Don Mattera

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Don Mattera im Katilist Theatre in Kapstadt (September 2007)

Don Mattera (* 30. November 1934 in Johannesburg (nach anderen Quellen: 1935); eigentlich Donato Francisco Mattera, Spitzname Bra Zinga[1]) ist ein südafrikanischer Schriftsteller und Journalist. Er gewann zahlreiche Preise und ist für seinen Kampf gegen die Apartheid bekannt.

Leben[Bearbeiten]

Matteras Großvater war ein Italiener, der eine Xhosa aus dem Osten der damaligen Kapprovinz heiratete. Don Matteras Vater wurde als Italiener klassifiziert. Seine Mutter gehörte zum Volk der Batswana. Don Mattera wurde im Johannesburger Western Native Township, heute Westbury, geboren. Unter dem Apartheidsystem wurde er als Coloured eingestuft.

Mattera wurde von seinen Großeltern väterlicherseits adoptiert und besuchte ein katholisches Internat in Durban. Mit 14 Jahren kehrte er nach Johannesburg zurück und lebte fortan in Pageview. Später zog er in den benachbarten Stadtteil Sophiatown, damals ein kulturelles Zentrum vor allem der Schwarzen in Südafrika. Dort war er Anführer der Gangsterbande The Vultures (deutsch: Die Geier).[2]

Er engagierte sich politisch gegen das Regime und wurde von 1973 bis 1982 gebannt. Drei Jahre stand er unter Hausarrest. Er wurde mehrmals gefoltert. Mattera gehörte dem Black Consciousness Movement an und trat der African National Congress Youth League bei. Er wirkte bei der Gründung der Union of Black Journalists und des Congress of South African Writers mit. Er wurde außerdem Mitglied des 1983 entstandenen National Forum, einer Gründung der Azanian People’s Organisation, das radikaler als die Oppositionsbewegung United Democratic Front war. 1987 wurde seine Autobiografie Memory is the Weapon veröffentlicht, die vor allem von seiner Zeit in Sophiatown handelt.[2]

Mattera arbeitete als Journalist für die südafrikanischen Zeitungen The Star, The Sunday Times, The Sowetan und The Weekly Mail. Er bildete zahlreiche südafrikanische Journalisten aus und war Mitbegründer des Verlags Skotaville.[2] Mattera trat zum Islam über und ist für sein umfangreiches soziales Engagement in seinem Wohnort bekannt, dem Johannesburger Stadtteil Eldorado Park. So initiierte er das Harvey Cohen Centre für geistig und körperlich behinderte Kinder und unterstützt die Wiedereingliederung ehemaliger Strafgefangener.[2] Die Texte im 2000 uraufgeführten Musical African Footprint sind Gedichte Matteras. 2003 war er Jurymitglied beim International Documentary Film Festival Amsterdam.[3]

Mattera hat neun Kinder.[4]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Werke[Bearbeiten]

Theaterstücke[Bearbeiten]

  • Streetkids
  • Apartheid in the Court of History
  • 1983: Kagiso Sechaba
  • 1983: One Time Brother (1984 gebannt)

Prosa[Bearbeiten]

  • Memory is the Weapon, Ravan Press, Johannesburg 1987, ISBN 0-86975-325-8
  • Gone with the Twilight: A Story of Sophiatown. Zed Books, London 1987, in den USA als Sophiatown: Coming of Age in South Africa
  • The Storyteller. Justified Press, 1994, ISBN 0-947451-16-1
  • The Five Magic Pebbles. Skotaville, Johannesburg 1992, ISBN 0-947479-71-6
  • Sophiatown. Peter Hammer, Wuppertal 1994, ISBN 3-87294-628-5 (Zusammenstellung aus Memory is the Weapon und Gone with the Twilight)

Gedichtbände[Bearbeiten]

  • Azanian Love Song. Skotaville, Johannesburg 1983, ISBN 0-620-06628-8
  • Exiles Within. The Writers’ Forum, 1984
  • The Heart of Love. AVS, 1997[7]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Meldung bei sahistory.org.za (englisch), abgerufen am 24. Oktober 2014
  2. a b c d Ausführliches Interview mit Mattera über sein Leben (englisch, teilweise schwedisch), abgerufen am 17. Januar 2011
  3. Daten des Festivals 2003 (englisch), abgerufen am 16. Januar 2011
  4. Porträt Matteras auf der Website Johannesburgs (englisch), abgerufen am 16. Januar 2011
  5. Würdigung Matteras auf der Website des südafrikanischen Präsidenten (englisch), abgerufen am 16. Januar 2011
  6. Würdigung Matteras durch die Witwatersrand-Universität (englisch), abgerufen am 16. Januar 2011
  7. Informationen zu Werken Matteras (englisch), abgerufen am 17. Januar 2011