a b Harald Pauli: Der indiskrete Charme der Staatssicherheit. In: Focus, 20. März 2006, S. 72–74
  73. Rainer Gansera: In der Lauge der Angst. In: Süddeutsche Zeitung, 23. März 2006, S. 12; ähnlich auch in Matthias Ehlert: Der Freund auf meinem Dach. In: Welt am Sonntag, 12. Februar 2006, S. 59
  74. Marianne Falck: Das Leben der Anderen. (PDF, 1,5 MB) Filmheft der deutschen Bundeszentrale für politische Bildung. Bonn 2006, S. 11; Rainer Gansera: In der Lauge der Angst. In: Süddeutsche Zeitung, 23. März 2006, S. 12;  Lars-Olav Beier, Malte Herwig, Matthias Matussek: Poesie und Paranoia. In: Der Spiegel. Nr. 12, 2006, S. 172 (online).
  75. Volker Behrens: So fühlt sich Diktatur an. In: Hamburger Abendblatt, 16. März 2006, S. 8
  76. Wilke im Filmbuch auf S. 209 und in German Studies Review auf S. 596
  77. Rainer Gansera: In der Lauge der Angst. In: Süddeutsche Zeitung, 23. März 2006, S. 12; Martina Knoben: Das Leben der Anderen. In: epd Film, Nr. 3/2006, S. 32; Reinhard Mohr: Stasi ohne Spreewaldgurke. In: Spiegel Online, 15. März 2006; Mary Beth Stein: Stasi with a human face? Ambiguity in Das Leben der Anderen. In: German Studies Review, Jg. 31 (2008), Nr. 3, S. 567
  78. Florian Henckel von Donnersmarck: Das Leben der Anderen. Filmbuch. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2008. Beilage zur DVD-Sonderausgabe „Die komplette Akte“. S. 169–170
  79. Florian Henckel von Donnersmarck im Presseheft (S. 8, abgerufen am 7. Juli 2009; PDF; 196 kB)
  80. Die Rückführung des Films auf Schillers Ideen findet man bei Cheryl Dueck: The Humanisition of the Stasi in Das Leben der Anderen. In: German Studies Review, Jg. 31 (2008), Nr. 3, S. 606, und Schmidt 2009, S. 232
  81. a b Donnersmarck 2006, Drehbuch, S. 45
  82. a b c d e f g Gary Schmidt: Between authors and agents: Gender and affirmative culture in Das Leben der Anderen. In: The German Quarterly, Jg. 82, Nr. 2, Frühling 2009, S. 231–249
  83. a b Claudia Lenssen: Eigensinn und Mysterienspiele. In: Recherche Film und Fernsehen, Zeitschrift der Deutschen Kinemathek, Nr. 1/2007, S. 35
  84. Martina Gedeck im Gespräch mit dem Tagesspiegel, 21. März 2006: Wenn es gut geht, tanzen wir miteinander; siehe auch ihr Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung, 24. Februar 2006, S. 17: „Man wird angeschaut und erkannt“
  85. Martina Gedeck muss zu Hause bleiben. Spiegel Online, 12. Februar 2007
  86. Stein 2008, S. 577; Schmidt 2009, S. 233 und 244
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Dieser Artikel wurde am 4. Februar 2010 in dieser Version in die Liste der exzellenten Artikel aufgenommen.