Dreiländerspitze

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Dreiländerspitze
Dreiländerspitze mit Vermuntgletscher

Dreiländerspitze mit Vermuntgletscher

Höhe 3197 m ü. A.
(nach Schweizer Karten ebenfalls 3'197 m ü. M.)
Lage Vorarlberg/Tirol (Österreich), Graubünden (Schweiz)
Gebirge Silvretta, Alpen
Koordinaten, (CH) 46° 51′ 3″ N, 10° 8′ 41″ O (806347 / 192414)46.85083333333310.1447222222223197Koordinaten: 46° 51′ 3″ N, 10° 8′ 41″ O; CH1903: 806347 / 192414
Dreiländerspitze (Graubünden)
Dreiländerspitze
Erstbesteigung 14. Juli 1870 durch Theodor Petersen und zwei unbekannten Gefährten
Normalweg von der Wiesbadener Hütte aus über die obere Ochsenscharte, die Westflanke und den oberen Westgrat

Die Dreiländerspitze ist mit 3197 m ü. A. der höchste Berg der Dreiländerspitzgruppe in der Silvretta, einem Gebirge der zentralen Ostalpen. Ihren Namen hat die Spitze auf Grund ihrer Lage an der Grenze der drei Stämme Rätoromanen, Bajuwaren und Alamannen und ihrer Sprachen. Die Staatsgrenze zwischen dem Schweizer Kanton Graubünden und den österreichischen Bundesländern Vorarlberg und Tirol verläuft in west-östlicher Richtung über die beiden Gipfel der Dreiländerspitze. Sie sendet nach Westen, Norden, Osten und Südwesten ausgeprägte Grate, von denen nur der Westgrat keine Grenze trägt. Aufgrund ihrer herausragenden Stellung innerhalb des Gebietes, ihrer guten Erreichbarkeit von drei umliegenden Schutzhütten aus und des leichten Anstieges ist sie ein beliebter Aussichtsberg. Die erste dokumentierte Besteigung führten am 14. Juli 1870 der deutsche Alpinist Theodor Petersen aus Frankfurt am Main zusammen mit dem Dorflehrer und einem Jungen aus Guarda vom südlich gelegenen Val Tuoi (Tuoi-Tal) aus.

Lage und Umgebung[Bearbeiten]

Die Dreiländerspitz-Gruppe liegt im Zentrum der Silvretta und ist eine Berggruppe, die vom Vermuntpass (2797 m) im Westen bis zum Urezzasjoch (2906 m) im Osten reicht. Ihre herausragenden Gipfel sind neben der Dreiländerspitze von Westen aus betrachtet der Piz Mon mit 2982 Metern Höhe, der 3136 Meter hohe Piz Jeremias. Östlich der Dreiländerspitze erheben sich die Vordere Jamspitze mit 3178 Metern und, getrennt durch das Jamjoch auf 3078 Metern Höhe gelegen, die Hintere Jamspitze mit 3156 Metern. Im Norden liegen, getrennt durch die Untere (2913 m) und Obere Oschsenscharte (2977 m), der 3057 Meter hohe Ochsenkopf und nördlich der Tiroler Scharte (2935 m) der Tiroler Kopf mit 3103 Metern Höhe. Im Süden ragen der Piz Tuoi (3084 m) und der 3065 Meter hohe Piz Urezzas aus dem Kamm. Über die Dreiländerspitze verläuft die Rhein-Donau-Wasserscheide für die Flüsse Ill und Inn. Die nächsten Siedlungen sind im Norden das etwa 14 Kilometer Luftlinie entfernte Galtür und Guarda, etwa 9 Kilometer südlich im Unterengadintal gelegen.

Erschließung und Tourismus[Bearbeiten]

Theodor Petersen und seine beiden Gefährten waren 1870 nicht die Ersten auf dem Gipfel der Dreiländerspitze, sie fanden eine sogenannte Signalstange vor, die anlässlich der Landesvermessung in den 1850er Jahren dort platziert worden war. Petersens Route führte vom südlich gelegenen Tuoi-Tal aus hinauf zum Vermuntpass. Dort wandte man sich rechts (östlich) über den Vermunt-Gletscher zum Westgrat und erreichte, theilweise mühselig kletternd, den westlichen, niedrigeren, Gipfel der Spitze. Der Abstieg führte sie zurück zum Vermuntgletscher und weiter nach Westen am Piz-Buin-Nordgrat vorbei über den Silvrettagletscher hinunter zur damals bereits bestehenden Silvrettahütte auf 2341 Metern Höhe. Den östlichen, etwas höheren und stark zerklüfteten Gipfel der Dreiländerspitze erreichten C. Blezinger und C. Stedefeld aus Prag erst im August 1882 [1].

Der heutige Normalweg (leichtester Anstieg) folgt nicht mehr der Route von Petersen und seinen Gefährten. Als Stützpunkt für die Besteigung über die Westflanke und den oberen Westgrat dient seit 1896 die nordwestlich gelegene Wiesbadener Hütte auf 2443 Metern Höhe. Der Weg führt zunächst in südwestlicher Richtung hinauf zur Oberen Ochsenscharte und über die Nordwestflanke und den oberen Westgrat in einer Gehzeit von, laut Literatur, etwa drei Stunden zum Gipfel. Dabei werden einige Firnfelder begangen. Die Kletterpassagen weisen den Schwierigkeitsgrad UIAA I auf. Auch von der südlich gelegenen Tuoihütte (2250 m) oder der Jamtalhütte, 2165 m, nordöstlich gelegen, gibt es Anstiege, teilweise als Hochtour, zur Dreiländerspitze [2].

Literatur und Karte[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Otto von Pfister, Die Silvretta Gruppe in Die Erschliessung der Ostalpen, II. Band, Verlag des Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins, Berlin 1894, S. 28 f.
  2. Günther Flaig: Alpenvereinsführer Silvretta, Bergverlag Rother, München 2005, S. 214 f.